Umfrage zur Markenbeliebtheit unter Elektroauto-Nutzern
Diese Elektroauto-Marken überzeugen die meisten Fahrer

Frage an E-Auto-Fahrer: Empfehlen sie ihre Marke weiter? Bei vielen Herstellern überwiegen zufriedene Kunden. Bei zwei Marken sagt die Mehrheit: Nein.
Bild: Getty
Wer über die Produktqualität Bescheid wissen möchte, fragt am besten die Nutzer. Diesem Motto folgt eine aktuelle Studie über Elektroautos des Uscale-Instituts. Exakt 4004 Besitzer von batteriebetriebenen Pkw wurden um Stellungnahmen zu den von ihnen genutzten Marken gebeten. Es ging nicht nur allgemein um Zufriedenheit – die Befragten wurden konkret um Erfahrungsberichte und Verbesserungsvorschläge gebeten.
Das Ergebnis zeigt, dass die Zufriedenheit der Menschen markenübergreifend seit Jahren kontinuierlich zunimmt. Doch je nach Marke gibt es Macken und Mängel, die – bei aller Liebe – den Nutzern auf die Nerven gehen. Dazu gehören auch grundsätzliche E-Auto-Probleme, die eine große Mehrheit der Besitzer ärgern. Die Studie wird seit 2018 jährlich erstellt.
Die häufigsten Kritikpunkte an E-Autos
Das betrifft vor allem das Laden: Fast drei Viertel der Befragten (71 Prozent) kritisieren Probleme beim Stromzapfen. Dazu gehören Schwierigkeiten, den Ladevorgang überhaupt zu starten, aber auch eine unerwartet niedrige Ladeleistung. Die Angaben betreffen also überwiegend öffentliches Laden.
Sehr oft kritisieren die Studienteilnehmer auch die Software in den Fahrzeugen – noch häufiger als 2025. Das betrifft allgemein die Konnektivität – also ein Aspekt, der nicht auf Elektroautos beschränkt ist – und insbesondere die App, die bei E-Autos über Ladestand informiert und zum Beispiel die Vorkonditionierung des Akkus aus der Ferne ermöglicht. Hier wünschen sich immerhin 39 Prozent aller Befragten, dass die Hersteller nachbessern. Die Software der Fahrzeuge allgemein halten sogar 44 Prozent für verbesserungsbedürftig, ebenfalls marken- und modellübergreifend.
Das meist bemängelte Feature im Multimedia-Display ist die Ladesäulensuche: Hier finden 56 Prozent der Nutzer, dass sie vom jeweiligen Hersteller nicht gut umgesetzt wurde.
Diese E-Auto-Marken begeistern Kunden
Welche Elektroauto-Hersteller finden bei ihren Kunden den meisten Rückhalt?
- XPeng: Ein überraschender Sieger im Popularitäts-Ranking ist der chinesische Hersteller XPeng: 82 Prozent der XPeng-Besitzer würden ihre Marke weiterempfehlen, ausdrücklich "nicht empfehlen" würde sie niemand! In fast allen Aspekten (Ladeleistung, Lademanagement, Reichweite etc.) liegt XPeng in Führung. Kritisiert wird lediglich die Routenplanung im Bordcomputer. Selten, aber häufiger als 2025 bemängeln Kunden die Reichweite.
- Tesla: Der Elektroauto-Pionier überzeugt in fast allen E-spezifischen Disziplinen, allen voran bei Software, Connect-App, Routenplanung und Verbrauch. Ein alter Tesla-Schwachpunkt hingegen bleibt die geringe Ladeleistung (beim Basismodell 170, sonst 250 kW): Mehr als jeder zweite Tesla-Fahrer ist damit unzufrieden.
- Skoda: Mit den Verkaufszahlen klettert auch die Zufriedenheit der Kunden. Der Elroq ist im Vergleich zum Elektro-Erstling Enyaq in der Wahrnehmung seiner Besitzer deutlich besser geworden. Nur Routenplanung und Software allgemein halten sie für verbesserungsbedürftig.
- Porsche: Mit der Ladeleistung (beim Macan bis zu 270 kW) sind Porschefahrer zufrieden, ebenso loben sie die hohe Verarbeitungsqualität. Software und insbesondere die Routenplanung liegen unter dem Gesamtschnitt.
- Hyundai: Die koreanische Marke hat sich im Vergleich zum Vorjahr im Kundenansehen verbessert, Reichweite und Ladeleistung finden besonderen Anklang.
- BMW: Bei der bayerischen Marke werden Software, die Connect-App ebenso wie Routenplanung und Lademanagement gelobt. Bei der Umfrage wurde noch kein Besitzer des neuen iX3 oder anderer Modelle der "Neuen Klasse" befragt – das Auto ist zu neu.
- Kia: Insbesondere die Reichweite kommt bei Kunden gut an, die Einschätzung zur Softwarequalität hat sich verbessert. Zehn Prozent der Kunden sind als Kritiker eher abgeneigt, eine Empfehlung auszusprechen.
- Polestar: Routenplanung und Connect-App sowie allgemein das Bedienkonzept überzeugen die Kunden. Verbesserungsbedarf sehen sie dagegen beim Verbrauch, bei der Softwarequalität und bei der Geräuschdämmung.
- Mercedes: Zum Zeitpunkt der Befragung war die neue MMA-Plattform mit den Modellen CLA und GLB schon im Markt. Teilnehmende Besitzer bescheinigen ihr großen technischen Fortschritt – insbesondere bei Reichweite, Verbrauch und Ladeleistung. Die Connect-App finden mehr Kunden gut als im Gesamtschnitt. Allerdings hat Kritik an der Software allgemein seit 2025 zugenommen.
Das halten Elektroauto-Fahrer von ihrer Marke
Das halten Elektroauto-Fahrer von ihrer Marke Marke Positiv Negativ XPeng 82 Prozent 0 Prozent Tesla 79 Prozent 6 Prozent Skoda 67 Prozent 7 Prozent Porsche 67 Prozent 9 Prozent Hyundai 63 Prozent 8 Prozent BMW 63 Prozent 6 Prozent Kia 61 Prozent 10 Prozent Polestar 58 Prozent 7 Prozent Mercedes 54 Prozent 13 Prozent Ford 51 Prozent 19 Prozent BYD 47 Prozent 9 Prozent VW 46 Prozent 14 Prozent Leapmotor 46 Prozent 7 Prozent Renault 44 Prozent 21 Prozent Cupra 38 Prozent 19 Prozent Volvo 37 Prozent 19 Prozent Smart 37 Prozent 26 Prozent Audi 37 Prozent 31 Prozent MG 30 Prozent 29 Prozent Fiat 24 Prozent 30 Prozent Opel 19 Prozent 50 Prozent
Das halten Elektroauto-Fahrer von ihrer Marke
Marke | Positiv | Negativ |
|---|---|---|
XPeng | 82 Prozent | 0 Prozent |
Tesla | 79 Prozent | 6 Prozent |
Skoda | 67 Prozent | 7 Prozent |
Porsche | 67 Prozent | 9 Prozent |
Hyundai | 63 Prozent | 8 Prozent |
BMW | 63 Prozent | 6 Prozent |
Kia | 61 Prozent | 10 Prozent |
Polestar | 58 Prozent | 7 Prozent |
Mercedes | 54 Prozent | 13 Prozent |
Ford | 51 Prozent | 19 Prozent |
BYD | 47 Prozent | 9 Prozent |
VW | 46 Prozent | 14 Prozent |
Leapmotor | 46 Prozent | 7 Prozent |
Renault | 44 Prozent | 21 Prozent |
Cupra | 38 Prozent | 19 Prozent |
Volvo | 37 Prozent | 19 Prozent |
Smart | 37 Prozent | 26 Prozent |
Audi | 37 Prozent | 31 Prozent |
MG | 30 Prozent | 29 Prozent |
Fiat | 24 Prozent | 30 Prozent |
Opel | 19 Prozent | 50 Prozent |
Diese E-Auto-Marken werden nicht positiv bewertet
Nach Mercedes beginnt – in etwa – die Zone der weniger zufriedenen Nutzer. Die folgenden Marken liegen nah oder unterhalb von 50 Prozent Empfehlungsrate. Zugleich äußert eine gravierende Zahl der Kunden fundamentale Kritik, würde also ihren Hersteller eher nicht weiterempfehlen.
- Ford: Hier hält zwar noch rund die Hälfte zu ihrer Marke, doch ihnen gegenüber sind sich 19 Prozent sehr sicher, dass sie "nicht" empfehlen. Kritisiert wird an vollelektrischen Ford-Produkten vor allem die Ladeleistung und die App.
- BYD: Weniger als die Hälfte der Besitzer sind von der chinesischen Marke überzeugt, und fast jeder Zehnte würde sie sicher nicht empfehlen. Was missfällt an der Marke? Kritisiert werden laut der Studie der Verbrauch und die Bedienung. Lob hingegen finden die App und die Software allgemein.
- VW: 14 Prozent würden ihr VW-Elektroauto nicht weiterempfehlen. Der ID.7 überzeugt mit besserer Reichweite, geringerem Verbrauch und höherer Ladeleistung als ID.3, ID.4 und ID.5. Software und Connect-App bleiben jedoch – wie schon in den Vorjahren – ein Kritikpunkt.
- Leapmotor: Ganz neu auf dem deutschen Markt und auch im Ranking. Im Bestand ist bisher fast ausschließlich der Kleinstwagen T03. Die Kunden loben seine – eher geringe – Reichweite, sind also mit dem Einsatzzweck als Pendler- und Stadtauto zufrieden. Kritisiert werden dagegen Bedienkonzept und insbesondere die Routenplanung. Die Ablehnungsquote liegt bei 7 Prozent.
- Renault: Rund ein Fünftel der Kunden (21 Prozent) ist distanziert von der Marke, das begründen sie mit geringer Ladeleistung und technischen Macken der Connect-App.
- Cupra: 19 Prozent würden die spanische VW-Tochter nicht weiterempfehlen. Die Ursachen liegen laut der Studie in zu geringer Ladeleistung sowie Problemen mit App und Software.
- Volvo: Auch die schwedisch-chinesische Marke enttäuscht 19 Prozent der Besitzer. Zwar haben sich Reichweite und Ladeleistung aus Sicht der Kunden im Vergleich zum Vorjahr verbessert, doch dafür gibt es mehr Kritik an der Software. Auch die Fahrzeugqualität und die Funktion der App finden wenig Anklang.
- Smart: Der Verbrauch ist vielen Nutzern zu hoch. Außerdem kritisieren viele die Routenplanung und allgemein Software sowie Bedienung. An Ladeleistung, Reichweite und Lademanagement gibt es laut der Studie nichts auszusetzen.
- Audi: Sympathie und Ablehnung halten sich bei Audi die Waage, fast ein Drittel (31 Prozent) würden die Marke nicht weiterempfehlen. Das Urteil zu Reichweite und Ladeleistung fällt dank der neuen Modelle A6 und Q6 e-tron zwar milder aus als im Vorjahr, doch Beschwerden über die Software haben zugenommen. Die Qualität allgemein und die App werden ebenfalls häufig beanstandet.
- MG: Auch über die chinesische SAIC-Tochter sind die Meinungen der User scharf geteilt. Auffällig viele sind mit Software und der App unzufrieden. Reichweite und Ausstattung der Elektroautos dagegen finden Akzeptanz.
- Fiat: Deutlich mehr Fiat-Elektroautofahrer sind eher "Kontra" als "Pro". Die Reichweite, beim weitverbreiteten Stadtauto Fiat 500 ohnehin eher gering, genügt vielen nicht. Auch das Lademanagement und die App halten viele für unbefriedigend.
- Opel: Die Hälfte aller Opel-Kunden (50 Prozent) würde ihre Marke nicht weiterempfehlen. 92 Prozent der befragten Opel-Besitzer berichten laut Uscale-Studie von Problemen mit der Connect-App. Auch das Lademanagement, die Software im Auto und die Bedienung allgemein haben große Schwächen.
Elektroauto-affine Studienteilnehmer
Die Daten hat die Marktforschungsagentur Uscale, auf Elektromobilität spezialisiert, im Juni und Juli 2026 online erhoben. Die insgesamt 4004 befragten Elektroauto-Besitzer stammen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – die Autos sind also unter weitgehend vergleichbaren Bedingungen unterwegs.
Im Übrigen sind es laut Axel Sprenger von Uscale "E-Auto-affine" Menschen, die sich mit der Technik beschäftigen und ihr gegenüber aufgeschlossener sind als der Durchschnitt der Bevölkerung.
Zugleich reflektiert die Studie auch wachsende Ansprüche der Elektroauto-Gemeinde: Hatten 2025 noch fast vier Fünftel (79 Prozent) der Befragten eine reale Reichweite von 400 km im Sommer für "gut" oder "sehr gut" befunden, stimmten dem in der neuesten Umfrage noch drei Viertel (75 Prozent) zu.
Nur noch 58 Prozent der Studienteilnehmer beurteilen eine Ladeleistung von 150 kW als "gut" oder "sehr gut", im vergangenen Jahr waren es noch 65 Prozent.
Fazit
Diese Studie könnte Neuwagenkäufern als Entscheidungshilfe dienen – nur sollte man dabei beachten: Es handelt sich bei den Empfehlungen der Eigentümer um äußerst subjektive Meinungsäußerungen. In der Tendenz sind sie indes aufschlussreich. Das betrifft zum Beispiel die bemerkenswerte Diskrepanz zwischen Skoda und Porsche ganz oben sowie den anderen VW-Marken eher im unteren Bereich. Zuletzt sollten hinsichtlich der Kritikpunkte Ladegeschwindigkeit und -leistung bedacht werden: Beide Faktoren sind zum Teil auch vom jeweiligen Ladesäulenbetreiber zu verantworten. Beim Wallbox-Laden spielen sie eher keine Rolle.
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