Neue SUVs: Kompaktklasse (bis 2020)

BMW X5 (2019) und Audi Q6 (2018): Vorschau

— 17.12.2015

Diese dicken Dinger elektrisieren

BMW setzt beim neuen X5 ab 2019 neben Benzinern und Diesel auf den Plug-in-Hybrid, der kommende Audi Q6 soll ab 2018 dagegen rein elektrisch fahren.

Geländewagen werden immer wichtiger für Autohersteller. Audi und BMW etwa sind Weltmeister, wenn es darum geht, jede noch so kleine Nische zu besetzen. Jetzt bauen die Ingolstädter wieder so ein Auto. Der Q6 geht als lupenreiner Crossover mit Coupé-Hülle durch. Und soll sich einen Namen machen als Öko-SUV. In der hohen Karosserie ist viel Platz für Batterien und für die Leistungselektronik. Auch BMW will mit dem neuen X5 einen weiten Effizienzsprung machen. Doch die Münchner fahren zweigleisig: Benziner und Diesel für die klassisch-konservative Kundschaft, der Plug-in-Hybrid soll die Schallmauer von 50 Gramm CO2 pro Kilometer durchbrechen.

Der Audi Q6 wird extrem windschnittig konzipiert

Außen SUV-Coupé, innen öko: Der neue Audi Q6 soll elektrisch bis zu 400 Kilometer schaffen.

Der Audi Q7 ist ein dicker Dino. Das Kontrastprogramm dazu heißt Q6, fährt elektrisch, ist schlank wie ein Porsche und nobel wie ein Bentley. Der Q6 fällt für einen Crossover ungewöhnlich strömungsgünstig aus. Die Vorgabe für den cw-Wert lautet "besser als 0,25", das Gewichtsziel für das Basismodell liegt bei 2200 Kilo. Dabei bleibt der Q6 ein Großserien-Derivat, das relativ problemlos auf einer bestehenden Montagestraße produziert werden kann. Der große E-Audi dockt an den Nachfolger des Q5 an. Das coupéartige Design ist deutlich flacher, als wir das von anderen Q-Modellen her kennen. Außerdem wird die Aerodynamik bis ins kleinste Detail optimiert, wobei Bremsen und Elektronik ganz unterschiedliche Anforderungen an die Kühlung stellen. Die Batterien sind zwischen den Achsen der im Vergleich zum Q5 stark modifizierten Hochbodenkonstruktion untergebracht.

Mehr Reichweite und Akku-Kapazität als ein Tesla Model S

Audi hat im vergangenen Jahr in Deutschland 255.582 Autos verkauft, etwa ein Fünftel davon waren SUVs. Am wichtigsten ist der kompakte Q3.

Die Leistung des Akku-Pakets soll bei rund 100 Kilowattstunden liegen, Tesla bietet beim Model S maximal 85 Kilowattstunden. Eine Mindestreichweite von 400 Kilometern, selbst unter härtesten Bedingungen, lautet das Ziel. Das Modul mit den Lithium-Ionen-Batterien belastet das Gewichts-Budget mit rund 650 Kilogramm. Damit die Fahrdynamik nicht allzu sehr leidet, soll der Q6 eine luftgefederte Einzelradaufhängung mit integrierter Höhenverstellung bekommen. So können Aufbau und Schwerpunkt bei hohem Tempo abgesenkt werden. Der Allradantrieb E-Quattro verzichtet auf eine mechanische Verbindung zwischen den Achsen. Stattdessen kümmern sich zwei E-Motoren um den Vortrieb. Die stärkere Maschine surrt im Heck und kann den Wagen auch im Alleingang fortbewegen. In Planung sind drei verschiedene Leistungsstufen zwischen rund 300 PS und deutlich über 400 PS. Materialqualität und Verarbeitung sollen auf einem Niveau mit dem Q7 liegen, beim Einstiegspreis muss mit etwa 60.000 Euro gerechnet werden.

Nächster BMW X5 auf neuer Plattform

Weiterentwicklung des Guten: Das neue X5-Design soll Evolution sein, nicht Revolution.

Nach sechs Jahren wird der 2013 vorgestellte X5 durch eine Neukonstruktion ersetzt. Das Baumuster mit dem Entwicklungscode G05 wechselt von der bisherigen Plattform auf die innovative Cluster-Architektur (CLAR). Leichter, steifer und flexibler lautet die Devise. Die Plattform dient für alle künftigen Crossover und Pkw vom 3er und X3 aufwärts. Die vierte X5-Generation soll nicht größer, aber geräumiger werden. Das neue Design wird sich durch eine deutlich bessere aerodynamische Stabilität bei gleichzeitig reduziertem Luftwiderstand auszeichnen. Mit der neuen Cluster-Architektur führt BMW einen skalierbaren Materialmix ein: je hochpreisiger das Auto, desto fetter die Rendite, desto leichter die teuren Werkstoffe. Für den X5 bedeutet das einen höheren Alu-Anteil, diverse gezielt eingesetzte Kohlefaser-Elemente sowie zusätzliche strukturierte Bleche und Kunststoff-Metall-Verbunde. Ebenfalls angedacht sind leichtere Achsen, miniaturisierte Bauteile wie Stellmotoren oder Klimakompressoren und eine gewichtsoptimierte Sitzanlage.

Benziner und Diesel benötigen deutlich weniger Kraftstoff

237.568 BMW wurden vergangenes Jahr in Deutschland neu zugelassen, darunter 58.468 mit dem Buchstaben X. Am wichtigsten: der kleine X1.

Das Basisfahrzeug soll statt 2070 nur noch 1980 Kilo wiegen und dank einer aktiven Wankstabilisierung ähnlich flink um Kurven räubern wie ein Sportwagen. Kaum ein BMW-Modell ist motorisch breiter aufgestellt als der X5. Das gilt auch für den Nachfolger, der wieder mit vier, sechs oder acht Zylindern zu haben sein wird. Die neuen Sechszylinder starten bereits im Oktober 2015 in der 7er-Limousine, der V8 wird gründlich überarbeitet und kommt mit 4,0 statt 4,4 Litern Hubraum. Für den M50d berichtet die Gerüchteküche von einem 408 PS starken Diesel mit vier Ladern (zwei davon elektrisch). Der X5 M erstarkt von 575 auf rund 600 PS. Die BMW-Hybrid-Palette beginnt demnächst beim Doppelherz-3er mit einem 60 kW starken E-Motor und endet beim Power-eDrive-Konzeptfahrzeug mit Range Extender, das in Summe bis zu 700 PS mobilisiert. Der aktuelle X5 wird noch in diesem Jahr mit einem Mix aus Zweiliter-Benziner und 70 kW starker E-Maschine erhältlich sein. Im rundum nachgebesserten X5 bringt es der Verbrenner dem Vernehmen nach auf 258 PS, der E-Motor legt auf 95 kW zu, und auch die Batterie bietet bei gleichen Einbaumaßen mehr Leistung.

Neue SUVs: Kompaktklasse (bis 2020)

Autor: Georg Kacher

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