Platz 1 mit 535 von 800 Punkten: Mercedes EQC 400 4Matic. Überlegen bei Komfort, Geräuschdämmung und Verarbeitung. Gewicht, Verbrauch und Preis allerdings zu hoch. Preis: ab 66.069 Euro (zum Angebot: Ersparnis bei carwow.de bis zu 11.635 Euro).
Platz 2 mit 533 von 800 Punkten: Ford Mustang Mach-E 99 kWh AWD. Bei Komfort und Luxus unterlegen, dafür angenehm dynamisch, alltagstauglich und fair bei Preis und Unterhalt. Preis: ab 54.750 Euro (zum Angebot: Ersparnis bei carwow.de bis zu 11.207 Euro).
Eben in der Konferenz auf die Frage "Wer will den Mustang-Mercedes-Vergleich machen?" noch voller Vorfreude "Ich!" gerufen. Und jetzt das! Den brabbelnden V8 auf dem Weg in die Tiefgarage schon im Ohr, musst du dort frustriert den Kampf mit einem Ladestecker aufnehmen. Nicht die einzige Kröte, die Traditionalisten schlucken müssen. Dieser Mustang trägt zwar den Namen eines automobilen Ur-Machos, ist aber nicht nur (lokal) sauber, sondern auch familientauglich. Der Mach-E sucht seine umweltbewussten Abenteurerkunden im SUV-Revier, wo er auf Edel-Ökos wie den Mercedes EQC trifft. Auf zum flüsterleisen Duell.  (Zu Hause laden: 900 Euro Zuschuss für Wallboxen)

Man sieht dem EQC Verwandtschaft zum GLC direkt an

Mercedes EQC (2019): Test - Meinung - SUV - Elektro

Das gefällt mir gut am EQC

Ford-Pflaumen sucht der Mach-E-Neuling vergebens, umso öfter trabt ihm der Mustang-Gaul vor die Augen – als ständige Erinnerung, dass wir es hier mit einem neuzeitlichen Ponycar zu tun haben. Die Nüstern dieses Mustang bleiben übrigens auffällig geschlossen, die Scheinwerfer schauen grimmig, scharfe Sicken in der Motorhaube wirken sehnig und kraftvoll. Die flache Seitenlinie ist ein Fake, hinter dem Fensterbogen steigt das Dach schwarz an. So haben Hinterbänkler mehr Platz. Am Heck ist die gute alte Mustang-Welt kurz wieder in Ordnung, drei stehende Leuchtbalken auf jeder Seite schaffen Familienzugehörigkeit. Für die sorgt beim EQC schon der große Stern. Eine Besonderheit ist das darüber durchlaufende LED-Tagfahrlichtband. Im Übrigen gibt sich der stattliche Bremer – dort wird der EQC montiert – keine große Mühe, seine Verwandtschaft zum GLC zu vertuschen. Warum auch? Die klassische Linie wirkt neben dem auffälligen Mustang vielleicht etwas brav, dafür aber zeitlos.

In Fahrt ist der Mustang Mach-E das leichtfüßigere Auto

Ford Mustang Mach-E (2020): Test - SUV - Elektro - Info

Mustang-SUV: So fährt sich der Mach-E

Bild: Ford
Auch im Innenraum geht der Mustang Mach-E den amerikanischen Weg, scheint sich mit seinem puristischen und aufgeräumten Innenraum Tesla zum Vorbild genommen zu haben. Insgesamt wirkt er heller und lichtdurchfluteter als der dunkle Mercedes, bei dem gerade hinten nur Schießscharten für die Aussicht bleiben. Der Eindruck täuscht, in Reihe zwei bietet der Ami ein paar Millimeter weniger Raum. Und fällt beim Qualitätseindruck insgesamt und speziell bei den weichen Sitzen klar zurück. Breite Fugen und schlecht entgratete Kanten verderben dem Premiumkunden den Spaß. Besser klappt es mit der Bedienung des riesigen zentralen 15,5-Zoll- Monitors. Die meisten Einstellungen laufen hierüber, er dürfte aber stärker zum Fahrer geneigt sein. Beinah altmodisch wirkt dagegen das MBUX-System, das sich bei der intuitiven Bedienung dann aber doch nicht die Punkte klauen lässt.
Aber wie sieht es beim Fahren aus? Bekommt der Mustang die Emotionen, zu denen er verpflichtet ist, auch als Elektro-SUV auf die Straße? Jein. Trotz eines Leistungsdefizits von 57 PS fühlt er sich immer lebendiger und sportlicher an als der schwerfällige Mercedes. Nicht ganz unschuldig daran dürfte sein Gewichtsvorteil von über 300 Kilogramm sein. Etwas zu nervös in der Mittellage ist die Lenkung. Das kann Ford sonst besser. Auffällig samtpfötig gibt er sich beim Anfedern.

Beim Preis langen beide Elektro-SUVs ordentlich zu

Ford Mustang Mach-E Mercedes EQC 400 4Matic
Ein teurer Spaß: In der Testwagenausstattung kostet der Mach-E 63.700, der EQC sogar 73.209 Euro.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Da liegt auch der Benz mit seinem konventionellen Fahrwerk nicht viel ruhiger. Wer es zu weit treibt, kann den Mach-E sogar mit dem Heck tanzen lassen. Wie viele das mit einem SUV am Ende tun, ist eine andere Frage. Lammfromm untersteuernd dagegen der EQC, dessen ESP früh und hart eingreift und nichts anbrennen lässt. Schlechter sieht es für den Mercedes beim Verzögern aus. 38,2 Meter mit kalter Bremse aus 100 km/h sind ein schwacher Wert. Ebenso dem hohen Gewicht geschuldet sein dürfte der Mehrverbrauch des EQC gegenüber dem Mustang. Der gefällt sich hier als trendige Alternative zum fett gewordenen Establishment und spart am Ende in der Testwagenausstattung auch noch fast 10.000 Euro.
 
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Wobei schon die Basispreise mit 54.750 Euro für den Mach-E und 66.069 Euro beim EQC in Dimensionen schweben, in denen die meist als Geschäftswagen georderten SUVs in erster Linie über die Leasingrate konkurrieren. So galoppiert der Mustang am Ende ganz dicht an den EQC heran. Auch mit E-Antrieb macht er Spaß – und ergibt sogar Sinn. Das gute alte V8-Brabbeln bleibt dennoch wie ein Ohrwurm im Kopf. (Unterhaltskosten berechnen? Zum Kfz-Versicherungsvergleich)
Das Fazit: Trotz des hohen Gewichts samt aller Nebenwirkungen kann der EQC sich durchsetzen. Hoher Komfort und tolle Konnektivität sichern den Sieg. Wer sich beim Mach-E vom klassischen Mustang-Bild freimacht, findet einen spannendes, eigenständiges E-SUV. Trotz Defiziten bei Qualität und Geräuschkomfort eine echte Alternative.

Bildergalerie

Ford Mustang Mach-E Mercedes EQC 400 4Matic
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Ford Mustang Mach-E vs. Mercedes EQC