Rolls-Royce Phantom (2018): Fahrbericht

Rolls-Royce Phantom (2018): Fahrbericht

Rolls-Royce Phantom (2017): Vorstellung

Luxus ist ein Phantom

Mit dem neuen Phantom will Rolls-Royce "das beste Auto der Welt" bauen. Die Zutaten: V12-Biturbo, Schlafsitze, Kunstwerke und mehr. AUTO BILD hat alle Infos. Plus: Fahrbericht!
➀ Vorstellung: Der Phantom soll "das beste Auto der Welt" sein
➀ Interieur hinten: Platz nehmen wie ein König
➀ Interieur vorne: Edle BrĂŒcke fĂŒr ein 5,99-Meter-Schiff
➀ Fahren: 571 PS machen 2,6 Tonnen zum Spielball (Update!)
➀ Mitfahren: Im Phantom leise dem Alltag entrĂŒcken (Update!)
➀ Ausstattung: Die Luxuslimousine soll noch komfortabler sein
➀ Connectivity: Hightech dezent verpackt
➀ Motor: V12-Biturbo mit 900 Nm im Phantom

Vorstellung: Der Phantom soll "das beste Auto der Welt" sein

Video: Rolls-Royce Phantom (2017)

Bestes Auto der Welt?

Rolls-Royce will das nach eigenen Angaben "beste Auto der Welt" bauen! Die achte Generation der Luxuslimousine Phantom soll den klassischen Rolls-Royce-Look mit modernem Design und fortschrittlicher Technik kombinieren. Optisch ist der neue Phantom fĂŒr Laien allerdings erst auf den zweiten Blick erkennbar. An der Front sind die Unterschiede im direkten Vergleich am markantesten: Der KĂŒhlergrill ist höher als bisher und erstmals in die Fahrzeugfront eingelassen. Die Scheinwerfer haben eine neue Leuchtgrafik und sind vom Tagfahrlicht umrahmt. Vom KĂŒhlergrill verlaufen zwei Chromleisten entlang der Motorhaube bis zum Scheibenrahmen. In der Seitenansicht sind die Änderungen weniger auffĂ€llig: Rolls-Royce-typisch ist ein kurzer Überhang an der Front und ein langer Überhang am Heck. Interessantes Detail: Der Rahmen der Seitenfenster ist laut Rolls-Royce das grĂ¶ĂŸte Teil aus handpoliertem Edelstahl, das aktuell in irgendeinem Auto verbaut wird. Den Phantom gibt es auch weiterhin in zwei Varianten. Die extralange EWB-Version (Extended Wheelbase) ist an einer Edelstahlleiste ĂŒber dem Seitenschweller und am lĂ€ngeren Radstand erkennbar. Die gegenlĂ€ufig öffnenden TĂŒren sind ein echtes Markenzeichen der britischen Luxuslimousine und bleiben auch der achten Generation erhalten.

Die neue Plattform ist fĂŒr alle Modelle einsetzbar

Den Phantom EWB mit langem Radstand erkennt man auch an der Edelstahlleiste oberhalb des Schwellers.

Der neue Phantom ist das erste Modell auf der neuen Basis. Die sogenannte "Architecture of Luxury" ist ein Alu-Spaceframe und soll die Basis fĂŒr alle zukĂŒnftigen Rolls-Royce-Modelle sein. Dazu kann die Plattform an unterschiedliche Motor- und Antriebskonzepte angepasst werden, Stichwort Cullinan. Im Vergleich zum direkten VorgĂ€nger verspricht Rolls-Royce ein geringeres Gewicht und eine 30 Prozent verwindungssteifere Karosserie gegenĂŒber dem VorgĂ€nger. Wie viel Gewicht eingespart wurde, verraten die Briten noch nicht. Das selbst ernannte "beste Auto der Welt" soll natĂŒrlich auch das leiseste Auto der Welt sein. Dazu hat Rolls-Royce alleine 130 Kilo SchalldĂ€mmung verbaut. Übrigens ist der mit Unterbrechungen seit 1925 genutzte Name Phantom die am lĂ€ngsten genutzte Modellbezeichnung in der Automobil-Industrie. Zum Preis oder Marktstart macht Rolls-Royce noch keine Angaben. Anfang 2018 könnte die Luxuslimousine bei den HĂ€ndlern stehen. Der Preis wird bei ĂŒber 400.000 Euro liegen.

Interieur hinten: Platz nehmen wie ein König

Reisen wie Elizabeth: Der Phantom ist vor allem eins: bequem! Beinfreiheit bekommt hier eine völlig neue Bedeutung.

Allein der Einstieg in den Phantom ist aufregend. Die "Coach-Doors" öffnen sich weit, der Einstieg gelingt dadurch mĂŒhelos. Erst mal Platz genommen, möchte man nicht mehr aufstehen. Die TĂŒren schließen per Knopfdruck elektrisch. Die Sitze sind sehr bequem und lassen sich in eine sehr horizontale Lage bringen. Wohlgemerkt: In unserem Testwagen waren noch nicht mal die optionalen Schlafsitze eingebaut. Die bei den "Individual-Sitzen" fest verbaute Mittelkonsole beinhaltet einen KĂŒhlschrank mit zwei Champagner-GlĂ€sern und ein Fach fĂŒr Spirituosen nach Wahl – zwei Tumbler-GlĂ€ser inklusive. Die GetrĂ€nkehalter sind doppelt ausgefĂŒhrt: erste Ebene Champagnerglas-Halter, zweite Ebene normaler GetrĂ€nkehalter. Über dem Kopf funkelt auf Wunsch ein dimmbarer Sternenhimmel mit 1344 Leuchteinheiten. FĂŒr PrivatsphĂ€re sorgen die elektrischen VorhĂ€nge in den TĂŒren und in der Heckscheibe. In den Vordersitzen sind Displays eingebaut, die sich per Knopfdruck zeigen. Dabei wird die Verkleidung zum Ausklapp-Tischchen. Gesteuert wird das Ganze bequem ĂŒber den "Spirit of Ecstasy Rotary Controller" in der Mittelkonsole. Die Verarbeitung ist erstklassig. Wo das Auge hinfĂ€llt, finden sich feines Leder und edle Hölzer. Im Innenraum stecken bis zu 13 LederhĂ€ute. Sind die TĂŒren geschlossen, ist von der Umgebung kaum was zu hören, denn 130 Kilo zusĂ€tzliches DĂ€mmmaterial schotten die Insassen hörbar von der Außenwelt ab. Regnet es beim Verlassen des Phantom, kommt ein Rolls-Royce-typisches Accessoire zum Einsatz: Der in der TĂŒr versenkte Regenschirm schießt per Knopfdruck aus der TĂŒr. Einmal verloren, kostet der Ersatz rund 900 Euro.

Interieur vorne: Edle BrĂŒcke fĂŒr ein 5,99-Meter-Schiff

Der Lenkrad liegt trotz seiner GrĂ¶ĂŸe gut in der Hand. Nebenbei kann der Fahrer auf ein im Armaturenbrett eingelassenes Kunstwerk blicken.

Der Phantom soll nicht nur dem Passagier, sondern auch dem Chauffeur Spaß machen. Der Luxus aus dem Fond ist auch auf den vorderen Sitzen zu spĂŒren: Hier findet sich dasselbe Leder wie hinten. Kontrolle behĂ€lt der Fahrer mit einem fĂŒr einen Pkw sehr großen Lenkrad. Es steht sehr aufrecht und ist dank des feinen Leders ein Handschmeichler. Die großen, dreigeteilten Armaturen sind auf LCD-Monitoren dargestellt, die Technik hierzu stammt aus dem BMW 7er – die Grafik wurde aber Rolls-Royce-konform ĂŒberarbeitet. Die Bedienung des Infotainments ist Ă€hnlich wie im Fond, auch hier findet sich ein auf Rolls-Royce zugeschnittener iDrive-Controller. Etwas schade: Der Drehknopf fĂŒr die LautstĂ€rkenregelung erinnert vom Einrastverhalten an BMW. Fahrer- und BeifahrertĂŒr lassen sich auch per Knopfdruck schließen. Das SitzgefĂŒhl ist erhaben, die Sitze lassen sich stufenlos verstellen. Auch der Fahrer hat Kontrolle ĂŒber den Dachhimmel, er kann die Sterne funkeln lassen oder abschalten. GetrĂ€nkehalter und AblagefĂ€cher sind verborgen und lassen sich per Druck auf das jeweilige Fach öffnen. Das von Rolls-Royce "The Gallery" getaufte Armaturenbrett-Design zeigt ein Kunstwerk hinter einer Glasscheibe – welcher KĂŒnstler und welches Motiv, das entscheidet der KĂ€ufer.

Fahren: 571 PS machen 2,6 Tonnen zum Spielball

Einen Rolls-Royce Phantom zu bewegen, ist ein spezielles Erlebnis. Schließlich ist das Flaggschiff des britischen Luxusherstellers seit 92 Jahren der Inbegriff des Luxusautos. Was sofort auffĂ€llt: Es gibt keine Fahrprogramme. "Das Auto muss alles perfekt können", sagen die Briten. Das Lenkrad hat einen dĂŒnnen Kranz, anstelle eines Drehzahlmessers gibt es traditionell eine Kraftreserveanzeige, und ein 6,75 Liter großes V12-Monster wuchtet am anderen Ende des Gaspedals 571 PS sowie brachiale 900 Newtonmeter auf die HinterrĂ€der. So werden selbst rund 2,6 Tonnen zu einem leichten Spielball des mĂ€chtigen Biturbo-Triebwerks. Dabei geht es nicht nur geradeaus geschmeidig voran, dank Hinterachslenkung tĂ€nzelt der 5,76 Meter lange Rolls-Royce fast schon behĂ€nde um die Ecken. Doch in einem Phantom fĂ€hrt man nicht, sondern man wird gefahren. Wer sich einen Phantom leisten kann, hat in der Regel auch einen Chauffeur, der im Alltag die Lenkarbeit verrichtet. Dass der Steuermann auf ein BMW-Navigationssystem mit dem dazugehörigen Bediensystem blickt, stört nur am Rande. Immerhin lĂ€sst sich der Drehknopf mit einem Klappmechanismus in der Mittelkonsole verstauen.

Mitfahren: Im Phantom leise dem Alltag entrĂŒcken

Also Platzwechsel nach hinten rechts. Erst schließt sich die gegenlĂ€ufige TĂŒr des neuen Luxusliners. Massiv und natĂŒrlich elektrisch auf Knopfdruck. Und dann ist da: fast nichts! Kein V12-Grummeln stört die Sinne der Passagiere, keine lauten AbrollgerĂ€usche der 22-Zoll-Reifen, und auch der Wind hĂ€lt sich vornehm zurĂŒck. Selbst bei 140 Km/h. Unglaublich, wie leise das neue Luxus-Flaggschiff von BMWs Luxustochter dahingleitet. Innen ist man von der Außenwelt entrĂŒckt. Die mĂ€chtigen Wangen des Massagesitzes hinten rechts umschließen den Passagier wie ein perfekter Kokon. Der Kopf ruht in einer anschmiegsamen StĂŒtze, gegen die sich Daunenkissen wie ein hartes Holzbrett anfĂŒhlt. Die Beine liegen gemĂŒtlich auf einer Auflage, der Schampus perlt in den GlĂ€sern, die in der Mittelkonsole stecken und auf den Zwölfzoll-Monitoren des Infotainmentsystems, das Teil der elektrisch ausfahrbaren Picknicktische ist, duellieren sich gerade James Bond und Auric Goldfinger. Im neuen Phantom schwebt man förmlich ĂŒber den Asphalt, mĂ€chtige Luftfedern, die sich in Kombination mit einer Kamera frĂŒhzeitig auf Bodenunebenheiten einstellen, bĂŒgeln alle Hindernisse locker weg.

Ausstattung: Die Luxuslimousine soll noch komfortabler sein

Die speziell entwickelten Seal-Reifen haben eine extra Schaumstoffschicht im Hohlraum. Das soll die AbrollgerÀusche verringern.

Alle Serien- und Sonderausstattungen des neuen Phantom aufzulisten, sprengt jeden Rahmen, deshalb beschrĂ€nkt sich AUTO BILD auf die Ausstattungs-Highlights. FĂŒr die achte Generation des Phantom haben die Ingenieure ein völlig neues Komfortfahrwerk mit Luftfederung entwickelt. Bei den AufhĂ€ngungen handelt es sich um eine Doppelquerlenker-Vorderachse und eine FĂŒnflenker-Hinterachse. All diese Neuerungen sollen fĂŒr ein noch komfortableres FahrgefĂŒhl sorgen, verspricht Rolls-Royce. ZusĂ€tzlich scannt das sogenannte "Magic Carpet Ride" die Straße bis 100 km/h und passt das Fahrwerk blitzschnell an die Fahrbahn-Beschaffenheit an. Dieses System kennen wir bereits von Mercedes (Magic Body Control).

"Coach Doors" öffnen automatisch

FĂŒr zusĂ€tzliche Sicherheit sorgt das neue Laserlicht, das bis zu 600 Meter weit strahlen soll. FĂŒr einen stilsicherem Auftritt hat Rolls-Royce seine gegenlĂ€ufig öffnenden "Coach Doors" um eine automatische Schließfunktion erweitert. Dazu muss einfach nur ein Sensor berĂŒhrt werden, und die TĂŒren schließen von alleine. Diese Funktion gibt es aktuell bereits in den zweitĂŒrigen Derivaten Wraith und Dawn. Im Phantom gibt es diese Funktion allerdings fĂŒr alle vier TĂŒren. Weitere Highlights des neuen Phantom: 22-Zoll-Felgen mit Seal-Funktion, ein extragroßer Sternenhimmel und die sogenannte Rolls-Royce Gallery. Hierbei bieten die Briten ihren Kunden im Armaturenbrett Platz fĂŒr ein individuelles Kunstwerk, beispielsweise ein ÖlgemĂ€lde, eine Porzellanrose oder eine Skulptur aus Seide.

Connectivity: Hightech dezent verpackt

Wie es sich fĂŒr eine Luxuslimousine fĂŒr Superreiche gehört, hat der neue Phantom jede Menge Hightech an Bord. Die dezente Integration dieser Systeme ist fĂŒr viele Kunden allerdings genauso wichtig. Daher lĂ€sst sich das 12,3-Zoll-Display hinter einer Abdeckung verstecken, und die Bildschirme fĂŒr die hinteren Passagiere fahren bei Nichtbenutzung in die RĂŒcklehnen der Vordersitze. Auch ein WLAN-Hotspot und jede Menge Assistenzsysteme sind beim Phantom an Bord. FĂŒr die achte Generation stehen der Aufmerksamkeits-, ein Nachtsicht- und der Spurassistent in der Preisliste.

Motor: V12-Biturbo mit 900 Nm im Phantom

Der 6,75-Liter-V12 ist eine komplette Neuentwicklung und schafft ein maximales Drehmoment von 900 Nm.

Das Flaggschiff der Briten wird standesgemĂ€ĂŸ von einem Zwölfzylinder angetrieben. Der 6,75-Liter-Motor ist allerdings eine Neuentwicklung. Denn statt des V12-Saugers arbeitet im neuen Phantom ein 6,75 Liter großer V12-Biturbo. Die Leistung steigt von 460 PS und 720 Nm auf 571 PS und 900 Nm. Das maximale Drehmoment liegt schon bei niedrigen 1700 Umdrehungen an. Gekoppelt ist der mĂ€chtige Motor immer an eine Achtgangautomatik von ZF. Wer jetzt denkt, dass Wraith und Dawn mit 632 PS stĂ€rker motorisiert sind als das neue Topmodell, der hat nur bedingt recht: CoupĂ© und Cabrio leisten zwar 61 PS mehr, haben aber gleichzeitig 30 Nm weniger maximales Drehmoment.

Rolls-Royce Phantom (2018): Fahrbericht

Autoren: , , Wolfgang Gomoll

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