Das Rennen ist gelaufen! Was die Zulassungszahlen in Deutschland angeht, sehen Vollhybride keinen Stich gegen Plug-in-Hybride – kein Wunder dank Kaufprämie und 0,5-prozentiger Dienstwagen-Besteuerung
Und zu Recht, wenn man nur auf die Datenblätter mit den WLTP-Verbräuchen blickt. Denn hier stehen Plug-in-Hybride trotz mehr Leistung und höherem Gewicht durchweg besser da als Autos mit Vollhybrid-Technik. Durchgesetzt hat sich also die umweltfreundlichere Technik, könnte man meinen.

Viele Plug-in-Hybride werden nur selten geladen

Kia Sorento1.6 T-GDI Hybrid
Dickschiff: Trotz seiner fast zwei Tonnen Leergewicht überzeugt der Sorento mit kleinen Verbräuchen.
Aus unseren Tests wissen wir: Die angegebenen Mini-Verbräuche der Plug-in-Hybride, oft mit einer Eins vor dem Komma, sind im Alltag vor allem für Berufspendler kaum zu erreichen. Dazu kommt: In der Praxis laden die Nutzer von Plug-in-Hybriden den Akku viel zu selten auf. Denn Plug-in-Hybride funktionieren auch ganz wunderbar mit leeren Akkus. Sparsam sind sie dann allerdings überhaupt nicht. Klar gibt es Fahrer, die regelmäßig das Kabel einstöpseln und die meisten Strecken elektrisch bestreiten. Doch viel zu viele wissen nicht mal, wo genau sich die Ladeklappe an ihrem Auto mit E-Kennzeichen befindet – irgendwie bedenklich bei staatlich geförderten Teilzeit-Stromern mit oft potenten Verbrennern unter der Haube. (Zu Hause laden: 900 Euro Zuschuss für Wallboxen)

Im Test beweisen die Vollhybriden ihr Sparpotenzial

Renault Clio
Unschlagbar: Auf der von uns gefahrenen, typischen Pendlerstrecke verbrauchte der Clio am wenigsten.
Was Vollhybride partout besser machen, ist schnell erklärt. Die Technik eliminiert quasi die fehleranfällige Komponente aus der Formel: den Menschen. Hier funktioniert die Spar-Technik nicht nur, wenn der Fahrer mitmacht. Das clevere Zusammenspiel aus Verbrenner, Akku und E-Motor kommt ohne Ladekabel aus und arbeitet permanent. Die elektrische Reichweite fällt mit wenigen Kilometern vergleichsweise bescheiden aus. Bescheiden soll dabei auch der Sprit-Durst bleiben. Stimmt das? Wir haben uns mit Subaru Forester 2.0 e-Boxer, Hyundai Kona Hybrid, Kia Sorento 1.6 T-GDI Hybrid, Renault Clio E-Tech 140 Hybrid und Toyota Camry 2.5 Hybrid fünf Vollhybride geschnappt und die Antriebe vor allem hinsichtlich ihrer Effizienz abgeklopft. Zusätzlich zu unserer gewohnten Verbrauchsstrecke, auf der wir den Verbrauch all unserer Testwagen ermitteln, wurden die Vollhybride auf eine weitere Test-Route geschickt. (Unterhaltskosten berechnen? Zum Kfz-Versicherungsvergleich)

Mit rund 50 Kilometern Länge sowie Stadt-, Landstraßen-und Autobahnanteil (hier im Gegensatz zum Testverbrauch ohne Vollgasanteil) entspricht die Tour einer typischen Pendlerstrecke. Am Ende stellt sich die Frage: Fördern wir eigentlich die richtige Hybrid-Technik?
Das Fazit: Die fünf Vollhybride haben eindrucksvoll abgeliefert und uns mit ihren sehr überschaubaren Verbräuchen vor Augen geführt, wie effektiv sie funktionieren – und zwar jederzeit und ganz ohne Zutun des Nutzers. Mogeln lässt sich bei dieser Technik nicht. Daher plädieren wir für eine Förderung des nachweislich sparsamen Konzepts wie bei Plug-in-Hybriden. Alle Details zum Test inklusive der Pendlerverbräuche gibt es in der Bildergalerie.

Bildergalerie

Toyota Camry      Hyundai Kona Hybrid     Kia Sorento1.6 T-GDI Hybrid       Subaru Forester 2.0 e-Boxer          Renault Clio
Toyota Camry
Toyota Camry
Kamera
Fünf Vollhybride im Test
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