Während man parkt, kann man das E-Auto laden. Die Möglichkeit, Stromladen parallel zum Einkauf anzubieten, haben Discounter, Baumärkte und Schnellrestaurants längst entdeckt - und nutzen sie zur Kundenbindung und als Einnahmequelle. Wobei: An vielen Handelsmarken kann man nicht allzu teuer laden.

Das Ladenetz an Kundenparkplätzen stützt die ehrgeizigen Netzausbaupläne der EU. Laut einer aktuellen Studie zum Ausbau der Ladeinfrastruktur betreibt die Discounterkette Lidl europaweit mehr Ladesäulen, als Irland. 8855 Lidl-Ladepunkte gibt es europaweit laut der offiziellen Datenbank "EU-TEN-TEC". In ganz Irland stehen knapp die Hälfte (4882 Ladepunkte).
Auf ähnlichem Niveau steht Polen: 7103 Ladepunkte gibt es in unserem östlichen Nachbarland, berichtet der ADAC. Spanien ist Lidl immerhin knapp auf den Fersen: 8811 Ladepunkte. Und auch andere Discounter bauen das EU-Ladenetz aus. So betreibt Aldi laut der Studie derzeit 3215 Ladepunkte, vor Kaufland-Märkten (gehören wie Lidl zur Schwarz-Gruppe) stehen 2395, und die Supermarktkette E.Leclerc, französischer Marktführer, betreibt 3164 Ladepunkte.

Aldi & Lidl häufig günstiger als sonstige Betreiber

Die Nutzung ist häufig günstiger als an den Ladesäulen großer Ladenetzbetreiber. Besonders stechen hier die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland sowie Aldi hervor. Hier startet der Preis unterhalb von Haushaltsstrom: Langsames Wechselstromladen kostet bei allen drei Supermarktketten 29 Cent/kWh, das ist günstig. Für Schnellladen bis 50 kW Ladeleistung zahlt man 44 Cent/kWh, HPC-Schnellladen bis 100 kW (Aldi: >150 kW) kostet 47 Cent pro kWh. Im laufenden Juni senkt Lidl die Kosten fürs Schnellladen einheitlich auf 27 Cent/kWh, das Angebot gilt bis zum 30. des Monats.
Meist ist das Schnellladen des E-Autos mit gängigen Ladekarten möglich, entweder zum Ladepreis des Anbieters oder zum Preis des Standorts. Einige Anbieter ermöglichen auch das Ad-hoc-Laden, zahlbar per Girocard (meist ist aber das Laden per Ladekarte oder App günstiger).

Typ-2-Ladekabel im Vergleich

Redaktionstipp
Alternative
Vielseitig
Preistipp
Mennekes
36247
Lapp Mobility
61792
Juice
Booster 2 Deutschland (EL-JB2E2)
GreenCell
EV11
Mennekes
36292
Lapp Mobility
65311
Lapp Mobility
61790
Mennekes
36245
Amazon Logo
Amazon Logo
Amazon Logo
Amazon Logo
Amazon Logo
Amazon Logo
Amazon Logo
Amazon Logo
7,5 Meter
7 Meter
5 Meter, verlängerbar auf bis zu 25 Meter
5 Meter
4 Meter
10 Meter
7 Meter
7,5 Meter
3,5 Kilogramm
3,01 Kilogramm
4,1 Kilogramm
2,4 Kilogramm
2,87 kg
4,79 Kilogramm
1,85 Kilogramm
2,73 Kilogramm
22 Kilowatt
22 Kilowatt
22 Kilowatt
11 Kilowatt
11 Kilowatt
22 Kilowatt
11 Kilowatt
11 Kilowatt
32 Ampere
32 Ampere
32 Ampere
16 Ampere
20 Ampere
32 Ampere
20 Ampere
20 Ampere
3-phasig
3-phasig
3-phasig
3-phasig
3-phasig
3-phasig
3-phasig
3-phasig
  • 3,5 Kilogramm leicht, 7,5 Meter lang
  • Bis zu 22 Kilowatt Ladeleistung
  • 3 Kilogramm leicht, 7 Meter lang
  • Bis zu 22 Kilowatt Ladeleistung
  • Geschützt nach IP55
  • Viele Adapter im Lieferumfang
  • Bis zu 22 kW Ladeleistung
  • 2,4 Kilogramm leicht
  • Für 11-Kilowatt-Laden geeignet
  • Kompakt durch Spiralform
  • Für 11-Kilowatt-Laden geeignet
  • Lädt mit bis zu 22 Kilowatt
  • Mit 10 Metern auch für größere Fahrzeuge lang genug
  • Geschützt nach IP55
  • Für 11-Kilowatt-Laden geeignet
  • Mit knapp 1,9 Kilogramm leicht, 7 Meter lang
  • 2,7 Kilogramm leicht, 7,5 Meter lang
  • Für 11-Kilowatt-Laden geeignet
  • Nur Spritzwasserschutz (IP44)
    • Teuer
    • Nur 5 Meter lang, aber verlängerbar
    • Nur 5 Meter lang
    • Lädt nicht mit 22 Kilowatt
    • Lädt nicht mit 22 Kilowatt
    • Nur nach IP20 geschützt
    • Knapp 4,8 Kilogramm schwer
    • Lädt nicht mit 22 Kilowatt
    • Nur Spritzwasserschutz (IP44)
    • Lädt nicht mit 22 Kilowatt

    Lichtblick wird auch Ladepunktbetreiber

    Seit 2025 baut der Ökostromanbieter Lichtblick ein eigenes "Quickcharge"-Ladenetz auf. Lichtblick kooperiert hierbei mit den Supermarktketten Famila und Markant (Friesland, Emsland). Famila betreibt davon unabhängig an rund 50 weiteren Standorten eigene Ladestationen. Aktuell ist der Lichtblick-Partner Edeka Nord hinzugekommen. Ende 2025 wurden die ersten Schnellladesäulen mit je 400 kW Ladeleistung vor dem Edeka-Markt Nissen in Breklum (Landkreis Nordfriesland) eröffnet. Das ist mit die höchste Ladeleistung, die derzeit verfügbar ist.
    Mit Edeka Nord plant Lichtblick den weiteren Ausbau: Bis Mitte 2026 sollen in Norddeutschland rund 150 Ladepunkte an ca. 33 Edeka-Standorten entstehen. Insgesamt sind in diesem Jahr 200 Lade-Standorte von Quickcharge geplant.
    Alle neuen Ladepunkte sollen bis zu 400 kW Ladeleistung haben und für andere Stromversorger ohne Durchleitungsgebühren zum Roaming offenstehen. Lichtblick setzt sich seit längerer Zeit für dieses Modell ein. Das Unternehmen will so die Kosten für öffentlichen Ladestrom verringern. Individuelle Gebühren würden dabei ersetzt durch ein einheitliches Nutzungsentgelt, um den Ladesäulen- und Netzbetreiber zu entlohnen.

    Aldi Süd bietet günstige Ladetarife für E-Autos an

    Bei einigen Discountern kann das Laden günstiger sein als mit vielen privaten Stromtarifen an der Wallbox. Aldi Süd sticht hier – ebenso wie Lidl (siehe unten) – preislich hervor: Das Wechselstromladen mit 22 kW kostet bei Aldi Süd 29 Cent pro kWh. Beim Schnellladen bietet der Discounter einmal moderat schnelles Laden bis 50 kW an, wofür man 44 Cent pro kWh zahlt. Beim Ultraschnell-Laden oberhalb von 150 kW kostet die Kilowattstunde günstige 47 Cent pro kWh (Stand: Oktober 2025). Bezahlt werden kann per Kreditkarte, Girocard (EC-Karte), Google oder Apple Pay, V Pay und Maestro.
    BMW i3 an Strom-Tankstelle bei Aldi Süd
    Aldi bezieht einen Teil des Stroms für seine Ladesäulen von hauseigenen Solaranlagen auf dem Dach.
    Bild: ALDI SÜD Dienstleistungs- GmbH
    Und der Ausbau geht weiter: Allein 2025 wurden 160 neue Ladepunkte eröffnet. Und in den kommenden Jahren wird das Angebot lokal erweitert: An 40 stark frequentierten Orten gibt es dann sogenannte E-Ladehubs, an denen bis zu sechs E-Autos gleichzeitig laden können.
    Vielerorts ist das Laden auch außerhalb der Supermarkt-Öffnungszeiten möglich. "Wo immer möglich von 6 bis 22 Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen", teilt Aldi Süd auf AUTO BILD-Anfrage mit. Die Märkte mit Lademöglichkeit sind über eine Aldi-eigene Karte zu finden.
    Oktober 2025: ALDI SÜD richtet E-Ladehubs an Märkten mit besonders hoher Nachfrage für bis zu sechs Elektroautos ein
    So sehen die neuen E-Ladehubs aus, die Aldi Süd an Märkten mit hoher Nachfrage zukünftig baut.
    Bild: Aldi Süd

    Wo baut Aldi Nord Ladestationen auf?

    Auch Aldi Nord bietet das Laden am Geschäft an, das Netzwerk scheint langsam zu wachsen. Inzwischen meldet das Portal "Going Electric" 201 E-Zapfpunkte an 83 Standorten im Inland, eine offizielle Bestätigung des Unternehmens stand bis Redaktionsschluss aus. Europaweit sollen es inzwischen 796 Ladepunkte sein.

    Beim Einkaufen oder Essen kann man die Zeit ideal zum Laden des E-Autos nutzen!

    Bauhaus kooperiert bundesweit mit EnBW

    Auf Parkplätzen der Baumarktkette Bauhaus unterhält der Energieversorger EnBW in Kooperation Ladesäulen, wo man Schnelllade-Strom zum EnBW-Tarif bekommt. Mittlerweile sind mehr als 500 Schnellladepunkte an nahezu 100 Standorten in Betrieb. "Mit dem Bereitstellen einer öffentlichen Schnellladeinfrastruktur direkt auf den Parkplätzen orientieren wir uns an den weiter steigenden Bedürfnissen unserer Kunden im Bereich der E-Mobilität", teilte ein Bauhaus-Sprecher auf AUTO BILD-Anfrage mit. Damit zählt sich Bauhaus bundesweit zu den Vorreitern in Sachen E-Ladeinfrastruktur im deutschen Handel. Die Ladepunkte werden nach Aussage des Sprechers "mit steigender Tendenz genutzt". An einzelnen Standorten sei der Zuspruch so hoch, dass neben einem weiteren Netzausbau geplant ist, Bestandsanlagen nachzuverdichten.

    Bei Burger King und McDonald's wird schnell geladen

    Die Schnellrestaurantkette McDonald's will den Kunden an allen McDrive-Filialen das Stromtanken für Elektrofahrzeug ermöglichen. Mehr als 500 sind es schon. Bis Ende 2025 sollten EWE-Go-Schnellladesäulen an mehr als 1000 Standorten bundesweit installiert sein.
    McDonald’s installiert bis 2025 an über 1000 deutschen Standorten Schnellladesäulen - E-Ladesäule
    Burger und Saft: McDonald's will viele seiner Filialen mit einer Lademöglichkeit für E-Autos ausstatten.
    Bild: McDonald’s
    Bei McDonald's kostet der Schnellladestrom 52 Cent/kWh, im Roaming 62 Cent – unabhängig von der Ladeleistung. Auch in der Nähe von Burger King-Restaurants stehen Schnellladepunkte – der Partner ist hier Aral Pulse, an einigen Standorten der zweitgrößten Schnellrestaurantkette stehen Ladesäulen von Ionity.

    Decathlon sieht Ladesäulen an 50 Standorten vor

    Der Sportartikel-Discounter Decathlon baut ein eigenes Ladenetz auf: An zehn Filialen stehen mindestens je zwei Wechselstrom- und zwei Gleichstrom-Ladestationen. Zu den Standorten, an denen Decathlon-Partner Pfalzwerke Ladesäulen aufgestellt hat, gehören Berlin-Schöneweide, Ludwigshafen, Plochingen und Schwetzingen. Hinzu kommen Augsburg, Köln-Marsdorf und Weiterstadt. Langfristig sollen etwa 50 Decathlon-Filialen Ladesäulen erhalten. Das Laden kostet aktuell im Roaming fürs Schnellladen 79 Cent pro Kilowattstunde, am langsameren AC-Ladepunkt 62 Cent pro Kilowattstunde.

    E.ON baut Schnelllader vor Technikmärkten

    Der Energieversorger E.ON stattet gezielt Technik-Märkte und andere Handelshäuser mit Schnellladern aus. Insgesamt 80 Standorte sollen etwa 300 Gleichstrom-Ladepunkte in den Stufen 50, 150 oder 300 kW Ladeleistung erhalten. Zuletzt baute der Energie-Riese HPC-Schnelllader auf Parkplätzen der Technikmärkte MediaMarkt und Saturn (beide Metro-Konzern) auf. Die ersten sind bereits eröffnet, an Technikmärkten in Hamburg, Lahr und Weiden/Oberpfalz. Die Preise orientieren sich am E.ON-Tarif, Langsamladen kostet damit ab 54 Cent, Schnellladen ab 61 Cent pro kWh im Tarif "Light" fürs Ad-hoc-Laden. Wer häufig bei E.ON lädt, kann im Tarif "More" für 6,99 Euro monatliche Grundgebühr ab 49 Cent/kWh normal-, ab 55 Cent schnellladen.
    E.ON plant weitere Kooperationen; insgesamt soll das Netz jährlich um 1000 Ladepunkte wachsen. Kürzlich meldete E.ON, es würden insgesamt 7000 Ladepunkte an Bundesbehörden installiert, wie Ministerien, Forschungseinrichtungen und Bundesanstalten. Je nach Nutzerprofil kommen dabei Schnellladesäulen, AC-Ladepunkte oder einfache Wallboxen zum Einsatz.

    Globus holt EnBW-Supercharger an die Märkte

    Die mittelständische Einzelhandelskette Globus hat sich einen der Platzhirsche zum Partner ausgesucht: EnBW, deutscher Marktführer beim öffentlichen Laden. Um die 61 Supermärkte stattet der Versorger mit Schnellladesäulen aus. Die erste Schnellladestation mit 16 Ladepunkten steht am Standort Limburg (Rheinland-Pfalz).
    Das Tempo des Ausbaus ist bemerkenswert: Mittlerweile sind 50 Standorte ans Netz angeschlossen, sie bieten 266 Ladepunkte. Die Ladeleistung pro CCS-Stecker beträgt bis zu 400 kW. Im Endausbau sollen mehr als 5000 Ladepunkte vor Globus-Märkten stehen. Vereinzelt stehen an einigen Standorten, wie beispielsweise in Hamburg-Lurup, auch Ladesäulen mit 22 kW Ladeleistung. Viele davon werden mit Solarstrom aus angeschlossenen Photovoltaik-Anlagen betrieben.
    Schnellladepunkt für E-Autos
    An Globus-Märkten sollen 5000 Schnellladepunkte entstehen, die der Marktführer EnBW betreiben wird.
    Bild: EnBW
    An einigen der 51 Globus-Warenhäuser wurden auch Supercharger von Tesla installiert. Standardmäßig haben die Stationen mindestens zwölf Ladepunkte. Geladen wird dort zu Tesla-Tarifen. Die Schnelllade-Zapfstellen sind rund um die Uhr erreichbar. Und zudem sind vor einzelnen Globus-Märkten auch ungebrandete 22-kW-Ladesäulen aufgebaut.

    Hagebau hat lokale Lader und partnert mit EnBW

    Die Baumarkt-Kette Hagebau hat quer durch Deutschland Franchisenehmer, von denen viele bereits seit Jahren Ladestationen betreiben. Gemeinsam mit dem Partner EnBW baut Hagebau ein Schnellladenetz vor seinen Märkten auf. Aktuell sind rund 100 Märkte mit CCS- und CHADEMO-Ladern ausgestattet. Jede Station besteht aus zwei Ladesäulen mit je zwei HPC-Ladepunkten, so ein Hagebau-Sprecher.

    Ionity stellt HPC-Säulen vor Pizza-Kette

    Das Hochdruck-Ladenetzwerk Ionity erweitert sein Netzwerk: Zusätzlich zu dem Fernreise-Netzwerk an europäischen Autobahnen geht das Konsortium nun zunehmend auch in die Städte. Eine Variante dieser Expansionspläne ist die Partnerschaft mit der Gastronomie-Kette L'Osteria. Das bedeutet Ionity-Schnelllader mit bis zu 350 kW Ladeleistung an 15 Pizzerien der Kette in Deutschland und Österreich. Den Anfang macht der L'Osteria-Standort an der Autobahn A5 in Rosbach vor der Höhe nördlich von Frankfurt. Dort stehen seit Februar sechs Ionity-Ladepunkte.

    Bei Ikea lädt man mit Mer

    Das Möbelhaus Ikea installiert vor seinen 54 Filialen mit dem Ladenetzbetreiber Mer bis 2028 rund tausend Ladepunkte, so der Plan. Am 25. April wurde der erste Mer-Ladepark vor dem Ikea-Markt Waltersdorf im Süden Berlins eröffnet. Der norwegische Anbieter Mer gehört zum staatlichen Energiekonzern Statkraft. Die Ikea-Ladeparks sollen bis zu 400 kW schnelles Gleichstrom-Laden ermöglichen.

    Die Preise: Einfaches Schnellladen (50 bis 75 kW Ladeleistung) kostet mit Mer-Registrierung 46 Cent pro kWh. Schnelleres HPC-Laden ab 76 kW Ladeleistung kostet 55 Cent pro kWh. Darin enthalten ist ein Rabatt für Inhaber der "Ikea Family"-Karte, die in Verbindung mit der Mer-App funktioniert.
    Als Mer-Kunde allein kostet das Schnellladen (50 bis 75 kW Ladeleistung) 57 Cent/kWh. Für schnelleres HPC-Laden ab 76 kW Ladeleistung werden 69 Cent pro kWh berechnet. Dieser Rabatt ist auf 1000 kWh im Jahr begrenzt (die Zeit zählt ab 1. Januar)
    Bei Ikea kann man auch Ad-hoc-Laden: Schnellladen (50 bis 75 kW Ladeleistung) für 69 Cent/kWh, HPC-Laden ab 76 kW für 79 Cent pro kWh. Die aktuellen Ikea-Standorte mit Mer-Ladepark sind Bielefeld, Freiburg, Chemnitz, Oldenburg, Kaarst, Waltersdorf und Wetzlar. Das Laden ist an den Standorten auch außerhalb der Ikea-Öffnungszeiten möglich.

    So günstig ist der Strom bei Kaufland und Lidl

    Die Schwarz-Gruppe betreibt bisher mehr als 7000 eigene Ladesäulen an Lidl- und Kaufland-Märkten in Deutschland. Europaweit sind es mehr als 11.000. Allerdings haben Lidl und Kaufland unterschiedliche Tarife.
    Beide Ketten unterscheiden zwischen langsamem AC- sowie schnellem DC- und sehr schnellem HPC-Laden. Allerdings hat Lidl Einheitspreise, während Kaufland zwischen Ad-hoc-Laden und dem Laden über die Kaufland-App unterscheidet.
    Lidl berechnet für AC-, also Wechselstromladen pro Kilowattstunde (kWh) 0,29 Euro – genauso viel wie Wettbewerber Aldi. DC-Gleichstromladen ab 50 kW Ladeleistung berechnet im Juni dank eines Angebotes mit pauschal 27 Cent/kWh für alle Arten des Schnellladens. Ansonsten kostet 50-kW-Laden bei Lidl 0,44 Euro pro kWh, ultraschnelles HPC-Laden ab 150 kW Ladeleistung 0,47 Euro pro kWh. Die Ladesäulen sind nur während der Öffnungszeiten nutzbar, nach Ladenschluss wird der Ladevorgang automatisch unterbrochen.
    Bei Kaufland bietet Strom ebenfalls in drei Sorten Leistungsstufen an: Wer über die Kaufland-App den Ladevorgang startet, zahlt die gleichen Preise wie bei Lidl (langsames AC-Laden bis 22 kW für 0,29 Euro / kWh, schnelles DC-Laden ab 50 kW für 0,44 Euro und superschnelles HPC-Laden mit mehr als 150 kW für 0,47 Euro/kWh). Ohne Kaufland-App kostet es 0,48 bzw. 0,55 bzw. 0,78 Euro/kWh.

    Eigene App von Lidl und Kaufland

    Bezahlt wird jeweils über Ladekarte (Roaming), die Lidl-Website oder die Lidl-Plus-App: Man installiert "Lidl Plus" auf dem Smartphone. Dort hinterlegt man seine Bankdaten, scannt den QR-Code auf der Ladesäule und startet bzw. beendet anschließend den Ladevorgang. Über die App können Autofahrer bereits während der Anfahrt herausfinden, welcher Ladepunkt gerade frei ist. Das Laden ist maximal für eine Stunde erlaubt. Danach endet der Ladevorgang automatisch und muss erneut gestartet werden. Allerdings ist das betreffende Fahrzeug nicht für erneutes Laden gesperrt, man kann also einfach stehen bleiben.
    Lidl E-Ladesäule
    Das Laden auf Parkplätzen von Lidl und Kaufland (beide Schwarz-Gruppe) ist nun auf dem gleichen – günstigen – Niveau von Aldi Süd.
    Bild: Lidl
    Lidl/Kaufland plant, jede neu gebaute Kaufland- und Lidl-Filiale mit mindestens einer Ladesäule für Elektroautos auszustatten. Mittelfristig soll auf jedem Parkplatz vor einem Kaufland- und Lidl-Markt in Deutschland eine E-Ladesäule stehen. Lidl, das wie Kaufland zur Schwarz-Gruppe gehört, bietet aktuell 5445 Ladesäulen mit 11.722 Ladepunkten an. Bei Kaufland sind 1326 Standorte mit 3530 Ladepunkten öffentlich gemeldet. Beim Ausbau der Infrastruktur setzt die Schwarz-Gruppe nach eigenen Angaben auf eine neu entwickelte Schnellladesäule, die in 30 Minuten genug Strom für rund 150 Kilometer Reichweite durchleitet.

    Rewe bietet Mini-Märkte an Schnellladern an

    In beide Richtungen funktioniert es beim Supermarkt-Betreiber Rewe: Der installiert Ladestationen an bestehenden Supermärkten. Dort ist es besonders praktisch, während des Wocheneinkaufs das Auto aufzuladen.
    30. Juli 2025: Beim Einkaufen laden, das geht bei vielen Supermärkten – wie hier bei REWE
    Beim Einkaufen laden, das geht bei vielen Supermärkten – wie hier bei Rewe in Brandenburg an der Havel.
    Bild: MatthIas Brügge / AUTO BILD
    An Penny- und Rewe-Märkten sollen bis 2026 rund 6000 Ladepunkte entstehen. Dafür wurden Vereinbarungen mit EnBW, Shell, Aral und Total geschlossen. Bei Penny ist es soweit, kürzlich wurde der 400ste Discounter mit Lademöglichkeit versehen. An bestehenden Märkten und an Neubauten werden bis zu 4000 weitere Ladepunkte errichtet. Geladen wird hier nach den Tarifen der Stromanbieter, also z. B. bei EnBW 59 Cent fürs Laden im Standardtarif S.
    Auch mit dem französischen Schnelllade-Netzwerk Electra kooperiert der Handelskonzern. An ausgewählten Standorten von Penny und Rewe entstehen in den nächsten Monaten leistungsstarke HPC-Ladeparks. Deutschland steht im Focus der Ausbaupläne von Electra, das von derzeit 3500 Schnelladepunkte wachsen will auf 15.000 im Jahr 2030.
    Laden an Supermärkten: Rewe Ready Minimarkt
    In Bispingen (Niedersachsen) steht der Minimarkt Rewe Ready direkt am EnBW-Schnellladepark.
    Bild: Matthias Brügge
    Darüber hinaus dreht der Lebensmitteleinzelhändler den Stecker um – und eröffnet Minimärkte an Schnell-Ladestationen. Solch ein Rewe-Minimarkt steht zum Beispiel neben dem EnBW-Hyperpark im niedersächsischen Bispingen an der A7. Die Ladesäulen-Märkte sind große, begehbare Container, in denen ein Terminal mit Touchscreen und Kassenautomat steht. Dahinter arbeitet ein Automat, der von einem Roboter gesteuert wird: Man wählt ein Produkt, der Roboter zieht es aus einem Regalsystem. Man bezahlt per Karte und erhält das Produkt über ein Förderband.
    Mini-Markt in einem Ladesäulenpark an der A7
    Shoppen beim Laden: Rewe testet diesen Mini-Markt in einem Ladesäulenpark an der A7 in Niedersachsen.
    Bild: Lekkerland
    Die "Rewe Ready"-Märkte sind 24 Stunden und sieben Tage die Woche geöffnet. Ihr Sortiment besteht überwiegend aus Produkten für einen schnellen Imbiss während des Ladens. Rewe will langsam wachsen und dabei Erfahrungen sammeln. Standorte werden sorgfältig auf Eignung geprüft, auch hinsichtlich des Verkaufs-Konzepts.
    Bei Chemnitz/Sachsen kommt am Minimarkt erstmals ein KI-basiertes Konzept zum Tragen: "Smarte" Kühlschränke zählen die mitgenommenen Artikel, beim Verlassen des Markts wird abgerechnet.
    Beim Laden am Discounter oder Restaurant kommen zwei Vorteile zusammen: Das E-Auto wird eine Zeitlang stehen, während man beschäftigt ist. Das ist praktisch und erspart extra Ladefahrten, vor allem, wenn man nicht privat laden kann. Wenn das Laden dazu noch günstig ist, umso besser.