Ora Funky Cat: Sicherheitsmängel am E-Auto werden behoben
Hersteller vom Ora Funky Cat löst Funken-Problem per Update
Das kompakte Elektroauto Ora Funky Cat kann bei falscher Bedienung am Ladestecker Funken sprühen, warnte kürzlich der ADAC. Der Hersteller hat jetzt die Lösung des Sicherheitsproblems und plant einen Rückruf.
Bild: AUTO BILD
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Funkenflug, Brandgeruch und langfristig Qualitätsmängel: Beim Testen des kompakten Elektroautos Ora Funky Cat aus China entdeckte der ADAC kürzlich ein Sicherheitsproblem in der Ladeelektronik. Jetzt ist es dem Hersteller gelungen, die Fehlfunktion über ein Software-Update abzustellen. In nächster Zeit werden alle ausgelieferten Ora Funky Cat in die Werkstätten zurückgerufen, um das Software-Update zu erhalten.
Seit wenigen Monaten ist das elektrische Kompaktauto Ora Funky Cat in Deutschland auf dem Markt. Kürzlich hatte der ADAC beim chinesischen Konkurrenten des VW ID.3 einen Mangel entdeckt. Die Experten vom Autoclub warnten umgehend vor einem Sicherheitsrisiko.
Konkret geht es um die Ladedose am Elektroauto, über die der Akku mit Energie versorgt wird. Üblicherweise verbindet man beim Ladevorgang den Stecker mit der Ladesäule oder Wallbox und schließt anschließend das Auto ab (bzw. es verriegelt sich und den Stecker von selbst). Beim späteren Öffnen wird aus Sicherheitsgründen automatisch der Ladevorgang unterbrochen und anschließend der Stecker entriegelt. So will es die Vorschrift DIN EN 62196-1:2015-06.
Beim Ora Funky Cat jedoch geschieht diese Unterbrechung des Ladens in bestimmten Situationen erst mit Verspätung, teilte der ADAC mit. Das führt dazu, dass man dann den Ladestecker mitsamt Ladekabel bereits abziehen kann, während noch Strom fließt. Was beim Smartphone oder anderen Kleingeräten kein Problem darstellt, kann beim Ora Funky Cat "im Extremfall einen Knall, Funkenflug und Brandgeruch" bedeuten. Erst 15 Sekunden nach Entriegelung wird der Ladestrom unterbrochen.
Der Schreck, den so ein Phänomen auslöst, ist dabei der geringere Schaden. Der ADAC weist darauf hin, dass es zu Verschleiß der Kontakte an Stecker und Ladedose kommen kann. Das wiederum kann zur Erhitzung der Kontaktflächen führen. Der ADAC hat Ora, eine Tochtermarke von Great Wall Motors, zum Abstellen des Mangels aufgefordert. Außerdem wurde das Kraftfahrtbundesamt informiert.
Ora reagierte sofort auf den Hinweis des ADAC. Zwar seien bisher von keinem der mehr als 68.000 weltweit verkauften Exemplare Funkenregen oder Brandgeruch gemeldet worden. Dennoch stimmte der Mutterkonzern Great Wall Motors mit dem ADAC überein, dass es sich um ein Sicherheits-Problem handelt.
Inzwischen wurde die betreffende Software an Bord überarbeitet, so dass beim Entriegeln des Autos augenblicklich der AC-Ladevorgang gestoppt wird. Im nächsten Schritt will Ora nun die Halter des Elektroautos informieren und in die Werkstätten bitten, damit die neue Software geladen werden kann. Over the Air, also per Funk aus der Ferne wie bei Tesla und neuerdings auch VW, ist es offenbar nicht möglich. Das Kraftfahrtbundesamt ist über die Maßnahme ebenfalls informiert.
Ora zufolge kann das Fahrzeug auch betrieben werden, wenn die Software noch nicht aktualisiert wurde. Dennoch empfiehlt der Hersteller Besitzern des Funky Cat: "Kunden sollten den Ladevorgang beim AC-Laden mit Typ-2-Stecker manuell an der Wallbox [bzw. Ladesäule, die Redaktion] beenden, bevor der Stecker vom Fahrzeug abgezogen wird."

Das Phänomen zeigt sich beim Wechselstromladen mit Typ-2-Stecker (Bild), nicht aber beim Schnellladen mit Gleichstrom.
Bild: dpa
Beim Schnellladen mit Gleichstrom wie auch beim Notladen an der Schuko-Steckdose tritt das Phänomen übrigens nicht auf, hier wird der Ladestrom wie vorgeschrieben sofort nach dem Öffnen des Fahrzeugs automatisch unterbrochen.
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