Das Jahr 2024 bringt für Autofahrer viele Neuerungen und Änderungen, vom Führerscheintausch bis zu neuen, vorgeschriebenen Assistenten. Hier sind die relevantesten Infos – die Liste wird laufend ergänzt.

Wo gibt es noch eine Elektroauto-Förderprämie?

Nach dem staatlichen Förder-Aus sprangen viele Autohersteller in die Bresche: Einige zahlten nur bis Ende 2023 die volle, vorgesehene Elektroauto-Fördersumme aus eigener Tasche. Viele verlängern ihre Prämienprogramme ins Jahr 2024, Hersteller wie Hyundai, Kia, Stellantis und Renault versprechen eine Prämie beim Kauf bis Ende März 2024.

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Wer muss seinen Führerschein 2024 umtauschen?

Gleich im Januar steht eine wichtige Frist an: Am 19. Januar 2024 endet die Umtauschfrist für alle Inhaber eines alten Auto- und Motorradführerscheins, wenn sie zwischen 1965 und 1970 geboren wurden. Als zweite Bedingung gilt, dass der aktuelle Führerschein vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurde. Die Dokumente werden jahrgangsweise in solche im Scheckkartenformat umgetauscht. Wer also den grauen oder rosa Papier-Führerschein noch nicht in die aktuelle Plastikkarte umgetauscht hat, sollte sich um einen Termin bemühen, wer den zeitigen Umtausch verpasst, dem droht ein Ordnungsgeld. Wer nach 1971 geboren wurde, hat für den Umtausch Zeit bis 19. Januar 2025. Man kann seinen alten Führerschein aber auch jederzeit freiwillig im Bürgeramt eintauschen.

Führerschein Erweiterungen
Nicht nur Papierführerscheine aller Art werden ungültig, auch schon Scheckkartenführerscheine, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden.
Bild: Frank Stange / AUTO BILD

Was kommt auf deutsche Autofahrer in der Schweiz zu?

Anfang 2024 soll der deutsch-schweizerische Polizeivertrag in Kraft treten. Damit können dann deutsche Autofahrer, die in der Schweiz geblitzt werden, einfacher zur Kasse gebeten werden – und natürlich umgekehrt. Voraussetzung ist, dass das Bußgeld inklusive der Verfahrenskosten die Bagatellgrenze von 70 Euro in Deutschland bzw. 80 Schweizer Franken in der Schweiz übersteigt. Das geht schnell. Wer also regelmäßig in die Schweiz fährt oder 2024 einen Urlaub im Süden plant: Die Bußgelder insbesondere für zu schnelles Fahren in der Schweiz sind sehr viel höher als hierzulande! So beträgt der Regelsatz bei einer Geschwindigkeitsübertretung von 11-15 km/h innerorts bereits 250 Schweizer Franken (umgerechnet 264 Euro).

Welche Verkehrsdelikte werden in Italien strenger geahndet?

Die Bußgelder in Italien sollen für einige Verkehrsdelikte 2024 deutlich steigen. Grund der Verschärfungen sind die deutlich gestiegenen Unfallzahlen auf italienischen Straßen. Vor allem Ablenkung, Handynutzung und Alkohol am Steuer sollen künftig härter belangt werden. Das Parlament muss das Vorhaben noch bestätigen, dann könnten die neuen Regelungen bereits im Januar 2024 in Kraft treten. Autofahrer, die regelmäßig in Italien unterwegs sind oder dort im kommenden Jahr einen Urlaub planen, sollten die Entwicklung aufmerksam beobachten.

Was ändert sich an der Winterreifen-Kennzeichnung?

Ab Oktober 2024 sind Winter- und Ganzjahresreifen mit M+S-Kennzeichnung nicht mehr zulässig. M+S steht für "Matsch und Schnee". Pneus mit diesem Emblem an der Flanke werden bereits seit Ende 2017 nicht mehr hergestellt (somit sollte man solche Reifen aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters auch nicht mehr kaufen). Achten Sie darauf, dass Ihre Reifen das sogenannte Alpine-Symbol haben – ein Berg mit drei zackigen Gipfeln und einer Schneeflocke darin. Viele Reifen sind auch mit beiden Symbolen versehen – also "M+S" und Alpine-Symbol. Das bleibt erlaubt. Wichtig ist, dass der Berg mit Schneeflocke darauf ist.
Alpine Symbol Winterreifen
Winterreifen mit "M+S" und dem Berg-Symbol dürfen weiterhin genutzt werden. Wer nur das "M+S" auf der Flanke hat, muss die Reifen aussortieren.
Bild: Werk
Wer also im Frühling die Winterreifen abmontiert, sollte prüfen, ob er sie im kommenden Herbst noch nutzen darf. Für Ganzjahresreifen mit M+S-Kennzeichnung gilt das gleiche: Sie müssen dann bis Oktober 2024 ersetzt werden. Und wer ohnehin schon einen Blick auf die Reifen wirft, kann auch gleich die Verschleißgrenze prüfen: dazu gehört die Profiltiefe, die zum Winter nicht unter vier Millimeter betragen sollte (gleichwohl der Gesetzgeber nur 1,6 Millimeter vorschreibt). Auch sprödes oder verhärtetes Gummi sowie Beschädigungen sind ein Grund, die Reifen auszutauschen.

Wie stark verteuert die CO2-Abgabe Benzin und Diesel 2024?

Der CO2-Preis war 2023 wegen massiv angestiegener Energiekosten nicht wie geplant im jährlichen Turnus erhöht worden. Wegen des Haushaltslochs hat die Bundesregierung entschieden, die geplante Erhöhung der Abgabe pro Tonne CO2 zum 1.1.2024 von 30 gleich auf 45 Euro zu erhöhen. Allein dadurch ist zum 1. Januar mit einem Aufpreis von rund 4,3 Cent pro Liter Benzin und 4,7 Cent für Diesel an der Tankstelle zu rechnen – hier sind Infos zum aktuellen Spritpreis.

Wie sich die steigende CO2-Abgabe auf den Spritpreis auswirkt

Wie sich die steigende CO2-Abgabe auf den Spritpreis auswirkt
2021
25 Euro
ca. 7 Cent
ca. 8 Cent
2022
30 Euro
ca. 8,4 Cent
ca. 9,5 Cent
2023
bleibt bei 30 Euro
ca. 8,4 Cent
ca. 9,5 Cent
2024
45 Euro
ca. 12,7 Cent
ca. 14,2 Cent
2025
55 Euro
ca. 15,7 Cent
ca. 17,2 Cent
2026
55 bis 65 Euro
ca. 15,7-18,6 Cent
ca. 17,3-20,5 Cent
2027
55 bis 65 Euro
ca. 15,7-18,6 Cent
ca. 17,3-20,5 Cent
2028
freie Preisbildung im Emissionshandel, erster Preis an der Terminbörse 73 Euro
ca. 20,84 Cent
ca. 22,83 Cent
20XX
theoretisch 200 Euro
ca. 57 Cent
ca. 62,5 Cent

Wie erkennt man Klimadiesel HVO an der Tankstelle?

Viele versprechen sich einen Umweltgewinn vom alternativen Kraftstoff HVO, AUTO BILD KLASSIK testet ihn im Dauertester Citroën XM: HVO wird aus Altöl und Altfett gewonnen und kann damit nahezu klimaneutral produziert werden. Damit könnten Autos klimaschonend unterwegs sein. Nun folgt die gesetzliche Grundlage, um den "Klimadiesel" genannten Sprit an Tankstellen zu verkaufen. Die entsprechende Norm findet sich in der 10. Novelle des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BImSchG). Sie muss noch vom Bundesrat angenommen werden.
DT Citroen XM turbo D12_Anfang_E-Fuels | HVO-Betankung
Der alternative Diesel-Kraftstoff heißt im Handel XTL oder B10. Er wird voraussichtlich im Frühjahr 2024 an vielen deutschen Tankstellen erhältlich sein.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Daher ist damit zu rechnen, dass der neue Kraftstoff im Frühjahr 2024 regulär an der Zapfsäule erhältlich sein wird. Er heißt dann entweder "XTL" oder "B10". Vor dem Tanken von Klimadisel sollte man sich beim Hersteller erkundigen, ob der Motor für HVO freigegeben ist. Konventioneller Diesel, B7 genannt, wird weiterhin als "Bestandsschutzsorte" erhältlich sein. Der Literpreis wird voraussichtlich einige Cent pro Liter über dem von konventionellem Diesel liegen.

Was kosten Autobahn-Vignetten 2024?

Vignetten-Kosten in Österreich

Die Preise für Autobahnvignetten in Österreich steigen im Jahr 2024 nur geringfügig. Laut ADAC bleibt die Jahresvignette für Österreich unverändert bei 96,40 Euro, doch das 10-Tages-Pickerl steigt um 17 Prozent auf 11,50 Euro. Erstmals gibt es eine 1-Tages-Vignette für 8,60 Euro. Eine 2-Monats-Vignette kostet 28,90 Euro, sie wird also um 10 Cent günstiger. Motorradfahrer zahlen für die Jahres-Vignette nun 38,50 Euro (plus 30 Cent), die 2-Monats-Vignette wird um 3 Euro günstiger (nun 11,50 Euro), der Preis der 10-Tages-Vignette sinkt von 5,80 auf 4,60 Euro. Wer nur einen Tag auf österreichischen Autobahnen Motorrad fährt, zahlt 3,40 Euro.

Vignetten-Kosten in der Schweiz, Slowenien und Tschechien

Die Jahresvignette für Autobahnnutzung in der Schweiz bleibt unverändert bei 40 Franken (44 Euro). Auch in Slowenien bleibt der Preis für die Maut-Plakette gleich, nämlich bei einem Jahr Gültigkeit für Pkw 117 Euro, ein Monat kostet 32 Euro, eine Woche 17 Euro. Motorradfahrer in Slowenien zahlen für ein Jahr 58,70 Euro, fürs Halbjahr 32 Euro und für 7 Tage werden 8 Euro fällig. In Tschechien soll laut ADAC ab März 2024 erstmals eine Tagesvignette erhältlich sein – bisher waren Touristen gezwungen, eine Zehn-Tages-Vignette zu erwerben.

Wer muss 2024 einen Abbiege-Assistenten haben?

Am 7. Juli 2024 müssen neue Lkw und Sattelzugmaschinen ab einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen einen elektronischen Abbiegeassistenten an Bord haben. Dieses System soll den weiträumigen toten Winkel in Lastwagen überbrücken und so die häufig tödlichen Abbiegeunfälle mit Radfahrern und Fußgängern verhindern. Allerdings gibt es bisher keine Nachrüstpflicht für Lkw im Bestand, so dass die Gefahr auf Jahre hinaus bestehen bleibt.

Was ändert sich im Jahr 2024 bei Motorrädern?

Am 1. Januar 2024 tritt die Norm Euro 5+ für Motorräder in Kraft. Die gute Nachricht: Der Übergang von Euro 5 ist für die Hersteller keine übermenschliche Herausforderung. Es werden also nicht, wie noch vor zwei Jahren, mehrere beliebte Modelle aus dem Programm gestrichen werden, weil ihre Motoren die neue Norm nicht mehr erfüllen würden. So gesehen bringt 2024 für alle Gutes: Neue Motorräder werden wieder ein kleines bisschen sauberer!

Ab wann ist der Unfalldatenspeicher in Autos Pflicht?

Neuwagen müssen ab 7. Juli 2024 auch eine Blackbox an Bord haben. Dieser Unfalldatenspeicher zeichnet permanent Fahrdaten wie zum Beispiel die aktuelle Geschwindigkeit, Benutzung des Blinkers, Bremsvorgänge, Auslösung eines Airbags oder andere Fahrzustände, die für die Aufklärung eines Unfalls relevant sein können. Diese Daten werden aber auch permanent von aktuelleren überschrieben. Bei einem Unfall, der über die Sensorik registriert wird, zeichnet der UDS die Daten automatisch auf. Sie können dann ggf. bei der Aufklärung eines Unfalls helfen. Die Daten können übrigens nicht einfach von der Polizei ausgelesen werden. Der Fahrer muss dem Auslesen zuvor, oder es muss eine richterliche Anordnung geben. In vielen neuen Autos ist die Blackbox bereits installiert, denn komplett neu entwickelte Modellreihen müssen sie schon seit Juli 2022 an Bord haben.

Welche Sicherheitsassistenten müssen installiert sein?

Ab dem 7. Juli werden auch einige Fahrsicherheitsassistenten zur vorgeschriebenen Ausrüstung aller Neuwagen (seit 2022 waren sie verpflichtend für neu entwickelte Fahrzeuge). Gebrauchtwagen sind also nicht betroffen, es muss nichts nachgerüstet werden. Diese Assistenten müssen ab dem 7. Juli an Bord sein:
  • Intelligent Speed Assistent: Dieser zeigt eine erkannte Geschwindigkeitsbegrenzung an und warnt mit einem optischen und akustischen Signal, wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten wird oder regelt das Fahrzeug automatisch auf die vorgeschriebene Maximalgeschwindigkeit herab.
  • Müdigkeits- und Aufmerksamkeitswarner: Sind bereits weit verbreitet, KI-gestützt überwachen die Systeme den Fahrer auf Verhaltensmuster, die Müdigkeit andeuten. Mittels des "Kaffeetassen"-Symbols weisen sie den Fahrer darauf hin, dass seine Aufmerksamkeit nachlässt und eine Ruhepause zu empfehlen ist.
  • Notbremsassistent: Dieses System erkennt Gefahrensituationen und bremse das Fahrzeug vor einer drohenden Kollision selbsttätig ab, um den Schaden zu vermeiden oder zumindest zu mindern.
  • Spurhalteassistent: Droht das Auto aufgrund von Unaufmerksamkeit oder Ausfall des Fahrers aus der Spur oder von der Straße zu fahren, steuert der Assistent es selbstständig zurück und alarmiert den Fahrer.
  • Notbremslicht: Muss das Auto besonders stark verzögert werden, signalisiert das Bremslicht durch stärkeres Aufleuchten oder Blinken dem rückwärtigen Verkehr den verkürzten Bremsweg.
  • Rückfahrassistent: Der Parkpiepser, wie er umgangssprachlich genannt wird, erkennt beim Rückwärtsfahren Hindernisse und warnt durch akustische und optische Signale vor einer möglichen Kollision.
  • Vorbereitung eines Alcolocks: Vorgeschrieben ist die Einrichtung einer standardisierten Schnittstelle, an die ein in der Verordnung bisher nicht genauer beschriebenes Atemalkohol-Kontrollgerät angeschlossen werden kann. (Hier ein Kommentar zur Assistenten-Flut)

Das Mercedes-Assistenzsystem erkennt Müdigkeit
Die Kaffeetasse dient beim Müdigkeitswarner als Symbol. Mit einer Tasse Kaffee ist es aber zumeist nicht getan, um die Fahrtüchtigkeit wieder herzustellen.
Bild: Werk

Wozu dient die vorgeschriebene Alcolock-Schnittstelle?

Wofür die neue Schnittstelle für ein Atemalkohol-Kontrollgerät genau dienen soll, ist noch nicht ganz klar. Denkbar wäre die Nachrüstung von Taxis, Carsharing- oder Mietwagen mit einem solchen Gerät. Ein Alcolock verlangt vor dem Losfahren eine Atemprüfung, vergleichbar den Prüfgeräten der Polizei. Stellt die Sensorik fest, dass der Fahrer Alkohol getrunken hat, verweigert sie die Freigabe der Fahrfunktionen. Dabei handelt es sich zunächst nur um die Möglichkeit, ein solches Gerät anzuschließen. In manchen Ländern können solche Geräte vom Gericht zur Auflage gemacht werden, wenn Fahrer schon einmal alkoholisiert gefahren sind. In Deutschland ist das noch nicht der Fall.

Welche Farbe hat die TÜV-Plakette im Jahr 2024?

Die aktuelle TÜV-Plakette für alle Fahrzeuge, die im kommenden Jahr zur HU müssen, ist grün. Wer die technische Durchsicht erfolgreich bestanden hat, bekommt eine blaue Plakette für den nächsten Termin im Jahr 2026. Mietwagen und andere Fahrzeuge, die jährlich zum TÜV müssen, sind folglich schon 2025 dran – und bekommen deshalb eine orangefarbene Plakette.
TÜV
Wer eine grüne 2024er-Plakette auf dem hinteren Kennzeichen hat, muss mit dem Auto 2024 zur HU.
Bild: AUTO BILD

Worauf sollten sich Familien mit Kindern vorbereiten?

Wer 2024 mit Kindern auf Auslandsreise gehen möchte, braucht für den Nachwuchs wahrscheinlich ein neues Dokument: Der Kinderreisepass ist zur Jahreswende abgeschafft. Für Reisen außerhalb der EU ist dann ein regulärer Reisepass inklusive Chip, wie Erwachsene ihn auch haben, nötig. Er kostet 37,50 Euro und gilt sechs Jahre lang.
Wer noch einen gültigen Kinderreisepass hat, kann ihn theoretisch auch bis zum Ablaufdatum benutzen. Allerdings ist es möglich, dass er in jedem Land anerkannt wird. Hier sollte man sich also vorab informieren oder direkt auf Nummer sicher gehen. Innerhalb der EU und im Schengen-Raum können Kinder unter 16 wie auch Erwachsene mit dem Personalausweis reisen. Der kostet 22,80 Euro, ist für Kinder aber ebenfalls nur sechs Jahre gültig.