Plug-in-Hybride als Alternative zum Verbrenner
Worauf muss ich beim Kauf eines gebrauchten PHEV achten?

Wer nur gelegentlich Langstrecke fährt, könnte vom Verbrenner auf einen Plug-in-Hybriden umsteigen. Das verspricht hohe Einsparungen beim Pendeln mit E-Antrieb. Was ist beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten?
Bild: Thomas Ruddies
Der Bestand an Plug-in-Hybriden (PHEV) wächst rapide, allein von 2025 auf 2026 um fast 17 Prozent auf nunmehr 1,12 Mio. Fahrzeuge, die mit der Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor samt extern aufladbarer Batterie ausgerüstet waren.
Gerade jetzt, in Zeiten dramatisch hoher Spritpreise, werden PHEV für viele Fahrprofile interessant. Das liegt an der Vielseitigkeit: Der Akku in Verbindung mit Elektromotor erlaubt kostengünstiges vollelektrisches Fahren auf Kurzstrecken von – je nach Reichweite – bis zu 120 km, während der Verbrenner die Reichweite auf Langstrecken erhöht.
Das PHEV-Angebot auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist gut: Bei mobile.de werden aktuell mehr als 23.000 Plug-in-Hybride mit mehr als 50 km elektrischer Reichweite und mindestens zwölf Monaten gültiger HU angeboten. Die Preise starten bei rund 13.000 Euro.

Plug-in-Hybride haben zwei Energiesysteme: Neben dem Einfüllstutzen für Benzin gibt es die Typ-2-Ladedose. Achten Sie beim Gebrauchtwagenkauf darauf, dass auch das Kabel an Bord ist!
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Wer für diese Summe ein gebrauchtes E-Auto sucht, der bekommt allenfalls Kleinwagen wie Renault Zoe oder BMW i3 mit geringer Reichweite. Und die Auswahl nimmt ebenfalls zu: Allein von 2023 bis 2025 stieg die Anzahl an PHEV-Modellen von 113 auf 210.
Akku im PHEV so wichtig wie im E-Auto
Worauf ist beim Kauf eines gebrauchten PHEV zu achten? Plug-in-Hybride sollte man beim Gebrauchtwagen-Check besonders prüfen. Neben dem Verbrennungsmotor, meist ein Benziner, muss auch der Elektroantrieb mitsamt Akku sorgfältig geprüft werden.
Schon allein deswegen, weil Ersatz-Akkus sehr teuer sind – auch für PHEV. Wer sich damit tröstet, beim Ausfall der Traktionsbatterie eben nur noch mit dem Verbrennungsmotor zu fahren, ist auf dem Holzweg: Der Akku ist über die Bremsenergie-Rückgewinnung (Rekuperation) und weitere Komponenten Teil des Hochvolt-Systems. Hat er einen Defekt, schaltet der Verbrennungsmotor in den Notlauf oder verweigert die Leistung komplett.
Worauf ist beim Akku-Check zu achten?
Obwohl die Akkus von PHEV deutlich kleiner sind als diejenigen von vollelektrischen Pkw, ist ihre Qualität und Haltbarkeit kaum geringer. Generational, ein Unternehmer für Akku-Analyse aus Großbritannien, hat vor Kurzem eine Studie über die Hochvoltakkus von PHEV veröffentlicht. Das Unternehmen hatte rund eintausend Akkus gebrauchter Plug-in-Hybriden ausgewertet und diese Daten mit denen von 1000 Elektroautos verglichen.
Dabei kam heraus, dass der Verlust an Speicherkapazität (Degradation) bei den PHEV-Akkus nur geringfügig größer war als bei denen von E-Autos. Konkret kam Generational auf ein Mittel von 94,27 gegenüber 94,94 Prozent Restkapazität. Das ist ein Durchschnittswert aus Fahrzeugen, die zwischen einem und zwölf Jahren alt waren.

Nicht vergessen: Wer mit dem Plug-in-Hybriden elektrisch fahren möchte, der sollte eine private Lademöglichkeit haben – damit er beim öffentlichen Laden nicht unnötig viel Geld ausgibt.
Bild: AUTO BILD Montage Vattenfall
Für Käufer leitet sich daraus ab: Grundsätzlich ist darauf Verlass, dass PHEV-Akkus lange halten. Aber da Ausreißer möglich sind, sollte man auch bei einem Plug-in-Hybriden vor dem Kauf einen Akku-Check bei TÜV, DEKRA oder einem Analyse-Spezialisten wie Aviloo vornehmen. Diese Verfahren dauern nicht lange und kosten zwischen 80 und 100 Euro – Geld, das sich bezahlt macht.
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Wie checkt man den Verbrenner im PHEV?
Beim Verbrennungsmotor für einen Gebrauchtwagen mit Plug-in-Hybridantrieb gelten dieselben Kriterien wie für einen klassischen Verbrenner: Prüfen Sie Kilometerleistung, Werkstattrechnungen, TÜV-Berichte und Serviceheft auf Plausibilität, um eventuelle Tachomanipulation aufzudecken.
Im nächsten Schritt sollte auch die Peripherie wie Auspuff, Kühlsystem, Zündanlage, Treibstoffversorgung in Augenschein genommen werden.
Grundsätzlich in jedem Gebrauchtwagen müssen Bremsen, Reifen, Karosserie und sämtliche Funktionen in ordnungsgemäßem Zustand sein. Das lässt sich bei einer Besichtigung mit anschließender Probefahrt prüfen.
Hierfür sei ein Gebrauchtwagen-Check empfohlen, den die großen Sicherheits-Organisationen wie TÜV, DEKRA, KÜS, GTÜ und Clubs wie ADAC und AvD für pauschale Preise in ihren Niederlassungen anbieten. Dann schaut ein Profi auf die relevanten Teile und gibt – im rechtlichen Rahmen – eine Empfehlung ab.
Fazit
Zwei Autos in einem – das klingt erst mal reizvoll, zumal das zweite (das Elektroauto) günstige Mobilität verspricht in Zeiten astronomisch steigender Spritpreise. Doch zwei Antriebe bedeuten eben auch empfindliche Technik, hohe Komplexität und eine Verdoppelung der Fehlerquellen. Daher ist beim Kauf besondere Aufmerksamkeit nötig. Motto: Erst die Arbeit, dann das (Fahr- und Spar-)Vergnügen!
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