Am Selbstbewusstsein mangelt es Wayne Griffiths wenig. Denn seit er Cupra vom vergleichsweise belanglosen Sportabzeichen der spanischen VW-Tochter Seat zu einer eigenen Marke gemacht und damit die größten Wachstumsraten im VW-Konzern hingelegt hat, macht er das Kreuz gerne breit. Und seine Autos erst recht.
Wenn jetzt – stolze fünf Jahre nach der IAA-Studie aus Frankfurt – zu Preisen ab zunächst mal 56.210 Euro endlich der Tavascan in den Handel kommt, wird er zum Blickfang an der Ladesäule und stempelt andere SUV-Coupés aus der MEB-Familie zu lustlosen Langweilern. Nach dem VW ID.5 jedenfalls dreht sich dann keiner mehr um, genauso wenig wie nach einem Skoda Enyaq mit Schrägheck und erst recht nicht nach einem Audi Q4 Sportback. (Die aktuell besten E-Autos auf dem deutschen Markt.)
Gut, dass Cupra ein bisschen Leidenschaft an die Ladesäule bringt.
Bild: Cupra
Dafür haben die Spanier dem 4,64 Meter langen Viertürer nicht nur eine scharfe Silhouette gezeichnet und das Blech mit starken Muskeln modelliert. Sondern es gibt vor allem reichlich Lametta aus Licht: Das Cupra-Tattoo auf der Haube ist deshalb zum ersten Mal beleuchtet, und hinten flammt quer über die große Kofferraumklappe eine rote LED-Lanze, die zur Begrüßung wild flackert und die dem Hintermann noch einmal das Cupra-Logo glutrot auf die Netzhaut brennt.

Der Tavascan bietet bis zu 1500 Liter Kofferraumvolumen

Selten hat jemand die Hausmannskost aus der Wolfsburger MEB-Küche so appetitlich angerichtet. Und dabei die praktischen Tugenden nicht vergessen. Denn bei 2,77 Metern Radstand sitzt man nicht nur vorn in den stark konturierten Sesseln bequem, sondern hat auch auf der Rückbank noch genügend Platz. Und mit 540 bis gut 1500 Litern Kofferraum taugt der Tavascan auch für die Ferienfahrt.
Das Top-Modell wird erst bei 180 km/h eingebremst.
Bild: Cupra
Auch bei der Technik haben sie in Spanien die richtige Würze gefunden. Denn irgendwie fühlt sich der Tavascan tatsächlich ein bisschen schärfer an als seine Brüder aus dem Norden. Stramme Sportsitze, straffe Federn, direkte Lenkung, tiefer Schwerpunkt und dazu das Top-Modell VZ mit zwei E-Maschinen von zusammen 340 PS und 545 Nm, die in 5,5 Sekunden auf Tempo 100 kommen und erst bei 180 km/h eingebremst werden.
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Da ruft der Cupra "Caramba" und der Fahrer "Olé". Und wer es etwas milder mag, der nimmt halt den Einsteiger "Endurance", dem ein Motor reicht. Dann stehen 286 PS, ebenfalls 545 Nm und 6,8 Sekunden im Datenblatt, und das Spitzentempo bleibt gleich.
Im Innenraum lässt die Begeisterung ein bisschen nach.
Bild: Cupra
Nur beim Laden brennt der feurige Spanier auf Sparflamme. Zwar gibt es erst mal nur den großen Akku mit netto 77 kWh, der im besten Fall für 542 Kilometer Reichweite (WLTP) reicht. Aber an der Wallbox ist mit 11 kW Schluss, und wo VW mittlerweile mit 175 kW am Gleichstrom lädt, muss sich Cupra noch mit 135 kW bescheiden. Macht nichts, argumentieren die Ingenieure und verweisen auf ihre Ladekurve: Der Cupra halte länger eine höhere Leistung, sei am Ende deshalb genauso schnell und brauche keine 30 Minuten für die ersten 80 Prozent.

Cupra Tavascan: Im Innenraum lässt die Begeisterung nach

Aber es ist nicht alles Gold – oder bei Cupra besser: Kupfer – was glänzt. Und vor allem im Innenraum lässt die Begeisterung ein bisschen nach. Denn so spannend, frisch und fesch das geschwungene Cockpit auch aussieht, aus dem wie ein Skelett die Mittelkonsole herauswächst, und so geschickt die Spanier auch hier das Wolfsburger Einerlei ein wenig emotionaler präsentieren, so billig fühlen sich die Materialien an: Recycling-PET hin und Stoffe aus geschredderten Fischernetzen her, wenn sich Carbon-Imitat anfühlt wie Fischhaut aus Kunststoff, dann sind die Kostenkiller übers Ziel hinausgeschossen.
Für den Cupra Tavascan werden mindestens 56.210 Euro fällig.
Bild: Cupra
Dass es für vier Fenster nur zwei Schalter gibt und dass sie bei Cupra noch die alten Lenkräder mit den leidigen Sensorfeldern auftragen müssen, während VW schon wieder welche mit Tasten einbaut? Geschenkt! Aber der Hornhauthobel gehört ins Bad und nicht aufs Armaturenbrett.
Zumal der Cupra nun wahrlich kein billiges Auto ist. Ja, es kommt irgendwann noch ein kleiner Akku, mit dem es die Spanier dann vielleicht irgendwie auf eine vier an erster Stelle schaffen. Aber fürs Erste sind die 56.210 Euro eine happige Ansage, wenn es den ID.5 schon ab 48.970 Euro, das Enyaq Coupé ab 51.150 Euro gibt und selbst der Q4 Sportback ab 54.950 Euro zu haben ist.
Aber wer zuletzt so erfolgreich war, der darf sich auch ein bisschen Selbstbewusstsein leisten. Zumal die Aussichten für Cupra weiter rosig sind. Denn während sie mit dem Tavascan den Aufstieg proben, läuft sich am anderen Ende der Modellpalette schon der Cupra Raval warm, der als lebenslustiger Ableger des kommenden VW ID.2 gar vollends zum Verführer werden dürfte.
Mit dem Tavascan beweist Cupra einmal mehr, dass sie in Spanien die schöneren oder zumindest auffälligeren Autos zeichnen – selbst wenn man sich an dem ganzen LED-Lametta vielleicht schneller sattsieht. Und dass ihre Leidenschaft nicht nur den Linien im Blech, sondern auch der Linienführung auf der Straße gilt. Aber der Tavascan zeigt auch, dass Cupra den Bogen im Rausch des Erfolgs nicht überspannen darf und ein bisschen mehr aufs Detail schauen muss. Erst recht bei so selbstbewussten Preisen.