Motorschaden verhindern

Motorschaden verhindern

Acht Todsünden für den Motor

An vielen Motorschäden sind die Fahrer selbst schuld. Diese acht Fehler können das Leben des Motors erheblich verkürzen!
Für einen Motorschaden gibt es viele mögliche Ursachen. Neben technischen Defekten (z. B. kaputte Einspritzdüse) sorgen immer öfter Fehlkonstruktionen für aufwendige Reparaturen. Allerdings behandeln auch viele Autofahrer aus Unwissenheit den Motor nicht richtig und provozieren so einen teuren Schaden. Folgende Fehler sollten Sie unbedingt vermeiden!

Fehler 1: Flüssigkeitsstände nicht überprüfen

Nicht nur die regelmäßige Kontrolle, sondern auch das regelmäßige Wechseln des Motoröls ist wichtig.

Viele Motorschäden könnten vermieden werden, würden die Autofahrer rechtzeitig einen Blick unter die Motorhaube werfen. Damit der Motor lange lebt, sollte man in regelmäßigen Abständen und besonders auch vor langen Fahrten die Flüssigkeitsstände kontrollieren. Ist zu wenig Öl im Motor, werden mehrere Lager (z. B. Kurbelwellenlager) und die Zylinderlaufbahnen nicht mehr ausreichend geschmiert. Fehlt der Schmierfilm, steigt der Verschleiß im Motor stark an. Nicht nur an den Kolbenringen, sondern auch in den Lagern reibt dann Metall auf Metall. Zwar besitzt jedes Lager auch eine Notlaufeigenschaft, doch auch die ist meist recht schnell verbraucht. Die Folge: Der Motor "frisst" sich fest und lässt sich nicht mehr drehen. Hier hilft dann meist nur noch ein Austausch des Motors. Doch Vorsicht: Auch zu viel Öl kann für den Motor schädlich sein. Ist der Ölstand über der Maximum-Markierung auf dem Peilstab, panscht die Kurbelwelle im Öl und bringt es zum Schäumen. Die Folge: Die Ölpumpe saugt nur noch Luft an, und es kommt ebenfalls zur Mangelschmierung.
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Aber auch auf das Kühlwasser sollte geachtet werden. Ist zu wenig Wasser im Kühlsystem, besteht die Gefahr, dass der Motor überhitzt. Meist brennt durch die Überhitzung relativ schnell die Kopfdichtung durch. Dann mischt sich das Motoröl mit dem Kühlwasser zu einer Emulsion, die den Motor nicht mehr ausreichend schmiert und so für einen Motorschaden sorgt. Auch wenn das Motoröl sich nicht mit dem Kühlwasser mischen sollte, verliert es bei Überhitzung doch irgendwann an Schmierfähigkeit und kann so ebenfalls dazu führen, dass sich der Motor festfrisst. Eine weitere Folge der Überhitzung können auch ein verzogener Zylinderkopf oder sogar ein verzogener Motorblock sein.

Beim Tausch einer Zylinderkopfdichtung muss der Motor zerlegt werden.

Der regelmäßige Blick unter die Motorhaube kann aber nicht nur einem Motorschaden vorbeugen, auch defekte Bauteile lassen sich viel schneller erkennen. Muss man regelmäßig Kühlwasser nachkippen, dann tritt es irgendwo aus, oder es wird verbrannt. Kühlwasserverlust kann an einer kaputten Wasserpumpe, an einem undichten Kühler oder Kühlerschlauch oder auch an einem kaputten Wasserflansch liegen. Da ein Kühlsystem aber unter Druck arbeitet, der bei einem Leck nicht mehr aufgebaut werden kann, ist die Gefahr einer Überhitzung sehr groß. Wird das Kühlwasser verbrannt, liegt es in den meisten Fällen an einer kaputten Zylinderkopfdichtung. Auch milchiges Öl oder milchiges Kühlwasser können weitere Anzeichen für einen Defekt an der Kopfdichtung sein.

Fehler 2: Wartungsintervalle nicht einhalten

Wie lange ein Motor lebt, hängt vor allen Dingen von der Wartung ab. Leider wollen hier viele Autobesitzer Geld sparen und überziehen die Wartungsintervalle. Während alte Motoren das häufig schon nicht so gut wegsteckten, kann bei einem modernen Wagen bereits ein überzogener Ölwechsel zu einem teuren Schaden führen. Zum einen liegt das an den sowieso schon immer länger werdenden Wartungsintervallen, zum anderen aber auch an immer sensiblerer Technik, die in modernen Motoren verbaut wird. Je nach Fahrweise sind übrigens sogar die vom Hersteller vorgegebenen Wartungsintervalle zu lang. Während für einen Langstreckenfahrer ein Ölwechselintervall von 30.000 Kilometer geeignet sein mag, ist es für einen Kurzstreckenfahrer selbst bei gutem Motoröl bereits zu lang. Durch Kurzstrecken gelangt Kraftstoff ins Öl, es verdreckt und verliert mit der Zeit an Schmierfähigkeit.

Reißt der Zahnriemen, kommt es häufig zu starken Beschädigungen an Kolben und Ventilen.

Auch das regelmäßige Wechseln der Zündkerzen und des Luftfilters verlängern die Lebensdauer des Motors. Bekommt ein Motor nämlich nicht mehr das optimale Gemisch zwischen Kraftstoff und Luft oder hat er Zündaussetzer, kann es auch zu teuren Schäden am Kolben oder an den Ventilen kommen. Auch das Kühlwasser gehört regelmäßig gewechselt. Passiert das nicht, korrodiert der Motorblock mit der Zeit, und die Kühlwasserkanäle setzen sich zu. Die Folge: ein überhitzender Motor. Besonders sollte auch auf den Zahnriemen geachtet werden. Reißt der Riemen, dann treffen die Kolben auf die Ventile und schlagen sie kaputt. Wird die Wasserpumpe vom Zahnriemen angetrieben, sollte man diese auch gleich erneuern.

Fehler 3: Defekte und Geräusche ignorieren

Ein Auto repariert sich niemals von selbst – doch trotzdem scheinen das viele Autofahrer zu denken. Nicht selten werden ungewöhnliche Geräusche oder aufleuchtende Warnlampen (besonders die gelbe Motorkontrollleuchte) ignoriert. Das ist ein großer Fehler, denn Warnlampen leuchten in den seltensten Fällen ohne Grund auf. Leuchtet die Motorkontrollleuchte bei laufendem Motor, dann stimmt meist etwas mit der Verbrennung nicht. Das kann unter anderen daran liegen, dass ein Motor Zündaussetzer hat oder Falschluft zieht.Manchmal geben aber auch eine defekte Lambdasonde oder ein kaputter Luftmassenmesser ein falsches Signal ab. Auf jeden Fall sollte der Fehler möglichst zügig gefunden werden. Durch all diese Fehler stimmt nämlich das Mischverhältnis zwischen Luft und Kraftstoff nicht. Wird zu viel Kraftstoff verbrannt ("Motor läuft zu fett"), wäscht es den Ölfilm von den Zylinderwänden, und es kommt zu höherem Verschleiß – zumindest beim Ottomotor. Wird zu viel Luft beigemengt ("Motor läuft zu mager"), dann kann der Motor überhitzen, oder es brennen Kolben oder Ventile weg. Blinkt die Motorkontrollleuchte, dann liegt meist irgendwo ein schwerwiegender Fehler vor, und man sollte den Motor möglichst sofort abstellen. Auch wenn die rote Ölwarnleuchte leuchtet, sollte die Fahrt möglichst sofort unterbrochen werden. Dann stimmt etwas mit dem Öldruck nicht, und der Motor wäre nach nicht einmal einem Kilometer schon sehr stark beschädigt.
Gleiches gilt für merkwürdige Geräusche. Hat etwa die Wasserpumpe einen hörbaren Lagerschaden, der ignoriert wird, kann sie irgendwann ganz ausfallen. Hat man Glück im Unglück, dann bemerkt man das rechtzeitig an einer steigenden Temperaturanzeige und stellt den Motor ab. Mit Pech überhitzt der Motor, oder die Wasserpumpe blockiert und lässt den Zahnriemen überspringen. Das kann übrigens auch passieren, wenn sich eine Umlenkrolle oder eine Spannrolle verabschiedet. Doch auch die kündigen ihren Ausfall in den meisten Fällen lautstark an.

Fehler 4: Motor nicht warmfahren

Nicht nur Leistungssportler müssen sich langsam aufwärmen, auch der Motor braucht eine gewisse Zeit, um auf die richtige Betriebstemperatur zu kommen. Ist der Motor nämlich noch kalt, ist auch das Motoröl wesentlich zähflüssiger als im betriebswarmen Zustand. Deshalb sollte man einen kalten Motor auch möglichst nie ausdrehen, sondern behutsam warmfahren. Ist das Öl noch zäh, dann besteht die Gefahr, dass der Ölfilm abreißt und der Motor so wesentlich schneller verschleißt. Auch nach dem Kaltstart sollte man auch nicht sofort losfahren: Wenn ein Motor abgestellt wurde, sammelt sich das ganze Öl in der Ölwanne. Folglich braucht ein Motor etwas Zeit, um den Öldruck aufzubauen und um den Zylinderkopf richtig schmieren zu können. Ein kleiner Trick: Erst den Motor starten, sich dann anschnallen und erst dann behutsam losfahren. Die kurze Zeit sollte schon reichen, um den Öldruck aufzubauen. Den Motor warmlaufen lassen sollte man hingegen nicht. Ist ein Motor kalt, wird automatisch mehr Benzin eingespritzt. Dieses "überschüssige" Benzin wäscht den Ölfilm von den Zylinderwänden und fördert so den Verschleiß. Deshalb sollte man für kurze Strecken das Auto auch lieber stehen lassen und stattdessen das Fahrrad oder den Bus nehmen. Das schont nicht nur den Motor, sondern auch die Umwelt.

Fehler 5: Motor heiß abstellen

Eine weitere Todsünde, die viele Autofahrer besonders nach schnellen Fahrten begehen: Sie stellen einen heißgefahrenen Motor sofort ab. Gerade nach schnell gefahrenen Autobahn-Etappen oder nach Fahrten unter hoher Last sollte ein Motor immer noch kurz im Stand laufen gelassen werden, um etwas abzukühlen. Ist so ein Motor nämlich heiß und er wird abgestellt, kann sich der Zylinderkopf verziehen, obwohl genügend Kühlwasser vorhanden ist. Aber auch für einen Turbolader ist das sofortige Abstellen nach einer schnell gefahrenen Autobahn-Etappe schädlich. Bei einer Vollgasfahrt wird so ein Turbolader auf ungefähr 1000 Grad Celsius aufgeheizt. Stellt man den Motor dann ab, verkokt das Öl und verstopft die Ölkanäle. Das führt wiederum zu einer Mangelschmierung, was den Turbolader stärker verschleißen lässt. Bei einem defekten Turbolader besteht außerdem die Gefahr, dass dieser irgendwann über die Ölkanäle das Motoröl der Verbrennung zuführt. Besonders bei Dieseln kann es dazu führen, dass der Motor dann so lange unkontrollierbar Vollgas gibt, bis kein Öl mehr im Motor vorhanden ist und er festfrisst.

Fehler 6: Zu hohe Drehzahlen fahren

Um den Motor zu schonen, sollte man ihn möglichst nicht allzu häufig in den roten Bereich drehen.

Der rote Bereich auf dem Drehzahlmesser ist nicht ohne Grund rot. Wird ein Motor regelmäßig in den roten Bereich gedreht, geht er früher oder später trotz Drehzahlbegrenzer kaputt. Das liegt zum einen an den Vibrationen, die bei einer hohen Drehzahl durch den Motor gehen und ihn schneller verschleißen lassen, zum anderen aber auch wieder einmal am Öl. Je höher ein Motor gedreht wird, desto heißer wird er auch. Folglich kann auch hier der Schmierfilm abreißen. Ist zusätzlich noch zu wenig Öl im Motor, ist der Motorschaden schon fast programmiert. Doch das Überdrehen des Motors kann auch nicht nur Hobbyrennfahrern passieren. Verschaltet man sich und erwischt zum Beispiel anstatt des dritten Gangs den ersten und lässt dann die Kupplung kommen, ist – je nachdem, wie hoch man den Gang ausgefahren hat – selbst ein Drehzahlbegrenzer keine Hilfe mehr. Beim Verschalten wird nämlich die Motordrehzahl vom Getriebe vorgegeben, und die Motorsteuerung kann nicht mehr eingreifen. Je nach Drehzahl sind die Belastungen im Motor dann so hoch, dass es fast augenblicklich zu einem teuren Motorschaden kommt. Eine besonnene Fahrweise und langsames Schalten helfen hier, einen Motorschaden zu vermeiden.

Fehler 7: Falschen Kraftstoff getankt

Eine Falschbetankung kann einen kapitalen Motorschaden nach sich ziehen.

Dieser Fehler betrifft vor allen Dingen Fahrzeuge mit Dieselmotoren. Wird aus Versehen Benzin statt Diesel getankt, und der Motor wird dann gestartet, droht im schlimmsten Fall ein Motorschaden. Bauteile wie die Hochdruckpumpe oder die Injektoren brauchen die Schmiereigenschaft des Diesels, um richtig funktionieren zu können. Wird nun aber Benzin getankt, werden diese Bauteile nicht geschmiert und verschleißen. Selbst diese Reparatur ist ziemlich aufwendig und auch teuer.

Fehler 8: Wasserschlag

Ein Wasserschlag kann nicht nur Geländewagen treffen, die gerade im Gelände ein großes Wasserloch durchqueren. Besonders nach starkem Regen kann es auch ganz normale Pkw auf der Straße erwischen. Von einem Wasserschlag redet man, wenn ein Motor Wasser anstatt Luft ansaugt. Wenn das Wasser dann in den Brennraum gelangt, ist es meist schon zu spät: Anders als das Kraftstoff-Luft-Gemisch lässt sich Wasser nämlich nicht komprimieren und bremst den Kolben abrupt ab. Die Folge: Meist verbiegen sich die Pleuel, Schäden an der Kurbelwelle, am Zylinderkopf und am Motorblock sind aber auch nicht selten. Da viele Autos die Luft relativ weit unten ansaugen, sollte man große Pfützen also möglichst nicht durchfahren, um keinen teuren Motorschaden zu riskieren.

Autor: Lars Golly

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