Skoda Octavia, Ford Focus, Kia Ceed: Kombis im Test
Keine langweiligen Kofferträger: drei Kombis im Vergleichstest

Kompakte bieten fast alles, was das Autofahrerherz begehrt – und als Kombi auch noch richtig viel Platz. Ford Focus, Kia Ceed und Skoda Octavia im Test.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
SUV hin oder her, der Kombi hat ob seiner Funktionalität immer noch jede Menge Charme. Aus diesem Grund haben wir uns bei AUTO BILD den Ford Focus Turnier, den Kia Ceed Sportwagon und den Skoda Octavia Combi nach Hamburg kommen lassen. Alle, damit es keine Reichweitenangst gibt, mit modernen Verbrennungsmotoren und zu Preisen um die 38.000 Euro – inklusive der im Test relevanten Extras.
Der Focus Turnier fährt in der Titanium-X-Ausstattung mit einem 1.0 EcoBoost Hybrid vor. Der Dreizylinder leistet 155 PS, das maximale Drehmoment von 190 Newtonmetern liegt ab 1900 Umdrehungen an und wird über eine manuelle Sechsgangbox verteilt.
Auf dem Weg zur Spitzengeschwindigkeit von 211 km/h teilt der Dreizylinder seine eifrige Arbeit akustisch deutlich mit, den Sprint auf Tempo 100 hat er allerdings erst nach 9,3 Sekunden erledigt – und damit langsamer als die beiden Mitstreiter.

Sprintsieger: In 8,7 Sekunden ist der Ceed Sportswagon auf Tempo 100 – der stärkste Kombi ist hier auch der schnellste.
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Der Kia Ceed Sportswagon mit seinem 1,5-Liter-Vierzylinder, 160 PS und einem sehr unauffällig und behände arbeitenden Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe, das 253 Newtonmeter an die Vorderräder reicht, hakt den Standardsprint in 8,7 Sekunden ab.
Octavia verbraucht am wenigsten
Der Skoda Octavia Combi ist mit dem 1,5-Liter-Vierzylinder, 150 PS und 250 Newtonmetern mit 8,9 Sekunden nicht ganz so schnell, darf für sich aber verbuchen, den laufruhigsten und sparsamsten Treibsatz unter der Haube zu haben.

Laufruhig: Der Vierzylinder des Octavia geht am kultiviertesten zu Werke, verbraucht zudem deutlich weniger als Ceed und Focus.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Der Focus gibt den Dynamiker des Tests
Wem der Verbrauch nicht so wichtig ist, wer mehr Wert auf Fahrdynamik legt, der wird wohl mit dem Focus am glücklichsten. Hier ist das ganze Paket auf Fahrspaß ausgelegt. Das ESP regelt einen Moment später, das Fahrwerk ist straffer, die Lenkung etwas zu spitz, und der Motor knurrt böse. Das macht schon was her. Obgleich der Ceed mit 210 km/h in der Spitze kaum langsamer ist. Abgekocht werden beide vom Octavia, der Tempo 225 schafft.

Vergleichsweise sportlich: Das Fahrwerk des Focus Turnier ist knackig, sein ESP greift am spätesten ein, und der Motor knurrt böse.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Was Lenkung und Fahrwerk betrifft, glänzt der Skoda mit der größten Verbindlichkeit. Ob große Wellen oder Kopfsteinpflaster, alles wird geschluckt, und wer am Volant dreht, der kann sicher sein, wohin der Wagen sich bewegt.
Was man vom Ceed nicht behaupten kann; die Lenkung ist hier schwammig, und die Federwege sind so kurz, dass Unebenheiten deutlich spürbar werden. Der große Vorteil des Koreaners ist sein Automatikgetriebe, aber da der Handschalter des Tschechen so fluffig läuft und der beim Focus zwar lange Wege hat, aber präzise ist, muss man nicht befürchten, abgehängt zu werden.
Fahrzeugdaten
Modell | Ford Focus Turnier 1.0 EcoBoost Hybrid | Kia Ceed Sportswagon 1.5 T-GDI | Skoda Octavia Combi 1.5 TSI ACT |
|---|---|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | Dreizylinder, Turbo | Vierzylinder, Turbo | Vierzylinder, Turbo |
Einbaulage | vorn quer | vorn quer | vorn quer |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
Nockenwellenantrieb | Kette | Kette | Zahnriemen |
Hubraum | 999 cm³ | 1482 cm³ | 1498 cm³ |
kW (PS) bei 1/min | 114 (155)/6000 | 118 (160)/5500 | 110 (150)/5000 |
Nm bei 1/min | 190/1900 | 253/1500 | 250/1500 |
Vmax | 211 km/h | 210 km/h | 225 km/h |
Getriebe | Sechsgang manuell | Siebengang-Doppelkupplung | Sechsgang manuell |
Antrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 215/50 R 17 V | 225/45 R 18 | 225/45 R 18 |
Reifentyp | Continental SportContact 5 | Michelin Pilot Sport | Goodyear Eagle F1 Asymmetric 5 |
Radgröße | 7 x 17" | 7,5 x 18" | 7,5 x 18" |
Abgas CO2 | 119 g/km | 139 g/km | 130 g/km |
Verbrauch* | 5,0 l | 5,9 l | 5,8 l |
Tankinhalt | 52 l | 50 l | 48 l |
Kraftstoffsorte | Super | Super | Super |
Partikelfilter | Serie | Serie | Serie |
Vorbeifahrgeräusch | 68 dB(A) | 66 dB(A) | 68 dB(A) |
Anhängelast gebr./ungebr. | 1000/705 kg | 1410/600 kg | 1500/670 kg |
Stützlast | 90 kg | 75 kg | 80 kg |
Kofferraumvolumen | 635–1653 l | 625–1694 l | 640–1700 l |
Länge/Breite/Höhe | 4693/1844–1979**/1497 mm | 4605/1800–2055**/1460 mm | 4689/1829–1994**/ |
Grundpreis | 34.600 Euro | 27.890 Euro | 35.870 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 37.400 Euro | 37.660 Euro | 39.070 Euro |
Auch bei den Verzögerungswerten kann der Koreaner dank seiner Sportbremsen glänzen. Mit kalten Bremsen steht der Ceed nach 34,2 Metern. Der Octavia braucht 35,6 Meter, und der Ford kommt nach 36,2 Metern zum Stehen.
Vorne sitzt man im Ceed am besten
Bei den Sitzen spielen der Focus und der Ceed als GT-Line gleichermaßen die Sportkarte. Beim Koreaner sind sie nicht nur straff, die Seitenwangen sind auch am besten ausgeformt und geben bis in den Schulterbereich, auch in schnell gefahrenen Kurven, guten Seitenhalt. Hinzu kommt die elektrische Verstellung mit Sitzflächenneigung und Lordosenstütze.

Die besten Sitze im Test: Wie der Ford spielt der Ceed beim Gestühl die Sportkarte. Hier gibt den meisten Seitenhalt.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Im Ford binden die Sitze den Fahrer ebenfalls gut ein, aber nicht so wie im Ceed. Die Lehne ist zu schmal und bietet vor allem im Schulterbereich kaum Seitenhalt. Auch hier gibt es verlängerbare Sitzauflage und Lordosenstütze.
Beides sucht man im Skoda vergeblich. Der Tscheche versucht es mit seinen Polstern allen recht zu machen. Will mit den schaumigen Auflagen Komfort und Langstreckentauglichkeit suggerieren. Die weichen Seitenwangen sind mehr Attrappe als funktional.
Messwerte
Modell | Ford Focus Turnier 1.0 EcoBoost Hybrid | Kia Ceed Sportswagon 1.5 T-GDI | Skoda Octavia Combi 1.5 TSI ACT |
|---|---|---|---|
Beschleunigung | |||
0–50 km/h | 3,0 s | 3,3 s | 3,6 s |
0–100 km/h | 9,3 s | 8,7 s | 8,9 s |
0–130 km/h | 14,7 s | 14,0 s | 13,5 s |
0–160 km/h | 22,2 s | 21,7 s | 20,7 s |
Zwischenspurt | |||
60–100 km/h | 5,1 s | 4,6 s | 4,6 s |
80–120 km/h | 6,2 s | 5,9 s | 5,6 s |
Leergewicht/Zuladung | 1378/592 kg | 1436/414 kg | 1368/501 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 57/43 % | 58/42 % | 57/43 % |
Wendekreis links/rechts | 11,1/11,2 m | 11,3/11,0 m | 11,1/11,1 m |
Sitzhöhe | 520 mm | 540 mm | 530 mm |
Bremsweg | |||
aus 100 km/h kalt | 36,2 m | 34,2 m | 35,6 m |
aus 100 km/h warm | 33,8 m | 33,1 m | 33,9 m |
Innengeräusch | |||
bei 50 km/h | 59 dB(A) | 59 dB(A) | 58 dB(A) |
bei 100 km/h | 66 dB(A) | 65 dB(A) | 64 dB(A) |
bei 130 km/h | 69 dB(A) | 70 dB(A) | 68 dB(A) |
Verbrauch | |||
Sparverbrauch | 5,5 l S/100 km | 5,2 l S/100 km | 5,2 l S/100 km |
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | 7,2 l S/100 km (+44 %) | 7,3 l S/100 km (+24 %) | 6,5 l S/100 km (+12 %) |
Sportverbrauch | 9,8 l S/100 km | 10,8 l S/100 km | 8,9 l S/100 km |
CO2 (Testverbrauch) | 170 g/km | 173 g/km | 154 g/km |
Reichweite (Testverbrauch) | 720 km | 680 km | 730 km |
Wenn es um die Platzverhältnisse im Fond geht, liegt der Skoda ganz vorn. Kia und Ford liegen gleichauf, wobei beim Koreaner die Füße nicht unter die Vordersitze passen. Ein Umstand, der auf langen Strecken für Fahrgäste in der zweiten Reihe unangenehm werden kann.

Typisch Skoda: Beim Platz hinter Heckklappe schlägt hier keiner den Octavia – der Kofferraum fasst zwischen 640 und 1700 Liter.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Auch beim echten Mehrwert der Kombis, dem Kofferraum, ist der Octavia mit 640 bis 1700 Litern Punktsieger. Das Gepäckabteil des Ford fasst mit 635 bis 1653 Litern nicht viel weniger als das des Tschechen, hat aber zudem einen doppelten Ladeboden. Der lässt sich wie ein Fächer aufstellen und verdeckt einen gummierten Nassbereich, in dem man zum Beispiel schmutzige Schuhe transportieren kann.
Den kleinsten Kofferraum hat mit 625 bis 1694 Litern der Kia Ceed. Aber es ist auch das pfiffigste Ladeabteil mit aufklappbaren separaten Fächern. In diesem Punkt läuft der Koreaner dem Tschechen dann auch sein "Simply Clever"-Image ab.
Aber auch nur da. Denn der Skoda stürmt vor allem bei der Konnektivität der Konkurrenz davon. Vor allem bei den Onlinefunktionen und der Sprachsteuerung profitiert der Octavia vom VW-Baukasten aus Wolfsburg.
Fazit
Der Skoda Octavia Combi gewinnt mit nur acht Punkten vor dem Kia Ceed Sportswagon. Das macht deutlich, dass die Konkurrenz nicht schläft und die Tschechen vor allem bei der Qualität nachlegen, beim Preis dagegen nachlassen müssen. Der Ford Focus Turnier macht einen guten Job, gut alleine reicht hier aber nur für Platz 3.
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