Drinnen Burger essen oder den Wochenendeinkauf erledigen – und währenddessen draußen kostenlosen grünen Strom tanken: Dieses Szenario kommt der Idealvorstellung eines E-Autobesitzers vom Laden sehr nahe. Die gute Nachricht: Es ist möglich. Wer sein E-Auto während des Einkaufs laden will, der kann das inzwischen vor vielen Supermärkten, Discountern, Baumärkten oder Möbelhäusern erledigen.

Allerdings klagt unter anderem der Einzelhandelsverband Deutschland (HDE) über mangelnde Förderung seitens des Bundes. Viele Händler könnten die Voraussetzungen wie beispielsweise den Zugang zur Ladesäule rund um die Uhr nicht erfüllen.
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Die Schwarz-Gruppe denkt beim Ausbau der Ladeinfrastruktur groß: Jede neu gebaute Kaufland- und Lidl-Filiale bekommt mindestens eine Ladesäule für Elektroautos. Bei einer Modernisierung erhält ebenfalls jeder Supermarkt eine Stromtankstelle. Mittelfristig soll auf jedem Parkplatz vor einem Kaufland- und Lidl-Markt in Deutschland eine E-Ladesäule stehen. Zudem gibt es jetzt für beide Ketten eine Lade-App namens eCharge. Auch Aldi, vor allem Aldi Süd, Ikea und Rewe bieten auf ihren Parkplätzen Ladestationen an und bauen die Infrastruktur für E-Autos massiv aus. Heimwerkermärkte wie Hornbach oder Hagebau versuchen ebenfalls immer häufiger, ihren Kunden Lademöglichkeiten für E-Autos oder Hybridfahrzeuge zu bieten.

Kostenloses Laden bald vorbei?

Die Lidl-App und der geplante Aufbau eines einheitlichen Bezahlsystems bei Aldi Süd werden von Experten allerdings als Anzeichen gewertet, dass das kostenlose Laden bald der Vergangenheit angehören könnte. Ein Sprecher des HDE teile AUTO BILD dazu mit: "Wir unterscheiden die strategische Ausrichtung des Aufbaus eines Ladepunktes grundsätzlich danach, ob er einen Tankvorgang ersetzen soll, oder ob eine Reichweitenerweiterung als Service angeboten wird." Die Abgabe des Stroms werde im ersten Fall zukünftig Geld kosten, vor allem bei Schnellladern, da hier ein Tankvorgang angeboten werde. Kleine Ladepunkte würden aber wohl auch zukünftig den Strom umsonst zur Verfügung stellen.
McDonald’s installiert bis 2025 an über 1000 deutschen Standorten Schnellladesäulen - E-Ladesäule
Burger und Saft: McDonald's will viele seiner Filialen mit einer Lademöglichkeit für E-Autos ausstatten.
Die Schnellrestaurantkette McDonald's will an allen McDrive-Filialen Kunden das Stromtanken für ihr Fahrzeug ermöglichen. Bis 2025 sollen dafür an mehr als 1000 Standorten bundesweit von Partner EWE Go Schnellladesäulen mit reinem Ökostrom installiert werden. Ende 2020 waren es gut 40 Ladestationen für E-Autos. Auch Burger King hat mit dem Installieren von Schnellladepunkten begonnen. 

Imageförderung, aber auch öffentlicher Druck

Nach Angaben des HDE war 2019 rund jeder achte öffentliche Ladepunkt auf einem Stellplatz im Einzelhandel installiert. Zum einen fördert dies das Image des betreffenden Händlers, zum anderen lockt es immer mehr Kunden an. 80 Prozent aller Händler nutzen Ladeinfrastruktur als Kundenbindungsinstrument oder wollen sie nutzen, wie eine Erhebung des EHI Retail Instituts ergab. Forciert wird der Ausbau der Ladeinfrastruktur im Handel durch das im März 2020 vom Bundeskabinett beschlossene Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz, wonach ab 2025 alle Nicht-Wohngebäude mit mehr als 20 Fahrzeug-Stellplätzen mit mindestens einem Ladepunkt ausgestattet werden müssen. Für Neubauten gelten noch höhere Anforderungen. AUTO BILD zeigt, wie viele Ladestationen die Handelskonzerne anbieten, wo sie zu finden sind und wie das E-Auto-Laden beim Einkaufen oder Essen funktioniert!

Elektro-Ladestationen bei Handelsketten und Baumärkten

Laden vor Supermärkten

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Kaufland ist ein Vorreiter auf diesem Gebiet, nahm schon Anfang Februar 2019 in Bietigheim-Bissingen (Baden-Württemberg) seine 100. kostenlose Schnellladestation in Betrieb. Die Schwarz-Gruppe will künftig alle neuen Filialen obligatorisch mit Ladestationen ausstatten und bestehende bei Modernisierungsmaßnahmen nachrüsten. Seit Februar 2021 gibt es bei Kaufland eine eCharge-App, die beim Finden von Ladesäulen hilft, aber mancherorts auch Voraussetzung zum Laden ist. Kaufland ist mit mehr als 1300 Filialen in Europa vertreten, in Deutschland gibt es rund 670 Standorte, davon rund 120 mit kostenloser Lademöglichkeit (Stand: Februar 2021).
Die Stationen mit jeweils zwei Anschlüssen sind mit den drei gängigen Steckertypen Typ 2/AC 43 Kilowatt, CCS/DC 50 Kilowatt und CHAdeMO/DC 50 Kilowatt ausgestattet. Bei einer Ladeleistung von 50 Kilowatt können Kunden ihre E-Autos in der maximalen Nutzungsdauer von einer Stunde bis zu 80 Prozent aufladen. Die Stationen werden mit Ökostrom mit dem besonders umweltfreundlichen Label "Grüner Strom" betrieben.
Die Rewe-Group stattet die Parkplätze neuer Green Buildings (Märkte mit energieeffizienten Technologien und dem Einsatz regenerativer Energien) mit Stromtankstellen aus. Derzeit gibt es in Deutschland und Österreich an etwa 170 Standorten eine Ladestation, im Laufe des Jahres sollen weitere hinzukommen. Mitte Dezember 2020 wurde in Gießen die erste Schnellladestation auf einem Rewe-Gelände in Kooperation mit dem niederländischen Unternehmen Fastned eingeweiht. Es gibt acht Ladeplätze mit je einer 50-kW-Ladesäule mit einem CCS- sowie einen CHAdeMO-Anschluss. Die Plätze sind rund um die Uhr zu erreichen, der angebotene Ökostrom ist jedoch kostenpflichtig. Im Frühjahr 2021 kamen in Zusammenarbeit mit Aral zwei weitere Teststandorte in Ingolstadt und Wiesbaden dazu, jeweils eine 50-kW-Schnellladesäule mit CCS- und CHAdeMo-Anschluss und einer Normal-Ladestation mit zwei Punkten à 22 kW.
Bei Famila in Norddeutschland gab es Ende Mai 2021 an 23 Standorten eine Lademöglichkeit für E-Autobesitzer, Auch Edeka und Globus bieten an ausgewählten Standorten während der Öffnungszeiten kostenlose Ladesäulen mit Ökostrom an, vereinzelt auch Famila, Sky und Norma.

Laden vor Discountern

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Aldi Süd will bis Frühjahr 2021 rund 380 Ladestationen mit mindestens zwei Ladepunkten einrichten, teilweise gespeist mit Sonnenenergie aus Fotovoltaikanlagen oder mit Grünstrom aus Wasserkraft. Insgesamt sollen es mal 1500 sein. In Städten und an Autobahnen wie der A3, A5, A6, A7 und A9 sind dies meist Schnelllader (mit bis zu 150 kW Ladeleistung), in Kleinstädten und ländlichen Gebieten eher Normalladepunkte mit 22 kW. Aldi Süd bietet auch einen Überblick über die Ladestationen an. An allen Ladestationen werden die gängigen Steckertypen (CCS, CHAdeMO, Typ 2) akzeptiert. Der Strom ist kostenlos, was allerdings wohl nicht ewig bleiben soll. Darauf deutet auch die geplante Ausstattung mit dem x-pay-Terminal von wallbe hin, wodurch der Ladevorgang mit Giro- oder Kreditkarten, NFC-Smartphones sowie den gängigen Tankkarten gestartet werden kann. Eine vorherige Registrierung ist nicht nötig. Maximal kann eine Stunde lang geladen werden.
Auch bei Aldi Nord gibt es Pläne für einen kundenorientierten Aufbau von Lademöglichkeiten.
Lidl ermöglichte seinen Kunden Ende 2021 an über 320 Filialen in Deutschland, ihre Fahrzeuge während der Öffnungszeiten eine Stunde lang kostenlos zu laden – inklusive zwei Superchargern (75 und 150 kW) in Berlin. Dies ist nach Unternehmensangaben das "größte E-Ladenetz im Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland". Rund 130 Ladesäulen seien im Bau und bis Ende Februar 2021 betriebsfertig. Langfristig sollen alle der rund 3200 Filialen eine Lademöglichkeit bieten. Einen Überblick über alle Stationen gibt es hier.
Lidl setzt auf einen intelligenten Mix aus AC- und DC-Ladepunkten verschiedener Leistungsklassen bis 50 Kilowatt – in Autobahnnähe kommen leistungsstarke DC-Anlagen zum Einsatz. Je nach Standort und Fahrzeugtyp können die Nutzer von E-Fahrzeugen so während eines 30-minütigen Einkaufs in der angrenzenden Lidl-Filiale die Reichweite ihres Fahrzeugs um bis zu 200 Kilometer steigern. Der Strom stammt laut Anbieter zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien und ist für Kunden kostenlos.

Laden vor Großhändlern

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Die Metro AG hat sich dazu verpflichtet, bis 2030 weltweit 1000 Ladepunkte zu installieren, um E-Mobilität als Alternative zu konventionellen Treibstoffen zu fördern. Ende Dezember 2019 waren 455 Ladepunkte in 13 Ländern installiert, 130 davon in Deutschland. Ladepunkte finden sich u. a. auf den Parkplätzen der Metro-Märkte in Hamburg-Harburg (3), Düsseldorf (4), Koblenz (3), Mainz Kastell (3) und Rödelheim (2).
Im Juni 2019 nahm die Großhandelskette auf ihrem Düsseldorfer Unternehmenscampus zudem 62 weitere Ladepunkte in Betrieb. Kunden, Mitarbeiter und Dienstwagennutzer können seither ihre E-Fahrzeuge nun an insgesamt 80 Ladesäulen kostenlos aufladen.

Laden vor Möbelhäusern

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Ikea hat mittlerweile alle 53 Filialen in Deutschland mit Ladesäulen ausgestattet. 113 Ladesäulen bietet das Unternehmen insgesamt an. 45.000 E-Autos können nach Angaben von Ikea hier pro Monat bei voller Auslastung geladen werden. Hier gibt es sämtliche Stationen im Überblick.
An allen Standorten sind Typ-2-Dosen mit 22 kW, CHAdeMo mit 20 kW und Combo Typ 2 EU mit 20 kW zu finden. In der Regel finden sich die Ladestationen direkt vor dem Haupteingang.

Laden vor Baumärkten

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Hagebau macht mit Energie Baden-Württemberg (EnBW), einem der größten Stromkonzerne Deutschlands, gemeinsame Sache. Auch diese beiden Partner planen die bundesweite Einrichtung von 100 Schnellladern an Hagebaumärkten und Werkers-Welt-Standorten. Der erste wurde im August 2019 in Dorsten (Münsterland) in Betrieb genommen, Ende Dezember 2019 waren nach Angaben eines EnBW-Sprechers 16 Hagebau-Standorte ausgestattet. Auch mit toom kooperiert EnBW beim Aufbau einer Ladeinfrastruktur. In einem ersten Schritt sollen 30 von rund 330 deutschen Standorten mit High Performance Chargern (HPC) ausgestattet werden, wo mit bis zu 300 kW Ladeleistung Ökostrom getankt werden kann. Beim toom-Konkurrenten Hellweg sollen sogar an 80 Bau- und Gartenmärkten Ultraschnellladestationen errichtet werden.
Hornbach hat den Aufbau einer landesweiten Ladeinfrastruktur im Zusammenarbeit mit dem Energieversorger Pfalzwerke angekündigt. Installiert werden sollen bis zu 100 Schnellladesäulen an Garten- und Baumärkten in ganz Deutschland mit einer Leistung von 50 Kilowatt. Damit sollen sich bis zu 100 Kilometer Reichweite in 20 Minuten laden lassen. Den Anfang machten eine Schnell- und eine Normalladesäule am Stammsitz im pfälzischen Bornheim. Mittlerweile sind auch in Halle (Saale), Karlsruhe-Hagsfeld, Wiesbaden, Saarbrücken, Mainz-Bretzenheim, Koblenz und Wilhelmshaven Säulen in Betrieb.
Die Schnellladesäule ist ein Triplecharger, d. h. ein Ladepunkt verfügt über den Steckertyp Typ 2 mit bis zu 43 kW AC, der zweite hat den europäischen Standard CCS (Combined Charging System) und der dritte ChaDeMo (Charge De Move, japanischer Standard) mit jeweils bis zu 50 kW DC. Zudem gibt es eine Normalladesäule mit zwei Typ 2-Ladepunkten à 22 kW AC. Die Nutzer können sich über eine Ladekarte, eine Lade-App, PayPal oder ein bei Schnellladesäulen integriertes Bezahlterminal für Girocard und Kreditkarten anmelden.

Laden vor Drogeriemärkten

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Auch bei der Drogeriekette dm hat EnBW seine Kabel im Spiel. Bis Ende des Jahres 2021 sollen Kunden an 50 Standorten an High Power Chargern (HPC) laden können, sofern ihr Elektroauto das zulässt.

Laden vor Schnellrestaurants

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McDonald's will bis 2025 Kunden an mehr als 1000 McDrive-Standorten die Möglichkeit geben, ihr Elektroauto während des Besuchs mit Ökostrom zu laden. Die Schnellrestaurantkette stellt den Platz bereit, Partner EWE Go ist für den Aufbau und den Betrieb der Ladesäulen zuständig. Derzeit gibt es an gut 40 McDonald's-Restaurants High-Power-Charger mit einer Ladeleistung von jeweils bis zu 150 kW. Im Jahr 2021 sollen rund 200 Ladesäulen hinzukommen, ab 2022 jährlich 250.
Burger King arbeitet mit dem Nachhaltigkeitsinvestor Cut Power und dem Energieversorger EnBW an einem modernen Stromtankstellennetz auf seinen Parkplätzen. An jedem Restaurant soll es eine Ladestation mit jeweils zwei Ladepunkten geben, die bei entsprechender Vorrichtung am E-Auto das Laden mit 50 bis 150 kW, also bis zu 200 Kilometer in 30 Minuten, ermöglichen.