Smart wird zehn Jahre alt

Smart fortwo Entwurf Smart fortwo

Smart wird zehn Jahre alt

— 04.09.2008

Glückwunsch, Smart!

Wer hätte das gedacht: Allen Unkenrufen zum Trotz hat sich der Smart zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. autobild.de gratuliert dem kultigen Kleinstwagen zum zehnten Geburtstag.

Am 3. September 1998 stellte Daimler den Smart fortwo (damals noch "City Coupé") vor: 2,50 Meter kurz, Mini-Motörchen, zwei Sitze, praktisch kein Kofferraum. Die Reaktionen waren höchst unterschiedlich. Während die einen im Smart die ultimative Lösung für den Stadtverkehr sahen, bezeichnete ihn der damalige Volkswagen-Chef Ferdinand Piëch als Elefantenrollschuh – hässlich, unpraktisch, unsicher. Zudem nervten der hohe Verbrauch und die Halbautomatik mit Schaltpausen und Nickbewegungen. Billig war der fortwo auch nicht, fürs gleiche Geld war immerhin ein viersitziger Kleinwagen vom Schlage eines Ford Ka zu haben. Dann war da noch der von der A-Klasse bekannte Elchtest – auch der Smart kippte ein halbes Jahr nach seinem Start um. Und heute? Da feiert der Smart fortwo seinen zehnten Geburtstag und ist längst zum Erfolgsmodell geworden. Zur Belohnung gibt es ein Geburtstags-Sondermodell. Die Smart fortwo "Edition 10" wird in einer limitierten Auflage von 500 Exemplaren produziert und steht ab Oktober 2008 beim Händler.

Stark wie Gozilla und ein cleverer Lückenfüller

Keine Angst vor großen Tieren: Ist der Parkplatz 2,70 Meter oder größer, rutscht der Smart in jede Lücke.

Die Ingenieure und Designer haben in den vergangenen zehn Jahren die Kinderkrankheiten des Ur-Smart längst behoben. Die zweite Generation, die im Frühjahr 2007 ihren Marktstart feierte, ist größer (999 statt 599 Kubik), sparsamer und vor allem komfortabler als ihr Vorgänger. Selbst Zweimeter-Riesen können in dem Stadtflitzer bequem sitzen, auch in punkto Sicherheit wurde nochmals Hand angelegt. Beim jüngsten Euro NCAP-Crashtest erreichte der fortwo vier von fünf möglichen Sternen. In einem TV-Werbespot made in USA trotzt der Kleine gar einem heftigen Fußtritt von Gozilla – eine Anspielung auf die noch strengeren Sicherheitsvorgaben auf dem US-Markt. In  Übersee wird der fortwo als konsequenter Spritsparer gerade neugierig beäugt, bei uns ist der Kleine längst Kult. Nicht zuletzt, weil er das Parken in den Großstädten revolutioniert hat. Wo früher maximal Platz für eine Mülltonne oder einen verlassenen Einkaufswagen war, steht heutzutage oft der kleine Parkkünstler. Mal längs, mal quer. In einigen deutschen Parkhäusern hatte man man eigens für den fortwo schon vor zehn Jahren spezielle Mini-Parkzonen eingerichtet, indem man eine normale Parklücke schlicht zweigeteilt hat. Die Revolution des kleinen Autos hatte längst begonnen.

Voll im Trend: Smart fortwo als Umweltengel

Klein und trotzdem sicher: Beim letzten Crashtest von Euro NCAP bekam der Smart fortwo vier von fünf Sternen.

Dass diese Platzspar-Eigenschaft nicht nur von Hausfrauen goutiert wird, drückt sich in den Verkaufszahlen aus: Binnen zehn Jahren wurden mehr als eine Million Exemplare des Zweisitzers gebaut. Inzwischen verdient Daimler sogar Geld mit dem Smart – nachdem die erste Generation stets ein Zuschussgeschäft war. Dickstes Plus des kleinen Schwaben: Der Smart liegt derzeit voll im Trend – im aktuellen Öko-Wahn feiern Kleinstwagen Konjunktur. Das Benzin wird immer teurer, das Umweltbewusstsein der Verbraucher immer größer. Unter diesen Aspekten kann der fortwo prima punkten: Die Diesel-Version des Smart stößt laut Hersteller nur 88 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer aus, der Durchschnitts-Verbrauch pendelt sich knapp über drei Liter pro 100 Kilometer ein. Das ist ganz weit vorne in der Branche.

Daimler vermarktet das Fahrzeug daher auch aggressiv als das "wahre Ökomobil" und dreht fleißig weiter an der Umwelt-Schraube. Stichhaltige Beweise: Ab Oktober 2008 sollen die beiden Benziner mit 61 und 71 PS durchgängig mit Start-Stopp-Automatik ausgerüstet sein, der 45-PS-Diesel erhält endlich ein geschlossenes Partikelfiltersystem. In London fährt bereits eine Flotte von 100 Smart mit Elektromotor. 2009 soll auch Berlin 150 E-Smarts bekommen. Zunächst nur in Deutschland und acht weiteren europäischen Ländern angeboten, ist der fortwo heute weltweit in 37 Ländern erhältlich – unter anderem in Südafrika, Taiwan, Hongkong, Mexiko, Australien, Malaysia und Kanada. 2007 wurde er über den Atlantik geschippert und feierte in den USA seinen Einstand. Seit Jahresbeginn wurden in Nordamerika mehr als 14.000 Smart verkauft. Reservierungen für weitere 30.000 Kleinstwagen liegen Daimler in den USA vor.

Angriff auf Fernost – Smart will China erobern

Kaum ein anderes Auto wurde so häufig verwandelt wie der kleine fortwo. Hier das Bigfoot-Monster "forfun".

Als nächsten Markt hat Daimler China im Visier, dort wird der Smart – sehr zum Ärger des Erfinders – bislang nur Kopie angeboten. Nachdem alle Ableger des kleinen Böblingers wie das Smart Coupé oder der erfolglose forfour eingestellt wurden, ist inzwischen in Stuttgart wieder von neuen Modellen die Rede. Auch andere Hersteller springen auf den Mini-Zug auf: Toyota kontert mit dem iQ, VW bringt den up!, Ford bastelt am A-Max. Doch noch ist der Smart fortwo mit seiner zehnjährigen Erfahrung der klare Platzhirsch in diesem Segment. Einen Rückblick auf zehn Jahre fortwo gibt es oben in der Bildergalerie.

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