Der Brite Ranjit Singh war schon immer Mercedes-Fahrer. 2018 wollte er der Umwelt etwas Gutes tun und kaufte sich einen gebrauchten Mercedes E 300 BlueTec Hybrid, Baujahr 2014. Vier Jahre später steht er vor dem Problem, dass der Akku seines Benz getauscht werden muss. Als die Kontrollleuchte in seinem Hybrid-Benz aufleuchtete, brachte Singh diesen sofort in die Werkstatt. Dort sagte man ihm, der Akku habe nach gerade einmal acht Jahren das Ende seiner Lebensdauer erreicht.

Laut der Tageszeitung "Leicestershire Live" soll die neue Batterie 15.000 britische Pfund kosten. In Euro: satte 17.700 Euro – ohne Einbau! Damit übertreffen die anfallenden Kosten den Restwert des Fahrzeugs. Der liegt auf der Insel bei rund 14.000 Euro. Gegenüber BILD bestätigte ein Mercedes-Sprecher die hohen Kosten für den Akkutausch.
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Ranjit Singh bleiben zwei Möglichkeiten: Entweder bringt er das Auto zum Verschrotter oder er nimmt die hohen Akku-Tausch-Kosten in Kauf, obwohl sie den Wert seines Autos übersteigen.
Mercedes E-Klasse E 300 BlueTecHybrid  T-Modell
Der Übeltäter: Am linken Federbeindom (orangene Kabel) versteckt sich die Elektro-Steuerung des Akkus.

EU arbeitet an einheitlicher Hersteller-Garantie

Die Europäische Union arbeitet an einer für alle Hersteller gültigen Garantie für Auto-Akkus. Geht der aktuelle Entwurf durch, dann müssen die Autobauer garantieren, dass die Akkus innerhalb von fünf Jahren oder 100.000 Kilometern nicht mehr als 20 Prozent ihrer Kapazität verlieren. Nach acht Jahren oder 160.000 Kilometern dürfen es nicht mehr als 30 Prozent sein. Im Sommer 2022 soll über den Entwurf abgestimmt werden. Findet dieser Zustimmung, dann könnte die neue Vorschrift ab 2023 EU-weit gelten.
Mercedes E-Klasse E 300 BlueTecHybrid  T-Modell
Innen gewohnte Benz-Qualität. Der E 300 BlueTec Hybrid der Baureihe 212 gilt beim TÜV als zuverlässig.

Worauf achten beim Gebraucht-Hybrid-Kauf?

Wer mit dem Gedanken spielt, einen gebrauchten Plug-in-Hybriden zu kaufen, sollte daher auf folgende Punkte achten:

➤ Wann erlischt die Garantie für den elektrischen Antrieb? Je nach Hersteller gibt es unterschiedliche Laufleistungen und Garantie-Jahre auf die Batterie.
➤ Wurden alle erforderlichen Inspektionen durchgeführt? Ein Blick ins Scheckheft zeigt, welche Wartungsarbeiten am Fahrzeug vorgenommen wurden.
➤ Arbeiten Verbrennungs- und E-Motor fehlerfrei zusammen? Bestehen Sie vor dem Kauf unbedingt auf einer Probefahrt. Achten Sie dabei darauf, dass der Wechsel zwischen E-Antrieb und herkömmlichen Antrieb ruckelfrei vonstattengeht. Ideal wäre es, das Fahrzeug mit vollem Akku komplett leer zu fahren und danach den Ladevorgang an der Wallbox oder Ladesäule zu starten. So können Sie sicher gehen, dass das E-System funktionsfähig ist.

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➤ Wie lange stand das Fahrzeug unbewegt herum? Lange Standzeiten sind schlecht für die Batterie. Je nach Modell können sogar schon wenige Monate dafür sorgen, dass der Akku Schaden nimmt.
➤ Erfragen Sie, wie lange die letzte HU (Hauptuntersuchung) zurückliegt. Ein neu gemachter TÜV ist ein gutes Zeichen für funktionstüchtige Hybrid-Fahrzeuge, da die Prüfer auch die elektrischen Komponenten des Teilzeitstromers unter die Lupe nehmen.
Wer sich unsicher beim Gebraucht-Hybrid-Kauf ist, für den sind Leasing-Angebot oder Auto-Abo-Modelle vielleicht die bessere Wahl.

Von

Jan-Menno Gebhardt