Die Elektroauto-Reichweiten haben sich in den vergangenen Jahren in etwa verdoppelt. Die Alltagstauglichkeit dürfte deshalb selbst für Kritiker kaum noch in Frage stehen. Mehr noch: Aktuell werden schon in der Mittelklasse Modelle mit zwei oder drei verschiedenen Akkugrößen angeboten. Der Kunde kann sich ein Auto aussuchen, bei dem die Reichweite zu den persönlichen Bedürfnissen passt
Damit rückt die Frage nach vorn, welche Akkugröße die richtige für den persönlichen Alltag ist. Muss es unbedingt die große Batterie sein, reicht nicht auch eine eher kleine? Und welche ist ökologisch sinnvoll?

Ideale Akkugröße hängt von persönlichen Bedürfnissen ab

Eine pauschale Empfehlung für die richtige Batteriegröße gibt es nicht. Ist das E-Auto das einzige Auto im Haushalt und soll die Familie auch in den Urlaub transportieren, dann kommt die kleine Batterie vermutlich nicht in Frage. Die Autos mit den großen Batterien ermöglichen in vielen Fällen das schnelle Laden mit höheren Ladegeschwindigkeiten. An der Autobahn ist das ein entscheidender Vorteil, weil sich der Eigner nicht mit Reichweitenangst oder Sparfahrten stressen muss. Die größere Flexibilität in der Planung kommt dazu. Große Akkus bieten mehr Möglichkeiten für spontane Fahrten oder unvorhergesehene Umwege.
Tesla Model 3
Mit der großen Batterie kommt der Tesla Model 3 nach Herstellerangaben mehr als 500 Kilometer weit.

Größere Lebensdauer bei größerem Akku erwartbar

Außerdem ist die Lebensdauer der großen Akkus in der Regel länger. Eine große Batterie braucht für die gleiche Anzahl an Kilometern weniger Ladezyklen und altert daher langsamer. Nach 200.000 Kilometern musste ein E-Auto mit 200 Kilometern Reichweite beispielsweise schon 1000 Mal geladen werden, eins mit 300 Kilometern Reichweite erst 670 Mal. Dem entgegen stehen die höheren Anschaffungskosten für das Auto mit der größeren Batterie und die Tatsache, dass die kleine Batterie meist zum Pendeln genügt.

Mehrverbrauch an Strom durch höheres Gewicht

Das höhere Gewicht eines größeren Akkus zieht außerdem einen Mehrverbrauch an Energie beim Fahren nach sich. Der rechnet sich über die Jahre der Nutzung wiederum in höhere Kosten beim Aufladen um. Schließlich ist der Bedarf an seltenen Rohstoffen bei einer kleineren Batterie kleiner als bei einer großen. Und letztlich hat eine größere Batterie einen größeren CO2-Abdruck.

Akkugröße beeinflusst die CO2-Gesamtbilanz des E-Autos

Hyundai Kona Elektro
Der Hyundai Kona mit der großen Batterie hat bei der Anmeldung schon so viel CO2 produziert wie der Kona mit dem kleinen Akku nach 30.000 Kilometern.
Denn auch die CO2-Gesamtbilanz der Elektrofahrzeuge ist wichtig. Die energieaufwendige Produktion der Lithium-Ionen-Akkus wird darin mitgerechnet. Es gilt die Faustformel: Je größer der Akku, desto größer der CO2-Fußabdruck. Grob geschätzt kann man davon ausgehen, dass pro Kilowattstunde Akku-Kapazität zirka 100 Kilogramm CO2 anfallen.
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Das bedeutet am Beispiel des elektrischen Hyundai Kona, dass die kleine Batterie bei ihrer Herstellung 3920 Kilogramm verursacht und die große 6400 Kilogramm. Zum Vergleich: Der CO2-Ausstoß entspricht der Klimagas-Belastung, die ein deutscher Zweipersonen-Haushalt in zwei Jahren per Stromverbrauch erzeugt. Anders gesagt hat der Kona mit der großen Batterie bei seiner Anmeldung schon so viel CO2 produziert wie der Zwillingsbruder mit der kleinen Batterie nach etwa 30.000 Kilometern Laufleistung.