Sechs Allrad-Kombis im Vergleich

Sechs Allrad-Kombis im Vergleich Sechs Allrad-Kombis im Vergleich

Sechs Allrad-Kombis im Vergleich

— 18.01.2006

Wer tanzt den besten Schneewalzer?

Winterzeit ist Allrad-Zeit. Reicht auch ein Kombi? Audi A6, BMW 5er, Chrysler 300C, Mercedes E-Klasse, Subaru Legacy und Skoda Octavia gehen mit allen vieren auf die Piste.

Kombi mit Allrad bringt Vor- und Nachteile

Federleicht kreiseln die Körper übers Parkett, sie schweben über der spiegelglatten Oberfläche, scheinbar schwerelos und doch mit sicherem Stand. Aber halt, wir suchen hier nicht die Weltmeister im Formationstanz (die kommen übrigens gerade aus Litauen), wir haben unsere eigene Formation gebildet: sechs gestandene Kombis, alle mit Allrad. Auch die müssen auf blitzblankem Untergrund Tempo aufnehmen, exakte Pirouetten drehen, sauber in der Spur bleiben und unter schwierigen Bedingungen Haltung bewahren. Geprüft und benotet werden sie dabei von den strengen AUTO BILD-Wertungsrichtern.

Kombi und Allrad – das klingt logisch. Ideal nicht nur für den winterlichen Familien-Urlaub, sondern bestens passend für Wochenende, Wind und Wetter. Aber die 4x4-Technik hat ja auch Nachteile. Sie bringt einige Extrapfunde auf die Waage, der Verbrauch steigt, und die Hersteller berechnen teils saftige Aufpreise.

Den Audi A6 Avant 3.0 TDI gibt es grundsätzlich nur als quattro – mit Partikelfilter und Tiptronic für 47.090 Euro. BMW berechnet beim 530xd Touring 2500 Euro für das xDrive-Allradsystem. Zu stören scheint das niemanden – der Kombi kommt auf einen Allrad-Anteil von bemerkenswerten 24 Prozent. Der 530xd steht inklusive Sechsgang-Automatik mit 50.050 Euro in der Liste. Mercedes-Benz möchte für das 4Matic-System beim E 320 CDI T-Modell 2320 Euro haben. Für 51.736 Euro ist statt einer Siebengang-Automatik beim Hecktriebler hier eine Fünfgang-Automatik an Bord. Allrad-Anteil bei der E-Klasse: weniger als fünf Prozent.

Praxis-Tests in Hochgebirge und Flachland

In einer ganz anderen Klasse treten Skoda Octavia und Subaru Legacy an. Skoda hat ein spezielles Ausstattungspaket geschnürt, das 800 Euro über der Elegance-Version liegt, der Combi 2.0 FSI 4x4 kostet so 24.440 Euro, der Günstigste hier. Trotzdem liegt der Allrad-Anteil beim Octavia gerade mal bei 4,5 Prozent.

Der Subaru Legacy Kombi 2.0 R, grundsätzlich mit Allrad, kostet mit Fünfgang-Getriebe 26.100 Euro. Er ist der einzige, für den kein ESP lieferbar ist – das gibt es nur für die Automatik-Version ab Active-Ausstattung. Und das macht dann gleich 28.700 Euro. Der Chrysler 300C Touring komplettiert unsere Trainingsgruppe. Der Allradantrieb kostet beim 5,7-Liter-V8 Mercedes-typische 2300 Euro Aufpreis. Damit bringt es der Touring AWD auf 51.100 Euro.

Um ein realistisches Bild zu bekommen, haben wir die Kombis nicht nur im Hochgebirge, sondern auch im Flachland getestet. Der Winter hält ja nicht nur Ansichtskarten-Berge, Serpentinen und Tiefschnee für uns bereit. Viel häufiger müssen wir uns mit feuchter Straße, überfrorener Nässe und anderen unangenehmen Situationen auseinandersetzen. Deshalb mußten die Autos auch auf den Handling-Kurs mit bewässertem Untergrund und auf die große, ebenfalls bewässerte Kreisbahn.

Alle Kombis mit souveränen Eigenschaften

Auf dem WABCO-Testgelände (WABCO stellt Komfort- und Sicherheitssysteme für Lkw und Busse her) haben wir eine Situation mit unterschiedlichen Reibwerten auf der Fahrbahn (µ-Split) simuliert. Die entsteht im Winter dann, wenn beim Anfahren eine Seite des Autos auf Eis oder Schnee steht, während die Räder auf der anderen Seite griffigen Grund finden. Dann mußten unsere sechs Allradler noch auf einer bewässerten Edelstahlplatte zeigen, ob sie auf Eis anfahren können – die Platte hat den gleichen minimalen Reibwert einer vereisten Fahrbahn. Unter solchen Bedingungen spielen die Reifen eine besonders große Rolle. Wir haben die Autos grundsätzlich mit den Winterreifen getestet, die von den Herstellern empfohlen werden.

Insgesamt überraschten uns die Ergebnisse dieses Tests: Was die sechs Allrad-Kombis unter teils extremen Bedingungen leisten, dürfte nicht nur Flachland-Tiroler in Erstaunen versetzen. Schon die schweren Prüfungen in der norddeutschen Tiefebene absolvierten alle sechs ziemlich souverän, wenn auch unterschiedlich.

Auf der abgesperrten Paßstraße zum Stallersattel im Defereggental in Osttirol liefen sie dann aber teilweise zu großer Form auf und stürmten nahezu unbeeindruckt durch tiefen Schnee, ausgefahrene Spurrinnen und üble Verwehungen. Wie die Kombis die einzelnen Übungen im Detail absolvierten, können Sie im Original-Artikel nachlesen, den Sie hier im Pdf-Format kostenlos herunterladen können.

Audi überzeugt mit dem quattro-Konzept

Insgesamt liegt der Audi an der Spitze – dank des famosen quattro-Systems. Der schwergewichtigere A6 kommt zwar nicht ganz an die spielerische Leichtigkeit seines kleinen Bruders A4 heran, schlägt sich aber in den meisten Situationen bravourös. Mit agilem Handling auf Nässe und festem Schnee und einem starken Antritt auf der Eisplatte.

Gleichauf mit dem Audi liegt der Mercedes. Hier gefallen uns vor allem die gekonnte Abstimmung des gesamten Systems und die schnelle Elektronik. Der E 320 4Matic ist unter allen Bedingungen ein unglaublich souveränes, entspanntes Auto.

Gerade diese Gelassenheit fehlt dem BMW. Der temperamentvolle 5er schafft zwar durchaus Bestzeiten – etwa beim Naß-Handling und beim Sprint im Tiefschnee –, fährt sich aber hektischer, unruhiger und in jedem Fall mit größerem (Lenk-)Aufwand.

Octavia und E-Klasse sind am schnellsten

In der kleinen Übungsgruppe setzt sich der Skoda überlegen durch. Der Octavia hat mit der elektronisch gesteuerten Haldex-Kupplung das schlauere System. Er ist zum Beispiel auf der Kreisbahn mit dem Mercedes der Schnellste und tritt kräftig auf Eis an. Auf den längeren Etappen spielt natürlich die Motorleistung eine größere Rolle, da kann er mit den Größeren nicht mithalten.

Bei Subaru scheint die Zeit dagegen stehengeblieben. Der Legacy fährt sich wie ein um Jahre älteres Auto – das kann in manchen Situationen durchaus noch Spaß machen. Gerade im direkten Vergleich sieht er bei vielen Gelegenheiten aber regelrecht alt aus. Der fette Chrysler ist ein nicht ganz berechenbarer Typ. Mal stürmt er mit seiner Bärenkraft an die Spitze des Feldes (µ-Split), mal scharrt er (beim simulierten Eis) nur hilflos mit den Rädern. Elektronik sorgfältiger abstimmen, empfehlen wir. Unser Tip zum Schluß: Wenn Geld keine Rolle spielt, ist der Audi die beste Winter-Wahl. Normalverdiener sollten zum Skoda greifen. Der kann vieles fast genausogut.

Den kompletten Vergleichstest mit allen Daten, Fakten und Ergebnissen erhalten Sie für 1,00 Euro über unser Heftarchiv. Klicken Sie einfach auf diesen Link, schon sind Sie im Download-Bereich.

Hier ist Ihre Meinung gefragt

Ob ein Auto letztlich ankommt, wissen nur die Verbraucher selbst – also Sie. Deshalb ist uns Ihre Meinung wichtig. Vergeben Sie eigene Noten für Chrysler 300C Touring, Audi A6 Avant, BMW 530xd, Mercedes-Benz E 320 CDI T, Subaru Legacy Kombi und Skoda Octavia Combi. Den Zwischenstand sehen Sie nach Abgabe Ihrer Bewertung.

Autoren: Dierk Möller-Sonntag, Dirk Branke

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