Denza Z: Supercar in drei Varianten mit 1605 PS
Denza schickt Supersportler Z ins europäische Rennen
Porsche, Ferrari, Lotus? Deren Sportwagen setzt Denza den E-Sportler Z entgegen. Er kommt als rasantes Coupé, Spider und auch als Racer mit 1605 PS und Technik zum Flash-Laden. AUTO BILD ist das Auto erstmals gefahren – auf der Rennstrecke von Goodwood!
Bild: Denza Z
Inhaltsverzeichnis
- Motoren, Leistung, Ladegeschwindigkeit
- "Fließende Seide" als Designvorbild
- Erster Fahreindruck im Denza Z auf dem Goodwood Circuit
- Gleichstromladen mit bis zu 1500 kW
- Coupé, Spider und Racing-Variante – dazu eine Special Edition
- Rennstrecken-Technik für den Alltag
- Der Denza Z kommt nach Europa – was kostet er?
- Fazit
Mit dem Denza Z will die Premium-Tochter von BYD den umkämpften europäischen Sportwagenmarkt aufmischen – und bringt dazu einen batterieelektrischen Supersportler. Zwei Leistungsdaten des Autos lassen besonders aufhorchen: Das in drei Varianten vorgestellte Modell hat Motoren mit einer Gesamtleistung von 1605 PS und ist bis zu 350 km/h schnell.
Damit überragt der Wagen das jüngste E-Modell im Supersportwagen-Segment, den (heftig diskutierten) E-Ferrari Luce mit gut 1000 PS – und fährt in einer Riege wie der Lotus Evija mit (über 2000 PS). In einem ersten Fahrtest konnte AUTO BILD den Wagen auf der Rennstrecke des Goodwood Festival of Speed 2026 fahren.
Alle drei Serienversionen werden von drei Elektromotoren angetrieben: Einer sitzt an der Vorderachse, zwei weitere treiben je ein Hinterrad an. Die Systemleistung von 1605 PS erzeugt bei allen Modellen ein maximales Drehmoment von 1260 Nm. Das Coupé sprintet laut Hersteller in 2,25 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht 300 km/h Top Speed – wie auch der Spider. Dessen Spurtzeit liegt bei 2,3 Sekunden. Anders der Z als Racing-Version: Er springt mit optionalen Semi-Slicks in nur 1,96 Sekunden von null auf hundert und ist bis zu 350 km/h schnell. Für die angekündigte Special Edition mit mehr als 2000 PS stellt Denza weniger als 1,7 Sekunden für den Standardsprint in Aussicht.

Der Denza Z Racing trägt am Heck einen gigantischen Flügel, der bis zu 1060 Kilo Abtrieb erzeugt. Serie ist ein Carbon-Frontsplitter sowie weitere Luftkanäle, die die Bremsen noch besser belüften.
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Verantwortlich für das Design ist Wolfgang Egger, ehemaliger Audi‑ und Lamborghini‑Chefdesigner, der heute das Styling der BYD‑Marken Denza, Fang Cheng Bao und Yangwang prägt. Das gestalterische Leitmotiv nennt Denza "fließende Seide" – sichtbar in den weichen, eleganten Linien trotz klarer Sportwagen‑DNA.

Die diamantförmigen Rückleuchten geben dem Sportwagen – hier als Spider – eine elegante Note.
Bild: Denza
Gegenüber AUTO BILD betont Egger die Bedeutung der Farbgebung: "Die Farbe ist fundamental. Wie kommen wieder in eine Zeit, davon bin ich überzeugt, in der Farbe mehr Bedeutung hat, als in den letzten 10, 20 Jahren." Entsprechend gibt es den Z in fünf definierten, speziell kreierten Farben, darunter "Monte Carlo Orange" mit goldchromierten Aluminiumpartikeln.
In ein Supercar, noch dazu mit 1600 plus PS steigt man mit einer Mischung aus Abenteuerlust, Neugier und einer großen Portion Ehrfurcht. Letztere schürt der Racing-Instructor auf dem Beifahrersitz. Der namenlose Rennexperte, nennen wir ihn Ian, erhöht den Druck spürbar: "Wir haben nur sechs Autos davon in Europa. Und wir wollen doch, dass es sechs bleiben."

Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Daher wird das Fahrtempo begrenzt, und die Fahrt erlaubt auch nur drei Runden über den 3,8 km langen Rundkurs von Goodwood. Aber auch die fordern den im Alltag eher ans Sparfahren gewöhnten E-Autofahrer, der hier seine Rennleidenschaft entdecken darf.
Die erste Runde ist zum Warmwerden, du sitzt in den knallengen, edlen Schalensitzen und genießt die superdirekte Lenkung, die das hart gefederte Auto ultimativ exakt dirigieren lässt. Vor lauter Konzentration aufs Fahren rückt das Umfeld in den Hintergrund, denn schon geht es in die zweite Runde.
In der Runde ist Tempo gefragt – mit dem die Erkenntnis kommt, wie wichtig die massiven Bremsen sind. "Könntest Du härter für mich bremsen", säuselt Ian englisch-höflich, legt aber nach: "NOCH härter, bitte!" Das ist gut machbar, denn die Herstellerwerte versprechen 100 auf 0 in 32 Metern. Wie schnell ich bin? Ich linse auf der langen Geraden auf den Tacho, der 110 Meilen anzeigt – gerade mal 190 km/h, die sich aber anfühlen wie 300.
Sound- und Getriebeeffekt
Der sportliche Eindruck wird verstärkt durch die spür- und hörbare Getriebesimulation im Denza Z. Denn beim Beschleunigen dröhnt vernehmbarer Verbrenner-Sound durchs Auto, zudem gibt es leichte Rucke, als würde ein Getriebe hochschalten. Das steigert die Emotionalität spürbar und passt hervorragend zum Einsatz auf der Rennstrecke.
Auf der dritten Runde ist maximal Tempo 100 km/h angesagt – das Auto muss abkühlen. Bei diesem Tempo ist Bremsen nahezu überflüssig. Ich genieße jede Sekunde, bin aber beim Aussteigen ein wenig froh, dass das Auto noch ganz ist. Dann muss der Wagen zusammen mit den anderen Modellen von der Strecke – vermutlich zum Laden.
Beim Laden setzt Denza auf das neue Flash-Charging mit 1500 kW, das schrittweise auch nach Europa kommen soll. Die zweite Generation der Blade-Batterie im Z speichert 76 kWh. Nach Herstellerangaben ermöglicht der vergleichsweise kompakte Akku bis zu 410 Kilometer Reichweite im Coupé, 400 Kilometer im Spider und 380 Kilometer im Racer. Geladen wird er in fünf Minuten von zehn auf 70 Prozent und in neun Minuten auf 97 Prozent – vorausgesetzt, die passende Infrastruktur steht zur Verfügung. Ein entsprechendes BYD-Flashladenetz existiert in Europa bislang nicht, die ersten Ladepunkte befinden sich jedoch bereits in Planung. Wechselstrom lädt der Denza Z mit bis zu 11 kW.

Bild: BYD
Vom Denza Z bringt der Hersteller drei Modellvarianten. Ihre fließende Grundform signalisiert die Performance, sie erinnert in Proportion und Linienführung unübersehbar an italienische Sportwagen wie Maserati MCPura und MCPura Cielo. Während Coupé und Spider sportlich elegant daherkommen, zeigt die rennstreckenorientierte Racing Variante einen gigantischen Heckflügel, der für bis zu 1060 Kilo Abtrieb sorgt. Der Track‑Z setzt auf eine deutlich geschärfte Aerodynamik mit modifizierten Stoßfängern, größerem Frontsplitter, markantem Diffusor und dem schwarzen Heckflügel.

Elegant sind Coupé und Spider, die Racing-Variante ist noch dazu extrem. Alle weisen die gleichen Motordaten auf, sind aber unterschiedlich schnell.
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Technisch setzt Denza auf zahlreiche Eigenentwicklungen: Das DiSus-M-Fahrwerk arbeitet mit speziellen Dämpfern, die sich binnen Millisekunden verändern lassen. Hinzu kommen Doppelquerlenker vorne, Fünflenker-Hinterachse sowie Carbon-Keramik-Bremsen mit Sechs- beziehungsweise Vierkolben-Sätteln. Ein elektronisches Fahrdynamiksystem koordiniert Antrieb, Bremse, Lenkung und Fahrwerk nahezu verzögerungsfrei. Außerdem beherrscht der Z sogenannte "Compass Turns", bei denen sich das Fahrzeug nahezu auf der Stelle um die Vorderachse drehen kann.
Für den Einsatz auf der Rennstrecke erhält der Z spezielle Fahrprogramme. Ein Boost-Modus erhöht kurzfristig das Antriebsmoment, während der Track-Modus umfangreiche Telemetriedaten aufzeichnet. Fahrer können unter anderem Rekuperation, Drehmomentverteilung, Dämpferabstimmung, Traktionskontrolle und weitere Fahrdynamikparameter individuell konfigurieren und abspeichern.

Ex-Formel-1-Weltmeister Jenson Button (r.) schwärmte gegenüber AUTO BILD-Redakteur Matthias Brügge in Goodwood von den Bremsen und der Power des Denza Z.
Bild: Hersteller
Ein so konfiguriertes Racing-Modell jagt Ex-Formel-1-Weltmeister Jenson Button in Goodwood über den Rundkurs und zeigt sich nach der Fahrt gegenüber AUTO BILD begeistert: "Das war schnell!" Er schwärmt von dem Power-Button am Steuer, der Extra-Schub bringt, und von den bissigen Bremsen: "Die Power der Bremsen ist irre. Du trittst das Pedal und stehst einfach!"
Die aktuellen Denza-Modelle
Mit Denza stößt die BYD-Tochter tief ins Premium-Segment vor: Neben dem Z feierten der Powervan D9 und der Shootingbrake Z9GT jüngst ihre Europa-Premiere. Als Nächstes kommt mit dem Bao 5 ein ausgewachsenes Gelände-SUV zu uns, das ebenfalls in Goodwood präsentiert wurde. Das allradgetriebene PHEV sprintet mit 544 PS von null auf hundert in fünf Sekunden – und zeigt große Ähnlichkeit mit dem Land Rover Defender.
Nach der Premiere in Goodwood soll der Denza Z als Coupé, Spider und Racing noch im Sommer 2026 in ausgewählten europäischen Märkten bestellbar sein. Die ersten Auslieferungen sind laut Denza noch vor Jahresende vorgesehen, ein konkretes Datum für Deutschland aber nicht.
Preise nennt der Hersteller bislang nicht, der Grundpreis soll dem Vernehmen nach bei 150.000 Euro liegen. Die besonders leistungsstarke Special Edition wird noch weiterentwickelt und im Herbst auf der Nürburgring-Nordschleife auf Rekordjagd gehen.
Service-Links
