Sportwagen mit Elektroantrieb

Sportwagen mit Elektroantrieb

— 05.12.2011

Coole Öko-Flitzer

Richtig Leistung, ohne die Umwelt zu verpesten? Das geht nur mit Elektro-Sportlern. Tesla hat den lautlosen Renner serienklar gemacht, jetzt zieht der Rest nach. Ein Überblick!

Supersportler gibt es reichlich. Egal ob Porsche, Ferrari, Aston Martin oder Lamborghini, all diese klangvollen Namen haben ein Problem: Sie stehen zwar für ausgesprochen schnelle Autos, subventionieren aber auch kräftig die Ölindustrie. Okay, wer sich einen Supersportler leisten kann, dem können Spritkosten meist schnuppe sein. Seit das grüne Gewissen aber Hollywood erobert hat – George Clooney zum Beispiel oder Leonardo di Caprio – haben Elektroautos in den oberen Zehntausend mächtig an Prestige gewonnen. Spätestens mit dem Tesla Roadster kam der Beweis, dass schnell nicht auch automatisch schmutzig bedeutet. Die erste Tesla-Generation wird mittlerweile zwar nicht mehr gebaut, er hat aber einen ganz neuen Trend gesetzt. Hier gibt's einen Überblick über die coolsten Sportwagen mit Elektroantrieb.

Tesla Model S und Fisker Karma

Der Roadster ist tot, es lebe das Tesla Model S mit bis zu sieben Sitzen und natürlich elektrisiert.

Auch wenn der Tesla Roadster Geschichte ist – Mitte 2012 werden die ersten Tesla Model S an US-Kunden übergeben. Diese können zwischen drei Akku-Größen wählen: Die kleinste Reichweite beträgt 256 Kilometer, diese Version soll umgerechnet rund 42.500 Euro kosten. Der größte Akku soll für 480 Kilometer reichen und kostet umgerechnet gut 57.000 Euro. Für alle, denen 5,6 Sekunden von 0 bis 100 km/h nicht schnell genug sind, wird es auch eine "Performance Version" der Sport-Limousine geben, die Tempo 100 in 4,5 Sekunden erreicht. Nicht rein elektrisch, aber sehr sauber fährt der Fisker Karma: Er hat ein Verbrennungstriebwerk und zwei Elektromotoren. Letztere sitzen an der Hinterachse, ziehen ihre Energie aus einem 20 kWh großen Lithium-Ionen-Akku, der an einer normalen Steckdose in sechs Stunden aufgeladen werden kann. Seine Kapazität genügt für rund 80 Elektro-Kilometer. Danach – oder beim Antippen einer Schaltwippe am Lenkrad – schaltet sich der 260 PS starke Turbobenziner unter der Motorhaube zu. 403 PS Systemleistung und 201 km/h Spitze gibt es zum Preis von 102.000 Euro.

Mercedes SLS AMG E-Cell

Da ist der Mercedes SLS AMG E-Cell schon konkreter. Der stromgetriebene Flügeltürer, der 2013 tatsächlich auf den Markt kommen soll, beschleunigt bereits jetzt in 4,0 auf 100 bzw. 11,0 Sekunden auf 200 km/h – dabei befindet er sich erst im Frühstadium seiner Entwicklung. Statt 571 PS des fossilen SLS sind es jetzt 533 PS, oder besser 392 Kilowatt. Schaltgetriebe? Fehlanzeige – eine fixe Übersetzung muss reichen, um die 12.000 Umdrehungen der E-Motoren straßenverträglich runterzuschrauben. Auspuff? Klar, fehlt. Preis? Fehlt auch noch – aber unter 250.000 Euro dürfte das elektrisierte Husarenstück nicht zu haben sein.

Porsche 918 Spyder

Auch Porsche setzt ein Zeichen. Und das in dreifacher Hinsicht: Mit dem 918 Spyder ensteht ein Sportwagen der Superlative. 767 PS PS stark, 320 km/h schnell, von 0 auf 100 km/h vergehen nur 3,2 Sekunden. Wahnsinn! Zwei Elektromotoren an den Vorderrädern steuern jeweils 80 kW zur Maximalleistung von exakt 767 PS bei, das soll den Verbrauch bei entsprechender Fahrweise auf bescheidene drei Liter Super Plus runterschrauben. Mittlerweile hat Porsche verraten, was der Technologie-Träger mit drei Herzen und Monocoque aus leichtem Kohlefaser-Verbundstoff (CFK) kosten soll: 768.026 Euro ruft Zuffenhausen für den Überflieger auf, damit wird der 918 Spyder wohl zum teuersten Serienauto Deutschlands. Die Produktion des 918 Spyder soll symbolträchtig am 18. September 2013 in einer manufakturähnlichen Fertigung im Porsche-Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen starten. Ausgeliefert werden die ersten Fahrzeuge ab November 2013. Wer hier sauber rasen will, der sollte schon mal den Sparstrumpf aufhängen.

Porsche Boxster E

Der E-Motor im Boxster E leistet 122 PS. Auf Knopfdruck ertönt digital erzeugter Motorsound.

Deutlich günstiger könnte der Porsche Boxster E ausfallen. Optisch unterscheidet sich der 4,32 Meter lange Elektro-Boxster auf den ersten Blick kaum vom Original: Ein loses Kabel, eine zusätzliche Anzeige auf dem Armaturenbrett, Schriftzug auf den Türen – das war's auch schon. Der E-Motor leistet 122 PS. Auf Knopfdruck ertönt digital erzeugter Motorsound. Die Fahrwerte (0 auf 100 km/h in 9,8 Sekunden, 150 km/h Spitze) klingen ebenso ausbaufähig wie die Reichweite von 170 Kilometern. Doch bisher ist der E-Boxster nur ein Versuchsträger – und eine Serienreife unklar. Die schien beim Lightning GT bereits seit 2009 beschlossen, bisher ist aber nur ein fahrtüchtiger Prototyp dabei entstanden. Design und Daten sind beeindruckend: zwei E-Motoren im Heck mit zusammen 300 kW Leistung. Der Antriebsstrang soll aus dem SLS E-Cell stammen. Die 44 kWh Energie werden in extrem teuren Lithium-Titanat-Akkus aus den USA gespeichert, die sich per Schnellladung in zweieinhalb Stunden aufladen lassen. Die Reichweite gibt der Hersteller mit 240 Kilometern an, Tempo 100 soll in weniger als fünf Sekunden erreicht werden. Ab Herbst 2012 sollen jährlich 250 Boxster E in Coventry entstehen und für rund 250.000 Euro verkauft werden.

Artega GT

Artega GT: Die Lithium-Polymer-Akkus sollen eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern garantieren.

Kleinserienhersteller Artega aus Delbrück bietet bereits eine E-Version des Artega GT an. Die Hinterräder des Artega SE werden von zwei E-Motoren (280 kW) angetrieben. Die Lithium-Polymer-Akkus (37 kWh) sollen eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern garantieren. Der SE ist mit 1400 Kilo nur zehn Prozent schwerer als der GT. Der Preis ist happig: ca. 180.000 Euro. Dafür wird man den Protoscar Lampo3 wohl nicht bekommen, wenn er denn in einer Kleinserie gebaut würde. Die Schweizer Technikschmiede denkt über eine Produktion nach, wenn die Nachfrage stimmt. Die beeindruckenden Daten der Flunder: Ein 120 Kilowatt starker E-Motor samt Reduktionsgetriebe an der der Vorderachse wird mit zwei weiteren Elektromotoren (je 150 kW stark) kombiniert. Real gemessene Fahrleistungen gibt es nicht.

Auf der IAA 2011 stand Brabus ganz besonders unter Strom: Dort feierte nämlich die erste rein elektrisch betriebene Mercedes E-Klasse Weltpremiere. Der Brabus E 4WD Full Electric, der kein einziges Gramm CO2 emittiert, legt dazu noch alles andere als bescheidene Fahrwerte an den Tag. Für den Vortrieb sind vier Elektromotoren, jeweils eine Einheit pro Rad, zuständig. Gespeist werden die von einem 56 kW starken Lithium-Ionen-Batterie-Pack, das je nach Verfügbarkeit intern oder extern geladen wird. Die elektrisch angetriebene E-Klasse macht mit immerhin 6,9 Sekunden im Sprint auf Tempo 100 und einer Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h (begrenzt) durchaus Gaudi. Bisher ist der Tuning-Stromer aber noch ein Einzelstück.

DeLorean und Rimac Concept One

Jetzt wird es kurios: Angeblich feiert auch der DeLorean DMC-12 ein Comeback – als Elektroauto, im Original-Look des DMC-12 von 1981 mit Flügeltüren und den typischen Rückleuchten, aber mit reinem Herzen. 2013 soll es so weit sein, sagt die DeLorean Motor Company (DMC) mit Sitz in Texas. Der Stromer aus Edelstahl soll rund 260 PS leisten und immerhin 200 km/h Spitze erreichen. Innen gibt sich der neue DeLorean zeitgemäß, sogar ein iPhone-Anschluss und ein modernes Navi sind drin. Einen Preis nennt DMC noch nicht. Und hier kommt noch einer mit einem dicken Fragezeichen: Der kroatische Konstrukteur Mate Rimac hat mit dem Concept One einen Stromer entwickelt, der von einem anderen Stern zu sein scheint. Premiere der Studie war auf der IAA 2011. Erste Eckdaten des Überfliegers lassen die Ohren klingeln: 1088 PS, 3800 Newtonmeter Drehmoment, von 0 auf 100 km/h in 2,8 Sekunden. Die Geschwindigkeit wird laut Rimac bei 305 km/h elektronisch abgeregelt. Jedes der vier Räder wird von einem eigenen, flüssig gekühltem E-Motor angetrieben. Die Batterien sollen eine Reichweite von 600 Kilometern ermöglichen.

Irmscher i Selectra

Falls Sie eine Schwäche für Purismus haben: Irmscher hat seinen Roadster 7 elektrifiziert und stellte das Ergebnis als Studie auf dem Autosalon in Genf 2011 vor. Der Stromer hört auf den Namen i Selectra, was für "Irmscher sportive elektrische Antriebe" steht. Seine Power bekommt er von einem 144-Volt-Gleichstrom-Motor, der es auf 238 PS bringt. Kurzfristig steht laut Irmscher ein Drehmoment von 800 Newtonmeter zur Verfügung – genug, um die breiten Schlappen am Heck in Rauch aufgehen zu lassen. Mit einer Ladung der Lithium-Eisen-Phosphat Zellen (LiFePo) soll der i Selctra immerhin 200 Kilometer weit kommen. Das hat seinen Preis: Wenn Irmscher den i Selectra in Serie bauen würde, wäre ein "Zielpreis unter 90.000 Euro" fällig.

ERA

Auf in den hohen Norden: Der Electric RaceAbout (ERA) aus Finnland hat mit 8,42 Minuten auf der Nürburgring-Nordschleife einen neuen Rundenzeitenrekord für Elektro-Autos mit Straßenzulassung aufgestellt. Der Elektro-Sportwagen ist ein Forschungsprojekt von Studenten. Angetrieben wird der ERA von vier Elektromotoren, die kontinuierlich 272 PS leisten und kurzzeitig sogar 449 PS generieren. So kann der 1720 Kilo schwere Finne in sechs Sekunden auf Tempo 100 und bis auf 244 km/h beschleunigen. In Serie wird es ihn wohl nie geben. Für Freunde des Besonderen eignet sich der MonoTracer-E 150, ein High-Performance Elektro-Kabinenmotorrad mit 220 PS, 1800 und Nm Drehmoment. 240 km/h sollen drin sein, der Spurt auf Tempo 100 gelingt unter vier Sekunden. Auch hier gilt: bisher nur eine Studie.

BMW i8

Zurück in die Heimat: Der BMW i8 soll 2013 für BMW die Zukunft mit einläuten. Vorne werkelt ein 170 PS starker E-Motor, hinten arbeitet dagegen ein turboaufgeladener Dreizylinder-Benziner mit 223 PS und bis zu 300 Newtonmeter Drehmoment. Diese Antriebsallianz lässt den i8 in 4,6 Sekunden auf Tempo 100 marschieren. Bei 250 km/h wird abgeregelt. Der Verbrauch soll bei 2,7 Litern liegen. Bis zu 35 Kilometer kann der i8 auch rein elektrisch gefahren werden. In weniger als zwei Stunden sollen die Energiespeicher wieder aufgeladen sein. Der Preis wird sicher nicht unter 100.000 Euro liegen. Noch mal 50.000 Euro mehr könnten für den Audi e-Tron fällig werden. Der elektrisierte Renner ruht auf einer verkürzten R8-Plattform, greift auch beim Design die Grundlinie von Audis Mittelmotor-Sportler auf. Die 470 Kilo schweren Lithium-Ionen-Batterien liefern den Saft für vier Motoren, die einzeln hinter den Rädern sitzen und es zusammen auf 313 PS bringen. Quattro? Ja, aber mal anders. 4,8 Sekunden bis Tempo 100 und 200 km/h maximal soll der e-Tron schaffen, wenn er 2013 kommt.

Hai E3

Das Haidlmair HAI E3 Electric Concept Car sollte bereits 2010 in Serie gehen, bisher gibt es nur vollmundige Ankündigungen.

Es gibt aber auch Elektro-Konzepte, die zwar optisch Lust auf mehr machen – aber technisch die Sinnfrage provozieren. So wie der Haidlmair Hai E3, der 2009 vorgestellt wurde. Der 3,81 Meter lange, 1,72 Meter breite und 1,13 Meter hohe Österreicher ist ein zweisitziger Roadster mit zwei Radnabenmotoren. Die zusammen 86 PS starken Magnetmotoren an den Hinterrädern sollen den Hai E3 mit einem Drehmoment von 520 Nm auf sagenhafte 130 km/h katapultieren und dank luftgekühlter Lithium-Polymer-Batterien mit einer Kapazität von 30 kWh eine Reichweite von 100 bis 150 Kilometern ermöglichen. Nicht wirklich flott, das Design macht den Ösi aber wenigstens optisch zum Sportflitzer. Die Serie war für 2010 angekündigt, bisher gibt es aber weder das Auto noch eine Preisansage.

Teewave AR.1

Der nächste Elektro-Exot ist weder sportlich, noch sieht er sportlich aus. Dafür kennt sich sein Schöpfer im Motorsport bestens aus: Ex-F1-Konstrukteur Gorden Murray kehrt zu seinen Wurzeln zurück und baut wieder einen Sportwagen. Bisher existiert nur ein Prototyp, der im Auftrag des Chemiegiganten Toray gebaut wurde. Besonderheit: Der "Teewave AR.1" getaufte Zweisitzer ist kein brachiales Sportgerät, sondern ein elektrischer Saubermann mit Mini-Gewicht. Optisch erinnert der Teewave stark an den Lotus Elise, er lässt aber mit 2,61 Metern Radstand exakt 31 Zentimeter mehr Platz zwischen den Achsen. Dazu ist der Prototyp mit nur 1,15 Metern Höhe extrem flach, in der Länge übertrifft er die Elise mit 3,97 Metern um ganze 18 Zentimeter. Laut Gordon Murray Design sprintet der E-Sportler in 11,4 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht 147 km/h Spitze bei nur 850 Kilo Gewicht. Der E-Motor leistet aber auch nur 64 PS und soll mit einer Batterieladung rund 190 Kilometer weit kommen.

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