Feststoffakku von Stellantis im Straßentest
Der Dodge Charger Daytona fährt schon mit Zukunfts-Akku

Auf dem Feststoffakku ruhen große Hoffnungen für Ladetempo und Reichweite von Elektroautos. Stellantis macht jetzt Testfahrten mit einem Batterie-Prototyp – in einem spektakulären Muscle-Car.
Bild: Stellantis
Die Zukunft des Akkus kommt auf Touren: Stellantis hat seinen brandneuen Feststoffakku vom Typ FEST in einen vollelektrischen Dodge Charger Daytona eingebaut und beginnt damit einen umfangreichen Praxistest. "Die erste Integration eines Feststoffakkus in Nordamerika", teilt der Hersteller mit.
Der Prototyp enthält ein ganzes Paket von Zellen, die der US-Batterieentwickler Factorial vor zwei Jahren erstmals vorgestellt hatte. Damals meldete Stellantis einen Durchbruch in puncto Energiedichte, Ladetempo und bei der Temperaturbeständigkeit.
Erstmals wird die zukunftsweisende Technologie für Elektroautos nun in ein Serienmodell des Stellantis-Konzerns eingebaut und in der Praxis ausprobiert. Für das Unternehmen "ein bahnbrechender Schritt in Richtung einer Einführung in der Automobilindustrie".

Der Dodge Charger kehrt zurück nach Europa, als Verbrenner wie auch als Elektroauto, aber zunächst mit herkömmlichem Akku.
Bild: Stellantis
Festes Elektrolyt ist leichter als flüssiges
Der Feststoffakku vom Typ FEST (Abkürzung für "Factorial Electrolyte System Technology") soll gleich mehrere Probleme von Elektroautos lösen. Seine Energiedichte ist mehr als doppelt so hoch wie die von konventionellen Lithium-Ionen-Akkus mit flüssigem Elektrolyt. Wichtigster Grund: Das feste Elektrolyt ist leichter. Stellantis nennt bisher eine Energiedichte von 375 Wattstunden pro Kilogramm.

So sieht der Feststoffakku-Prototyp von Stellantis aus.
Bild: Stellantis
Das führt zu höheren Reichweiten oder erheblich kürzeren Ladezeiten (bei dann kleineren Akkus). Sie ermöglichen dem innovativen Energiespeicher eine ultraschnelle Aufladung von 15 auf 90 Prozent in 18 Minuten, teilt Stellantis mit – ohne allerdings Ladeleistung, Gewicht und C-Wert zu nennen. Erst dann wäre ein Vergleich mit herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus (mit flüssigem Elektrolyt) möglich.
Betriebsfähig auch bei Extremtemperaturen
Ein weiterer Vorteil ist die Vitalität der neuen Technologie: Die Feststoffakku-Zelle von Factorial in einem Temperaturbereichen von plus 45 Grad bis minus 30 Grad Celsius betriebsfähig, teilt der Hersteller mit. Hinzu kommt der Vorteil, dass von festem Elektrolyt eine geringere Brandgefahr ausgeht; Feststoffakkus sind also erheblich sicherer.
Stellantis rückt mit dem erfolgreichen Start der Straßentests einen Schritt näher an Mercedes heran. Die Stuttgarter haben Anfang 2025 Straßentests mit einem Feststoffakku-Prototyp in der Baureihe EQS (in Europa) begonnen und zwischenzeitlich einen Reichweiten-Weltrekord damit aufgestellt.
Dabei arbeitet der Multimarkenkonzern Stellantis mit ein- und demselben Spezialisten zusammen: Wie Mercedes erhält auch Stellantis seine Batteriezellen von Factorial. Und die Stellantis-Batterie ist offenbar ähnlich beschaffen wie diejenige der Schwaben: Stellantis erwähnt – etwas geheimnisvoll – eine "patentierte mechanische Architektur, um das Beste aus der Leistung von Festkörperzellen herauszuholen."
Das klingt ähnlich wie die Konstruktion mit pneumatischen Aktuatoren, die Mercedes entwickelt hat, um auf die Volumenänderung des festen Elektrolyts beim Auf- und Entladen der Factorial-Zellen zu reagieren.
Demonstrationsflotte als nächster Schritt
Der vollelektrische Dodge Charger Daytona macht nur den Anfang des Testprogramms. Stellantis will als nächsten Schritt eine Demonstrationsflotte von Fahrzeugen mit dem neuen Feststoffakku aufbauen. Bisher ist als Basis die STLA Large Plattform vorgesehen, die für große Elektroautos mit bis zu 800 km Reichweite steht. Auf ihr bauen bisher Dodge Charger, Jeep Cherokee und das SUV Chrysler Airflow auf. Später folgen Alfa Romeo und Maserati.
Mittelfristig, aber noch ohne Zieldatum, ist die Industrialisierung von Festkörperbatterien für den Automobilbereich vorgesehen. Mercedes plant diesen Schritt – die ersten Serienfahrzeuge mit der neuen Technologie – bis spätestens 2030.
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