Zehn Jahre ist das deutsche Durchschnittsauto mittlerweile alt. Ein Höchstwert, der belegt, wie sich in den vergangenen Dekaden die Fahrzeugqualität verbessert hat. Dennoch währt kaum ein Leben eines Gebrauchtwagens ewig – dann muss teurer Ersatz her. Aber es gibt einige Tipps und Tricks, um die mögliche Nutzungsdauer teilweise extrem zu verlängern und aus dem Auto ein nachhaltiges statt ein Verschleiß-Produkt zu machen. Einige Autos, die heute Klassiker sind, wurden schon von Haus aus auf Langlebigkeit angelegt, so wie diese Autos für die Ewigkeit. Aber auch aktuelle Autos halten länger, wenn man nur diese Tipps beachtet!

Wie wichtig ist eine regelmäßige Pflege?

Von den Autoherstellern im Serviceplan festgelegte Intervalle sind in der Regel Kilometer- oder zeitabhängig definiert. Neben dem ­obligatorischen Ölwechsel (Ölnorm penibel beachten!) samt Filter werden in festen Zeitabständen auch andere Wartungsarbeiten wie frische Filter und Betriebsflüssigkeiten fällig. Im Zweifel sind kürzere Festintervalle für die Technik, etwa beim Zahnriemen, besser als Longlife-Lösungen.
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Lückenlose Scheckheft­pflege ist ein Baustein zum ewigen Auto.

Auch Achsantriebsöle und Gelenkfette verdienen bei langen Nutzungsdauern von mehr als zehn Jahren oder ab 100.000 Kilometer Laufleistung Aufmerksamkeit. Bei Direkteinspritzern kann sich von Zeit zu Zeit eine professionelle Motorreinigung lohnen, um Verkokungen zu entfernen.  Stillstand bedeutet oft Tod: Regelmäßige längere Fahrten beugen Standschäden und Oxidation durch Kondenswasser vor.

Wie sehr schadet der Aufschub von Reparaturen?

Das Aufschieben von Reparaturen rechnet sich fast nie. Daher sollte mindestens einmal pro Jahr ein Profi das Fahrzeug auf der Hebebühne unter die Lupe nehmen. Schlimmstenfalls ziehen kleinere verschleppte Defekte größere nach sich, sodass sich ein kostspieliger Reparaturstau aufbaut.
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Bei Werkstattterminen sollten stets vorab sinnvolle Verbund­arbeiten abgeklärt und erledigt werden. Ein Beispiel: Bei einem Zahnriemenwechsel bietet sich etwa auch der Tausch von Spannrolle und Wasserpumpe an. Leucht­mittel sollten Sie stets paarweise erneuern lassen. Wenn die Kupplung fällig ist, kann sich der gleichzeitige Tausch des Simmerrings zum Motor lohnen, weil für den Kupplungstausch das Getriebe ausgebaut werden muss. 
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Warnleuchten im Kombiinstrument nicht ignorieren! Werkstatt aufsuchen und abklären.

Lohnt es sich, bei Ersatzteilen zu sparen?

Original- und Markenersatzteile halten fast immer länger als vermeintlich preiswertere Nachbauware aus Fernost. Gerade bei älteren Autos können hochwertige Gebrauchtteile eine gute und nachhaltige Alternative zum Geldsparen sein. Zumindest, wenn das Bauteil nicht sicherheitsrelevant ist.
Sollte es zu Störungen in der Elektronik kommen, lohnt sich das Auslesen mit einem speziellen Diagnosetester. Für viele gängige Fehler, die durch defekte Steuergeräte verursacht werden, gibt es inzwischen Spezialfirmen. Diese beseitigen zum Beispiel kalte Lötstellen auf Platinen oder tauschen überalterte Pufferkondensatoren aus.
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Wo die Waschanlage passen muss, punktet die Hochdrucklanze – jeder kleinste Dreck muss weg!

Wann werden Blechschäden zum Problem?

Regelmäßige Komplettwäschen und einmal pro Jahr eine professionelle Lackpflege inklusive Konservierung sollten Standard sein. Andernfalls können Streusalzreste und Feuchtbiotope in unzugänglichen Karosserieecken zu gemeinen Rostnestern führen.

Diese Dinge können Sie selbst schon vor dem TÜV-Termin überprüfen:

Allgemein

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- Fahrzeugschein und ggf. weitere Unterlagen einpacken (Nachweis einer Änderungsabnahme, Allgemeine Betriebserlaubnis)
- Autokennzeichen ist gut lesbar und befestigt
- Fahrzeug-Identifikationsnummer stimmt mit denen in den Papieren überein
- Tachometer funktioniert 
- Verbandskasten ist vorhanden und das Haltbarkeitsdatum gilt
- Warndreieck und Warnweste sind an Bord

Scheiben und Spiegel

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- Frontscheibe ist unbeschädigt
- Zustand der Scheibenwaschanlage und Scheibenwischern ist gut
- Rückspiegel sind intakt

Beleuchtung und elektrische Ausrüstung

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- Leuchten und Kontroll-Leuchten funktionieren
- Keine Fehlermeldungen zu elektronischen Fahrdynamik-Systemen
- Reflektoren und Scheinwerfer sind in Ordnung 
- Leuchtweitenregelung funktioniert
- Alle Lampen leuchten 
- Batterie ist fest verankert und in einem guten Zustand
- Hupe und Heizgebläse funktionieren

Lenkung

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- Lenkung funktioniert geräuschlos, und das Lenkspiel ist gering
- Lenkung ist beim Einschlag leichtgängig und zielgenau

Bremsen

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- Bremsen sind freigängig
- Handbremse rastet sicher ein und lässt sich leicht wieder lösen
- Bremsanlage ist dicht
- Bremsflüssigkeitsstand stimmt

Räder und Reifen

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- Mindestprofiltiefe beträgt mindestens 1,6 Millimetern 
- Reifen sind gleichmäßig abgefahren
- Reifen weisen keine Schäden wie Beulen oder Risse auf
- Vorgegebene Laufrichtung der Reifen stimmt
- Felgen ohne Schäden und sicher befestigt

Antrieb, Fahrgestell und Aufbau

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- Rahmen oder tragende Teile sind nicht durchgerostet
- Kraftstoffleitungen und -schläuche sind dicht

Abgas und Geräuschverhalten

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- Auspuff ist dicht und richtig befestigt
- Es blinken keine Warn- oder Kontrollleuchten
- Es kommt kein blauer Rauch oder Ruß aus dem Auspuff


Tiefe Krat­zer auf dem Blech gehören genauso ausgebessert wie eine durch Aufsetzer oder Wagenheber beschädigte Unterbodenschutzschicht. Ab Werk schwach konservierte Fahrzeuge wie etwa von vielen asiatischen Marken sollten frühestmöglich mit Hohlraumwachs nachkonserviert werden.

Was ist garantiert Gift für meinen Motor?

Das Warmlaufenlassen im Stand ist eine Umweltsünde und zu unterlassen. Aber davon ganz abgesehen: Es ist auch schlecht für den Motor, weil bei langsamem Warmlaufen (im Leerlauf) der Verschleiß am höchsten ist. Aber auch hohe Drehzahlen sollten möglichst vermieden werden, insbesondere bei kaltem Motor.
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Eine nach­gerüstete Stand­heizung schafft schädliche Kaltlaufphasen ab.

Volllast-Etappen bedeuten auch bei erreichter Betriebstemperatur erhöhten Verschleiß. Sie lassen im Downsizing-Zeitalter zudem den Verbrauch durch die Decke gehen. Außerdem verursacht hohes Tempo natürlich eine Zunahme der schädlichen Treibhausgas-Emissionen sowie eine Verkürzung der Motorlebens­dauer. Darüber hinaus verschleißen die Reifen, Lager und das Fahrwerk schneller.

Wie parke ich den Wagen nach der Fahrt?

Ein optimaler Stellplatz ist gut belüftet, trocken und frostsicher. Der Schutz vor Witterungseinflüssen und UV-Licht zahlt sich durch gut erhaltene Anbau- und Innenraumteile aus. Also kann das Parken unter freiem Himmel sogar besser sein als in einer engen Garage, die hermetisch geschlossen ist und schlecht belüftet.

Um ein Auto länger abzustellen, ist neben erhöhtem Reifendruck ein Ladegerät mit Batteriewächter sinnvoll. So bleiben die teuren Bordakkus fit, und der Neustart ist für Mensch und Fahrzeugsteuergeräte kein Problem.

Fazit

Ich mag Langzeitautos! Vor 20 Jahren lernte ich die Vorzüge vollverzinkter Autos schätzen. Mein 15 Jahre alter Audi 100 mit 250.000 Kilometern auf der Uhr war billig und rostfrei. Und er hatte den robusten Fünf­zylindermotor. Er stammte aus einer ehrgeizigen Ära, als ­Ingolstadt Qualitätsstandards neu definierte, um ins Oberhaus der Autobauer aufsteigen zu können. Und der Audi war für mich der Grund, den Verein langzeitauto.de mit ins Leben zu rufen. Die Themen Qualität und Pflege fesselten mich zunehmend. Später lernte ich ­robuste Volvo-Kombis lieben. Aber auch durch kontinuierliche Zuwendung haltbare Mauerblümchen. Ein Jaguar X-Type knackte ohne Pannen die 220.000-Kilometer-Marke. Die 210er E-Klasse ging mit 330.000 Kilometern – ohne größere Rostprobleme – an einen Liebhaber. Und selbst mein exotischer Lancia Thesis gab eher optisch als technisch  die unbezwingbare Diva. Daher mein Motto: Autos konsequent zu pflegen und lange zu nutzen ist gelebte Nachhaltigkeit.