Vergleich Audi S3, BMW 130i M-Paket, Mazda3 MPS
Dreikampf in der Kompaktklasse

Drei Vertreter der 260-PS-Fraktion haben wir zum Test auf den Sachsenring gebeten. Obwohl sich im Segment der sportlichen Kompakten alles um den Golf GTI dreht, ist hier längst noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Mit Leistungswerten von 260 (Mazda3 MPS) und 265 PS (Audi S3, BMW 130i) steht unser Testtrio recht gut im Futter. Und mit mindestens 37.400 Euro muss man für die Eintrittskarte in die Welt der beiden Premiumgefährte Audi und BMW eine ganze Menge Scheine auf den Tisch legen. Dagegen nimmt sich der rund 10.000 Euro günstigere Mazda wie ein Schnäppchen aus, spielt aber in der gleichen Leistungsklasse. Kann der flinke Japaner auch im Vergleich mit den Konkurrenten aus Deutschland bestehen? Eine interessante Fragestellung, die auch noch von der unterschiedlichen Konzeption der drei Kontrahenten genährt wird. Denn hier treffen zugleich die drei wichtigsten Antriebsvarianten aufeinander.
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Der Mazda3 macht auf wild
Auch der BMW 130i wirkt mit M-Sportpaket von außen zwar etwas stämmiger, doch auch hier ist der Auftritt von zurückhaltender Natur. Deutlich knalliger setzt sich da der Mazda3 MPS in Szene. Mit auffälligem Dachspoiler, den beiden kräftigen Endrohren links und rechts und dem breiten Lufteinlass auf der Motorhaube markiert der Mazda den jungen Wilden neben zwei gesetzteren Gentleman-Sportlern. Im Innenraum der drei Kontrahenten geht es verhalten sportlich zu. Metallisch blitzende Zierringe um die Instrumente, wenigstens zum Teil belederte Sportsitze, Alu-Pedale oder zumindest eine M-Fußstütze wie im 130i sollen für eine sportive Grundhaltung der Insassen sorgen. Alle drei erlauben durch Einstellung von Lenkrad und Sitzen eine vernünftige Sitzposition und bieten genug Seitenhalt im Bereich der Schultern.
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Knapper Sieg für den Mazda3 MPS
Selbst das Anbremsen gelingt kaum, ohne in den Regelbereich des ABS zu geraten. Eine sehr gute Figur macht der BMW mit M-Paket. Dank Sportfahrwerk lenkt der 130i sehr präzise ein, ist lange neutral und quittiert enge Passagen mit leichten Heckschwenks. Das kippelige, schwammige Einknicken beim Einlenken, das die 1er von der Stange zeigen, ist dem M-Paketler fremd. Zudem bringt die feinfühlige Lenkung viel Spaß. Doch es reicht nicht für den BMW: Nach 1:45,44 Minuten steht die Uhr für den Audi S3, der 130i umrundet den Sachsenring etwas langsamer: 1:46,16 Minuten braucht der flotte Münchner. Und dann der Mazda: Mit wirkungsvollem verhindert der 3 MPS, dass beim Herausbeschleunigen aus Kurven zu viel Kraft am kurveninneren Vorderrad verpufft und setzt damit knapp die Bestmarke: 1:45,36 Minuten. Die gefühllose, in Mittellage träge und dann sehr spitz agierende Lenkung erschwert zwar eine saubere Linie, doch auf der Rennstrecke ist dem forschen Mazda der (knappe) Sieg nicht zu nehmen.
Fazit
Trotz seines vergleichsweise sehr straffen Fahrwerks und der übernervösen Lenkung – der Mazda3 MPS macht viel Spaß. Und das zu einem Preis, der die Konkurrenz ganz schön alt aussehen lässt. Die 2050 Euro für das M-Paket sind beim BMW 130i gut angelegtes Geld. Denn so wird aus dem braven 1er ein heißes Eisen. Das vorzüglich abgestimmte M-Sportfahrwerk und der grandiose Motor verhelfen dem Münchner zu Platz 2. Trotz bester Verarbeitung, eines harmonischen Turboaggregats und sehr agilen Handlings bleibt nur der 3. Platz für den Audi S3 Sportback. Dazu tragen auch der hohe Preis und der längste Bremsweg im Vergleich bei.
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