Am 29. November 2026 kommt der "Environmental Vehicle Passport" (EVP), zu Deutsch in etwa "Fahrzeug-Umweltpass". Das neue Dokument wird im Rahmen der Euro-7-Schadstoffnorm eingeführt und zur Pflicht für alle Neuwagen. AUTO BILD verrät, was Sie über den Auto-Umweltpass wissen müssen!

Was ist der Umweltpass EVP?

Der neue Umweltpass enthält Daten zum Fahrzeug, in erster Linie geht es dabei um den Energieverbrauch und Schadstoffemissionen. Der EVP wird nicht in Papierform ausgestellt, sondern ist von vornherein nur digital abrufbar, etwa über einen QR-Code an oder im Fahrzeug oder über das Bord-Infotainment. Der digitale EVP begleitet das Fahrzeug ein Leben lang, auch bei einem Weiterverkauf behält der EVP seine Gültigkeit.

Die besten Autos bis 6 Liter Testverbrauch

220d Gran Coupe  Aut. BMW
Autobild LogoReichweiten-Champion
1.
BMW
Gran Coupé 220d
Testverbrauch
5,2 l/100km
2,0
gut
Preis
45.250 EUR
Testverbrauch
5,2 l/100km
2,3
gut
Preis
27.600 EUR
Testverbrauch
5,3 l/100km
2,5
befriedigend
Preis
27.390 EUR
Testverbrauch
5,4 l/100km
2,0
gut
Preis
38.200 EUR
Autobild LogoFamilien-Tipp
5.
Opel
Astra Sports Tourer 1.5 Diesel
Testverbrauch
5,4 l/100km
2,3
gut
Preis
36.140 EUR
Testverbrauch
5,5 l/100km
2,5
befriedigend
Preis
37.400 EUR
Testverbrauch
5,7 l/100km
2,3
gut
Preis
28.800 EUR
Testverbrauch
5,8 l/100km
2,0
gut
Preis
39.200 EUR
Testverbrauch
6 l/100km
2,7
befriedigend
Preis
31.035 EUR

Welche Angaben enthält der EVP?

Bei allen Fahrzeugen werden Hersteller, Modellname und die Fahrzeug-Identifizierungsnummer angegeben. Dazu Zeitpunkt der Herstellung und Angaben zur Leistung des Fahrzeugs. Der Kraftstoffverbrauch soll ebenfalls registriert werden, egal ob Strom, Benzin, Diesel oder eine Kombination, etwa bei Plug-in-Hybriden. Bei Elektroautos soll der EVP zusätzlich Angaben zur Batteriekapazität und Reichweite enthalten.

Welche Autos bekommen den EVP?

Ab Ende November 2026 nur solche, die nach dem Stichtag als Typ neu zugelassen werden, also nagelneue Modelle, die gerade erst auf den Markt kommen. Für alle Neuwagen verpflichtend wird der EVP erst ab dem 29. November 2027. Für "alte" Autos ändert sich nichts, der EVP muss nicht rückwirkend ausgestellt werden.
Neuwagen auf Halde
Ab Ende November 2026 bekommen alle neuen Autos in Europa den digitalen "Environmental Vehicle Pass".
Bild: Jochen Tack

Ab Februar 2027 bekommen E-Autos zusätzlich den Batteriepass

Zusätzlich zum EVP wird von der EU auch ein Batteriepass für Elektroautos zum 18. Februar 2027 für neu zugelassene Fahrzeuge eingeführt. Im Batteriepass sollen etwa Daten zur Herkunft der Batterie, den verwendeten Rohstoffen, der CO2‑Bilanz bei der Herstellung etc. gesammelt werden. Auch technische Daten, die das Auto während seiner Lebensdauer aufzeichnet, sollen den Autofahrern zugänglich gemacht werden:
Genannt werden unter anderem die Anzahl der Ladezyklen, der State of Health (SoH) und die Leistungsfähigkeit der Batterie. Insofern könnte sich jedenfalls der Batteriepass als praktisches Hilfsmittel beim Gebrauchtwagenkauf erweisen. Denn niemand sollte ein gebrauchtes Elektroauto kaufen, ohne sich über den Zustand der Batterie zu informieren.

Was bringt der EVP den Autofahrern?

Laut ADAC dient der EVP "in erster Linie dazu, Verbrauchern transparente und vergleichbare Informationen zum Fahrzeug zur Verfügung zu stellen". Die zusätzlichen Informationen zum Fahrzeug können Verbraucher "dabei unterstützen, informierte Kaufentscheidungen zu treffen." Der ADAC merkt aber auch an, dass es zugleich wichtig ist, "dass neue Vorgaben verhältnismäßig ausgestaltet werden und nicht zu unnötiger Bürokratie oder zusätzlichen Belastungen für Verbraucher führen".

Welche Herausforderungen kommen auf die Autobauer zu?

Zur Frage der Herausforderungen für Autohersteller hat AUTO BILD beim Verband der Automobilindustrie (VDA) nachgefragt. Eine VDA-Sprecherin: "Für die Automobilindustrie bedeutet der EVP zusätzlichen bürokratischen Aufwand. Angesichts der großen Modell- und Variantenvielfalt unserer Hersteller ist insbesondere das Datenmanagement aufwendig. Die Daten müssen fahrzeugindividuell zugeordnet und für den Abruf bereitgestellt werden."
Zugleich sei der zusätzliche Kundennutzen aus unserer Sicht begrenzt. "Für die Kunden wichtige Informationen, insbesondere zu Kraftstoff- und Energieverbrauch, sind heute bereits in Fahrzeugunterlagen enthalten, die mit Auslieferung des Fahrzeugs an Verbraucher übergeben werden. Auch wird der Zustand der Batterie vom Environmental Vehicle Passport nicht erfasst. Dennoch wird die deutsche Automobilindustrie die Anforderungen fristgerecht und verlässlich umsetzen", erklärt die VDA-Sprecherin.

Fazit

von Raphael Schuderer
Was der neue Autopass den Autofahrern und den Autoherstellern bringt? Viel Aufwand für – aus heutiger Sicht – überschaubaren Nutzen.