Mercedes B-Klasse (2019)

Mercedes B-Klasse (2019)

Mercedes B-Klasse (2018)

Die B-Klasse wird modern

Mercedes spendiert der dritten Generation der B-Klasse MBUX und mehr Platz. AUTO BILD hat alle Infos zum Minivan mit Stern. Plus Sitzprobe!

Vorstellung: Eleganter als der Vorgänger

Die Mercedes B-Klasse macht es wie die A-Klasse! Das angestaubte Image soll auch hier verschwinden. Mithilfe einer sportlichen Linienführung und MBUX versucht Mercedes, den Minivan auf den Stand der Zeit zu bringen. Präsentiert wird sie auf dem Pariser Autosalon 2018 (2. bis 14. Oktober 2018). Optisch gelingt das Unterfangen. Die neue B-Klasse wirkt weniger bieder als der Vorgänger und erhält einen Frische-Kick – zumindest bei der sportlichsten Ausstattungslinie.
Vorn erhält die B-Klasse hier einen Diamantgrill. In der Basis beleuchtet der Benz seine Umgebung über H7-Scheinwerfer, mehr Licht und eine bessere Optik dank LED-Tagfahrlicht in Doppelfackelausführung versprechen die optionalen LED-Multibeamscheinwerfer.

Das Heck wirkt durch die schmalen Rückleuchten deutlich eleganter.

Das sportliche Modell erhält große Lufteinlässe mit Luftleitflügeln. An der Seite fällt die neue Dynamik des Großraum-Kombis besonders auf. Der Radstand ist lang (2,73 m), die Überhänge dagegen relativ kurz. Vor allem die Dachkante und die Umfänge der Säulen fallen im Vergleich zum Vorgänger deutlich schlanker aus. Im Blech verschwindet die verspielte Kante und wird durch eine große Fläche ersetzt. Bei den Felgen kann zwischen 16 und 19 Zoll großen Rädern gewählt werden. Auch am Heck hat die Designabteilung bei der B-Klasse reduziert. Die Rückleuchten wirken wie aus einem Guss und sind viel schmaler als die des Vorgängers. Die Stoßstange beherbergt zwei Auspuffblenden. Bestellbar soll die neue B-Klasse ab 3. Dezember 2018 sein, ausgeliefert wird im Februar 2019.

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Innenraum: Hohe Sitzposition und viel Luxus

Der Innenraum wirkt vertraut: Auch die B-Klasse erhält MBUX!

Obwohl jetzt optisch auf Sportlichkeit getrimmt, soll die B-Klasse vor allem funktional sein. Wollen wir mal sehen, wie der neue Benz da abschneidet: Der Einstieg geht schon mal dank des großen Türausschnitts geschmeidig über die Bühne, und die hohe Sitzposition ist auf dem Niveau der Vorgänger-B-Klasse. Die Sitze sind sehr bequem (auf Wunsch mit Massagefunktion), die Kopffreiheit mehr als üppig. Passt!
Auch die B-Klasse kommt mit MBUX, dem neuen Connectivity-System von Mercedes. Die Stuttgarter erwarten, dass sich ein Großteil der Kundschaft für das Widescreen-Cockpit mit zwei 10,25-Zoll-Bildschirmen entscheiden wird. Serienmäßig gibt es zwei 7-Zoll-Monitore. Da MBUX ständig weiterentwickelt wird, gibt es in der B-Klasse die neue Darstellungsform "Progressive". Und unterm Strich lässt sich festhalten, dass Mercedes so ziemlich alle Extras aus der Luxusklasse optional auch in der B-Klasse anbietet: Sitzklima, Massage, Head-up und mehr.

Viel Platz auf der Rückbank

Bei einem Minivan/Lifestyle-Kompakten sind natürlich auch die Platzverhältnisse auf der Rückbank wichtig – und hier punktet die B-Klasse. Trotz fast gleicher Abmessungen im Vergleich zum Vorgänger (26 Millimeter länger und zehn Millimeter breiter) gibt es im neuen B-Klasse-Innenraum mehr Platz als bisher. 

250 Liter mehr Kofferraumvolumen durch verschiebbare Rückbank

Auch auf der Rückbank sind die Platzverhältnisse mehr als ausreichend.

Die B-Klasse gibt es übrigens jetzt mit einer um 14 Zentimeter verschiebbaren Rückbank. Und auch die Lehnenneigung lässt sich verstellen. Statt der normalen 455 Liter Kofferraumvolumen stehen so bis zu 705 Liter zur Verfügung. Macht 250 Liter extra! Leider hatte das Messeauto dieses Feature noch nicht verbaut, das kommt erst Mitte 2019 auf den Markt. Erstmals gibt es die B-Klasse jetzt auf Wunsch mit elektrischer Heckklappe.

Ausstattung: Verstellbare Rückbank ab Mitte 2019

Optional gibt es für die B-Klasse die "Energizing"-Sitzkinetik für die Vordersitze. Das Feature verstellt die Neigung der Sitzkissen und der Lehnen in regelmäßigen Abständen, um so das Wechseln der Sitzhaltung zu unterstützen. Auch bei der Fahrerassistenz hebt Mercedes die B-Klasse auf ein neues Level. Zur neuen Generation halten Funktionen aus der S-Klasse Einzug in den Minivan und lassen sie dadurch teilautonom Fahren. Mithilfe des Fahrerassistenz-Pakets kommen der abstandsbasierte Tempomat "Distronic", ein aktiver Spurhalte-Assistent und der aktive Notbrems-Assistent ins Fahrzeug. Zusammen erlauben sie dem Fahrer, die Hände für einen kurzen Moment vom Lenkrad zu nehmen. Die B-Klasse übernimmt das Fahren dann selbstständig. Auch ein Head-up-Display wird optional angeboten, der aktive Bremsassistent mit Fußgänger- und Radfahrererkennung ist dagegen serienmäßig.

Neue Mercedes und Smart (2018, 2019, 2020, 2021, 2022)

Mercedes EQS Illustration

Connectivity: MBUX im Minivan

Bei der Vernetzung greift Mercedes ins Firmenregal und bedient sich bei seinem neuen Infotainmentsystem MBUX. Das wurde mit der aktuellen A-Klasse eingeführt und lässt sich stark individualisieren. Zudem bietet das System eine sehr gute Sprachsteuerung, mit der sich sogar Funktionen, wie die Innenraumbeleuchtung oder die Klimaanlage, per Sprach-Befehl bedienen lassen. MBUX finden Sie hier im Test.

Motoren & Preis: Neuer Diesel, neues Doppelkupplungsgetriebe

Alle Motoren in der neuen B-Klasse sollen die Grenzwerte der Euro 6d-TEMP erfüllen. Zum Marktstart wird es den Minivan mit drei Diesel- und zwei Benzin-Optionen geben. Den Einstieg in die Dieselwelt macht dabei der aus der A-Klasse bekannte Vierzylinder (OM 608) mit 1,5-Liter-Hubraum, 116 PS und 260 Nm Drehmoment. Die beiden größeren Motorisierungen basieren auf einer angepassten, neuen Version des OM 654 Zweiliter-Motors. Das Ergebnis heißt OM 654q und erfüllt laut Mercedes schon heute die Norm Euro 6d. Die beiden Benzin-Optionen basieren auf dem 1,33 Liter großen M 282-Vierzylinder, der entweder 136 PS und 200 Nm oder 163 PS und 250 Nm erzeugt. Zu Beginn liefert Mercedes alle Motoren ausschließlich mit Doppelkupplungsgetrieben, wobei die größeren Dieselmotoren das neue Achtgang-DCT erhalten. Allradantrieb und ein Handschalter werden nachgereicht. Bei den Preisen darf man auf die Preisentwicklung der A-Klasse schauen. Hier kam es zu einer Preissteigerung von 1300 Euro in der Basis. Auf Grundlage dieser Entwicklung und der Tatsache, dass Mercedes keinen B 160 anbietet, rechnet AUTO BILD mit einem ähnlichen Anstieg bei der B-Klasse. Damit würde der Minivan mit Stern in der Basis bei knapp unter 30.000 Euro starten.

Mercedes B-Klasse (2019)


Technische Daten

Benziner:
Mercedes B 180Motor: Vierzylinder-Benziner mit Turboaufladung • Getriebe: Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe • Hubraum: 1332 ccm • Leistung: 100 kW (136 PS) • max. Drehmoment: 200 Nm • Verbrauch: 5,6 l/100 km.
Mercedes B 200 • Motor: Vierzylinder-Benziner mit Turboaufladung • Getriebe: Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe • Hubraum: 1332 ccm • Leistung: 120 kW (163 PS) • max. Drehmoment: 250 Nm • Verbrauch: 5,6 l/100 km.
Diesel:
Mercedes B 180 d • Motor: Vierzylinder-Diesel mit Turboaufladung • Getriebe: Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe • Hubraum: 1461 ccm • Leistung: 85 kW (116 PS) • max. Drehmoment: 260 Nm • Verbrauch: 4,4 l/100 km.
Mercedes B 200 d • Motor: Vierzylinder-Diesel mit Turboaufladung • Getriebe: Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe • Hubraum: 1950 ccm • Leistung: 110 kW (150 PS) • max. Drehmoment: 320 Nm • Verbrauch: 4,5 l/100 km.
Mercedes B 220 d • Motor: Vierzylinder-Diesel mit Turboaufladung • Getriebe: Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe • Hubraum: 1950 ccm • Leistung: 140 kW (190 PS) • max. Drehmoment: 320 Nm • Verbrauch: 4,5 l/100 km.

Gebrauchtwagen: Am besten mit Handschalter

Mit der Note 2- beendete der Vorgänger den AUTO BILD-Dauertest. Ab 7500 Euro ist eine gebrauchte B-Klasse zu haben.

2011 wurde das Vorgängermodell der neuen B-Klasse unter der internen Bezeichnung W 246 vorgestellt. Eine Modellpflege erhielt der Kompaktvan 2014. Erste Modelle sind auf dem Gebrauchtwagenmarkt bereits ab 7500 Euro zu haben, allerdings mit höheren Laufleistungen und ohne viel Ausstattung. Wer eine gebrauchte B-Klasse mit unter 100.000 Kilometern auf der Uhr erstehen möchte, muss mindestens 10.000 Euro ausgeben. Aufgrund drohender Diesel-Fahrverbote ist die Auswahl an Selbstzündern deutlich größer als bei den Benzinern. Wer nicht in der Stadt fahren möchte, kann somit ein richtiges Schnäppchen machen. Im AUTO BILD-Dauertest holte sich der praktische Benz eine solide 2- ab. Neben dem großzügigen Platzangebot und der Variabilität gab es aber auch Grund zur Kritik. Auch die B-Klasse ist – wie viele Mercedes dieser Zeit – rostgeplagt, was sich gerne an den unteren Türkanten bemerkbar macht. Die Sitzflächen sind relativ kurz, was den Langstreckenkomfort beeinträchtigt. Das Fahrwerk ist straff und erlaubt sicheres Fahren, ist aber dennoch etwas zu hart abgestimmt. Größter Minuspunkt war aber die nicht immer zuverlässig arbeitende Elektronik. 

Gebrauchtwagensuche: Mercedes B-Klasse

Im Dauertest leitete der Kollisionswarner mehrfach aus dem Nichts heraus eine Vollbremsung ein und war nur noch im Notlauf (80 km/h) zu bewegen. Ein Software-Update schaffte hier Abhilfe. Bei den Motoren empfiehlt AUTO BILD die goldene Mitte. Der Basis-B-160 mit 102 PS ist mit der wuchtigen B-Klasse überfordert, bei den Top-Modellen B 220 und B 250 passen Preisniveau und Komfortdefizite endgültig nicht mehr zueinander. Das ausgewogene Mittelfeld B 180 und B 200 ist daher die erste Wahl. Beim Getriebe greift man am besten zum Handschalter. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe konnte im Test nämlich nicht überzeugen.

Jan Götze

Fazit

Mercedes hat es geschafft, die B-Klasse zu modernisieren ohne dabei die wichtigen Aspekte wie hohe Sitzposition und üppiges Platzangebot zu vernachlässigen. Mit viel Luxus und MBUX dürfte die B-Klasse ein Erfolg werden. Verjüngungskur geglückt!

Autoren: Andreas Huber, Jan Götze

Stichworte:

Familienauto

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