Omoda 9 und Jaecoo 7: erste Fahrt mit neuen Plug-ins aus China
Jaecoo oder Omoda: Welche "volle Hütte" darf's sein?

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Omoda und Jaecoo. Nie gehört? Beide chinesischen Marken starten gerade erst in Deutschland, beide kommen zuerst mit einem Plug-in-Hybrid, beide Modelle sind ab Werk reichhaltig ausgestattet. Erste Fahrt in den neuen SUV aus China!
Bild: Raphael Schuderer
Inhaltsverzeichnis
Fahrtermin in Berlin-Friedrichshain: Zwei neue Modelle aus China können zum ersten Mal Probe gefahren werden. Beide Autos haben einiges gemeinsam: Von den neuen Marken Omoda und Jaecoo sind sie die ersten Modelle für Deutschland.
Hinter beiden Marken steckt der Mutterkonzern Chery, immerhin seit 23 Jahren in Folge größter Auto-Exporteur Chinas. Beide Modelle kommen zuerst als Plug-in-Hybride und wollen mit ihrem Preis-Leistungs-Verhältnis glänzen. Erster Check!
Zuerst der kleinere Jaecoo 7. Ein 4,50-Meter-SUV, laut Hersteller angelehnt an britisches Geländewagen-Design und sofort ein Erfolg auf der Insel: Bereits nach einem Jahr auf dem dortigen Markt war der 7 das meistverkaufte Auto in Großbritannien (Januar und März 2026). Laut Hersteller soll der Jaecoo 7 "Urbanität mit Offroad-Charakter" verbinden.
Basisversion ab 36.900 Euro
Käufer müssen sich für eine von zwei Ausstattungsvarianten entscheiden: Die "Select"-Ausführung ist bereits sehr komplett ausgestattet und für 36.900 Euro bzw. für 298 Euro pro Monat im Leasing erhältlich. Richtig luxuriös wird es mit der "Exclusive"-Ausstattung: Dann versüßen noch Panorama-Glasschiebedach, Head-up-Display, Sitzheizung und -kühlung, Sony-Soundsystem und vieles mehr die Fahrt.
Kofferraum wird zum Open-Air-Kino
Ein paar witzige China-Features sind ebenfalls an Bord: ein Karaoke-Player, als Zeitvertreib in Ladepausen. Die Kofferraum-Abdeckung wird dank weißer Beschichtung und Halteösen in der Heckklappe zur Leinwand fürs Open-Air-Kino. Den Strom für den nötigen Beamer (nicht inklusive) liefert das Fahrzeug über einen Steckdosen-Adapter für die Ladebuchse selbst.
Für die "Exclusive"-Variante werden 39.900 Euro fällig. Der Jaecoo 7 soll zum Beispiel dem Hyundai Tucson PHEV Konkurrenz machen, der erst bei 45.690 Euro startet.

Der Jaecoo 7 misst 4,50 Meter in der Länge. Er war in den Monaten Januar und März 2026 das meistverkaufte Auto in Großbritannien.
Bild: Hersteller
Im Cockpit des Jaecoo fällt sofort das große Hochkant-Display ins Auge, über das die meisten Funktionen gesteuert werden. In der Basis misst die Bildschirmdiagonale 13,2 Zoll, beim "Exclusive" fällt es ein wenig größer aus (14,8 Zoll). Menüführung und Übersetzung des Infotainments wirken beim ersten Check verständlich und strukturiert, ein Multifunktionslenkrad ergänzt die Bedienung.

Übersichtliches Cockpit mit Hochkant-Display.
Bild: Hersteller
Insgesamt wirkt das Cockpit aufgeräumt und luftig, Materialien und Verarbeitung können sich sehen lassen. Im Fond finden auch Erwachsene genügend Platz, der Kofferraum (nur 340 Liter) kann durch eine verschiebbare Rückbank vergrößert werden.
AC-Laden nur mit maximal 6 kW
Seine Power zieht der Jaecoo 7 aus einem 1,5-Liter-Vierzylinder und zwei Elektromotoren, kommt auf eine Systemleistung von 205 kW (279 PS) und fährt mit seinem 18,3‑kWh-Akku alltagstaugliche 90 Kilometer rein elektrisch (WLTP). DC-Laden bis 40 kW ist serienmäßig, AC-Laden maximal mit 6,6 kW möglich – etwas dürftig. Ein 60-Liter-Tank sorgt abseits der Ladeinfrastruktur für eine Gesamtreichweite von bis zu 1200 Kilometern.
Verbrauch mit leerem Akku? Laut WLTP 6 Liter Super auf 100 Kilometer. Während der kurzen Probefahrt durch die Berliner Rushhour gefielen der ruhige Antrieb und die kaum spürbaren Wechsel zwischen rein elektrischem und hybridem Fahren.
Kommen wir zum etwas größeren Flaggschiff-SUV Omoda 9: Auf 4,77 Meter Länge bietet er ebenfalls Platz für fünf Personen, der 1,5-Liter-Verbrenner wird aber von stärkeren E-Motoren unterstützt. Die Systemleistung liegt hier bei stattlichen 395 kW (537 PS) – damit gelingt der Sprint auf 100 km/h in 4,9 Sekunden.
Rein elektrisch fährt der Omoda auch etwas weiter als der Jaecoo: Dank des größeren Batteriepakets (34,5 kWh) sind bis zu 145 Kilometer drin. Die Gesamtreichweite gibt der Hersteller mit 1100 Kilometern an, der Verbrauch mit leerem Akku soll bei 6,9 Litern Super liegen. DC-Laden erfolgt mit maximal 65 kW, das AC-Laden ist ebenfalls auf 6,6 kW limitiert. Wie auch die Höchstgeschwindigkeit: Bei beiden Modellen wird bei 180 km/h abgeregelt.

Der Omoda 9 ist das Flaggschiff der neuen China-Marke. Kleinere Modelle sind in anderen europäischen Ländern bereits verfügbar.
Bild: Hersteller
Ausstattungstechnisch kommt das Topmodell von Omoda immer mit allem: darunter LED-Scheinwerfer, Rundumsicht-Kamera, elektrische Massagesitze für Fahrer und Beifahrer, Sitzheizung vorne wie hinten, Panorama-Schiebedach und Premium-Soundsystem. Kosten für die volle Hütte: verhältnismäßig günstige 52.900 Euro. Als Konkurrenten sieht Omoda etwa den Volvo XC90, als PHEV ist der Schwede erst ab 88.990 Euro verfügbar.
Head-up-Display mit Augmented-Reality-Funktionen
Das Cockpit im Omoda wird von einem 24,6-Zoll-Curved-Display (für Kombiinstrument und Infotainment) dominiert. Ein Multifunktionslenkrad und Drehinstrumente sowie Schalter für die Klimatisierung ergänzen das Bedienkonzept. Das Head-up-Display verfügt über Augmented-Reality-Funktionen und projiziert Navi-Infos sowie Warnhinweise direkt ins Verkehrsgeschehen im Blickfeld des Fahrers.

Curved Display im Omoda 9: Für wichtige Funktionen sind physische Bedienelemente vorhanden.
Bild: Hersteller
Wegen seines stärkeren Antriebs fährt der Omoda 9 naturgemäß etwas kraftvoller, dank aktivem Adaptiv-Fahrwerk etwas feiner als der Jaecoo 7. Beim Blinken blendet das Fahrzeug ein Bild des "toten Winkels" ins Borddisplay. Wie beim Jaecoo haben die Entwickler Wert auf ein leises und vibrationsarmes Fahrgefühl des Hybridsystems gelegt – gelungen!
Und das ist kein Zufall: Beide Modelle wurden speziell für den europäischen Markt entwickelt, der Mutterkonzern Chery hat dafür schon früh die Weichen gestellt. Seit 2018 betreibt der chinesische Hersteller ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Raunheim (Hessen).
"Der Start unserer Aktivitäten in Deutschland ist für uns etwas ganz Besonderes. Aus großem Respekt vor diesem Markt haben wir bereits vor fast zehn Jahren mit dem Aufbau unseres Forschungs- und Entwicklungszentrums begonnen", verrät Eric Zheng, Leiter des Deutschlandgeschäfts von Omoda und Jaecoo.
Auf beide Baureihen gewährt der Hersteller eine Garantie über sieben Jahre bzw. 150.000 Kilometer. Das Händlernnetz ist noch recht klein, soll bis Ende 2026 auf rund 100 gemeinsame Showrooms von Omoda und Jaecoo in Deutschland anwachsen.
Wichtig zu wissen: Der Preis beider Modelle lässt sich durch die staatliche Förderung für Plug-in-Hybride (maximal 4500 Euro) noch senken.
Fazit
Ordentlicher Marktstart im SUV-Format: Omoda 9 und Jaecoo 7 bieten reichhaltige Ausstattung zum verhältnismäßig bezahlbaren Preis und leisten sich keine offensichtlichen Schwächen – bis auf die geringe AC-Ladeleistung. Das sind gute Voraussetzungen für einen gelungenen Marktstart der hierzulande noch weitgehend unbekannten Hersteller. Der Erfolg des Jaecoo 7 in Großbritannien zeigt, dass in Europa etwas zu holen ist. Ein flächendeckendes Händlernetz in Deutschland wäre für den Absatz sicher hilfreich.
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