Die Zukunft des VW-Konzerns: Strategieplanung
VW brütet über Konzernstruktur

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Europas Branchenprimus grübelt nach dem Ende der Ära Piëch über neue Wege zum Steuern seiner zwölf Marken. Eine Viererstruktur könnte ein Lösungsansatz sein.

Bild: Toni Bader
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Dabei läuft es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur und des "Handelsblattes" auf eine Viererstruktur hinaus, bei der die Massenmarken VW-Pkw, Skoda und Seat eine der Säulen bilden. "Man denkt in diese Richtung", sagte ein Konzerninsider. Die drei Marken kommen zusammen auf fast 60 Prozent des Konzernabsatzes von zuletzt 10,2 Millionen Fahrzeugen jährlich. Vor allem aber nutzen sie die Architektur des Baukastens MQB, der viele baugleiche Teile markenübergreifend zulässt.Der Konzern spricht von Milliarden-Einsparchancen des MQB, hat sie aber für Einzelmodelle nie konkretisiert. Nach dpa-Informationen rechnet man intern mit im Schnitt 1000 Euro Ersparnis je Fahrzeug. Entsprechend wichtig ist es, die MQB-tauglichen Marken auf Linie zu bringen. Denn schon 2018 sollen mehr als dreimal so viele Neuwagen wie 2014 auf MQB-Basis entstehen – nämlich "deutlich über sieben Millionen Einheiten", wie Konzernchef Martin Winterkorn vorgibt.
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Audi, Lamborghini und die Motorräder von Ducati könnten die dritte Säule werden.
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Neben der neuen Familie aus VW-Pkw, Skoda und Seat könnte es auch eine rund um Porsche geben, die Bentley und Bugatti mit eingemeindet. Audi würde, wie bisher auch schon, die Edelmarke Lamborghini und die Motorräder von Ducati anführen. Bereits beschlossen ist eine Einheit aus den zwei schweren Nutzfahrzeugmarken im Konzern, MAN und Scania. Sie hat weitgehende, dezentralisierte Befugnisse. Fraglich wäre dann noch, wozu die leichten VW-Nutzfahrzeuge zählen sollen. Sie haben technologisch mehr Nähe zu den Pkw-Schwestern als zu MAN und Scania.
Ende September soll der Plan stehen
"Entschieden ist noch gar nichts", sagt ein weiterer Insider. In den kommenden Wochen sollen Konzerngremien die Debatte weiterführen, für die am vergangenen Freitag (12. Juni 2015) führende VW-Lenker den Startschuss gaben. Damals trafen sich die wichtigsten Aufsichtsräte mit Winterkorn zu einer Weichenstellung für den Zeitplan, der Ende September bei der nächsten regulären Aufsichtsratssitzung sein Ende finden könnte. Viel ist bis dahin noch im Fluss. Geredet wird auch über Familien, die sich nicht entlang der Marken, sondern an Modellen orientieren. Eine Einheit etwa nur für alle SUVs würde die Zusammenarbeit aber völlig revolutionieren, das finge schon mit den Arbeitsplätzen an.
VW will sich zu der gesamten Debatte nicht äußern. "Gerüchte", sagt ein Konzernsprecher, "kommentieren wir grundsätzlich nicht". Noch offen sind auch die Änderungen für den VW-Vorstand, der sich teils entlang der neuen Struktur organisieren müsste. Gesetzt sind dabei laut Konzernkreisen die Posten Finanzen, Einkauf und Personal.
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