VW Polo VI (2017): Erlkönig

VW Polo VI / GTI (2017): Erlkönig, Motoren, Preise, Marktstart

— 18.08.2016

Frische Bilder vom neuen Polo

Der neue Polo wächst ab 2017 endgültig in Richtung Golf und wird eigenständiger. AUTO BILD hat Erlkönigbilder und erste Infos zum Polo Nummer sechs!

Am Heck des Erlkönigs ist noch alles verpackt. Trotzdem: Die sportliche Dachlinie ist dennoch gut erkennbar.

Erneute Sichtung: Die AUTO BILD-Erlkönig-Fotografen haben den kommenden VW Polo wieder erwischt – in der Basisversion mit Stahlfelgen und als GTI mit roten Bremssätteln. Überraschend, denn normalerweise testet VW seine Erlkönige streng abgeschirmt unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Bilder zeigen, dass sich beim Wolfsburger Kleinwagen in Zukunft einiges ändern wird. Die flache Motorhaube und die ausgeprägte Schulterlinie des Erlkönigs deuten auf eine frische und eigenständige Karosserie des neuen Polo hin – davon dürfte auch das kommende Polo-SUV profitieren. Die Dachlinie der sechsten Polo-Generation ist vergleichsweise flach, dadurch wirkt der Wagen sportlicher. Zudem kaschiert die neue Formensprache, dass der Polo erstmals die Viermeter-Marke knackt. Manche Polo-Kunden wären möglicherweise lieber beim kleineren Format geblieben, doch VW kann sich keinen Stillstand leisten – auch die Nachfolger von Fiesta und Corsa versprechen mehr Platz und Präsenz.
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Die Plattform - der Polo nutzt den MQB

Video: Erlkönig VW Polo (2016)

Polo wird erwachsen

Der VW Polo VI soll auf dem Genfer Salon 2017 enthüllt werden. Die Produktion beginnt im Frühsommer, die Auslieferung startet nach den Werksferien im August. Analog zum Golf wechselt auch der kleinere Bruder auf die modernere Modulplattform, MQB ("Modularer Querbaukasten") genannt. Die ist zwar aufwendiger und teurer, doch die hohen Stückzahlen und der Fertigungsverbund dürften den Mehraufwand in Grenzen halten. Während der Golf VII nach der Umstellung auf die neue Plattform fast 100 Kilo leichter war, liegt die Vorgabe für den neuen Polo bei 70 Kilo. Das Raumangebot profitiert nicht nur vom längeren Radstand, sondern auch von der umgestalteten Bodengruppe mit einer kompakteren Radaufhängung. Auch die neuen Sitze wiegen weniger. Gleichzeitig steht eine verbesserte Crashsicherheit im Fokus der Ingenieure. Auch der Vertrieb will die Kosten klein halten: Nicht mehr im Angebot sind ab Modelljahr 2018 der CrossPolo und der Blue GT. Der Nachfolger des CrossPolo heißt T-Roc und ist ein weitgehend eigenständiges SUV.

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Audi A1 Cabrio Citroen C3 Illustration VW Polo VI Illustration
Die Ausstattung – Oberklasse-Luxus gegen Aufpreis

Oberklasse-Extras: Der Polo wartet mit Schmankerln wie LED-Schweinwerfer, adaptivem Fahrwerk oder dem aus dem TT bekannten Active Info Cockpit auf.

Innen handelt es sich beim Polo VI im Prinzip um einen Golf mit zusätzlichem Pep, frischeren Farben und moderneren Oberflächen. Die Ausführung für Behörden und Mietwagenfirmen profitiert zwar kaum von der Rundum-Frischzellenkur, doch Privatkunden können künftig viele Oberklasse-Extras bestellen – so wie Opel das bei Astra und Corsa mit Erfolg vorgemacht hat. Die Liste der Verführungen ist lang. Neu im Angebot: LED-Scheinwerfer mit Kurvenlicht, Kessy (Zugang und Motorstart schlüssellos), alle gängigen Assistenzsysteme, das im neuen Audi TT erstmals gezeigte Active Info Display, Adaptiv-Fahrwerk mit größeren Rädern, Einparkautomatik und das R-Line-Paket.

Nach wie vor tabu bleibt ein Allradantrieb. Warum? Weil der 4Motion-Anteil selbst beim Golf nur schlanke 3,5 Prozent ausmacht. Allerdings taugt die neue Plattform prinzipiell für Allrad – und das Polo-SUV T-Roc bekommt ihn auch. Zwar erwartet VW auch hier keine riesigen Stückzahlen, ein SUV ohne Vierradantrieb kommt aber dennoch nicht infrage. 

Der Antrieb – Dreizylinder und vorerst keine E–Alternativen

In die Kategorie "bis auf Weiteres nicht lieferbar" fallen alternative Antriebe wie ein Plug-in-Hybrid und der E-Motor. Mittelfristig denkt VW aber über einen relativ günstigen Parallelhybriden (HEV) nach, der den Mixverbrauch mit seinem rund 10 kW starken Elektrobaustein von 5,0 auf 4,5 Liter drücken soll. Weil man damit kaum einen Voltverächter hinter dem Stromkasten hervorlockt, will VW in einem zweiten Schritt eine viel kräftigere E-Maschine einbauen, die in der Spitze kurzzeitig 65 oder sogar 100 Kilowatt mobilisiert. Der Vorteil: Im Normalbetrieb macht der Dreizylinder das Tempo, doch bei Bedarf verdoppelt sich schlagartig das Drehmoment und der Doppelherz-Polo geht ungefähr ab wie ein Golf GTI.

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Aktuell steht der Polo mit 14 verschiedenen Motorisierungen und vier unterschiedlichen Hubräumen im Prospekt. Ab 2017 fallen sämtliche 1,4-Liter-Aggregate, die 1,2-TSI-Maschinen und der 1,8-Liter-GTI aus dem Programm. Stattdessen werden kleine Benziner großgeschrieben. Sie ahnen es, wir sprechen vom 1,0-Liter-Motor mit drei Zylindern, der in vier Leistungsstufen mit 65, 75, 95 und 115 PS für mehr Effizienz sorgen soll. Ebenfalls durch Abwesenheit glänzen die BlueMotion-TSI- und Blue-TSI-Derivate. Die beiden stärksten Benziner sind künftig der 1,5 TSI mit 150 PS und der neue 2,0 GTI, der mit seinen 200 PS noch lange nicht ausgereizt ist.

Gerüchte, dass im kommenden Polo keine Dieselmotoren mehr angeboten werden, entbehren jeder Grundlage. Ganz im Gegenteil: Die 1,4-Liter-Dreizylinder werden durch sparsamere und durchzugskräftigere 1,6-Liter-Vierzylinder ersetzt, die es auf 80 und 95 PS bringen. Gemeinsam mit einer effizienteren Abgasreinigung will VW so das Schmuddel-Image des Selbstzünders loswerden. Zum Marktstart setzt VW wie schon beim Golf nur auf einen einzigen alternativen Antrieb: Erdgas. Der 1.0 TGI genannte Motor, ein Dreizylinder mit 90 PS, soll in der CO2-Bilanz nicht schlechter als ein Hybrid sein.

Der Preis – günstiger als bisher

Ziemlich viel neue Technik also – trotzdem will VW die Preise sogar leicht senken. Der neue Polo soll künftig bei etwa 12.500 Euro starten, derzeit geht es bei 12.600 Euro los. Geld will VW vor allem mit Extras aus der Aufpreisliste verdienen, nicht mit dem Mehr an Blech. Das kostet ja eh fast nichts.

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VW Tiguan XL Illustration VW Polo VI Illustration VW Golf VIII Illustration

VW Polo gebraucht ab 6000 Euro kaufen

Der Polo gehört seit Generationen zu den Lieblingen im Kleinwagen-Segment. 

Der Polo gehört im Kleinwagen-Segment zu den Lieblingen der Deutschen: Die Hausfrau will ihn, weil er so praktisch ist, die Studentin will ihn, weil er so schick ist und der Fahranfänger will ihn, weil er so beliebt ist. Gebrauchte Polo ab Baujahr 2009 (Vor-Facelift-Modelle) im gepflegten Zustand starten bei rund 6000 Euro. Dafür gibt es den kleinen Wolfsburger mit dem 1,2-Einstiegsbenziner mit 60 PS. Im Mittelfeld rangiert der 1,2-TSI mit 105 PS, der ab 8000 Euro zu haben ist. Für das Topmodell "WRC Street" mit 220 PS (Vmax 243 km/h!) müssen 20.000 Euro eingeplant werden. Die Diesel-Varianten starten bei 7000 Euro. Im Gegenzug steht der 1,2-TDI mit 75 PS in der Garage. Am oberen Ende der Leistungsskala rangiert ein 1,6-Liter-Aggregat mit 105 PS. Worauf sollten Interessenten achten? Bei den Benzinern gilt: Vorsicht vor den 1,2 und 1,4 TSI-Motoren – die Steuerkette kann hier teure Schäden verursachen. Hinzu kommen ein am Längsträger durchscheuernder Kabelbaum, ruckelnde DSG, zu niedrige Leerlaufdrehzahl des 1,2-TSI und Leistungsverlust an einigen Turbomotoren. Zu den harmloseren Problemen gehören defekte Scheinwerfer und spinnende RDKS-Systeme. 
Alles auf einen Blick: Gebrauchte VW Polo

Autoren: Michael Gebhardt,

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