Drinnen Burger essen oder den Wochenendeinkauf erledigen – und währenddessen draußen kostenlosen grünen Strom tanken: Dieses Szenario kommt der Idealvorstellung eines E-Autobesitzers vom Laden sehr nahe. Die gute Nachricht: Es ist möglich.
Wer sein E-Auto während des Einkaufs laden will, der kann das inzwischen vor vielen Supermärkten, Discountern, Baumärkten oder Möbelhäusern erledigen. Allerdings klagt unter anderem der Einzelhandelsverband Deutschland (HDE) über mangelnde Förderung seitens des Bundes. Viele Händler könnten die Voraussetzungen wie beispielsweise den Zugang zur Ladesäule rund um die Uhr nicht erfüllen.
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E-Auto-Ladeoffensive bei Rewe dank Partnern

Doch es tut sich was beim Thema Einkaufen und Laden: So arbeitet beispielsweise die Rewe-Group mit den Partnern Shell und EnBW an einer Lade-Offensive. Bis 2024 sollen 6000 Schnellladepunkte entstehen – 2000 davon vor 400 Rewe- und Penny-Märkten sowie an neuen Mietobjekten. An bestehenden Mietobjekten und Neubauten werden bis zu 4000 weitere Ladepunkte errichtet.

So geht die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) das Thema Laden an

Auch die Schwarz-Gruppe denkt beim Ausbau der Ladeinfrastruktur groß: Jede neu gebaute Kaufland- und Lidl-Filiale bekommt mindestens eine Ladesäule für Elektroautos. Bei einer Modernisierung erhält ebenfalls jeder Supermarkt eine Stromtankstelle. Mittelfristig soll auf jedem Parkplatz vor einem Kaufland- und Lidl-Markt in Deutschland eine E-Ladesäule stehen.

2023: E-Auto-Laden bei einem Drittel der deutschen Filialen

Bis Ende 2022 entstehen europaweit 6200 Ladepunkte. Bei Lidl gibt es deutschlandweit aktuell (Stand: Mai 2022) 1050, Ende 2022 sollen es 1800 Ladepunkte sein. Im März will Lidl knapp ein Drittel seiner 3200 Filialen mit Lademöglichkeiten ausgerüstet haben. Bei Kaufland kann momentan bei 270 Filialen geladen werden. Ende des Jahres sollen 380 sein, 2023 soll ein Drittel aller 700 deutschen Kaufland-Geschäfte den Service bieten. Beim Ausbau der Infrastruktur setzt die Schwarz-Gruppe nach eigenen Angaben auf eine neu entwickelte Schnellladesäule, aus der man in 30 Minuten rund 150 Kilometer Reichweite zapfen kann.
Zudem gibt es jetzt für beide Ketten eine Lade-App namens eCharge. Auch Aldi, vor allem Aldi Süd, Ikea und Rewe bieten auf ihren Parkplätzen Ladestationen an und bauen die Infrastruktur für E-Autos massiv aus. Heimwerkermärkte wie Hornbach oder Hagebau versuchen ebenfalls immer häufiger, ihren Kunden Lademöglichkeiten für E-Autos oder Hybridfahrzeuge zu bieten.

Kostenloses Laden irgendwann vorbei?

Die Lidl-App und der geplante Aufbau eines einheitlichen Bezahlsystems bei Aldi Süd werden von Experten allerdings als Anzeichen gewertet, dass das kostenlose Laden irgendwann der Vergangenheit angehören könnte. Ein Sprecher des HDE teile AUTO BILD dazu mit: "Wir unterscheiden die strategische Ausrichtung des Aufbaus eines Ladepunktes grundsätzlich danach, ob er einen Tankvorgang ersetzen soll, oder ob eine Reichweitenerweiterung als Service angeboten wird."
Ein zusätzlicher Grund für das mögliche Ende kostenlosen Ladens am Supermarkt könnten "Ladeschnorrer" sein. Laut Medienberichten kämpfen die genannten Ketten damit, dass E-Autos vor dem Markt laden ohne dass Kunden den Laden betreten. Das entspricht nicht dem Konzept vom Service für den Kunden und verärgert andere E-Auto-Fahrer. Bei Lidl wird der Ladevorgang daher nach 15 Kilowattstunden beendet. Kunden müssen sich in der eCharge-App per QR-Code registrieren, damit der Ladevorgang überhaupt gestartet werden kann. 
Die Abgabe des Stroms werde im ersten Fall zukünftig Geld kosten, vor allem bei Schnellladern, da hier ein Tankvorgang angeboten werde. Kleine Ladepunkte würden aber wohl auch zukünftig den Strom umsonst zur Verfügung stellen.
McDonald’s installiert bis 2025 an über 1000 deutschen Standorten Schnellladesäulen - E-Ladesäule
Burger und Saft: McDonald's will viele seiner Filialen mit einer Lademöglichkeit für E-Autos ausstatten.

Bei McDonald's und Burger King das E-Auto laden

Die Schnellrestaurantkette McDonald's will an allen McDrive-Filialen Kunden das Stromtanken für ihr Fahrzeug ermöglichen. Bis 2025 sollen dafür an mehr als 1000 Standorten bundesweit von Partner EWE Go Schnellladesäulen mit reinem Ökostrom installiert werden. Ende 2020 waren es gut 40 Ladestationen für E-Autos. Auch Burger King hat mit dem Installieren von Schnellladepunkten begonnen. 

Imageförderung, aber auch öffentlicher Druck

Nach Angaben des HDE war 2019 rund jeder achte öffentliche Ladepunkt auf einem Stellplatz im Einzelhandel installiert. Zum einen fördert dies das Image des betreffenden Händlers, zum anderen lockt es immer mehr Kunden an. 80 Prozent aller Händler nutzen Ladeinfrastruktur als Kundenbindungsinstrument oder wollen sie nutzen, wie eine Erhebung des EHI Retail Instituts ergab.
Forciert wird der Ausbau der Ladeinfrastruktur im Handel durch das im März 2020 vom Bundeskabinett beschlossene Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz, wonach ab 2025 alle Nicht-Wohngebäude mit mehr als 20 Fahrzeug-Stellplätzen mit mindestens einem Ladepunkt ausgestattet werden müssen. Für Neubauten gelten noch höhere Anforderungen. AUTO BILD zeigt, wie viele Ladestationen die Handelskonzerne anbieten, wo sie zu finden sind und wie das E-Auto-Laden beim Einkaufen oder Essen funktioniert!

Elektro-Ladestationen bei Handelsketten und Baumärkten

Laden vor Supermärkten

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Kaufland ist ein Vorreiter auf diesem Gebiet, nahm schon Anfang Februar 2019 in Bietigheim-Bissingen (Baden-Württemberg) seine 100. kostenlose Schnellladestation in Betrieb. Die Schwarz-Gruppe will künftig alle neuen Filialen obligatorisch mit Ladestationen ausstatten und bestehende bei Modernisierungsmaßnahmen nachrüsten. Seit Februar 2021 gibt es bei Kaufland eine eCharge-App, die beim Finden von Ladesäulen hilft, aber mancherorts auch Voraussetzung zum Laden ist. Kaufland ist mit mehr als 1350 Filialen in Europa vertreten, in Deutschland gibt es über 700 Standorte, davon rund 270 mit kostenloser Lademöglichkeit (Stand: Mai 2022).
Die Stationen mit jeweils zwei Anschlüssen sind mit den drei gängigen Steckertypen Typ 2/AC 43 Kilowatt, CCS/DC 50 Kilowatt und CHAdeMO/DC 50 Kilowatt ausgestattet. Bei einer Ladeleistung von 50 Kilowatt können Kunden ihre E-Autos in der maximalen Nutzungsdauer von einer Stunde bis zu 80 Prozent aufladen. Die Stationen werden mit Ökostrom mit dem besonders umweltfreundlichen Label "Grüner Strom" betrieben.
Bei Rewe und Penny soll es künftig fix gehen mit dem Laden. Die Rewe-Group will mit den Partnern Shell und Energie Baden-Württemberg (EnBW) bis Ende 2024 vor mindestens 400 Rewe- und Penny-Märkten (von 6000 insgesamt) sowie an zusätzlichen Mietobjekten 2000 neue Schnellladepunkte mit bis zu 360 Kilowatt Leistung anbieten. An den High-Power-Chargern (HPC) soll mit einem CCS-Stecker Ökostrom für 100 Kilometer Fahrt in fünf Minuten nachgeladen werden können. Im gleichen Zeitraum sollen an bestehenden Mietobjekten sowie Neubauten bis zu 4000 weitere Ladepunkte entstehen. Die Kosten pro Kilowattstunde bestimmen die Anbieter.
Mitte Dezember 2020 wurde in Gießen die erste Schnellladestation auf einem Rewe-Gelände in Kooperation mit dem niederländischen Unternehmen Fastned eingeweiht. Es gibt acht Ladeplätze mit je einer 50-kW-Ladesäule mit einem CCS- sowie einen CHAdeMO-Anschluss. Die Plätze sind rund um die Uhr zu erreichen, der angebotene Ökostrom ist jedoch kostenpflichtig. Im Frühjahr 2021 kamen in Zusammenarbeit mit Aral zwei weitere Teststandorte in Ingolstadt und Wiesbaden dazu, jeweils eine 50-kW-Schnellladesäule mit CCS- und CHAdeMo-Anschluss und einer Normal-Ladestation mit zwei Punkten à 22 kW.
Auch Edeka und Globus bieten an ausgewählten Standorten während der Öffnungszeiten kostenlose Ladesäulen mit Ökostrom an, vereinzelt auch Sky und Norma.

Laden vor Discountern

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Aldi Süd bietet mehr als 380 Ladestationen mit mindestens zwei Ladepunkten, teilweise gespeist mit Sonnenenergie aus Fotovoltaikanlagen oder mit Grünstrom aus Wasserkraft. Insgesamt sollen es mal 1500 sein. In Städten und an Autobahnen wie der A3, A5, A6, A7 und A9 sind dies meist Schnelllader (mit bis zu 150 kW Ladeleistung), in Kleinstädten und ländlichen Gebieten eher Normalladepunkte mit 22 kW. Aldi Süd bietet auch einen Überblick über die Ladestationen an. An allen Ladestationen werden die gängigen Steckertypen (CCS, CHAdeMO, Typ 2) akzeptiert. Der Strom ist kostenlos, was allerdings wohl nicht ewig bleiben soll. Darauf deutet auch die geplante Ausstattung mit dem x-pay-Terminal von wallbe hin, wodurch der Ladevorgang mit Giro- oder Kreditkarten, NFC-Smartphones sowie den gängigen Tankkarten gestartet werden kann. Eine vorherige Registrierung ist nicht nötig. Maximal kann eine Stunde lang geladen werden.
Auch bei Aldi Nord gibt es Pläne für einen kundenorientierten Aufbau von Lademöglichkeiten, die aber offenbar nur zögerlich umgesetzt werden.
Lidl ermöglicht seinen Kunden an knapp 1050 Filialen in Deutschland, ihre Fahrzeuge während der Öffnungszeiten eine Stunde lang kostenlos zu laden – inklusive zwei Superchargern (75 und 150 kW) in Berlin (Stand: Mai 2022). Dies ist nach Unternehmensangaben das "größte E-Ladenetz im Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland". Langfristig sollen alle der rund 3200 Filialen eine Lademöglichkeit bieten. Einen Überblick über alle Stationen gibt es hier.
Lidl setzt auf einen intelligenten Mix aus AC- und DC-Ladepunkten verschiedener Leistungsklassen bis 50 Kilowatt – in Autobahnnähe kommen leistungsstarke DC-Anlagen zum Einsatz. Je nach Standort und Fahrzeugtyp können die Nutzer von E-Fahrzeugen so während eines 30-minütigen Einkaufs in der angrenzenden Lidl-Filiale die Reichweite ihres Fahrzeugs um rund 150 Kilometer steigern. Der Strom stammt laut Anbieter zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien und ist für Kunden kostenlos.

Laden vor Großhändlern

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Die Metro AG hat sich dazu verpflichtet, bis 2030 weltweit 1000 Ladepunkte zu installieren, um E-Mobilität als Alternative zu konventionellen Treibstoffen zu fördern. Ende Oktober 2021 waren 130 Ladepunkte in Deutschland installiert. Neu ist ein Schnellladepark mit 18 parallelen Lademöglichkeiten in Berlin-Friedrichshain, errichtet in Zusammenarbeit mit dem Ladenetzbetreiber Allegro. Im Juni 2019 nahm die Großhandelskette bereits auf ihrem Düsseldorfer Unternehmenscampus 62 Ladepunkte in Betrieb.

Laden vor Möbelhäusern

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Ikea hat mittlerweile alle 53 Filialen in Deutschland mit Ladesäulen ausgestattet. Mehr als 200 Ladesäulen bietet das Unternehmen insgesamt an. An allen Standorten sind Typ-2-Dosen mit 22 kW, CHAdeMo mit 20 kW und Combo Typ 2 EU mit 20 kW zu finden. In der Regel finden sich die Ladestationen direkt vor dem Haupteingang. Hier gibt es sämtliche Stationen im Überblick.

Laden vor Baumärkten

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Hagebau macht mit Energie Baden-Württemberg (EnBW), einem der größten Stromkonzerne Deutschlands, gemeinsame Sache. Auch diese beiden Partner planen die bundesweite Einrichtung von Schnellladern an Hagebaumärkten und Werkers-Welt-Standorten. Der erste wurde im August 2019 in Dorsten (Münsterland) in Betrieb genommen, Ende Dezember 2019 waren nach Angaben eines EnBW-Sprechers 16 Hagebau-Standorte ausgestattet. Auch mit toom kooperiert EnBW beim Aufbau einer Ladeinfrastruktur. Beim toom-Konkurrenten Hellweg sollen sogar an 80 Bau- und Gartenmärkten Ultraschnellladestationen errichtet werden.
Hornbach hat den Aufbau einer landesweiten Ladeinfrastruktur in Zusammenarbeit mit dem Energieversorger Pfalzwerke angekündigt. Installiert werden sollen Schnellladesäulen an Garten- und Baumärkten in ganz Deutschland mit einer Leistung von 50 Kilowatt. Damit sollen sich bis zu 100 Kilometer Reichweite in 20 Minuten laden lassen. Den Anfang machten eine Schnell- und eine Normalladesäule am Stammsitz im pfälzischen Bornheim. Mittlerweile sind auch in Halle (Saale), Karlsruhe-Hagsfeld, Wiesbaden, Saarbrücken, Mainz-Bretzenheim, Koblenz und Wilhelmshaven Säulen in Betrieb.
Die Schnellladesäule ist ein Triplecharger, d. h. ein Ladepunkt verfügt über den Steckertyp Typ 2 mit bis zu 43 kW AC, der zweite hat den europäischen Standard CCS (Combined Charging System) und der dritte ChaDeMo (Charge De Move, japanischer Standard) mit jeweils bis zu 50 kW DC. Zudem gibt es eine Normalladesäule mit zwei Typ 2-Ladepunkten à 22 kW AC. Die Nutzer können sich über eine Ladekarte, eine Lade-App, PayPal oder ein bei Schnellladesäulen integriertes Bezahlterminal für Girocard und Kreditkarten anmelden.

Laden vor Drogeriemärkten

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Auch bei der Drogeriekette dm hat EnBW seine Kabel im Spiel. An 50 Standorten sollen Kunden an High Power Chargern (HPC) laden können, sofern ihr Elektroauto das zulässt.

Laden vor Schnellrestaurants

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McDonald's will bis 2025 Kunden an mehr als 1000 McDrive-Standorten die Möglichkeit geben, ihr Elektroauto während des Besuchs mit Ökostrom zu laden. Die Schnellrestaurantkette stellt den Platz bereit, Partner EWE Go ist für den Aufbau und den Betrieb der Ladesäulen zuständig. Derzeit gibt es an gut 40 McDonald's-Restaurants High-Power-Charger mit einer Ladeleistung von jeweils bis zu 150 kW. Ab 2022 sollen jährlich 250 Ladestationen dazu kommen.
Burger King arbeitet mit dem Nachhaltigkeitsinvestor Cut Power und dem Energieversorger EnBW an einem modernen Stromtankstellennetz auf seinen Parkplätzen. An jedem Restaurant soll es eine Ladestation mit jeweils zwei Ladepunkten geben, die bei entsprechender Vorrichtung am E-Auto das Laden mit 50 bis 150 kW, also bis zu 200 Kilometer in 30 Minuten, ermöglichen.

Eine Übersichtskarte mit europäischen Ladestationen (Option "kostenlos laden" wählbar) bietet das Portal Goingelectric.