Gleich zwei TT-Studien – das Offroad-Concept für die Peking Motorshow im Mai 2014 und das Sportback Concept für den Pariser Salon im Oktober 2014 – wurden von Audi gebaut. Sie unterstreichen Audis Ambitionen, eine dritte Karosserie-Version des TT auf den Markt zu bringen. 2016 oder eher 2017 soll die dritte TT-Variante auf den Markt kommen. Nun loten die Bayern die Stimmungslage an der Basis aus und lassen die Showcars sogar in Cannes auf die Straße. Dort, wo sonst die Hollywoodstars über den rotten Teppich defilieren, flanieren deshalb jetzt zwei millionenschwere Einzelstücke über die Croisette.
TT-Q geizt nicht mit PLatz, bleibt sich dennoch treu
Der TT-Q dürfte dank 408 PS Systemleistung imposante Fahrleistungen ermöglichen. Die Power auszuloten, ist uns leider nicht gestattet worden.
Bild: Werk
SUVs liegen voll im Trend und deshalb zieht der kanariengelbe Offroad-TT die meisten Blicke auf sich. Nachdem Audi bei Q3 bis Q7 einer eher defensiven Styling-Schiene folgt, sieht der sportlich geschwungene Viertürer mit den großen Rädern, dem bulligen Bug und der knackigen Kehrseite einfach zu gut aus, als dass man ihn nicht ständig anstarren möchte. Außerdem gleitet er lautlos wie ein Ufo über die Uferpromenade, denn er verfügt über den Plug-in-Hybrid-Antrieb des A3e-tron, der für den Showeffekt freilich ein bisschen modifiziert wurde. Der Benziner leistet deshalb jetzt 292 PS, und weil ein SUV schließlich Quattro braucht, gibt es dank doppelter E-Motoren sogar Allradantrieb. So steigt die Leistung auf 408 PS und der TT-Q lockt mit imposanten Fahrleistungen. Würden die Begleiter nicht jeden Gasstoß mit einem bösen Blick quittieren, möchte man am liebsten ausprobieren, ob das Showcar tatsächlich in 5,2 Sekunden von 0 auf 100 sprintet und ob bei 250 km/h wirklich schon Schluss ist.
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Neue Audi (2023 bis 2030)
Dass man so schnell gar nicht mehr aussteigen möchte, das liegt auch an der einzigartigen Sitzposition. Denn auf der einen Seite fühlt man sich hier genauso vom Auto vereinnahmt wie im TT Coupé, weil alles auf den Fahrer zugeschnitten ist. Auf der anderen Seite hat man plötzlich so etwas wie Freiraum, kann aufrecht sitzen und gerade nach draußen schauen und sieht im Rückspiegel noch vor der kleinen Heckscheibe die zufrieden Gesichter der Hinterbänkler. Ja, auch der TT kann ein halbwegs praktisches Auto sein, ohne dabei gleich spießig zu wirken. Ein tolles Design, ein zukunftsfester Antrieb und als hochbeiniger Möchtegern-Geländewagen voll im Trend: Je länger man damit durch Cannes cruist, desto eher erscheint einem die Offroad-Studie als logische Fortführung des TT mit andern Mitteln – bis die Designer das Sportback Concept aus dem Laster lassen.
TT Sportback Concept kauert flach über der Straße
Das optisch überzeugendere Konzept? Eine Frage des Geschmacks. Bei der Fahrdynamik ist die Sache klar.
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Denn jetzt, wo der größte TT aller Zeiten im Dezembergrau der Cote d'Azur unterwegs ist, wirkt plötzlich auch das viertürige Coupé überraschend stimmig. Stimmig, das bedeutet in Zahlen: zwölf Zentimeter mehr Radstand, insgesamt 29 Zentimeter Längenzuwachs, sechs Zentimeter mehr Breite und drei Zentimeter weniger Höhe. Das Resultat: Der Fahrer fühlt sich am Steuer bestens mit der Straße verbunden. Beim Blick ins Virtual Cockpit findet man alle wichtigen Stilelemente des TT-Interieurs wieder. Aber genau wie die Offroad-Studie überrascht auch der Sportback mit spürbar mehr Platz. Nicht nur im Fond geht es deutlich geräumiger zu als im herkömmlichen Coupé. Sondern auch in der ersten Reihe genießt man mehr Kopf- und Schulterfreiheit. Und dass bei einem 400 PS starken Turbo hinter dem weit aufgerissenen Grill der Spaß nicht zu kurz kommt, versteht sich von selbst. Allerdings: Einmal die vollen 450 Newtonmeter abrufen? Einmal tatschlich in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 stürmen? Oder einmal hören, wie schrill der rotzig-rohe Sound erst wird, wenn der Vierzylinder-Turbo mal über 4000 Touren kommt? "Das lassen wir mal schön bleiben", sagen die Techniker an Bord mit einem Kopfschütteln, das allen Diskussionen ein Ende macht. Schade eigentlich.
Nach zwei Stunden verschwinden die Showcars wieder im Transporter und es beginnt eine Geduldsprobe, die gut und gerne zwei Jahre dauern kann. Aber anders als bei den meisten Filmen, die hier sonst in Cannes so präsentiert werden, ist bei Audi wenigstens ein Happy End versprochen. Zumindest für eine der beiden Studien.
Neue Audi (2023 bis 2030)
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Der neue Audi Q6 e-tron, der RS e-tron GT "Ice Race", das Facelift des Q8, Q7 und Co.: AUTO BILD zeigt alle neuen Audi-Modelle bis 2030! Audi RS e-tron GT "Ice Race"; Marktstart: Ende 2023. Zum 40. Jubiläum der Audi Sport GmbH spendieren die Ingolstädter dem RS e-tron GT ein auf 99 Exemplare limitiertes Sondermodell – mit optischen Details in Anlehnung an das GP Ice Race in Österreich.
Bild: AUDI AG
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Audi Q8 Facelift; Marktstart: Anfang 2024; Preis: ab 86.700 Euro. Audi verpasst dem Q8 ein Update. An der Kosmetik wurde dabei nur behutsam Hand angelegt, die größten Änderungen gibt's in puncto Software und Infotainment.
Bild: AUDI AG
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Audi Q6 e-tron; Marktstart: Anfang 2024. Als Pendant zum vollelektrischen Porsche Macan wird Audi den Q6 e-tron bringen. Bei Q5-Abmessungen soll er geräumig wie ein Q7 sein. 800-Volt-Bordnetz und knapp 500 Kilometer Reichweite sind möglich.
Bild: AUTO BILD / Larson
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Audi AI:me; Marktstart: 2024. Auf dem Weg zur E-Mobilität wird Audi künftig auf die Modelle A1 und Q2 verzichten, den neuen Einstieg dürfte dann eine baterieelektrische Variante des A3 werden.
Bild: Audi AG
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Audi A6 e-tron concept; Marktstart: 2024. Im A6 e-tron concept leisten zwei Elektromotoren (je einer an der Vorder- und Hinterachse) 350 kW (476 PS) und 800 Nm. Dank 800-Volt-Technik soll der Audi besonders schnell laden können.
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Audi R8-Nachfolger; Marktstart: 2024. Als Antrieb für den R8-Nachfolger wäre der Vierliter-V8 des Lamborghini Urus denkbar, der mit Hybridisierung auf rund 700 PS käme. Aber auch ein reiner Elektro-Antrieb ist nicht unwahrscheinlich.
Bild: Ronald Sassen / AUTO BILD
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Audi A6 e-tron Avant concept; Preis: über 90.000 Euro; Marktstart: 2024. Den elektrischen A6 wird es wohl auch als Kombi geben. Der würde mehr Kofferraum bei einer Reichweite von bis zu 700 Kilometern bieten. Auch ein 646 PS starker RS könnte kommen.
Bild: Audi AG
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Audi Q9; Marktstart: frühestens 2024. Audi plant ein noch größeres und luxuriöseres SUV als die Baureihen Q7 und Q8: Der Erlkönig des Q9 wurde bereits auf Testfahrt gesichtet.
Bild: CarPix
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Audi A4 e-tron; Marktstart: 2024. Unterbau für den elektrischen A4 könnte die PPE-Plattform aus der Zusammenarbeit mit Porsche sein. 800-Volt-Technik wäre damit gesetzt!
Bild: B. Reichel
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Audi A8-Nachfolger; Marktstart: 2025. Der A8-Nachfolger soll im Stil eines Shooting Brakes kommen. Das Auto soll autonom fahren und per Eye-Tracking bedient werden können.
Bild: Larson
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Audi A4 B10; Marktstart: 2024. Der kommende A4 soll die Lücke zu Mercedes C-Klasse und BMW 3er wieder schließen. Dabei soll er sich noch mehr am größeren A6 orientieren als bisher schon. Der Sechszylinder-Benziner dürfte nur im ...
Bild: Larson
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... RS 4 überleben und dank Elektro-Boost wohl nahe an die 500 PS herankommen. Auf der Dieselseite wird der V6 wahrscheinlich verschwinden, die Dreiliter-TDI könnten durch Hybrid-Vierzylinder mit bis zu 350 PS ersetzt werden.
Bild: Larson
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Audi Q5; Marktstart: 2024. Die dritte Generation des Q5 könnte auch die letzte sein. Kurz darauf möchte Audi nämlich nur noch elektrisch unterwegs sein. Der Q5 soll allerdings auch schon als Plug-in-Hybrid elektrifiziert sein.
Bild: Bernhard Reichel Car Design
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Audi Q7 Facelift; Marktstart 2024. Audis letzter Verbrenner könnte der große Q7 sein. Trotz allem wird die gesamte Motorenpalette elektrifiziert werden, vor allem Plug-in-Hybride werden eine Rolle spielen.
Bild: B. Reichel
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Audi Skysphere; Marktstart: 2025. Der offene Roadster soll fahrender Lounge-Sessel und aktive Fahrmaschine in einem Fahrzeug sein. Die Besonderheit des Showcars: Der Radstand ist variabel. Ob daraus ein neues Modell wird, bleibt abzuwarten.
Bild: Audi AG
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Audi Urbansphere; Marktstart: 2030. Mit der Studie will Audi das Stadtauto von morgen zeigen. Hier steht das Thema Privatsphäre im Vordergrund. Den Marktstart sieht Audi aber erst für das Jahr 2030.
Bild: Audi AG
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Audi e-tron GT Shooting Brake; Preis: über 100.000 Euro; Marktstart: ungewiss. Analog zum Taycan Cross Turismo wird Audi wahrscheinlich auch vom e-tron GT eine Shooting-Brake-Variante anbieten. Mit bis zu 646 PS würde er zu einem elektrischen Pendant des RS 6.