Für den Duden ist die Sache einfach: Vertrauen ist dort als "festes Überzeugtsein von der Verlässlichkeit und Zuverlässigkeit einer Sache" definiert. Hm, nutzt Dir aber gar nichts, wenn Du mit gut 200 Sachen auf eine Kurve zurast – und auf dem Fahrersitz niemand sitzt. Kollege Computer hat heute das Steuer des Audi RS 7 übernommen und chauffiert mich im Renntempo über die Motorsport Arena in Oschersleben.
Audi RS7 Concept piloted driving !!!Sperrfrist!!!
Der RS 7 weiß genau, was er tut, bremst auf der letzten Rille, bewegt sich am physikalischen Limit.
Bild: Werk
Gar keine schlechte Idee von Audi, das Thema autonomes Fahren von der spaßigen Seite anzugehen. Natürlich geht es bei der Serien-Entwicklung selbstständig fahrender Autos vor allem um Sicherheit, Umweltschutz und die bessere Ausnutzung unserer Infrastruktur. Nur sind diese Themen eben nicht wirklich sexy – im Gegensatz zu einem Auto, das selbstständig ähnlich schnell unterwegs ist wie ein Rennfahrer. Die Technik, sagen sie bei Audi, ist im Prinzip schon vorhanden. Klar, GPS-Sensoren wissen genau wo ein Auto ist. Abstandsradar, Spurhalteassistent und elektrische Lenkung können schon heute Autos im Stau selbstständig fahren lassen. Nur eben nicht so schnell wie der RS 7. In Oschersleben schafft der Audi eine Rundenzeit von knapp unter zwei Minuten – das ist wirklich auf dem Niveau eines routinierten Rennfahrers. Und auch das Vertrauen in die Technik wächst nach zwei Kurven. Der Audi weiß genau, was er tut, bremst auf der letzten Rille, bewegt sich am physikalischen Limit.

Noch ist das autonome Fahren im Straßenverkehr verboten

Audi RS7 Concept piloted driving !!!Sperrfrist!!!
Der autonome Audi schafft in Oschersleben eine Rundenzeit von knapp unter zwei Minuten.
Bild: Werk
Noch ist das ganze eine Fiktion, auch wenn der RS 7 wirkt, als könne er morgen bereits über unsere Straßen rollen. Ähnlich wie bei einem Flugzeug müssen die Autohersteller die Technik noch redundant machen, also dafür sorgen, dass es bei einem Systemausfall ein Backup gibt. Zudem fehlt es noch an hochdigitalisierten Karten für die Orientierung der Fahrzeuge – und vor allem an einer gesetzlichen Regelung. Noch ist es im öffentlichen Straßenverkehr verboten, dass ein Auto die volle Kontrolle über die Fahrt übernimmt. Sind diese Hürden erst einmal genommen – Experten rechnen damit, dass das am Ende diesen Jahrzehnts soweit ist – werden wir uns schneller, als wir es uns jetzt vorstellen können, an autonome Autos gewöhnen. Nach meiner Testfahrt habe ich jedenfalls eines in diese neue Technik gewonnen: Vertrauen.

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Fazit

von

Stefan Voswinkel
Nein, ich möchte mich nicht immer von Kollege Computer chauffieren lassen. Aber in manchen Situationen – etwa im Stau auf dem Weg zur Arbeit – kann das durchaus reizvoll sein. Klar ist, der rasende RS7 eine Spielerei, Audi zeigt aber eindrucksvoll, wie weit die Technik heute schon ist.