Mitfahrt Mazda MX-5 RF

Mazda MX-5 RF (2016): Mitfahrt

— 11.07.2016

Der MX-5 erfindet sich neu

Wir dachten, wir hätten in der MX-5-Story alles gesehen. Und jetzt kommt der Fastback: ein Targa mit einem Heck, das den Hype neu entfacht.

Der Staub steckt  dem guten Stück noch in den Ritzen. Das Schaulaufen in Goodwood war das passende Parkett für den Mazda. Vorm Fotografieren heißt es also putzen. Innen geht schnell, bis zur Schulter ist der Fastback ja ein MX-5. Dann kommen die Finnen. Die Hände wischen langsamer, liebevoller. Was für ein Heck, das sie alle streicheln wollen im nächsten Frühjahr.

Das Retractable Fastback steht dem kleinen Roadster gut

Neu erfunden: Als RF ist der MX-5 überwiegend Coupé mit gelegentlicher Frischluftzufuhr.

Wir dachten, in der Ahnengalerie des MX-5 hätten wir alles gesehen. Die Schlafaugen am Urmodell, den Turbo im Nachfolger (bei uns nicht offiziell), das faltbare Hardtop in der dritten Generation, das aussehen wollte wie ein Stoffdach. Der aktuelle MX-5 mit seinen scharfen Augen folgt wieder dem Ideal der ersten Serie: Klein und leicht will er nur das pure Grinsen ins Gesicht ziehen. Was sollte da noch kommen? Und dann überrascht Mazda mit seinem "Retractable Fastback", kurz: MX-5 RF. Das Kürzel wird schnell vergessen sein (bald werden alle Fastback sagen), der erste Eindruck jedoch nie. Weil die Japaner darauf verzichtet haben, das nächste Hardtop zu bauen, und einen ganz anderen MX-5 hingezaubert haben: Das kleine Finnen-Ding ist überwiegend ein Coupé mit gelegentlicher Frischluftzufuhr. Ein Druck auf den kleinen Knopf unter der Klimaanlage startet den Dachtanz aus vier Teilen: Finnen hoch, zwei Dachsegmente surren weg, die Heckscheibe auch, Finnen wieder drauf.
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Im Fahrbetrieb bleibt der Zweisitzer eindeutig ein MX-5

Neu abgestimmt: Mazda trägt den 40 Kilo Mehrgewicht mit einem neuen Fahrwerks-Setup Rechnung.

Die Show ist nicht das Öffnen, sondern das Ergebnis: Dieses Heck erinnert an ..., ja wen? Wahlweise die dritte Corvette, Jaguar XJ-S oder Ferrari Dino. Damit gelingt Mazda das Kunststück, den Fastback wertvoller aussehen zu lassen als die gut 30.000 Euro, die er ab Oktober 2016 kosten wird. Ein Bewusstsein, das auch das Fahren bestimmt. Geschlossen klingt der Fastback dank der gedämmten Dachteile aus Kunststoff leiser und komfortabler als der Roadster mit seinem Stoffdach. Fahrwerk und Lenkung haben die Entwickler auf die 40 Kilogramm Mehrgewicht und etwas in Richtung Cruisen abgestimmt, doch keine Angst: Im Kern bleibt der Zweisitzer eindeutig ein MX-5. Dieser fahrende Handschuh, der Gas, Lenken und Schalten echt und sofort umsetzt – ein Roadster halt. Beim Offenfahren stört das Dachteil das Open-Air-Vergnügen erstaunlich wenig. Seitenscheiben runter, und es zieht heftig um die Finnen und durch die Luke hinterm Kopf, die bei geöffneter Heckscheibe entsteht.

Die neue Optik könnte den MX-5-Hype erneut anfachen

Schönheit für rund 30.000 Euro: Ab Oktober 2016 kann der MX-5 RF bestellt werden.

Alle Weicheier und Nackenpatienten dürfen dort ein kleines Acryl-Windschott einstecken, Roadsterfahrer klappen einfach ihren Kragen hoch und hören dem bekannten Zwei-Liter-Motor zu. Der Sauger dreht und klingt frei wie immer, Mazda lässt erstmals die Wahl zwischen dem Handschalter mit sechs klick, klack kurz geschalteten Gängen und der Sechsstufenautomatik aus dem US-Modell (rund 1800 Euro Aufpreis). Dann stellt eine zusätzliche Sporttaste vorm Schalthebel Gasannahme und Getriebeprogramm auf "wasabischarf". Diese Automatik kommt nicht im Roadster; ob der Fastback später auch den 1,5-Liter-Motor aus dem Roadster kriegt, ist offen. Damit zur Kaufberatung. Das Matrixgrau metallic, das den "Aus einem Guss"-Look betont, hat der Fastback ebenso exklusiv wie das braune Leder im Messe-Fahrzeug. Die Dachteile sind in Wagenfarbe oder Klavierlack zu haben.

Mitfahrt Mazda MX-5 RF

Wichtiger jedoch werden zwei Termine: Ab Oktober 2016 kann bestellt werden, im Januar 2017 beginnt die Auslieferung. Wetten, dass die ersten Fastback auf der Straße so bestaunt werden wie der MX-5 beim Start 1990? Dann geht der Hype wieder los.
Joachim Staat

Joachim Staat

Fazit

Ein genialer Zug von Mazda: Der Fastback ist ein enger Verwandter des Roadsters - und tritt dennoch völlig anders auf. Ein modisches Targa-Coupé, das neue Kunden erobert und den Hype um den MX-5 neu aufleben lässt.

Stichworte:

Roadster

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