Avant, Touring, T-Modell: Darum heißen sie nicht Kombi
Das steckt hinter dem "T" beim T-Modell

Einer war gar kein echter Kombi, ein anderer sollte ganz anders heißen: Hinter bekannten Kombi-Namen stecken überraschende Geschichten.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
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Deutsche lieben Kombis. Die Hersteller dagegen offenbar nicht. Denn nur wenige Marken nennen ihre praktischsten Modelle tatsächlich so. Stattdessen fahren sie als Avant, Touring, T-Modell, Turnier oder Sport Turismo durch die Gegend.
Dabei hat der gute alte Kombi sogar einen ziemlich offiziellen Ursprung. Der Name gilt als Kurzform von Kombinationskraftwagen, also einem Auto, das Personen und Gepäck gleichermaßen transportieren sollte. Später wurde den Herstellern das offenbar zu nüchtern. Also verpassten sie ihren Lademeistern klangvollere Namen. Manche davon haben bis heute überlebt.
Bei Mercedes heißt der Kombi inzwischen ganz selbstverständlich T-Modell. Aber nur wenige wissen, wofür das T steht: für Touristik und Transport. 1977 erschien der erste Kombi von Mercedes (W 123) unter dem Namen T-Modell. Bis heute heißt diese Karosserieform bei Mercedes so. Außer, sie ist von einem Coupé abgeleitet. Dann heißen die Autos Shooting Brake. Dieser Begriff wiederum stammt noch aus der Kutschenzeit.

Der Audi 100 Avant gilt heute nicht als "echter" Kombi, sondern als Schrägheckmodell mit großer Kofferraumklappe.
Bild: Sven Krieger
Der Name Avant leitet sich vom italienischen Wort "avanti" ab, das auch "vorwärts" bedeuten kann. Er sollte den Kombis ein moderneres, fortschrittlicheres Image geben.
Bei BMW heißen Kombis Touring. Fast wäre es aber anders gekommen. Schon in den 60ern wollte die BMW-Designabteilung eine Kombi-Limousine entwerfen. Die sollte "City" heißen. Als 1971 das Ergebnis präsentiert wurde, kam das Auto jedoch als BMW 2000 tii Touring auf den Markt. Der Name hat bis heute Bestand. Er wird allerdings auch von anderen Marken verwendet, wie etwa BYD und Toyota.
Variationen des Wortes "Tour" sind bei den Herstellern derzeit besonders beliebt. Gern wird dazu noch die Dynamik mit dem Begriff "Sport" eingebracht:
- Grandtour: Renault
- Sportstourer/Sports Tourer: Opel, Seat
- Sport Turismo: Porsche
- Sportswagon (SW): Kia
- Tourer: VW ID.7
Opel hatte lange seine eigene Bezeichnung: Caravan – eine Kombination aus "Car" und "Van". Das sollte aussagen, dass die besten Eigenschaften beider Klassen in einem Auto zusammengefasst werden.

War Variant gestern? Den elektrischen ID.7 hat VW Tourer genannt.
Bild: Volkswagen AG
Und auch bei VW heißen längst nicht mehr alle Kombis Variant. Der elektrische ID.7 wurde mit mehr Kofferraum als Tourer vorgestellt.
Ford hat aktuell keinen Kombi im Programm, nutzte bisher jedoch weiter die konzerneigene Bezeichnung Turnier. Der Name dürfte sich vom sportlichen Wettkampf ableiten und sollte den praktischen Karosserietyp dynamischer wirken lassen.
Kia und Peugeot hingegen nutzen beide das Kürzel SW – allerdings mit unterschiedlicher Bedeutung. Bei Kia steht das für Sportwagon. Peugeot nutzt SW für Station Wagon – also schlicht die englische Übersetzung von Kombi. Nach all den klingenden Fantasienamen landet man damit wieder genau dort, wo alles begonnen hat.
Fazit
Ob Avant, Touring, T-Modell oder Turnier: Am Ende steckt fast immer dieselbe Karosserie dahinter. Die Hersteller wollten ihren Kombis mit eigenen Namen ein attraktiveres Image verpassen. Wirklich verdrängt haben sie den Begriff aber nie. Denn die meisten Autofahrer wissen bis heute sofort, was gemeint ist, wenn jemand einfach "Kombi" sagt.
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