Darum hält dieser VW Amarok ewig

VW Amarok als Kilometerfresser

— 15.12.2017

Darum hält dieser Amarok ewig

Der VW Amarok eines Spediteurs ist auf dem Weg zum Kilometer-Millionär. AUTO BILD verrät sechs Gründe, warum der Pick-up so klaglos Kilometer frisst!

➤ Kaum Kurzstreckenfahrten
➤ Maximal 100 km/h
➤ Keine langen Standzeiten, kaum Kaltstarts
➤ Regelmäßiger Service
➤ Vorausschauendes Fahren
➤ Keine hohen Drehzahlen

Von außen unterscheidet sich der VW Amarok von Hans Renger nicht von seinen Artgenossen, was angesichts der immensen Laufleistung verwundert: Der Pick-up hat satte 688.725 Kilometer(!) auf der Uhr. Wie der Wagen das bloß geschafft? Und wie muss man selber fahren, um das eigene Auto zum Kilometerkönig zu machen?

Nie auf der Kurzstrecke bewegt

Im März 2014 kaufte der Auto-Spediteur aus dem bayerischen Wassertrüdingen den Amarok als Neuwagen. Er ist seither im Schnitt mehr als 500 Kilometer pro Tag gefahren und wurde nie auf der Kurzstrecke bewegt. Zum Fototermin vor der AUTO BILD-Redaktion spulte Rieger auf dem Weg aus Bayern in die Hansestadt 630 Kilometer ab. Ein Klacks für den Autotransporteur!

VW Transporter im autobild.de-Gebrauchtwagenmarkt

 
Alle News und Infos zum VW Amarok

Maximal im Lkw-Tempo unterwegs

Normalerweise ist Hans Renger mit Hänger unterwegs.

Hans Renger transportiert edle Sportwagen und wertvolle Klassiker quer durch die Republik. Eine Corvette C1 von 1959, neue Porsche, alte Mercedes, Supersportler von Lamborghini oder Bentley. Sportlich ist allerdings nur die Fracht. Renger fährt immer im Lkw-Tempo, selbst wenn kein Hänger am Amarok hängt. Also maximal Tempo 100! Und zwar auch dann, wenn er mal ohne Anhänger unterwegs ist.
Diesel kaufen? Pro und Kontra

Über 700.000 Kilometer und kein Stillstand

Nach Ärger mit seinem ersten Amarok kaufte sich Renger einen zweiten. Der fährt und fährt und fährt.

Der 2.0 TDI in der Farbe "Honey Orange" ist seit März 2014 Rengers fester Begleiter. Es ist schon der zweite – der erste forderte bei 295.000 Kilometern einen zweiten Motor, der wiederum bei 750.000 den Dienst quittierte. Renger kaufte sich einen zweiten Amarok! Es schien, als sei der Wagen wild entschlossen, das schlechte Image der Baureihe zu rehabilitieren. Binnen zweieinhalb Jahren standen 580.000 Kilometer auf dem Tacho, Ende Oktober schon 700.000! Und ein Ende ist nicht absehbar.

Tipps für ein langes Autoleben

Ölwechsel im Halbjahrestakt

Kleine Inspektion: Auch von unten macht der Amarok eine gute Figur.

Rengers Wagen läuft und läuft und läuft. Um möglichst wenig Stopps zu machen, schmiert er sich vorher Butterbrote. Zwei Navis weisen dem Spediteur den Weg. Sicherheitshalber, man weiß ja nie. Probleme macht der Amarok kaum. Abgesehen von einem Schaden am Automatikgetriebe, das VW bei Tachostand 371.000 auf Garantie tauscht, geht in den Jahren außer Verschleißteilen nichts kaputt. Und selbst diese halten ungewöhnlich lange. Erst zwei Mal hat Renger die Bremsscheiben erneuert, der letzte Satz Reifen war erst nach 245.000 Kilometern runter. Zudem ist Renger sparsam. Seit Ablauf der Garantie macht er den Ölwechsel nur noch halbjährlich. Klingt gut, bedeutet in diesem Fall aber: alle 100.000 Kilometer. Den teuren Rußpartikelfilter erneuert er nur einmal in der ganzen Zeit, seitdem lässt er ihn alle 200.000 Kilometer für einen Bruchteil des Geldes freibrennen.

Vom 190er bis zum Golf II: Diese Autos halten ewig

Kilometer-Könige: Diese Oldies halten ewig

Vorausschauende Fahrweise und Tempomat

Selbst an der Zapfsäule denkt Renger wirtschaftlich, tankt selten voll und nur dann, wenn es wirklich billig ist. Den Verbrauch hält er trotz schwerer Anhänger im Schlepptau mit vorausschauender Fahrweise und hohem Tempomateinsatz bei unter neun Litern. Das schont auch das Material. Federn, Dämpfer, Buchsen, Gelenke, Lenkung: alles noch erste Garnitur. Genau wie Batterie, Auspuff, Kühler und Kopfdichtung. Mit seiner tadellosen Optik wäre der Pick-up Traumobjekt aller Tachobetrüger. Weder Steinschläge an der Front noch Sitze, Pedale oder Lenkrad lassen Rückschlüsse darauf zu, dass dieser Wagen rechnerisch mehr als 16-mal die Welt umrundet hat.

Nie höher als 2000 Touren gedreht

Immer schön gemütlich: Der TDI des orangefarbenen VW muss nie mehr als 2000 Touren drehen.

Der Lack glänzt, die Polster sind noch ganz. Nur die vorderen Felgen fallen auf, sie haben sich im Laufe der Zeit unter der Hitze verfärbt. Der Zweiliter-TDI knurrt vertrauenerweckend vor sich hin. Mehr als 2000 Touren musste er noch nie drehen. Der Ölverbrauch lag schon immer um 0,2 Liter auf 1000 Kilometer und ist auch nicht gestiegen. An die etwas dürftige Geräuschdämmung hat sich Hans Renger längst gewöhnt, auch als aufgerüschter "Canyon" bleibt der Amarok ein Nutzfahrzeug. Am Abend nach dem Fototermin bei AUTO BILD fährt Renger zurück zu seiner Familie. In anderthalb Jahren dürfte der Amarok die Eine-Million-Kilometer-Marke geknackt haben.

Darum hält dieser VW Amarok ewig

Autor: Malte Büttner

Stichworte:

Nutzfahrzeuge Pick-up

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Gebrauchtwagen