Die besten Mittelklasse-Limousinen im Test
Die goldene Mitte: schicke Mittelklasse-Limousinen

Limousinen sind echte Alleskönner: Sie verbinden hohe Alltagstauglichkeit mit Komfort und einer breiten Auswahl an Antrieben – und bieten meist auch ein elegantes Design. AUTO BILD hat Mittelklasse-Limousinen getestet und zeigt, welche Modelle die Nase vorn haben.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
- Jens Borkum
Limousinen sind die absoluten Klassiker des modernen Automobilbaus. Lange bevor SUV und Kombis um die Gunst der Käufer buhlten, prägten sie das Straßenbild und unser Verständnis vom Auto. Besonders beliebt sind bis heute Modelle der Mittelklasse: Sie sprechen eine breite Zielgruppe an und verbinden die typischen Komfort- und Fahrvorteile der Gattung mit einem vergleichsweise fairen Preis. Die wohl bekanntesten Vertreter der Mittelklasse-Limousinen sind der Audi A4, die Mercedes-Benz C-Klasse und der 3er von BMW. Zu den bekanntesten Vertretern zählen Audi A4, Mercedes-Benz C-Klasse und BMW 3er. Mit der Elektrifizierung hat die Klasse zuletzt jedoch spürbar Zuwachs bekommen.
AUTO BILD zeigt in dieser Bestenliste, welche Limousinen mit einer Länge zwischen 4,50 und 4,90 Metern im Test besonders überzeugen konnten. Dabei legen wir einen besonderen Fokus auf die Gesamtleistung, das Preis-Leistungsverhältnis, die Performance und die Sicherheit.
Für wen eignen sich Mittelklasse-Limousinen am meisten?
Von sportlich bis komfortabel – Mittelklasse-Limousinen sind extrem vielseitig. Fast jeder Hersteller setzt dabei eigene Schwerpunkte, entsprechend breit ist die Zielgruppe. Auch wenn sich Modelle mit größerem Kofferraum durchaus für kleine Familien eignen, müssen beim Platzangebot meist Abstriche gemacht werden. Dafür punkten Limousinen oft mit elegantem Design und nicht selten auch mit überzeugender Fahrdynamik.
Typische Zielgruppen:
- Geschäftskunden mit hohem Komfortanspruch
- Privatkunden, die Wert auf Design legen
- Familien mit ein oder zwei Kindern
- Vielfahrer, die hohen Fahrkomfort und niedrigen Verbrauch schätzen
Neuwagen, Gebrauchtwagen oder Leasing – was passt zu wem?
Die richtige Wahl hängt stark davon ab, wie viel Budget Sie haben, wie lange Sie das Auto fahren wollen und wie wichtig Ihnen Sicherheit und Planbarkeit sind. Ein Neuwagen lohnt sich, wenn Sie möglichst sorgenfrei unterwegs sein wollen: volle Garantie, neueste Assistenzsysteme und keine Vorschäden. Das passt vor allem, wenn Sie das Auto mehrere Jahre fahren möchten und bereit sind, den höheren Preis und den schnellen Wertverlust in Kauf zu nehmen.
Ein Gebrauchtwagen ist die beste Wahl, wenn das Budget knapp ist oder das erste Auto auch mal kleine Kratzer abbekommen darf. Für Fahranfänger ist das oft sinnvoll, weil die Einstiegskosten deutlich niedriger sind. Wichtig ist hier aber: genau hinschauen (Zustand, Historie), sonst können Reparaturen schnell teuer werden. Ideal sind häufig junge Gebrauchte mit Restgarantie.
Leasing passt, wenn Sie monatlich planen wollen und sich nicht um Wiederverkauf kümmern möchten. Sie zahlen eine feste Rate, fahren ein aktuelles Auto und geben es am Ende einfach zurück. Das lohnt sich besonders, wenn Sie gern alle paar Jahre ein neues Modell fahren. Der Haken: Das Auto gehört Ihnen nicht – Kaufoptionen werden sehr individuell verhandelt –, und bei Schäden oder Mehrkilometern können Zusatzkosten entstehen.
Kurz gesagt:
- Neuwagen: maximale Sicherheit, aber teuer.
- Gebrauchtwagen: günstigster Einstieg, aber mehr Risiko.
- Leasing: planbar und bequem, aber ohne Eigentum.
Tesla Model 3 – der Testsieger
Im AUTO BILD-Test demonstriert der Tesla Model 3 eindrucksvoll, was passiert, wenn ein Fahrzeug konsequent weiterentwickelt wird. Seit dem Marktstart der Baureihe vor acht Jahren hat sich viel geändert. Im Test fallen vor allem die geringeren Wind- und Abrollgeräusche ins Gewicht. Auch das überarbeitete Fahrwerk mit dem gelungenen Kompromiss aus Straffheit und Komfort sprechen für den vollelektrischen Tesla.
Tesla hat es bei der Gestaltung der Karosserie geschafft, ein schickes Fahrzeug zu kreieren, das modern aussieht, aber nicht mehr übertrieben futuristisch daherkommt. An das stark reduzierte Cockpit ohne klassisches Kombiinstrument oder viele Knöpfe müssen sich markenfremde Interessenten sicher erst gewöhnen.

Im Test präsentiert sich das Model 3 sportlich, hat aber auch in puncto Komfort und Fahreigenschaften nachgelegt.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Der wohl größte Pluspunkt des Tesla ist und bleibt aber der Preis. Mit einem Grundpreis von unter 45.000 Euro ist das Model 3 Maximale Reichweite RWD nicht nur günstig, sondern im direkten Vergleich zur deutschen Konkurrenz fast schon ein Schnäppchen. Im Test sind die Vergleichskandidaten BMW i4 eDrive40 und Mercedes CLA 250+ mehr als über 20.000 Euro teurer.
Gegenüber Limousinen mit Verbrenner punktet der Tesla Model 3 natürlich auch mit seiner Dynamik. Der 235 kW starke Elektromotor stellt ein Drehmoment von 450 Newtonmeter bereit und ermöglicht damit den Sprint von 0 auf Tempo 100 in 5,4 Sekunden. In dieser Kategorie reicht das in der Bestenliste zu Platz zwei hinter dem Hyundai Ioniq 6.
Als reines Elektroauto ist der Tesla Model 3 für die Elektroauto-Kaufprämie qualifiziert, damit gibt es eine staatliche Förderung zwischen 3000 und 6000 Euro. Die genaue Förderung bemisst sich u. a. nach Haushaltseinkommen und Anzahl der Kinder im Haushalt. (Kaufprämie jetzt hier berechnen.)
Mercedes CLA 250+ EQ – der Brems-Champion
Die batterieelektrische Version des neuen Mercedes CLA zeigt im Test, was moderne Elektroautos leisten können – und dass Mercedes-Benz auch ohne Verbrenner sein Handwerk versteht. Der CLA 250+ EQ fährt mit einem 200 kW E-Motor vor und überzeugt auf breiter Linie. Vom Durchschnittsverbrauch über die Verarbeitung bis hin zum Design – alles auf gewohnt hohem Mercedes-Niveau.
Dass es der vollelektrische Stern bei der Beschleunigung auf 100 km/h mit 6,7 Sekunden (Platz 6) eher gemütlich angehen lässt, kompensiert der CLA bei der Ladeleistung. Bis zu 320 kW sollen beim CLA möglich sein, – da schaut selbst Tesla genau hin. Unter optimalen Bedingungen lädt der CLA 250+ seinen Akku in nur 22 Minuten von 10 auf 80 Prozent und taugt damit auch für die Langstrecke.

Trotz seines Gewichts von 2046 Kilogramm punktet der CLA beim Bremsen.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Mit knapp über zwei Tonnen Gewicht (2046 Kilogramm) ist der CLA 250+ EQ alles andere als ein Leichtgewicht. Umso überraschender: In einer Disziplin setzt er sich souverän an die Spitze – beim Bremsweg. Im Schnitt kommt der elektrische Stuttgarter nach 33,8 Metern aus Tempo 100 zum Stillstand, klar Platz 1. Dahinter folgt der BMW 318 mit 34,2 Metern, Ioniq 6 und Tesla Model 3 teilen sich mit jeweils 35,6 Metern Rang drei.
Sicher, schick, alltagstauglich und mit moderner Ladetechnik ausgestattet – es gibt viele Argumente für den CLA 250+ EQ. Wer aktuell nach einem neuen Elektroauto sucht, sollte den Mercedes-Benz daher unbedingt in Betracht ziehen. Auch wenn der Preis alles andere als günstig ist: Im Test lag er bei über 66.500 Euro.
Als reines Elektroauto ist der Mercedes-Benz CLA EQ für die Elektroauto-Kaufprämie qualifiziert, damit gibt es eine staatliche Förderung zwischen 3000 und 6000 Euro. Die genaue Förderung bemisst sich u. a. nach Haushaltseinkommen und Anzahl der Kinder im Haushalt. (Kaufprämie jetzt hier berechnen.)
BMW 318i – der Kosten-Sieger
Mit dem BMW 318i schafft es auch ein Klassiker des Segments in die Bestenliste – und das ausgerechnet in einer Disziplin, die man beim 3er nicht unbedingt erwartet hätte: bei den Gesamtkosten. Im AUTO BILD-Test zeigte der BMW 318i, dass es beim Preis-Leistungs-Verhältnis nicht nur auf einen möglichst niedrigen Einstiegspreis ankommt, sondern auf das Gesamtpaket. Mit einem Grundpreis von 46.600 Euro lässt der Münchner in dieser Wertung die Konkurrenz hinter sich.
Mit einem Kofferraumvolumen von immerhin 480 Litern bietet die 3er Limousine genug Platz für den Wocheneinkauf und ermöglicht auch einer Kleinfamilie, die Koffer für die Fahrt in den Urlaub zu verstauen.

Der 3er BMW mit 156 PS starkem Benzinmotor unter der Haube zeigt, dass ein schickes Auto auch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben kann.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
In Sachen Fahrdynamik ist der 318i ein zweischneidiges Schwert. Einerseits liefert der Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 156 PS und 250 Nm eher überschaubare Werte. Andererseits macht der BMW beim Fahrverhalten vieles richtig und punktet mit präziser Lenkung und klassischem Heckantrieb. In Verbindung mit dem M Sportpaket leidet allerdings der Komfort etwas unter der straffen Fahrwerksabstimmung.
Bei den Kosten spielt aktuell noch ein weiterer Faktor eine große Rolle: der Verbrauch. Im AUTO BILD-Test kam der 318i bei zurückhaltender Fahrweise mit 5,8 Litern Super auf 100 Kilometer aus, im Schnitt waren es immer noch faire 7,0 Liter. Damit schafft der 3er mit einer Tankfüllung über 840 Kilometer.
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Hyundai Ioniq 6 – der Beschleunigungs-Sieger
Der Hyundai Ioniq 6 überzeugt im Test in vielen Bereichen – doch in einer Disziplin setzt er sich sogar an die Spitze: Der Hyundai Ioniq 6 84 kWh Allrad ist der Beschleunigungs-Champion. Aus dem Stand beschleunigt die vollelektrische Limousine in nur 5,2 Sekunden auf Landstraßentempo und lässt damit auch Tesla Model 3 (5,4 Sekunden) und BMW i4 (5,6 Sekunden) hinter sich.
Die Basis für diese starke Performance ist der Antrieb des Koreaners: Zwei Elektromotoren liefern eine Systemleistung von 239 kW (325 PS) und ein maximales Drehmoment von 605 Nm. Das 84-kWh-Batteriepaket ermöglicht trotz der sportlichen Werte – zumindest unter optimalen Bedingungen – eine Reichweite von bis zu 570 Kilometern.

Dank des tollen cw-Wertes, der hohen Leistung und der gelungenen Abstimmung sprintet der Ioniq 6 besser als die Konkurrenz.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Und selbst wenn der rechte Fuß zu schwer wird und die Reichweite schrumpft, hat der kürzlich überarbeitete Ioniq 6 ein starkes Argument: Dank 800-Volt-Technik und bis zu 260 kW Ladeleistung lädt der große Akku in nur 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent.
Mit seinem Äußeren mag der Hyundai Ioniq 6 polarisieren. Das windschlüpfige Design erfüllt aber einen Zweck und verschafft dem Koreaner viele Vorteile. Dank des geringen cw-Wertes von 0,21 bietet der Ioniq 6 kaum Angriffsfläche – das hilft beim Verbrauch und sorgt dafür, dass der Ioniq 6 auch bei Autobahntempo angenehm leise bleibt. Ob das den recht hohen Grundpreis von über 60.000 Euro rechtfertigt, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Fahrzeug-Deals
Als reines Elektroauto ist der Hyundai Ioniq 6 für die Elektroauto-Kaufprämie qualifiziert, damit gibt es eine staatliche Förderung zwischen 3000 und 6000 Euro. Die genaue Förderung bemisst sich u. a. nach Haushaltseinkommen und Anzahl der Kinder im Haushalt. (Kaufprämie jetzt hier berechnen.)
So testet AUTO BILD
Bei Mittelklasse-Limousinen kommt es im Test auf viele Kriterien an, schließlich richtet sich die Klasse an eine breite Zielgruppe. Alltagstauglichkeit und Komfort zählen hier ebenso wie Beschleunigung und Fahrdynamik. Auch die Langstreckentauglichkeit spielt eine zentrale Rolle. Kurz gesagt: Mittelklasse-Limousinen sollen möglichst alles können. Entsprechend wichtig ist es, im Test verschiedene Einsatzszenarien abzubilden und die Modelle genau unter die Lupe zu nehmen.
Im Fahrzeugtest kombiniert die Redaktion harte Messwerte mit authentischen Eindrücken aus dem Alltag. Erst die Verbindung aus Zahlen und Erfahrung zeigt, wie gut ein Auto wirklich ist.
Bewertet wird nach einem festen Schema mit sieben Hauptkategorien: Karosserie, Komfort, Antrieb, Fahrdynamik, Konnektivität, Umwelt und Kosten. In das Ergebnis fließen sowohl objektive Faktoren wie Beschleunigung, Verbrauch oder Bremsweg als auch subjektive Eindrücke ein – etwa Federungskomfort oder Bedienfreundlichkeit.
Wer am Ende ganz vorn stehen will, muss also mehr bieten als nur Tempo oder Effizienz. Entscheidend ist der beste Gesamteindruck.
Häufige Fragen zu Limousinen
Was ist eine Mittelklasse-Limousine?
Limousinen gehören zu den wohl bekanntesten Karosserieformen auf dem Fahrzeugmarkt. Am leichtesten lässt sich eine Limousine an den vier Türen, den drei Fahrzeugsäulen und dem geschlossenen Kofferraum erkennen. Was die Gestaltung des hinteren Fahrzeugteils angeht, gibt es verschiedene Varianten wie etwa Stufen- und Fließheck. Die Länge in der Mittelklasse beträgt in der Regel 4,50 Meter und 4,90 Meter.
Was kosten Mittelklasse-Limousinen?
Die Preisspanne fällt je nach Marke, Ausstattung und Antrieb recht breit aus. Vollelektrische Modelle sind in der Regel etwas teurer als Verbrenner-Modelle. Die Basispreise starten meist zwischen 45.000 und 55.000 Euro. Die teils teuren Extras treiben die Preise aber schnell in die Höhe.
Für wen lohnen sich Mittelklasse-Limousinen?
Mittelklasse-Limousinen sind äußerst vielseitig – entsprechend breit ist ihre Zielgruppe. Sie punkten vor allem mit elegantem Design, hohem Komfort und überzeugender Fahrdynamik. Abstriche muss man dafür meist beim Kofferraum machen.
Welche Antriebe gibt es?
Mittelklasse-Limousinen gibt es mit allen wichtigen Antriebsvarianten. Je nach Hersteller gibt es sie hauptsächlich mit Front- oder Heckantrieb, optional sind einige Modelle auch mit Allrad erhältlich.
- Benziner: weit verbreitet, Mildhybrid-Unterstützung senkt den Verbrauch.
- Diesel: Angebot wird kleiner, für Vielfahrer aber weiterhin interessant – teils ebenfalls mit Mildhybrid-Technik
- Vollhybride: niedriger Verbrauch dank Elektrounterstützung, ganz ohne Ladestopps
- Plug-in-Hybrid: kurze Strecken elektrisch, auf der Langstrecke effizient unterwegs
- Elektro: zunehmend beliebt, inzwischen oft mit Reichweiten von über 400 Kilometern
Fazit
Wer sich ein neues Fahrzeug kauft, möchte nicht nur tolle innere Werte, sondern auch ein ansprechendes Design. Genau diesen Kompromiss können moderne Mittelklasse-Limousinen bieten und liefern inzwischen auch eine hohe Antriebsvielfalt. Ob Diesel, Benziner, Plug-in-Hybrid oder Elektro: Limousinen sind wahre Alleskönner.
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