Die zehn beliebtesten Kompakt-SUVs im Test

Vergleichstest Kompakt-SUVs: Tiguan, X1, Kuga, Mokka X und Co

Die beliebtesten Kompakt-SUVs im Test

Tiguan, X1, Kuga, Mokka X, Q2, Quashqai, 2008, Captur, Tucson und CX-3: die beliebtesten kompakten SUVs im großen AUTO BILD-Vergleich!
Hochbeinig stehen sie da, mit Plastikplanken und fetten Rädern. Vor gepflegten Siedlungshäusern schinden sie mächtig Eindruck, versprühen Abenteuerlust und Verwegenheit. Manche machen jetzt halblang und geben offen zu, dass die hohe Sitzposition fürs Fahren viel wichtiger erscheint als die Offroad-Optik. Beides sind SUV-Kernkompetenzen. Und beides verlangt keineswegs nach echter Geländetauglichkeit oder Allradantrieb. Mit Vorderradantrieb sind sie höchst beliebte Mogelpackungen mit überzeugenden Verkaufszahlen. In der sandigen Steppe des Wilden Westen hätten sie wenig Glück, doch als Kleinstadt-Cowboys bieten sie viel Nutzwert und sparen mehr als nur eine Handvoll Dollar.
AUTO BILD zeigt, ob die zehn meistverkauften kompakten SUVs des Jahres 2017 halten, was sie versprechen!

VW Tiguan: Der Sheriff

Er verkörpert den Maßstab in der Kompakt-SUV-Klasse, ist durchdacht, wertig und wertstabil. Preislich ist er ebenfalls die Nummer 1.

Video: VW Tiguan (2016)

So gut ist der neue Tiguan

Der Tiguan kann sowohl praktisch als auch chic. Je nach Ausstattung wird er entweder zum modischen Stadtflitzer oder einem Meister des Alltags. Für 2545 Euro gibt es das R-Line-Exterieur: unter anderem Heckspoiler und Stoßfänger im R-Styling geben dem Sheriff das passende Stadt-Outfit. Soll es doch etwas rustikaler sein, empfiehlt sich das Offroad-Paket für 330 Euro (nur für den 2050 Euro teureren 4Motion). Mit Unterfahrschutz und Offroad-Stoßfänger beträgt der vordere Böschungswinkel dann 25,5 statt lediglich 18,3 Grad. Mit acht Motorversionen, die von 115 bis 240 PS reichen, bietet VW dem Tiguan-Käufer ein weit gefächertes Leistungsspektrum an.

Eine adaptive Fahrwerksregelung (1045 Euro), die den Wechsel zwischen sportlichem und komfortablem Abrollen auf Tastendruck erlaubt, und die zackig schaltende Doppelkupplungsautomatik (2025 Euro) runden das Angebot ab. Komfortable Sitze gestalten das Reisen angenehm, und auch die Fondpassagiere haben dank der längs verschiebbaren Rücksitzbank (Serie) keinen Anlass zur Klage. Viele Ablageoptionen und bis zu 1655 Liter Ladevolumen kommen ebenfalls der Tourentauglichkeit zugute. Ein doppelter Ladeboden für 190 Euro beseitigt die innere Ladekante und sorgt für eine fast ebene Fläche bei umgeklappter Rücksitzlehne. Den Tiguan gibt es ab 26.975 Euro als Benziner 1.4 TSI mit 125 PS. Wählt man unter den unzähligen Ausstattungsvarianten aus, ist dieses Kompakt-SUV sicherlich kein Schnäppchen, doch findet man am Ende seinen ganz persönlichen Kleinstadt-Cowboy.


VW Tiguan
Die Fakten Seit: 4/16 • ab 26 975 Euro • 4 Benziner (125 bis 220 PS), 4 Diesel (115 bis 240 PS) • Vorderradantrieb, 7 Allradversionen • 6-Gang manuell, 7-Gang-Doppelkupplungsautom. • 3 Ausstattungslinien
Benziner-Tipp Der 1.4 TSI ACT mit Zylinderabschaltung passt mit seinem kultivierten und leisen Lauf bestens zum Tiguan, erweiterbar um die Doppelkupplungs- Getriebeautomatik (2025 Euro).
Diesel-Tipp Von den vier Leistungsstufen des Zweiliter-TDI wird die 150-PS-Version den allermeisten Situationen vollauf gerecht. Einziger Diesel, für den der Allradantrieb 4Motion optional ist.
1.4 TSI ACT 2.0 TDI SCR
Motor / Hubraum R4, Turbo / 1395 cm³ R4, Turbo / 1968 cm³
Antrieb Vorderrad / 6-Gang Vorderrad / 6-Gang
Leistung 110 kW / 150 PS 110 kW / 150 PS
Drehmoment 250 Nm 340 Nm
Normverbr. / Abgas 5,8 l S / 132 g/km 4,7 l D / 123 g/km
0–100 km/h 9,2 s 9,3 s
Vmax 202 km/h 204 km/h
Preis ab 28.550 Euro ab 31.500 Euro

Opel Mokka X: Der Deputy

Wo's einen Sheriff gibt, ist der Deputy nicht weit – zumindest in Sachen Beliebtheit. Wir klären, ob der Hilfssheriff in der Lage wäre, das Amt des Tiguan zu übernehmen.

Video: Opel Mokka X (2016)

Gelungenes Mokka-Facelift?

Als er sich gerade an den Anblick luxusprotziger SUV vom Schlage eines Audi Q7 oder BMW X5 gewöhnt hatte, war Otto Normal noch nicht klar, dass er zum großen Auto-Glück selbst ein SUV benötigen würde. Bei Opel waren die Verantwortlichen weitsichtiger und präsentierten Ende 2012 mit dem Mokka eines der ersten Kompakt-SUV. Der Hochsitz – 70 cm überm Boden – mit der gedrungenen Statur erwies sich für Opel als Volltreffer. Mittlerweile hat der Mokka ein Facelift bekommen und trägt seitdem das X im Namen. Damit schmückt Opel Modelle, um deren zeitgeistigen SUV-Charakter zu unterstreichen: neben dem Mokka stehen Crossland X und Grandland X.
Trotz des nachgestellten X ist der Mokka kein Geländekünstler. Aber für 2000 Euro lässt er sich mit einer Lamellenkupplung ordern, die bei Bedarf Antriebskraft an die Hinterachse leitet. In Deutschland entschieden sich im vergangenen Jahr aber nur rund 18 Prozent der Mokka-Käufer für den Vierradantrieb. Die Überarbeitung tat dem Mokka gut. Die Tastenwüste auf der Mittelkonsole wich einem deutlich übersichtlicheren Bedienkonzept inklusive Touchscreen (Serie ab Edition). Und seitdem gibt's helle LED-Scheinwerfer (1405 Euro). Vertan wurde beim Lifting die Chance, dem Fahrwerk bessere Manieren beizubringen: Auf 18-Zoll-Rädern (490 Euro) rollt der Mokka poltrig ab – besser 17 Zoll wählen. An der Karosserie lässt sich mittendrin nichts Grundlegendes ändern, weshalb der Zustieg in die zweite Reihe aufgrund des sehr kurzen unteren Türausschnitts so unbequem bleibt wie zuvor.



Opel Mokka
Die Fakten Seit: 11/12, Facelift: 9/16 • ab 18 990 Euro • 3 Benziner (115 bis 152 PS), 2 Diesel (110 und 136 PS), 1 LPG (140 PS) • Vorder-/Allradradantrieb • 5-/6-Gang manuell, 6-Stufen-Automatik • 6 Ausstattungslinien
Benziner-Tipp Die 1,4-Liter-Benziner sind moderne Turbomotoren, ob 140 oder 152 PS spielt keine große Rolle. Wer auf eine spezielle Motor-Getriebe-Kombination Wert legt, hat ohnehin keine Wahl. Der 1,6-Liter-Sauger ist zahm.
Diesel-Tipp Opel bewirbt die 1.6 CDTI als Flüsterdiesel, das ist Marketing-Optimismus. Es sind und bleiben Diesel – mit einem ordentlichen Fahreindruck.
1.4 Ecotec Turbo 1.6 Ecotec Diesel
Motor / Hubraum R4, Turbo / 1364 cm³ R4, Turbo / 1598 cm³
Antrieb Vorderrad / 6-Gang Vorderrad / 6-Gang
Leistung 103 kW / 140 PS 81 kW / 110 PS
Drehmoment 200 Nm 300 Nm
Normverbr. / Abgas 5,9 l S / 138 g/km 3,9 l D / 103 g/km
0–100 km/h 9,9 s 11,9 s
Vmax 196 km/h 181 km/h
Preis ab 23.455 Euro ab 24.655 Euro

Renault Captur: Der Trapper

Der Captur lockt mit niedrigen Preisen Interessenten an und will dann mit attraktiven Paketen zum Geldausgeben verführen.

Video: Renault Captur vs. Peugeot 2008

Mit neuen Mini-SUVs gegen die Krise

Renault hat unseren Captur-Testwagen in der Topausstattung Initiale Paris geliefert. Die Luxuslinie gibt es seit dem Facelift im April 2017; zur Vollausstattung fehlen ihr lediglich Notrad & Wagenheber (100 Euro) sowie das Panoramadach (590 Euro). Zu den Extras an Bord zählen unter anderem die aufgrund der schlechten Übersicht sehr sinnvolle Rückfahrkamera (400 Euro) und die Voll-LED-Scheinwerfer (790 Euro, Paket) mit guter Lichtausbeute. Aber der Preis der Topausstattung liegt 66 Prozent oder 10.000 Euro über dem Einstiegspreis von 15.990 Euro. Das wäre zu verschmerzen, wenn mit dem Preisanstieg das 15.000-Euro-Gefühl reduziert würde.
Aber die Mankos der Basis finden sich natürlich auch hier: obenrum schlappe Downsizingbenziner; indirekte, immerhin leichtgängige Lenkung, und die schwächelnde Sitzheizung (290 Euro) durchwirkt kaum das dicke und straffe Nappaleder, welches es exklusiv für die teure Linie gibt. Stark eingeschränkt ist auch die Zugriffsmöglichkeit auf den ebenfalls mit dem Facelift ein geführten Totwinkelwarner. Dieser sinnvolle Helfer erfordert die Linie Intens (4100 Euro) nebst Technikpaket (1290 Euro). Aber der Captur hat auch seine Vorteile: Ab Werk kommt er mit einer um 16 Zentimeter längs verschiebbaren Rückbank. Der Kofferraum lässt sich so, ohne Umklappen der Lehnen, von 377 auf 455 Liter vergrößern. Außerdem bietet der Captur ein elf Liter großes Handschuhfach, das sich wie eine Schublade öffnet – an sich ein nettes Detail, aber bei besetztem Beifahrerplatz wenig praktikabel.

Renault Captur
Die Fakten Seit: 6/13, Facelift: 4/17 • ab 15 990 Euro • 2 Benziner (90 und 118 PS), 2 Diesel (90 und 110 PS) • nur Vorderradantrieb • 5-/6-Gang manuell, 6-Gang-Doppelkupplung • 5 Ausstattungslinien
Benziner-Tipp beide Benziner mit einer Literleistung von rund 100 PS und Nennleistung bei 5000 Touren. Die Motoren sind drehfreudig, für den 120-PS-Vierzylinder steht eine Doppelkupplungsautomatik (DKG) zur Wahl (1500 Euro).
Diesel-Tipp robuste Selbstzünder mit reichlich Drehmoment. Und das sollten Sie nutzen, Drehzahl mögen die Diesel nicht. DKG hier für 90 PS (1500 Euro).
TCe 90 dCi 110
Motor / Hubraum R3, Turbo / 898 cm³ R4, Turbo / 1461 cm³
Antrieb Vorderrad / 5-Gang Vorderrad / 6-Gang
Leistung 66 kW / 90 PS 81 kW / 110 PS PS
Drehmoment 140 Nm 260 Nm
Normverbr. / Abgas 5,1 l S / 114 g/km 3,7 l D / 98 g/km
0–100 km/h 13,1 s 11,4 s
Vmax 171 km/h 180 km/h
Preis ab 15.990 Euro ab 23.190 Euro

Nissan Qashqai: Der Marshall

Um die Verkaufszahlen auf hohem Niveau zu halten, verpasste Nissan seinem Bestseller Ende 2017 ein Facelift mit Mehrwert.

Video: Nissan Qashqai Facelift (2017)

Nissan wertet den Qashqai auf

Ehe zum Jahreswechsel 2018/19 ein komplett neuer Qashqai zu den Händlern rollt, bekam der Kassenschlager noch ein Facelift, das den Namen verdient. Außendesign, Innenraum und Fahreigenschaften wurden überarbeitet, um mit der immer größer werdenden Konkurrenz mithalten zu können. Die Frontpartie wirkt nun geschlossener und moderner, die Rückleuchten strahlen im 3D-Effekt. Aber auch unterm Blech hat Nissan ordentlich Hand angelegt. Radaufhängung, Dämpfung und Lenkung wurden überarbeitet. Zudem helfen geänderte Dämmmaterialien, die Dezibel im Innenraum zu senken. Und ja, das Erste, was während der Fahrt auffällt: Es geht deutlich ruhiger zu als im Vorgänger.
"Wir wollen auch Kunden ansprechen, die den Qashqai mit dem Audi Q3 vergleichen", heißt es bei Nissan selbstbewusst. Tatsächlich präsentieren sich die Materialien des Cockpits nun hochwertiger und ansehnlicher. In Sachen Platzangebot schlägt sich das 4,39 Meter lange SUV gut. Die neuen, kompakteren Monoformsitze sind nicht nur bequem, sie vergrößern auch den Platz im Fond. Der Kofferraum bietet ein Ladevolumen von 430-1585 Liter, und die Ladefläche ist eben, wenn man die Rückbank umklappt. Alles effizient und ohne viel Schnickschnack – diese No-Nonsense-Attitüde hat den Qashqai zur Nummer eins in Europa gemacht. Schleierhaft bleibt uns allerdings, wieso trotz erneuerter Navi-Bedienoberfläche weiterhin Connectivity-Highlights wie Apple CarPlay oder Android Auto fehlen. Trotzdem ist uns der Nissan einen Preis-Leistungs-Tipp wert.


Nissan Qashqai
Die Fakten Seit: 2/14, Facelift: 8/17 • ab 20.490 Euro • 2 Benziner (115 und 163 PS), 2 Diesel (110 und 130 PS) • Vorderradantrieb, eine Allradversion • 6-Gang man., stufenlose CVT-Automatik • 5 Ausstattungslinien
Benziner-Tipp Für Alltagsaufgaben im städtischen Umfeld ist der 116-PS-Benziner allemal gerüstet. Aber auch der kultivierte, laufruhige 1.6er ist ohne Vorbehalte zu empfehlen.
Diesel-Tipp Hier harmoniert der Qashqai als Vollwertauto am besten mit dem 130-PS-Motor. Damit eröffnet sich dann auch die Option auf den Allradantrieb (2000 Euro).
1.2 DIG-T 1.6 dCi
Motor / Hubraum R4, Turbo / 1197 cm³ R4, Turbo / 1598 cm³
Antrieb Vorderrad / 6-Gang Vorderrad / 6-Gang
Leistung 85 kW / 116 PS 96 kW / 130 PS
Drehmoment 190 Nm 320 Nm
Normverbr. / Abgas 5,6 l S / 129 g/km 4,4 l D / 116 g/km
0–100 km/h 10,6 s 9,9 s
Vmax 185 km/h 190 km/h
Preis ab 20.490 Euro ab 28.690 Euro

Audi Q2: Das Schlitzohr

Der Audi Q2 ist chic und teuer, da besteht kein Zweifel. Im Konkurrenzvergleich fällt es ihm schwer, seinen Preis zu rechtfertigen.

Video: Audi Q2 Fahrbericht (2016)

Erste Fahrt im Q2

Großer Plakettenkühlergrill, kantig-markantes Design und technoid-moderne Lichtsignaturen an Front und Heck: Der Q2 ist unverkennbar ein Ingolstädter. Audi-Fahrer schätzen üblicherweise den guten Qualitätseindruck und den hohen technischen Anspruch ihres Wagens, gepaart mit einem stets alltagsgerechten Nutzen. Hier hinkt der Q2 seinen Konkurrenten aber schwer hinterher. Sein Kofferraum ist kleiner als der des kürzeren Renault Captur. Seine Grundausstattung wirkt verschwindend gering im Vergleich zum Hyundai Tucson. Seine Kunststoffe sind nicht weicher und hochwertiger als die im Ford Kuga. Ferner: Alle genannten sind deutlich günstiger als der Audi; fast alle im Megatest bieten Raumverhältnisse, die eine ganze Fahrzeugklasse höher zu verorten sind.
Hinzu kommt eine Fülle von Aufpreisen, die nötig werden, um einen Q2 kommod auszustaffieren. So etwa die hochwertigen LED-Scheinwerfer, die dem SUV nicht nur zu prima Licht, sondern auch zur dynamischen Audi-Optik verhelfen, kosten 1245 Euro Aufpreis. Ohne sie blickt der Q2 weniger adrett aus Halogenaugen, die Sie im Alltag nur selten sehen werden. Den Käufern ist der Q2 die hohen Preise wert. Auch wenn er dies nach Punkten nicht rechtfertigen kann, sei ihm eine hochwertige Machart zugesprochen. Ein relativ geringes Leergewicht (1205 kg), wenig Luftwiderstand (cW = 0,30) und eine sehr saubere Verarbeitungsqualität sind wertvolle Feinheiten. Auch dem gut austarierten Fahrwerk ist kein Vorwurf zu machen. Letztlich überwiegt aber fast immer der Preisnachteil.

Audi Q2
Die Fakten Seit: 7/16 • ab 24 300 Euro • 3 Benziner (116 bis 190 PS), 3 Diesel (116 bis 190 PS) • Vorderradantrieb, 3 Allradversionen • 6-Gang manuell, 7-Gang-Doppelkupplungsautomatik • 3 Ausstattungslinien
Benziner-Tipp Der Einliter-Basismotor mit drei Zylindern entstammt dem VW Up! und passt dank quirliger Art gut zum Q2 als Stadtauto. Auf der Autobahn leisten die Vierzylinder aber spürbar mehr.
Diesel-Tipp Bekannter Konzern-TDI mit 1,6 oder 2,0 Litern. Schon der Kleine genügt in den meisten Fällen. Autobahnvielfahrer greifen gern zum 150-PS-Alleskönner. 190 PS müssen nicht sein.
1.4 TFSI cod 1.6 TDI
Motor / Hubraum R4, Turbo / 1395 cm³ R4, Turbo / 1598 cm³
Antrieb Vorderrad / 6-Gang Vorderrad / 6-Gang
Leistung 110 kW / 150 PS 85 kW / 116 PS
Drehmoment 250 Nm 250 Nm
Normverbr. / Abgas 5,5 l S / 124 g/km 4,4 l D / 114 g/km
0–100 km/h 8,5 s 10,3 s
Vmax 212 km/h 197 km/h
Preis ab 23.400 Euro ab 26.350 Euro

Ford Kuga: Das Fort

Seit 2012 ist der aktuelle Kuga fester Bestandteil im Ford-Portfolio. Er kombiniert erfolgreich US-Format mit europäischem Handling.

Video: Ford Kuga (2016)

Aufgepeppter Kuga

Mit gut 4,50 m gehört der Kuga zu den Größten in unserem Feld. Dazu passt sein selbstbewusstes Äußeres ebenso wie der großzügige Innenraum. Obwohl in und für Europa entwickelt, entsteht dadurch dieser erhabene SUV-Eindruck, den viele US-Dickschiffe vermitteln. Wenn der Fahrer weiß, dass der Wagen genügend Platz für alle Eventualitäten und den Komfort für tagelangen Highway-Verkehr bietet, erzeugt das einen sehr entspannten Fahreindruck. Der Clou: Der Kuga braucht dazu weder zwei Tonnen Leergewicht noch einen allzu großen Motor. Er fährt sich dem Plattformbruder Focus nicht unähnlich und lässt dank Torque-Vectoring selbst auf schmieriger Fahrbahn fast nie den Allradantrieb missen.
So vereint der Kuga charakterlich und fahrerisch das Beste aus zwei Welten. Seine wunderbar präzise Lenkung verhilft ihm zu einem wendigen, sehr souveränen Handling. Ebenfalls unamerikanisch: die lobenswert sparsamen und zudem kräftigen Dieselmotoren. Der 1,5-Liter-Benziner – im Fronttriebler mit 120 oder 150 PS erhältlich – ist kein Ausbund an Sparsamkeit, dafür mit feiner Laufruhe gesegnet. Bevor wir den Kuga, der im SUV-Mutterland Escape heißt, blindlings empfehlen, vergleichen wir ihn mit dem VW Tiguan. Der ist teurer, wirkt aber einen Tick moderner und bietet auch ein wenig mehr Platz. Ähnliches gilt für den ebenfalls sehr geräumigen Skoda Kodiaq, dessen Verkaufszahlen sich trotz des jungen Alters rapide unseren bewährten Top 10 nähern und demnächst auch dem Kuga Paroli bieten dürften.

Ford Kuga
Die Fakten Seit: 3/13; Facelift: 1/17 • ab 23.300 Euro • 3 Benziner (120 bis 182 PS), 3 Diesel (120 bis 180 PS) • Vorderradantrieb, 3 Allradversionen • 6-Gang man., 6-Gang-Doppelkupplung • 5 Ausstattungslinien
Benziner-Tipp Der 1,5-Liter-Turbo bildet von 120 bis 182 PS ein breites Spektrum. Er erledigt seine Aufgabe sehr leise und vibrationsarm, ist aber schon bei wenig Last alles andere als sparsam.
Diesel-Tipp Der Unterschied, der zwischen dem 1,5-Liter und seinen 2,0-Liter-Brüdern besteht, wird bei schneller Autobahnfahrt deutlich. Innerorts sind beide kräftig, ab 150 PS wird’s souveräner.
1.5 EcoBoost 1.5 TDCi
Motor / Hubraum R4, Turbo / 1498 cm³ R4, Turbo / 1499 cm³
Antrieb Vorderrad / 6-Gang Vorderrad / 6-Gang
Leistung 88 kW / 120 PS 88 kW / 120 PS
Drehmoment 240 Nm 270 Nm
Normverbr. / Abgas 6,3 l S / 145 g/km 4,4 l D / 115 g/km
0–100 km/h 12,5 s 12,7 s
Vmax 180 km/h 173 km/h
Preis ab 23.300 Euro ab 27.950 Euro

Hyundai Tucson: Der Planwagen

Hab und Gut über lange Strecken von A nach B transportieren – mit dem Tucson geht es komfortabel über Stock und Stein.

Video: Hyundai Tucson in Genf 2015

Der Tucson ist zurück

Wer bei Hyundai noch immer an billige Plastikwüsten aus Fernost denkt, hat noch nicht im Tucson gesessen. Vorbei sind die Zeiten, in denen schon beim Einstieg Mittelkonsole und Tür Geräusche von sich geben. Die Sitze sind bequem und bieten auch großen Passagieren ausreichend Platz, eine einstellbare Sitzauflage wäre optimal. Schalter rasten ordentlich ein und sind logisch angeordnet – langes Suchen ausgeschlossen. Innen ist, so kennt man es von Hyundai mittlerweile, alles sauber verarbeitet, Oberflächen aus Hartplastik wurden größtenteils verbannt. Für knapp 37.000 Euro ließ der Testwagen kaum Wünsche offen. Sitzheizung, Lenkradheizung, Klimaautomatik, Bluetooth, Smart Key, elektrische Heckklappe und etliche Assistenzsysteme sind dann mit von der Partie.
Der 1,6-Liter-Turbobenziner muss ordentlich arbeiten, damit die 1571 Kilo in die Gänge kommen; mit der Automatik gekoppelt dauert die Beschleunigung gefühlt Ewigkeiten, da hilft auch der Sport-Modus nicht. Die Lenkung dürfte mehr Feedback geben. Das Fahrwerk ist mit 19-Zoll-Rädern noch komfortabel, in flotten Kurven kommt der Aufbau ins Wanken. Das Infotainment mit Achtzoll-Touchscreen kennt weder Apple CarPlay und Android Auto, ist optisch ein wenig in die Jahre gekommen, reagiert aber zügig auf Eingaben. Kleines Manko: Die Lenkradtasten reagieren bei Bluetooth-Verbindung teils sehr langsam. Qualitativ fährt der Tucson nur knapp hinter den Deutschen, ist mit fünf Jahren Garantie und gutem Preis-Leistungs-Verhältnis eine echte Alternative.

Hyundai Tucson
Die Fakten Seit: 7/15 • ab 22.840 Euro • 2 Benziner (132 u. 177 PS), 4 Diesel (116 bis 185 PS) • Vorderradantrieb, 3 Allradversionen • 6-Gang man., 7-Gang-Doppelkupplung, 6-Stufen-Autom. • 4 Ausstattungslinien
Benziner-Tipp Rechte Spur und Tempomat auf 110 km/h: Wer sich hier erkennt, setzt auf den sparsamen Basisbenziner. Der Turbo mit 177 PS hat genug Wucht für eine zügige Beförderung.
Diesel-Tipp Unsere Empfehlung gilt dem 2.0 CRDi, der 136 PS leistet, verbrauchsarm seinen Dienst verrichtet und für die meisten Fällen ordentlich Reserven bereithält.
blue 1.6 GDI blue 2.0 CRDi
Motor / Hubraum R4, Turbo / 1591 cm³ R4, Turbo / 1995 cm³
Antrieb Vorderrad / 6-Gang Vorderrad / 6-Gang
Leistung 97 kW / 132 PS 100 kW / 136 PS
Drehmoment 161 Nm 373 Nm
Normverbr. / Abgas 6,3 l S / 147 g/km 6,0 l D / 156 g/km
0–100 km/h 11,5 s 12,0 s
Vmax 182 km/h 184 km/h
Preis ab 22.840 Euro ab 29.840 Euro

Mazda CX-3: Der Pistolero

Der Mazda CX-3 zieht schneller als sein Schatten um jede Ecke, feuert sechs Gänge locker aus der Hüfte und mitten ins Schwarze.

Video: Mazda CX-3 (2015)

CX-3 auf Erfolgskurs

Für uns ist der CX-3 eine gute Kaufempfehlung, obwohl er von allen Kandidaten im Megatest am wenigsten in das klassische SUV-Schema passt. Wie kommt das? Der SUV-Ursprung liegt in den USA bei der Alltags- und Straßendomestizierung schwerer Geländewagen. Das Produkt war so populär, dass schon bald reine Pkw auf den Markt drängten, die ihre Geländegängigkeit durch einen robusten Auftritt vorgaukelten – das trifft im weiteren Sinne auf fast alle in unserer Top 10 zu, nur nicht auf den Mazda CX-3. Er bietet nur eine SUV-Tugend: das leicht erhöhte Sitzen. Daran ist nichts auszusetzen, wenn auch der Einstieg durch die kleinen Türen nicht ganz so locker klappt.
Ansonsten lässt sich der CX-3 am ehesten durch seine englische Kategorisierung "Subcompact" beschreiben. Er basiert auf dem Kleinwagen Mazda 2, ist aber eine halbe Nummer größer. Diese Beschreibung mag zunächst verwirren, doch beschreibt sie genau den Reiz am kleinen Mazda. Er ist unerhört wendig und wieselt flink um alle Ecken. Dazu passt großartig der hellwache Zweiliter-Saugmotor und der – für einen Diesel – sehr spritzige Motor. Eine wundervoll handlich-flutschige Schaltung vollendet das Trio. Eine Automatik gibt es nur für Benziner; die 150-PS-Allradversion macht sich durch ihr Mehrgewicht fast obsolet. Nehmen Sie den handgeschalteten 120-PS-Benziner in der umfangreichen Center-Line für 2000 Euro. Damit erhalten Sie eines der spaßigsten Stadtautos unserer Zeit und überdies eine wilkommene Alternative zur Möchtegern-Allradoptik.

Mazda CX-3
Die Fakten Seit: 6/15 • ab 17.990 Euro • 2 Benziner (120 und 150 PS), 1 Diesel (105 PS) • Vorderradantrieb, 2 Allradversionen • 6-Gang manuell, 6-Stufen-Autom. (nur für Benziner) • 3 Ausstattungslinien
Benziner-Tipp Den Zweiliter-Sauger gibt es mit 120 oder 150 PS. Das Drehmoment ist identisch, der stärkere Motor ist an den gewichtstreibenden Allrad gebunden. Einfache Wahl: die quicklebendige 120-PS-Version mit viel Fahrspaß.
Diesel-Tipp Es gibt nur einen Diesel. Anders als die Benziner ist er verhältnismäßig gering verdichtet. Das hilft spürbar beim Sparen und bei der Drehfreude.
Skyactiv-G 120 Skyactiv-D 105
Motor / Hubraum R4 / 1998 cm³ R4, Turbo / 1499 cm³
Antrieb Vorderrad / 6-Gang Vorderrad / 6-Gang
Leistung 88 kW / 120 PS 77 kW / 105 PS
Drehmoment 204 Nm 270 Nm
Normverbr. / Abgas 5,9 l S / 137 g/km 4,0 l D / 105 g/km
0–100 km/h 9,0 s 10,1 s
Vmax 192 km/h 177 km/h
Preis ab 17.990 Euro ab 21.990 Euro

BMW X1: Pony-Express

Er kann wild und ungezügelt, aber auch entspannt und ausdauernd. Der X1 ist wie der Pony-Express aus dem Wilden Westen.

Video: BMW X1

Die Akte-X

Ja, ein dynamisches Auto sieht in der Regel anders aus, aber der BMW ist in der Klasse der kompakten SUV der Dynamiker. Zügig, ohne angestrengt zu wirken, zirkelt das kleinste SUV aus München durch die Kurven und vermittelt dabei viel Vertrauen. Dass die aktuelle Generation nun frontgetrieben ist, dürfte lediglich eingefleischte BMW-Fans stören. Der X1 erledigt seine Aufgaben jedenfalls souverän, auch wenn es dem Benziner 18i ein wenig an Durchzugkraft mangelt. Wer mehr auf das Thema Fahrspaß setzt, der greift besser zum 20i mit 192 PS. Die Wandlerautomatik dürfte im Komfort-Modus gern etwas zügiger in die Gänge kommen. Bodenwellen und selbst grobe Schlaglöcher pariert das kleine SUV gekonnt und schont so nicht nur das Kreuz.
Innen glänzt auch das kleinste BMW-SUV mit durchdachter Ergonomie. Gewählte Materialien und Verarbeitungsqualität geben keinen Anlass zur Klage. Auch beim Platzangebot gibt es nichts zu bemängeln, selbst Passagiere jenseits der 1,85 Meter sitzen bequem. Sehr erfreulich: Alles sitzt da, wo man es erwartet. Tagtäglich genutzte Funktionen wie die Sitz- oder Lenkradheizung, Lautstärke oder Klimaanlage, sofern vorhanden, haben noch mechanische Schalter und sind nicht in Menüs verschwunden. Kritik erntet der BMW für seinen hohen Grundpreis von 32.350 Euro. Für diese Summe gibt’s manche Konkurrenten aus Fernost nahe an der Vollausstattung. Eine gute Wahl ist der 18i aber dennoch; mit einigen Extras an Bord reisen Sie sorgenfrei durch die Republik.

BMW X1
Die Fakten Seit: 10/15 • ab 32.350 Euro • 4 Benziner (140 bis 231 PS), 4 Diesel (150 bis 231 PS) • Vorderradantrieb, 5 Allradversionen • 6-Gang manuell, 7-Gang-Doppelkupplungsautom. • 5 Ausstattungslinien
Benziner-Tipp Der 18i reicht für Stadtverkehr und fürs Gleiten auf der Autobahn. Kurvenräuber, die richtig Dampf brauchen, fahren den 25i mit 231 PS. Der bedankt sich dafür aber auch mit einem guten Schluck mehr aus dem Tank.
Diesel-Tipp Sparsam und gediegen beschreiben den 18d am besten. Pendler ohne Bleifußambitionen sind hier an der richtigen Adresse.
sDrive 18i sDrive 18d
Motor / Hubraum R3, Turbo / 1499 cm³ R4, Turbo / 1995 cm³
Antrieb Vorderrad / 6-Gang Vorderrad / 6-Gang
Leistung 103 kW / 140 PS 110 kW / 150 PS
Drehmoment 220 Nm 330 Nm
Normverbr. / Abgas 5,4 l S / 124 g/km 4,2 l D / 114 g/km
0–100 km/h 9,6 s 9,2 s
Vmax 205 km/h 205 km/h
Preis ab 32.350 Euro ab 34.800 Euro

Peugeot 2008: Der Outlaw

Peugeot verspricht die Dynamik einer Limousine, vereint mit der Robustheit eines SUVs. Was hat der kleine Löwe wirklich drauf?

Video: Peugeot 2008 (2017)

Es ist ein "PeugOpel"

Gut, eine Limousine erkennen wir im 2008 erstmal nicht – ein SUV schon eher. Allerdings steht Allradantrieb nicht im Programm. Macht nichts, Peugeot spricht beim 2008 von einem Urban-Crossover, also einem hochgelegten Kleinwagen für städtische Ansprüche. Sollte er sich doch mal auf einen Feldweg verirren oder unbefestigten Boden unter die Räder bekommen, hilft die optionale Traktionskontrolle weiter. Entwicklungspartner Bosch hat hier bemerkenswerte Arbeit geleistet. Dass das Grip-Control-System mit seinen Einstellungen für Schnee, Matsch und Sand tatsächlich funktioniert, zeigten unsere Fahrversuche in schlammigem Gelände. Der Effekt und Mehrwert des preiswerten Systems (200 Euro) hat uns überrascht.
Ähnlich funktional zeigt sich die simple Bedienung des 1040 Euro teuren, gut auflösenden Navigationssystems. Der ab der mittleren Ausstattung serienmäßige Touchscreen liegt angenehm im Fahrersichtfeld, was auch heutzutage keinesfalls selbstverständlich ist. Die Funktionstasten des serienmäßigen Tempomaten und der optionalen Sitzheizung müssen hingegen immer wieder aufs Neue erfühlt werden – der Tempomat hinter der linken Lenkradspeiche, die Sitzheizung seitlich versteckt am Sitzgestell. Auch Peugeots eigenwilliges Ergonomiekonzept mit winzigem Lenkrad und hoch positionierten Instrumenten spaltet die Gemüter. Dem einen passt es, der andere findet auch nach langem Experimentieren keine optimale Sitzposition. Weitere Kritik: Der Tankdeckel muss separat mit dem Schlüssel geöffnet werden – das nervt im Alltag.

Peugeot 2008
Die Fakten Seit: 4/13, Facelift: 04/16 • ab 17.800 Euro • 3 Benziner (82 bis 130 PS), 2 Diesel (99 und 120 PS) • 5-/6-Gang manuell, 6-Stufen-Automatik (PureTech 110) • nur Vorderradantrieb • 4 Ausstattungslinien
Benziner-Tipp Das Sauger-Trio mit 82 PS quält sich regelrecht, den 2008 voranzubringen. Dazu verbraucht es mehr als unsere Empfehlung: PureTech 110
Diesel-Tipp Beide Diesel passen gut zum 2008: 205 Nm in der 110-PS-Variante, 300 Nm mit der 120-PS-Software. Uns erscheinen 1050 Euro Aufpreis vertretbar, zumal der BlueHDi 120 sechs Gänge und die Topausstattung mitbringt.
PureTech 110 BlueHDi 120
Motor / Hubraum R3, Turbo / 1199 cm³ R4, Turbo / 1560 cm³
Antrieb Vorderrad / 6-Gang Vorderrad / 6-Gang
Leistung 81 kW / 110 PS 88 kW / 120 PS
Drehmoment 205 Nm 300 Nm
Normverbr. / Abgas 4,4 l S / 103 g/km 3,7 l D / 96 g/km
0–100 km/h 9,9 s 9,6 s
Vmax 191 km/h 192 km/h
Preis ab 21.250 Euro ab 23.800 Euro

Autoren: , Andreas Jüngling, André Huster, Christoph Richter, Jennifer Weinlein

Stichworte:

SUV Kompakt-SUV

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