Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) plant einen satten Tank-Rabatt für Auto- und Brummifahrer! Das erfuhr die BILD. Ziel des Rabatts: Der Spritpreis soll unter 2 Euro fallen. Der Finanzminister reagiert damit auf die jüngste Spritpreiserhöhung.
Binnen einer Woche waren die Preise für den Liter Benzin um rund 30 Cent, für Diesel um mehr als 30 Cent nach oben geschossen! Mittlerweile kosten Benzin und Diesel deutlich mehr als 2,20 Euro je Liter, in einigen Regionen sogar mehr als 2,30 Euro. Hammer-Rekord!

Sorgen die Spritpreise für eine Versorgungskrise?

Millionen Berufspendler können sich deshalb den Weg zur Arbeit nicht mehr leisten. Der Chef des Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), Dirk Engelhardt (48), hatte sogar vor der schlimmsten Versorgungskrise seit 70 Jahren gewarnt. Jetzt soll die Entlastung kommen, Lindner will den Tank-Rabatt! Konkret sollen Autofahrer den Rabatt direkt an der Tankstelle erhalten.

Sprit-Rabatt soll direkt an der Kasse abgezogen werden

Beim Bezahlen an der Kasse wird ihnen vom Gesamtbetrag der Rabatt abgezogen. Der Tankwart reicht die Quittung später beim Finanzminister ein. Die Höhe des Tank-Rabatts steht noch nicht fest. Sie dürfte aber bei 20 Cent je Liter liegen, möglicherweise auch darüber. Würde bedeuten: Bei einer 50-Liter-Füllung (z. B. für 2,25 Euro/Liter) und 20 Cent Tank-Rabatt müsste ein Autofahrer statt 112,50 Euro dann 102,50 Euro bezahlen. 10 Euro Ersparnis! Die Entscheidung über die Höhe des Rabatts fällt voraussichtlich in dieser Woche. Der Tank-Rabatt soll umgehend kommen.

Vizekanzler Robert Habeck spricht von weiteren Entlastungen

Derweil hat Vizekanzler Robert Habeck (Die Grünen) ein neues Entlastungspaket der Bundesregierung angekündigt. Die Preisanstiege im gesamten Energiebereich seien für viele Menschen erdrückend, sagte der Wirtschafts- und Klimaschutzminister der Nachrichtenagentur dpa in Berlin: "Extrem hohe Heizkosten, extrem hohe Strompreise, extrem hohe Spritpreise belasten Haushalte, und je geringer die Einkommen, desto stärker. Die Bundesregierung wird daher ein weiteres Entlastungspaket auf den Weg bringen."
Robert Habeck
Vizekanzler Robert Habeck kündigt finanzielle Entlastungen für viele Bundesbürgerinnen und Bürger an.

"Einsparungen beim Verbrauch müssen sein"

Allerdings wird es für die neuen Maßnahmen drei Kriterien geben:
• So müsse es erstens bei Strom, Wärme und Mobilität Erleichterungen geben, erklärte der Minister: "Gerade die hohen Heizkosten erdrücken zahlreiche Familien."
• Zweitens brauche es auch Energieeffizienz und Einsparungen, etwa eine Minderung des Verbrauchs beim Autofahren oder einen Austausch von Gasheizungen, sagte Habeck.
• Drittens seien weiter marktwirtschaftliche Impulse nötig, damit gelte: "je effizienter, desto geringer die Kosten".
Habeck betonte: "Diese drei Kriterien müssen sich in dem Entlastungspaket wiederfinden." Insofern griffen die Vorschläge von Finanzminister Lindner noch etwas zu kurz. Der Wirtschaftsminister kündigte hohes Tempo an: "Die Regierung wird das Gesamtpaket jetzt in einem Arbeitsprozess schnell und konstruktiv schnüren."

Von

Jan W. Schäfer
Johannes Boie