Ein Drittel aller Neuwagen sind E-Autos
Was bedeutet der Zulassungsrekord bei neuen E-Autos?

Im September waren mehr als ein Drittel aller Neuzulassungen E-Autos, weitere elf Prozent waren von außen aufladbare Plug-in-Hybride. Kommt nun der große Durchbruch fürs Elektroauto? Eine Einordnung!
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Der Elektroauto-Markt in Deutschland wächst immens: Im September 2026 war mehr als jeder dritte neu zugelassene Pkw ein reines Elektroauto. Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) kamen 88.599 batterieelektrische Pkw (BEV) neu auf die Straße. Das entspricht einem Marktanteil von 34,5 Prozent – und einem Plus von knapp 95 Prozent gegenüber September 2025. Ist das der Durchbruch für das Elektroauto in Deutschland? Die Entwicklung verdient einen genaueren Blick.
Zunächst nochmals zu den Zahlen: Mit dem aktuellen Wert erreichen Elektroautos bei den monatlichen Neuzulassungen einen absoluten Höchststand. Das gilt auch für den Jahresverlauf: Von Januar bis September 2026 ergibt sich ein Anteil im Schnitt von 27,2 Prozent, auch das ist ein Rekordwert. Im Gesamtjahr 2025 lag der Anteil bei 19,3 Prozent. Den bislang besten Monatswert gab es im August 2023 mit 31,7 Prozent, das war aber ein Ausreißer: Der Jahresdurchschnitt lag 2023 bei 17,5 Prozent, also weit unterhalb des aktuellen Wertes.
Elektroanteil wächst zulasten der Benziner und Diesel
Parallel dazu gingen die Zulassungszahlen klassischer Verbrenner zurück. Im September wurden 44.632 Benziner neu zugelassen, rund 29 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Ihr Marktanteil sank auf 17,4 Prozent. Bei Dieselfahrzeugen ging die Zahl um gut 20 Prozent auf 23.058 Autos zurück; ihr Anteil betrug nur noch 9,0 Prozent. Der Rückgang fällt umso stärker ins Gewicht vor dem Hintergrund eines wachsenden Neuwagenmarktes: Der lag mit 256.774 Neuzulassungen neun Prozent über dem Vorjahresmonat – und wurde von den E-Auto-Zahlen getrieben.

Das meistzugelassene neue E-Modell im September 2026 war der Tesla Model Y.
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Allerdings ist das nicht die ganze Wahrheit, denn auch der Anteil der Hybrid-Pkw, die ihren Strom ebenfalls meist aus Benzin und in seltenen Fällen aus Diesel erzeugen, wuchs kräftig. Der Hybrid-Anteil war mit 39,8 Prozent aufs ganze Jahr bezogen nie größer: 98.871 Autos mit Hybridantrieb wurden neu zugelassen. Zu ihnen gehören auch die 27.681 Plug-in-Hybride. Deren Anteil entspricht im Jahresverlauf 11,2 Prozent. Also hatten 38,5 Prozent aller 2026 neu zugelassenen Autos einen Stecker, lassen sich extern aufladen.
Wo liegen die Gründe für den Elektroboom?
Für den starken Elektro-Zuwachs dürften mehrere Entwicklungen zusammenkommen. Seit Mai kann die neue staatliche E-Auto-Förderung beantragt werden. Für reine Elektroautos gibt es je nach Einkommen und Familiengröße 3000 bis 6000 Euro Zuschuss. Gleichzeitig machen die derzeit hohen Benzin- und Dieselpreise den Kostenvorteil beim Laden zu Hause besonders groß. Hinzu kommen sinkende Preise bei mehreren E-Auto-Modellen sowie eine weiter wachsende Ladeinfrastruktur.
Fahrzeug-Deals
Nicht zuletzt können auch die hohen Abschreibungsmöglichkeiten für Elektroautos bei dienstlichen Fahrzeugen eine gewichtige Rolle spielen, denn sie löst das bislang hohe Restwertrisiko auf: Nach vier Jahren Turboabschreibung steht ein Elektroauto im Bruttowert von 60.000 Euro (Nettokaufpreis von 50.420 Euro ohne MwSt) mit einem steuerlichen Restbuchwert von 2521 Euro in den Büchern – lässt sich aber garantiert mit Gewinn für mehr als diesen Preis verkaufen. Am Ende des vierten Jahres sind 95 Prozent des Nettokaufpreises steuerlich abgeschrieben. Der Restbuchwert beträgt nur noch 5 Prozent des ursprünglichen Nettokaufpreises.
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