Volkswagen: Alle VW ID.3 und andere ID-Modelle sollen bidirektional Laden
So werden E-Modelle von VW zum Stromspeicher für zu Hause

Der ID.3 und andere VW der ID-Reihe können jetzt bidirektional laden. Mit einer Solaranlage auf dem Dach lässt sich überzähliger Strom so im Fahrzeugakku speichern, um ihn später zu verbrauchen. Infos zu den VW-Plänen!
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Bidirektionales Laden ist das nächste große Ding in der Elektromobilität: Das Elektroauto kann dabei überschüssigen Strom aus der heimischen Solaranlage im Akku speichern und bei Bedarf zurückgeben, um damit Haushalt, Heizung oder Gartengeräte zu betreiben. Bisher können das noch nicht sehr viele E-Autos. Viele Volkswagen-Elektroautos aus der ID-Familie sind ab sofort auch dazu in der Lage.
Großer Akku befähigt zum bidirektionalen Laden
Konkret sind alle neuen Modelle mit dem großen 77-kWh-Akku zum bidirektionalen Laden fähig. Das sind der kompakte VW ID.3 Pro S, das elektrische Kompakt-SUV ID.4 ProMotion mit Allrad und die sportliche Topversion GTX, die Variante als SUV-GT ID.5 in allen Motorisierungen, der ID.7 Pro und der Elektro-Bulli ID. Buzz in der Kurzversion. Bedingung: Es muss bereits das Betriebssystem ID.Software 3.5 laufen.

Mit bidirektionalem Laden wird das Auto tagsüber zum Stromspeicher für überschüssige Energie, zum Beispiel aus einer Fotovoltaikanlage. Bei Nacht kann der Strom dann wieder genutzt werden.
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VW hat angekündigt, zukünftig über Software-Update over the Air (OTA), also von fern per Funk, die entsprechenden Voraussetzungen auch bei älteren ID-Fahrzeugen zu schaffen. Das soll bis Ende 2024 geschafft sein. Da allerdings die Internet-Abdeckung in Europa nicht überall gewährleistet ist, müssen einige tausend Fahrzeuge wohl dafür in die Werkstatt gerufen werden, sagte ein VW-Sprecher gegenüber AUTO BILD.
Vorläufig nur ein Anbieter-Produkt freigeschaltet
Allerdings ist es damit nicht getan: Üblicherweise sind Wallboxen mit bidirektionalem Laden überfordert – dazu braucht es eine besondere Ladestation sowie die dazugehörige Steuerungs-Anlage. Volkswagen bietet mit dem Partner Hager Energy eine Komplettlösung an: Also nicht nur das Elektroauto, sondern auch das System, um die reibungslose Abwicklung des routinemäßigen Hin- und Herladens zu gewährleisten.
Vorläufig sind die ID-Modelle nur zur Kommunikation mit dieser Anlage von Hager Energy der Baureihe S10 E COMPACT befähigt. Weitere Hauskraftwerke sollen später freigeschaltet werden. Die VW-Tochter Elli, spezialisiert auf Elektro-Services bereitet nach Angaben eines Konzernsprechers den Verkauf einer Wallbox zum bidirektionalen Laden vor. Nur die Fotovoltaik-Anlage müssen sich Autofahrer vorläufig anderweitig besorgen.

Volkswagen testet bidirektionales Laden bei einem Projekt im schwedischen Stenberg. Die ganze Siedlung wurde mit Elektroautos und der dazugehörigen Ladeinfrastruktur ausgestattet.
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Volkswagen nimmt an Pilotprojekt in Schweden teil
Volkswagen testet bidirektionales Laden seit 2021 bei einem Pilotprojekt in Schweden. Die Siedlung Stenberg im schwedischen Hudiksvall wurde komplett mit Elektroautos und bidirektionaler Ladeinfrastruktur ausgestattet. Aus dieser Erfahrung versichert VW, dass die hohe Speicherkapazität der 77-kWh-Batterie ausreiche, um ein Haus über mehrere bewölkte Tage hinweg mit Solarstrom zu versorgen.
Auch ist es möglich, bei entsprechenden Auto-Stromverträgen Energie zu Zeiten niedriger Tarife – also z.B. vormittags oder nachts – zu beziehen, im Auto-Akku zu speichern und in Zeiten höherer Preise, zum Beispiel abends, zu verbrauchen. Zur Abgabe ins Stromnetz (Vehicle to Grid) sind die Fahrzeuge aber noch nicht befähigt.
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