Akio Toyoda ist eine lebende Legende: Der 70-jährige Enkel des Firmengründers war bis März 2023 Chef des nach Absatzzahlen größten Autoherstellers Toyota. Trotz seines Alters setzt sich der Gewinner des Goldenen Ehrenlenkrads 2025 von AUTO BILD auch immer noch ans Steuer schneller Autos. Klarer Fall: Der Mann hat Benzin im Blut. Daher blickt er auch mit gemischten Gefühlen in die Auto-Zukunft, wie er in einem Interview mit dem Autoportal Carwow erklärt.
Im Gespräch geht es um kommende Projekte der Toyota-Sportabteilung Gazoo Racing (GR) und Toyodas Haltung zu Elektroautos. Der ehemalige Toyota-Boss ist durch und durch Petrolhead. Nach seiner größten Sorge gefragt, antwortet Toyoda: "Alle steigen auf Elektroautos um." Als Verbrennerfan befürchtet er das Ende einer Ära, vermisst die Emotionen bei der E-Mobilität.

Klimaneutral – aber nicht aufregend

"Vor drei oder vier Jahren war ich der Einzige, der gegenüber den Medien sagte: Ich liebe Gerüche, ich liebe Geräusche und ich liebe Motoren, und ich möchte die Arbeitsplätze der Motorenhersteller erhalten." Der Manager räumt ein, dass klimaneutrale Autos gebaut werden müssen, ebenso wie Fahrzeuge, die Gewinn abwerfen – doch das begeistere ihn nicht. "Das Auto ist mein Spielzeug. Ich möchte das Auto bauen, das ich in meiner Garage aufbewahren möchte. Wenn ich nur klimaneutrale Autos bauen darf, ist das nicht aufregend", klagt er im Interview.

Wasserstoff neben Elektro

Trotz immer strengerer Emissionsvorschriften hat sich Toyota mit der Elektrifizierung Zeit gelassen. Nach und nach werden zwar auch reine E-Modelle vorgestellt, sein Geld verdient der Konzern aber hauptsächlich mit Hybrid-Modellen, bei denen Toyota seit Jahren den Weltmarkt dominiert.
Mit neuen Technologien soll der Verbrenner am Leben gehalten werden, daher forscht das Unternehmen an einem wasserstoffbetriebenen Verbrennungsmotor. Außerdem baut Toyota weiterhin benzinbetriebene Sportwagen.
Akio Toyoda
Nah am Asphalt und am Rennsport: Hier feiert der ehemalige Firmenchef inmitten des Teams den Rennsieg bei der Japan Rallye 2026.
Bild: McKlein
2025 präsentierte der Konzern die Studie GR GT – einen V8-betriebenen Sportwagen, der 2027 auf den Markt kommen soll. Dazu entwickeln die Ingenieure einen neuen Zweiliter-Turbo-Vierzylinder für künftige Sportmodelle. Dieser könnte auch in einer Neuauflage des Toyota Celica zum Einsatz kommen.
Bei Toyota ist der Verbrennungsmotor noch nicht auf dem Abstellgleis gelandet. Auch Akio Toyoda hält dem Antrieb die Treue, wie er im Interview verrät. "Aber mir scheint, ich bin der Einzige. Ich fühle mich sehr einsam."