Umstieg vom Verbrenner aufs Elektroauto
So viele Autofahrer wie noch nie steigen aufs E-Auto um

Das Interesse für Elektroautos wächst seit Jahren. Jetzt meldet Deutschlands größter Autoversicherer: Eine Rekordzahl an privaten Autobesitzern wechselt vom Verbrenner zum E-Auto – und jeder Vierte will umsteigen.
Bild: AUTO BILD/Christoph Börries
Die Mobilitätswende kommt ins Rollen: In den vergangenen Monaten stiegen so viele deutsche Autofahrer wie noch nie zuvor vom Verbrenner aufs Elektroauto um. Das hat die HUK-Coburg anhand von Hochrechnungen ihrer Versicherten-Datenbank ermittelt.
Im vergangenen zweiten Quartal, ergab die Berechnung, wechselten zwölf Prozent der Autokäufer vom Verbrenner auf ein Elektroauto. Das bedeutet: Jeder achte Autofahrer hat sich neu entschieden für einen vollelektrischen Antrieb. Ende 2025 waren es weniger als halb so viele.
Die HUK ist Deutschlands größter Autoversicherer. Mit rund 14,2 Millionen gelisteten Fahrzeugen deckt sie fast ein Viertel des Marktes ab – somit bildet der Kundenstamm des oberfränkischen Konzerns relativ exakt die Verhältnisse auf dem Gesamtmarkt ab.
Neuwagenfahrer klar in der Mehrheit
Besonders unter Neuwagenfahrern war der Wechsel-Wille hoch: Hier sprangen sogar rund 25 Prozent, also jeder vierte Autokäufer, vom Benziner, Diesel oder Hybriden auf ein neues Batteriefahrzeug um. Ende 2025 waren es lediglich 13,6 Prozent.
Unter Gebrauchtwagenfahrern haben sich rund acht Prozent der Autokäufer in diesem Zeitraum entschieden, vom gebrauchten Verbrenner aufs gebrauchte E-Auto zu wechseln. Das entspricht jedem zwölften. Auch hier hat sich die Zahl der Umsteiger seit Ende 2025 verdoppelt.
Viele wechseln wegen hoher Spritpreise
Als Ursache für diese schlagartig gewachsene Affinität zum alternativen Antrieb nennt die HUK-Coburg vor allem die sprunghaft angestiegenen Spritpreise infolge des Irankrieges. Das wird indirekt belegt durch eine weitere Datenanalyse: Unter den Vielfahrern, die jährlich 12.000 km und mehr zurücklegen, wechselten im zweiten Quartal deutlich mehr auf ein Elektroauto, nämlich 14,7 Prozent. Damit stieg etwa jeder siebte Vielfahrer auf ein E-Auto um.
Parallel zur Datenbankauswertung hat die Versicherung Führerscheininhaber befragt. Demnach plant bereits beinahe jeder Vierte (24 Prozent) den Umstieg auf ein Elektroauto. Mehr als ein Drittel davon wurden nur durch die Spritpreisentwicklung aufs E-Auto aufmerksam, die übrigen hat die Teuerung zumindest bewogen, zügig umzusteigen.

Der Irankrieg und die damit gestiegenen Spritpreise lässt jeden vierten Führerscheinbesitzer über den Kauf eines E-Autos nachdenken.
Bild: HUK-Coburg
Auch die allgemeine Sicht auf die Elektromobilität hat einen Wendepunkt erreicht: Erstmals sind mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) der Ansicht, Elektroautos seien "gut" oder sogar "sehr gut". In vorherigen Befragungen vertraten maximal 45 bis 48 Prozent diese Ansicht.

Die Nachfrage nach gebrauchten Elektroautos wuchs in den vergangenen Monaten stark an. Das hat steigende Preise zur Folge.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Elektro-Gebrauchtwagenpreise steigen
Die Trendwende hat einen Nebeneffekt: Erstmals sind die Preise für gebrauchte Elektroautos gestiegen, teilt Autouncle – eine Meta-Suchmaschine für Gebrauchtwagenportale – mit. Demnach ist der durchschnittliche Preis für vollelektrische Gebrauchtwagen im Juni um 15 Prozent höher gewesen als noch im März.
Aktuell stehen rund 20 Prozent weniger E-Gebrauchtwagen bei den Händlern als im Frühjahr, berichtet das Portal. Die Bestände erholen sich langsam. Kunden können also hoffen, dass die Preise für gebrauchte E-Autos zumindest nicht weiter steigen.
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