Deutschland ist im Elektrofieber, und alle machen mit. Alle? Nicht ganz. Toyota sperrt sich zumindest gegen den Trend der batterieelektrischen Fahrzeuge und präsentiert stattdessen die Neuauflage seines Brennstoffzellenmodells Mirai. Auch ein E-Auto, aber mit anderem Strom-Versorger. Wir erinnern uns an die erste Generation aus dem Jahr 2015. Eigenwilliges Styling, rustikale Manieren, fast 80.000 Euro teuer – so gingen im besten Jahr gerade mal 67 (!) Fahrzeuge an deutsche Kunden. Tesla verkaufte im selben Zeitraum über 9000 Model 3. (Wichtige Tipps für den Neuwagenkauf im Internet)

Beim Design macht der Mirai einen Riesenschritt nach vorne

Toyota Mirai
Gefällig: Das "nerdige" des ersten Mirai hat Nummer zwei komplett verloren, er wirkt fast wie ein Audi A7.
Bild: Toyota
Der neue Mirai soll mehr Kunden ködern. Das Design spricht dafür. Auf fast fünf Metern wirkt der Neue viel stimmiger, erinnert mit seinem Fließheck und den horizontalen Rückleuchten etwas an den Audi A7. Innen wartet dagegen die vertraute Toyota-Welt. Über die Optik der zerklüfteten Armaturen lässt sich streiten, über die gute Verarbeitung nicht. Hinten engen die Wasserstofftanks von unten und die abfallende Dachlinie von oben den Spielraum stark ein. Nur mit einigen Verrenkungen ist der Fond geentert, anschließend steckt der Kopf in der Dachmulde fest. Platz fünf eignet sich aufgrund des massiven Mitteltunnels nur für Kinder.

Eine Tankfüllung reicht dem Toyota für 650 Kilometer

Toyota Mirai
Ordentlich: Die 5,6 Kilo Wasserstoff in den drei Tanks reichen für bis zu 650 Kilometer.
Bild: Toyota
Den hat er, weil er auf der großen, für Hinterradantriebsfahrzeuge konzipierten GA-L-Plattform steht. Die beschert ihm neben dem stattlichen Radstand von 2,92 Metern vor allem ein gutes Fahrverhalten. Der Mirai ist jetzt viel mehr Camry als Prius. Sehr leise und weich summt er dahin. Von einem klassischen E-Auto unterscheidet ihn sein etwas gezügeltes Temperament. Er schießt nicht los, aber er drückt nachhaltig und linear. Nicht schlimm, die komfortablen Sitze geizen eh mit dem Seitenhalt, und die weitgehend mitteilungsfreie Lenkung animiert nicht zum Kurvenkratzen. So lässt sich auch die bei Tempo 175 abgeregelte Spitze verschmerzen. Deutlich nachgelegt hat Toyota dafür bei der Reichweite. Die drei Tanks fassen jetzt zusammen 5,6 Kilogramm Wasserstoff. Bei einem versprochenen Verbrauch von 0,79 bis 0,89 kg/100 km sollen so rund 650 Kilometer Reichweite zusammenkommen.
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* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist www.dat.de.
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Und tanken geht fast so schnell wie Sprit fassen, kein Vergleich zur Akku-Laderei. Noch mehr freuen dürften sich Kunden über die Preissenkung. Bei 63.900 Euro geht's los, das sind 15.000 Euro weniger als vorher. Zudem ist er umweltprämienberechtigt. Vielleicht ist die Zeit reif für den Brennstoffzellen-Mirai. (Unterhaltskosten berechnen? Zum Kfz-Versicherungsvergleich)
Das Fazit: Keine schädliche Akkuproduktion und tanken in fünf Minuten. Die Idee der Brennstoffzelle überzeugt wie der Mirai selbst. Negativ: noch wenige Tankstellen. AUTO BILD-Testnote: 2-
Technische Daten Toyota Mirai • Motor: Brennstoffzelle, Elektromotor • Spitzenleistung: 134 kW (182 PS) • max. Drehmoment: 300 Nm • Antrieb: Hinterradantrieb, 1-Gang-Getriebe • Länge/Breite/Höhe: 4975/1885/1470 mm • Leergewicht: 1900 kg • Kofferraum: 321 l • 0-100 km/h: 9,0 s • Vmax: 175 km/h • Tankinhalt: 5,6 kg H2 • Verbrauch: ab 0,79 kg H2/100 km • Abgas CO2: 0 g/km • Preis ab 63.900 Euro.

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Toyota Mirai (2020) im Test