Was heute immer mehr infrage gestellt wird, war früher eine Selbstverständlichkeit: der Verbrennungsmotor. Und auch wenn die steigenden Kraftstoffpreise immer mehr Menschen ins Grübeln über Alternativen bringen, gibt es noch keinen Zweifel an der Vormachtstellung von Diesel und Benziner auf dem deutschen Automarkt. Und das über alle Fahrzeugklassen hinweg.
In dieser AUTO BILD-Bestenliste finden sich die besten Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor unter der Haube, vom Mildhybrid-Benziner bis zum Diesel.
Mercedes S 450 d
9.
1,8
gut

Für wen eignen sich Modelle mit Verbrennungsmotor?

Die Frage, welchen Antrieb das neue Fahrzeug haben soll, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Und in vielen Szenarien hat der Verbrenner trotz steigender Kosten noch die Nase vorn. Autos mit Verbrennungsmotor sind vor allem für Personen perfekt, die viel unterwegs sind, unterwegs auf maximale Flexibilität setzen und zu Hause keine Lademöglichkeit haben.
Typische Zielgruppen:
  • Vielfahrer und Personen, die sowohl beruflich als auch privat lange Strecken zurücklegen.
  • Großstädter, die keinen eigenen Stellplatz mit Ladeinfrastruktur haben.
  • Personen, die mit einem möglichst kleinen Budget ein gutes Fahrzeug kaufen wollen.
  • Hänger-Besitzer, die regelmäßig hohe Lasten ziehen müssen.

Neuwagen, Gebrauchtwagen oder Leasing – was passt zu wem?

Die richtige Wahl hängt stark davon ab, wie viel Budget Sie haben, wie lange Sie das Auto fahren wollen und wie wichtig Ihnen Sicherheit und Planbarkeit sind.
Ein Neuwagen lohnt sich, wenn Sie möglichst sorgenfrei unterwegs sein wollen: volle Garantie, neueste Assistenzsysteme und keine Vorschäden. Das passt vor allem, wenn Sie das Auto mehrere Jahre fahren möchten und bereit sind, den höheren Preis und den schnellen Wertverlust in Kauf zu nehmen.
Ein Gebrauchtwagen ist die beste Wahl, wenn das Budget knapp ist oder das erste Auto auch mal kleine Kratzer abbekommen darf. Für Fahranfänger ist das oft sinnvoll, weil die Einstiegskosten deutlich niedriger sind. Wichtig ist hier aber: genau hinschauen (Zustand, Historie), sonst können Reparaturen schnell teuer werden. Ideal sind häufig junge Gebrauchte mit Restgarantie.
Leasing passt, wenn Sie monatlich planen wollen und sich nicht um Wiederverkauf kümmern möchten. Sie zahlen eine feste Rate, fahren ein aktuelles Auto und geben es am Ende einfach zurück. Das lohnt sich besonders, wenn Sie gern alle paar Jahre ein neues Modell fahren. Der Haken: Das Auto gehört Ihnen nicht – Kaufoptionen werden sehr individuell verhandelt –, und bei Schäden oder Mehrkilometern können Zusatzkosten entstehen.
Kurz gesagt:
  • Neuwagen: maximale Sicherheit, aber teuer.
  • Gebrauchtwagen: günstigster Einstieg, aber mehr Risiko.
  • Leasing: planbar und bequem, aber ohne Eigentum.

BMW 540d xDrive – der Testsieger

Wie schön es sein kann, einen Diesel zu fahren, zeigt der BMW 540d xDrive im AUTO BILD-Test. Der 303 PS starke Dreiliter-Sechszylinder mit einem Drehmoment von 650 Newtonmeter überzeugt in zahlreichen Bereichen. Einer davon ist der Verbrauch: Im Test genehmigte sich die schicke 5er-Limousine nur 6,4 Liter auf 100 Kilometer.
BMW 540d xDrive
Der BMW 540d xDrive liegt mit seinen Adaptivdämpfern und der Integral-Lenkung verbindlich auf der Straße.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Doch wer einen 5er BMW fährt, will nicht unbedingt nur sparen. Da kommt es gelegen, dass der Reihensechszylinder im 540d spontan auf Bewegungen am Gaspedal reagiert, einen enormen Durchzug hat und in Kombination mit dem ZF-Achtgang-Automatikgetriebe einfach Spaß macht. Passend dazu stattet BMW den 5er auf Wunsch mit einer Hinterachslenkung aus, die der Limousine eine Extraportion Agilität verleiht. Zusammen mit dem Allradantrieb bleibt wirklich kaum ein Wunsch offen.
Ähnlich souverän präsentiert sich der 5er BMW im Innenraum. Zum guten Platzangebot gesellt sich eine hochwertige Ausstattung mit einem gebogenen Curved Display samt Touchscreen. Auch auf den iDrive-Controller in der Mittelkonsole muss der Fahrer nicht verzichtet.
Das überzeugende Gesamtpaket reicht am Ende zum ersten Platz in dieser AUTO BILD-Bestenliste. Wer also das nötige Kleingeld hat und sich den mindestens 71.900 Euro teuren 5er mit Sechszylinder-Diesel leisten kann (Testwagen-Preis: 87.840 Euro), wird diesen Schritt definitiv nicht bereuen.
Fahrzeug-Deals

BMW

540d xDrive Automatik

BMW 540d xDrive

TESTNOTE

1,5
BMW 540d xDrive

Opel Frontera 1.2 DI Turbo Hybrid 48V – Preis-Leistungs-Sieger

Inflation, Krisen und steigende Kosten bestimmen heutzutage unseren Alltag. Umso erstaunlicher, dass Opel mit dem Frontera ein Modell auf den Markt gebracht hat, das zu einem fairen Preis zu haben ist und gleichzeitig eine Menge bietet. Genau das demonstriert der Frontera 1.2 Direct Injection Turbo Hybrid 48V im Test. Mit einem Grundpreis von gerade einmal 25.700 Euro und einem Testwagenpreis von 27.700 Euro ist er ganz klar der Preis-Leistungs-Sieger dieser Bestenliste.
Opel Frontera
Im Testdurchschnitt genehmigte sich der Frontera 6,4 l/100 km, Verbräuche unter fünf Liter sind problemlos möglich.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Was beim neuen Opel Frontera sofort auffällt, ist die kantige Form mit den steilen Flächen. Dabei handelt es sich nicht um einen reinen Design-Kniff, die Karosserieform trägt auch zu einer optimalen Nutzung des Innenraums bei. Und das führt wiederum dazu, dass sich im knapp 4,40 Meter langen SUV sowohl Fahrer und Beifahrer als auch die Passagiere in der zweiten Reihe richtig wohlfühlen. Und auch das Kofferraumvolumen von 460 bis 1600 Liter kann sich für diese Klasse sehen lassen.
Neben dem niedrigen Anschaffungspreis kann der Frontera als 1.2 Direct Injection Turbo Hybrid 48V auch beim Unterhalt punkten. Im Test genehmigte sich der 136 PS starke Mildhybrid-Benziner faire 6,4 Liter Super auf 100 Kilometer. Mit einem sanften Einsatz des Gasfußes sind auch Werte unter fünf Liter möglich. Bei einem Blick auf die Preisanzeige der Tankstelle eine wichtige Erkenntnis.

Fahrzeugempfehlung

Opel

Frontera 1.2 Direct Injection Turbo

2,3
gut
  • Pro Iconlässt sich sparsam fahren
  • Pro Icongünstiger Einstiegspreis
  • Contra IconEinstieg hinten erschwert
  • Contra Iconnur einfache und wenig Fahrassistenz

TESTNOTE

2,3
Opel Frontera 1.2 Direct Injection Turbo

VW Tayron 2.0 TDI 4Motion 7-Sitzer – der Familien-Tipp

Platz, Platz und nochmals Platz. Genau das braucht man, wenn man eine Familie hat und vom stressigen Alltag bis hin zur Urlaubsreise alles meistern will. Okay, zuverlässig und komfortabel sollte das Familienauto natürlich auch noch sein. Der VW Tayron 2.0 TDI 4Motion zeigt im Test, dass er das Zeug dazu hat, um Familien stressfrei zu befördern.
VW Tayron 2.0 TDI 4Motion
Der 4,79 Meter lange Tayron ist der Nachfolger des Tiguan Allspace und steht auf der Quermotor-Plattform.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Unter der Haube des 4,79 Meter langen Siebensitzer-SUV steckt ein echter Klassiker aus dem Volkswagen-Konzern, der 2.0 TDI. Der Test-Tayron in der Leistungsstufe mit 193 PS ist automatisch auch mit dem Zuschalt-Allrad 4Motion ausgerüstet, der bei Fahrten abseits des Weges und bei schlechten Straßenverhältnissen hilft, sicher ans Ziel zu kommen. Das Drehmoment von 400 Newtonmeter sorgt für einen souveränen Vortrieb im 1,9-Tonnen-SUV.
Der Tayron punktet jedoch vor allem durch eine hohe Variabilität, tolle Platzverhältnisse und natürlich Gimmicks wie dem serienmäßig umlegbaren Beifahrersitz, der den Transport von bis zu 2,70 Meter langen Gegenständen erlaubt.
Auch die Verarbeitung und die Ausstattung des 63.725 Euro teuren Testwagens kann sich sehen lassen. Wenn dieser Betrag im Familienbudget drin ist, hat die Suche nach dem nächsten Familientransporter ein Ende.

Fahrzeugempfehlung

Tayron 2.0 TDI SCR 4MOTION DSG VW

VW

Tayron 2.0 TDI 4Motion 7-Sitzer

2,1
gut
  • Pro IconSparsam
  • Pro IconHohe Variabilität
  • Contra IconMade-in-Germany-Preisaufschlag
  • Contra IconKurze Garantie

TESTNOTE

2,0
VW Tayron 2.0 TDI 4Motion 7-Sitzer

So testet AUTO BILD

Wenn es vorrangig nur um den Antrieb geht, ist die Auswahl meist riesig. Denn Verbrenner sind in nahezu allen Klassen vertreten – vom Kleinstfahrzeug bis hin zum Luxus-SUV. Entsprechend müssen bei einem Vergleich unterschiedlichster Fahrzeugklassen zahlreiche Faktoren berücksichtigt werden.
Neben einem souveränen Antrieb müssen die Fahrzeuge im Test beweisen, dass sie auch auf langen Strecken mit Komfort und Alltagstauglichkeit überzeugen. Schließlich zählen nicht nur Kosten und Verbrauch, sondern auch, wie angenehm sich die nächste Reise gestaltet.
Im Fahrzeugtest kombiniert die Redaktion harte Messwerte mit authentischen Eindrücken aus dem Alltag. Erst die Verbindung aus Zahlen und Erfahrung zeigt, wie gut ein Auto wirklich ist.
Bewertet wird nach einem festen Schema mit sieben Hauptkategorien: Karosserie, Komfort, Antrieb, Fahrdynamik, Konnektivität, Umwelt und Kosten. In das Ergebnis fließen sowohl objektive Faktoren wie Beschleunigung, Verbrauch oder Bremsweg als auch subjektive Eindrücke ein – etwa Federungskomfort oder Bedienfreundlichkeit.
Wer am Ende ganz vorn stehen will, muss also mehr bieten als nur Tempo oder Effizienz. Entscheidend ist der beste Gesamteindruck.

Häufige Fragen zu Autos mit Verbrennungsmotor

Welche Arten von Verbrennern gibt es?

Verbrennungsmotoren finden sich in allen Fahrzeugklassen, von kleinen City-Modellen bis hin zu Luxus-Limousinen, Pick-ups und SUV.
Unterschiedliche Kraftstoffarten:
  • Benziner: Die Ottomotoren mit Zündkerzen nutzen Super-Benzin als Treibstoff und sind in der Anschaffung meist günstiger als Dieselmodelle. Sie sind zudem Basis für Voll- und Plug-in-Hybride.
  • Diesel: Die auch als Selbstzünder bekannten Dieselmotoren zeichnen sich durch einen niedrigen Kraftstoffverbrauch und ein hohes Drehmoment aus.
  • Gas: Es gibt zwei Arten von Gas-Antrieben: Erdgas-Fahrzeuge (CNG) und Modelle mit Flüssiggas (LPG) als Treibstoff. Beide Varianten werden kaum noch eingesetzt.

Was kosten Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor?

Wie hoch die Anschaffungskosten für ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor ist, hängt vor allem von der Fahrzeugklasse sowie der Ausstattung ab. Grundsätzlich sind derzeit vor allem Benziner günstiger zu haben als vergleichbare Modelle mit batterieelektrischem Antrieb oder einer Hybrid-Variante. Im direkten Vergleich mit Otto-Fahrzeugen kosten auch Dieselmodelle mehr.

Für wen lohnen sich Verbrennerfahrzeuge?

Autos mit Verbrennungsmotoren lohnen sich vor allem für Vielfahrer, die auf maximale Flexibilität aus sind und regelmäßig weite Strecken am Stück zurücklegen wollen. Auch in Regionen mit schlecht ausgebauter Elektro-Infrastruktur und wenn keine eigene Lademöglichkeit zu Hause zur Verfügung steht, lohnt sich der Griff zum Verbrenner.

Fazit

von Jens Borkum
Die Tage des Verbrenners sind gezählt? Von wegen. Für viele Menschen kommt eine komplette Elektrifizierung ihrer Mobilität aktuell noch nicht infrage. Sei es aus Kostengründen oder weil das eigene Fahrprofil schlichtweg nicht zur Realität der E-Mobilität passt. Deshalb werden Diesel und Benziner auch in den kommenden Jahren immer noch eine wichtige Rolle spielen. Und wenn man am Steuer eines BMW 540d xDrive sitzt, versteht man die Diskussionen rund um das Verbrennerverbot gleich noch weniger.