Der Umstieg auf ein Elektroauto war lange nicht so attraktiv wie heute. Hohe Kraftstoffpreise und attraktive Förderungen haben das Interesse an Stromern zusätzlich angeheizt.
Die steigende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen sorgt dafür, dass immer neue Modelle auf den Markt kommen. Die wachsende Vielfalt reicht vom sparsamen Kleinwagen bis zum luxuriösen Power-SUV. So findet heute fast jeder Interessent das passende E-Auto. Doch welche Modelle überzeugen wirklich? Segmentübergreifend suchen wir die besten Elektroautos, die im Test mit einer gelungenen Mischung aus Sparsamkeit, Komfort, Dynamik und Alltagstauglichkeit punkten. Das ist die AUTO BILD-Bestenliste:
EQS 450+ MERCEDES-BENZ
Autobild LogoTestsieger
1.
MERCEDES-BENZ
1,2
sehr gut
Skoda Elroq
3.
1,4
sehr gut
CLA 250+ EQ MERCEDES-BENZ
11.
MERCEDES-BENZ
1,6
gut
Q6 e-tron quattro AUDI
14.
1,6
gut

Für wen eignen sich Elektroautos am meisten?

E-Autos punkten vor allem durch die niedrigen Unterhaltskosten. Das volle Sparpotenzial spielen die Stromer mit einer Wallbox in der heimischen Garage aus. Aber auch in Sachen Fahrkomfort und Dynamik hängen Elektro-Modelle immer häufiger die Verbrenner-Konkurrenz ab.
Typische Zielgruppen:
  • Eigenheimbesitzer, die über eine Wallbox verfügen.
  • Pendler mit überschaubaren täglichen Strecken und Chance, günstig laden zu können.
  • Dienstwagenfahrer, die steuerliche Vorteile nutzen können.
  • Umweltbewusste Fahrer, die ohne lokale Emissionen unterwegs sein wollen.

Neuwagen, Gebrauchtwagen oder Leasing – was passt zu wem?

Die richtige Wahl hängt stark davon ab, wie viel Budget Sie haben, wie lange Sie das Auto fahren wollen und wie wichtig Ihnen Sicherheit und Planbarkeit sind.
Ein Neuwagen lohnt sich, wenn Sie möglichst sorgenfrei unterwegs sein wollen: volle Garantie, neueste Assistenzsysteme und keine Vorschäden. Das passt vor allem, wenn Sie das Auto mehrere Jahre fahren möchten und bereit sind, den höheren Preis und den schnellen Wertverlust in Kauf zu nehmen.
Ein Gebrauchtwagen ist die beste Wahl, wenn das Budget knapp ist oder das erste Auto auch mal kleine Kratzer abbekommen darf. Für Fahranfänger ist das oft sinnvoll, weil die Einstiegskosten deutlich niedriger sind. Wichtig ist hier aber: genau hinschauen (Zustand, Historie), sonst können Reparaturen schnell teuer werden. Ideal sind häufig junge Gebrauchte mit Restgarantie.
Leasing passt, wenn Sie monatlich planen wollen und sich nicht um Wiederverkauf kümmern möchten. Sie zahlen eine feste Rate, fahren ein aktuelles Auto und geben es am Ende einfach zurück. Das lohnt sich besonders, wenn Sie gern alle paar Jahre ein neues Modell fahren. Der Haken: Das Auto gehört Ihnen nicht – Kaufoptionen werden sehr individuell verhandelt –, und bei Schäden oder Mehrkilometern können Zusatzkosten entstehen.
Kurz gesagt:
  • Neuwagen: maximale Sicherheit, aber teuer.
  • Gebrauchtwagen: günstigster Einstieg, aber mehr Risiko.
  • Leasing: planbar und bequem, aber ohne Eigentum.

Mercedes-Benz EQS 450+ – der Testsieger

Die Mercedes-Benz S-Klasse steht seit Jahrzehnten für Luxus und Innovation. Dass auch die vollelektrische Interpretation diesem Anspruch in nichts nachsteht, demonstriert der Mercedes-Benz EQS 450+ im Test eindrucksvoll. Mit einer 118-kWh-Batterie an Bord zeigt diese Version des Elektro-Luxusliners, dass Effizienz auch in der Oberklasse zu Hause sein kann.
Dafür muss man beim getesteten EQS 450+ ein paar Abstriche machen, mit denen man in dieser Klasse vielleicht nicht gerechnet hätte. Denn der Testwagen fährt ohne Panorama-Glasdach, Massagefunktion in den Sitzen, Premium-Soundsystem oder Head-up-Display vor. Zudem gibt es vergleichsweise kleine 19-Zoll-Räder mit Energiesparreifen. Aber die Taktik geht auf und der EQS überzeugt mit einer beeindruckenden Reichweite von 678 Kilometern.
Mercedes EQS 450+
Dank Hinterachslenkung ist der EQS 450+ unverschämt agil, der Elektroantrieb lässt keine Fahrerwünsche offen.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Und nur weil ein paar Features fehlen, heißt das noch lange nicht, dass der EQS ein besseres Mittelklasse-Modell ist. Der 1,41 Meter breite Hyperscreen unterstreicht diesen Punkt genauso wie die hochwertige Verarbeitung im Innenraum. Der gelungene Materialmix sorgt zusammen mit dem souveränen Fahrgefühl dafür, dass der EQS 450+ das S in der Nomenklatur wirklich verdient hat.
Die Mischung aus dem guten Platzangebot, der atemberaubenden Reichweite und dem enorm hohen Reisekomfort führt dazu, dass der Mercedes-Benz EQS 450+ neue Maßstäbe für die Elektromobilität setzt. Ganz nebenbei sichert sich die Luxuslimousine mit einer Gesamtnote von 1,2 den ersten Platz in dieser Bestenliste.

Fahrzeugempfehlung

EQS 450+ MERCEDES-BENZ

MERCEDES-BENZ

EQS 450+

1,2
sehr gut
  • Pro IconGutes Platzangebot
  • Pro IconHohe Reichweite
  • Contra IconUnübersichtlich
  • Contra IconGroß und schwer

TESTNOTE

1,2
Mercedes-Benz EQS 450+
Als reines Elektroauto ist der Mercedes-Benz EQS 450+ für die Elektroauto-Kaufprämie qualifiziert, damit gibt es eine staatliche Förderung zwischen 3000 und 6000 Euro. Die genaue Förderung bemisst sich u. a. nach Haushaltseinkommen und Anzahl der Kinder im Haushalt. (Kaufprämie jetzt hier berechnen.)

Kia EV2 42,2 kWh – der Preis-Leistungs-Sieger

Der Kia EV2 42,2 kWh zeigt im Test, warum zurzeit gerade kleine und kompakte E-Autos gefragt sind. Denn: Um im Alltag möglichst günstig von A nach B zu kommen, spielt natürlich auch der Anschaffungspreis eine große Rolle. Der Grundpreis des Modells liegt bei 26.600 Euro, der Testwagenpreis mit 36.300 Euro deutlich darüber.
Für diesen Preis bekommt man den EV2 mit der 42,2 kWh großen Batterie in der Variante GT Line und damit mit einer wirklich tollen Ausstattung. Unterm Strich ist der EV2 der Preis-Leistungs-Sieger dieser Bestenliste.
Kia EV2
Im Testdurchschnitt lag der Verbrauch des EV2 bei 17,7 kWh/100 km. Damit ergibt sich eine maximale Reichweite von 238 Kilometern.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Natürlich sieht der EV2 nicht nur gut aus und hat viele Features zu bieten, der Koreaner überzeugt auch fahrdynamisch. Mit seinen 135 PS und einem maximalen Drehmoment von 250 Newtonmeter ist der Kia kein Sportler. Und auch die Reichweite ist aufgrund der eher geringen Kapazität der Hochvoltbatterie alles andere als Spitze. Für Pendler und Personen, die eher kurze und mittlere Strecken zurücklegen, ist das Paket aber nahezu ideal.
Fahrzeug-Deals

Kia

EV2 42,2 kWh

Kia EV2

TESTNOTE

1,7
Kia EV2 42,4 kWh
Als reines Elektroauto ist der Kia EV2 42,2 kWh für die Elektroauto-Kaufprämie qualifiziert, damit gibt es eine staatliche Förderung zwischen 3000 und 6000 Euro. Die genaue Förderung bemisst sich u. a. nach Haushaltseinkommen und Anzahl der Kinder im Haushalt. (Kaufprämie jetzt hier berechnen.)

VW ID.3 Neo – der Verbrauchs-Champion

Nur ein Facelift oder doch eine umfassende Modernisierung? Der neue Name des VW-Elektro-Bestseller ID.3 Neo lässt erahnen, dass sich beim kompakten Wolfsburger einiges getan hat. Und daher verwundert es auch nicht, dass der VW ID.3 Neo im Test einen hervorragenden Eindruck hinterlässt und sich die Gesamtnote 1,5 sichert.
Neben der optischen Überarbeitung wurde auch der Antrieb des ID.3 angefasst und entscheidend verbessert. Der Neo basiert nun auf der Plattform MEB+ und profitiert so von einem neuen, deutlich effizienteren Elektromotor. Mit einem Testverbrauch von 15,7 kWh auf 100 Kilometer verfügt das geliftete Modell nicht nur über eine größere Reichweite als der Vorgänger, sondern sichert sich auch den Titel Verbrauchs-Champion in dieser Bestenliste.
VW ID.3 Neo
Das in 15 Stufen verstellbare Adaptiv-Fahrwerk macht den ID.3 Neo wahlweise agil oder komfortabel.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Trotz der Sparsamkeit kann der Elekktro-VW auch anders. Mit den optionale Features Adaptivfahrwerk und Progressivlenkung an Bord reagiert der ID.3 Neo direkt auf Lenkbefehle und zeigt sich äußerst agil. Der Wendekreis beträgt gerade einmal 10,4 Meter. Da sich der ID.3 im überarbeiteten Interieur das gute Raumgefühl des Vorgängers bewahrt hat und das Fahrwerk auf Wunsch viele Unebenheiten wegschluckt, punktet der VW auch in Sachen Fahrkomfort.
Fahrzeug-Deals

VW

ID.3 Neo

VW ID.3 Neo

TESTNOTE

1,5
VW ID.3 Neo
Als reines Elektroauto ist der VW ID.3 Neo für die Elektroauto-Kaufprämie qualifiziert, damit gibt es eine staatliche Förderung zwischen 3000 und 6000 Euro. Die genaue Förderung bemisst sich u. a. nach Haushaltseinkommen und Anzahl der Kinder im Haushalt. (Kaufprämie jetzt hier berechnen.)

So testet AUTO BILD

Im Fahrzeugtest kombiniert die Redaktion harte Messwerte mit authentischen Eindrücken aus dem Alltag. Erst die Verbindung aus Zahlen und Erfahrung zeigt, wie gut ein Auto wirklich ist.
Bewertet wird nach einem festen Schema mit sieben Hauptkategorien: Karosserie, Komfort, Antrieb, Fahrdynamik, Konnektivität, Umwelt und Kosten. In das Ergebnis fließen sowohl objektive Faktoren wie Beschleunigung, Verbrauch oder Bremsweg als auch subjektive Eindrücke ein – etwa Federungskomfort oder Bedienfreundlichkeit.
Wer am Ende ganz vorn stehen will, muss also mehr bieten als nur Tempo oder Effizienz. Entscheidend ist der beste Gesamteindruck.

Häufige Fragen zu E-Autos

Welche Arten von E-Autos gibt es?

Waren batterieelektrische Modelle vor wenigen Jahren eher Exoten, gehören sie inzwischen zum Mainstream und sind in nahezu allen Klassen zu finden.
Fahrzeugklassen und ihre Eigenschaften:
  • Kleinst- und Kleinwagen: Günstige Fahrzeuge mit oft überschaubaren Reichweiten.
  • Mittel- und Kompaktklasse: Große Vielfalt von Kompakt-SUV bis hin zu sportlichen Limousinen.
  • Oberklasse: Zum Luxus kommen große Akkus und jede Menge Leistung hinzu.

Was kosten Elektroautos?

Die Zeiten, in denen Elektroautos automatisch teurer waren als Verbrenner, sind vorbei. Die günstigsten Modelle mit batterieelektrischem Antrieb gibt es aktuell bereits ab rund 17.000 Euro. Am anderen Ende des Spektrums, der Luxusklasse, gibt es auch dank zahlreicher optionaler Zusatzfeatures nach oben keine Grenzen. Die 100.000-Euro-Marke ist schnell geknackt.

Für wen lohnen sich Elektrofahrzeuge?

E-Autos sind für alle Personen gedacht, die lokal emissionsfrei fahren und dabei möglichst niedrige Unterhaltskosten haben wollen. Aber auch sportliche Fahrer greifen aufgrund der hohen Leistung und des sofort anliegenden Drehmoments immer häufiger zu starken Stromern.

Welche Reichweite haben moderne E-Autos?

Je nach Motor und Kapazität des Batteriepakets kann die Reichweite, die ein batterieelektrisches Modell mit einer Ladung zurücklegt, stark variieren. Kleinere Fahrzeuge haben eine WLTP-Reichweite von 250 bis 350 Kilometer, Modelle wie der Mercedes-Benz EQS und der BMW iX3 schaffen rein rechnerisch über 900 Kilometer. Im Alltag liegt die tatsächliche Reichweite meist deutlich unter diesen theoretischen Werten, auch die Temperatur spielt eine große Rolle.

Fazit

von Jens Borkum
Egal ob üppig ausgestattet und auf maximale Reichweite ausgelegt oder doch lieber günstig in der Anschaffung und dafür optimiert für kurze Strecken: Elektromobilität boomt. Die wachsende Vielseitigkeit über die einzelnen Segmente hinweg sorgt dafür, dass immer mehr Menschen ein passendes Fahrzeug finden und so die die Chance haben, den Wechsel vom Verbrenner zum Stromer zu verwirklichen. Wer dann noch das passende Kleingeld hat und sich ein Luxusmodell wie den Mercedes-Benz EQS 450+ leisten kann, wird diesen Schritt sicher nicht bereuen.