Smart Fortwo EQ (2018)

Smart geht nach China: Daimler kooperiert mit Geely

Smart wird (halb) chinesisch

Die Zukunft von Smart liegt in China. Daimler und Geely bilden ein Joint Venture, um den Kleinwagen rein elektrisch ganz groß rauszubringen.
(dpa/reuters/cj) Smart wird bald zur Hälfte chinesisch – und zudem komplett elektrisch. Daimler holt sich für einen Neustart seiner Kleinwagen-Tochter seinen Großaktionär Geely ins Boot. Beide Unternehmen gründeten dafür laut eigener Mitteilung vom 28. März 2019 ein Joint-Venture. Schon die nächste Smart-Generation soll in einer neuen, eigens von Geely dafür gebauten Fabrik in China produziert werden. Die neuen Modelle sollen rein elektrisch fahren und von 2022 an auf den Markt kommen. In China kann der batteriebetriebene Stadtflitzer günstiger gebaut werden, zumal Geely der führende E-Auto-Hersteller im Reich der Mitte ist.

Entwicklung und Produktion bei Geely

Das 50:50-Gemeinschaftsunternehmen wird voraussichtlich bis Ende 2019 gegründet. Finanzielle Details wurden nicht bekannt. Daimler bringt vor allem die Marke und Konzept des Kleinwagens ein, Entwicklung und Produktion finden künftig bei Geely statt. Die Smart-Produktion im französischen Hambach (Smart EQ Fortwo) und Novo Mesto (Slowenien; Smart EQ Forfour) läuft mit dem Ende der aktuellen Modellgeneration aus. In Hambach wird parallel die Produktion der Kompaktwagen von Daimlers neuer Elektromarke EQ aufgebaut.

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Zetsche sieht noch "riesige Chancen"

Mit einem solchen Schritt war gerechnet worden, hieß es doch bei Daimler zuletzt, man spreche mit potenziellen neuen Partnern für den Smart. Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte, mit Geely könne Smart weltweit zu neuem Wachstum aufbrechen. "Nicht nur im Reich der Mitte sehen wir für unser kleinstes Fahrzeug noch riesige Chancen." Mit der Verbindung zu Geely endet auch die Kooperation mit Renault. Die Franzosen stellen die gemeinsame Fahrzeugplattform für den viertürigen Smart und den Twingo her. Derzeit läuft die Smart-Umstellung komplett auf Elektroantrieb. Der Kleinwagen ist nicht nur vom Format her ein Zwerg, sondern blieb es auch beim Absatz. Im vergangenen Jahr rollten knapp 129.000 Exemplare zu den Kunden, etwa 4,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Insgesamt verkaufte Daimler mit seiner Hauptmarke Mercedes-Benz gut 2,4 Millionen Fahrzeuge.

Gebrauchtwagen-Test Smart fortwo (Typ 453)

Smart fortwoSmart fortwoSmart fortwo
Dennoch gilt die Marke Smart selbst als durchaus wertvoll. Zusammen mit Geely soll das Angebot nun weiter ausgebaut werden. So sollen die Fahrzeuge auch in der nächsten Kompaktwagengröße – dem B-Segment – angeboten werden. Das Aussehen wird weiter von Mercedes-Benz-Designer Gorden Wagener stammen, entwickelt wird das Fahrzeug aber bei Geely. Der chinesische Autobauer, zu dem schon Volvo gehört, war Anfang 2018 mit 9,7 Prozent bei Daimler eingestiegen. Im Oktober vereinbarten beide Seiten die Zusammenarbeit bei Fahrtenvermittlungen im Luxussegment in China. Auch dafür gründen die beiden Konzerne ein Gemeinschaftsunternehmen.
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