Mazda MX-5 RF (2017): Fahrbericht

Mazda MX-5 RF (2017): Fahrbericht

Mazda MX-5 RF (2017): Fahrbericht

— 17.01.2017

So fährt der MX-5 als Targa

Der Mazda MX-5 RF bekommt bessere Technik als der Roadster und 40 Kilogramm Extra-Dämmung. AUTO BILD ist den "Fastback" gefahren!

Dieser Neuling sieht aus, als hätte sich der MX-5 ein flatterndes Cape aufgesetzt. Einen Umhang mit frechen, nach hinten reichenden Zipfeln, die an berühmte Sportwagen erinnern: an die Corvette, den Ferrari Dino oder den Jaguar XJS – alles strahlende Capeträger, die jedoch weit teurer waren als der bodenständige Mazda. Der steht ab dem 3. Februar 2017 für vergleichsweise bescheidene 29.890 Euro bei den Händlern. Neun Monate nach der Vorstellung in New York ist AUTO BILD das japanische Flattercape erstmals gefahren!
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MX-5 mit einem Schuss Italien

Bis zur Schulterlinie ist der Zweisitzer technisch und optisch ein MX-5, wie wir die vierte Generation kennen: Kurz, spartanisch und kalorienreduziert, so gehört es seit 1990 zur DNA dieser Baureihe. Doch das Dach stellt in der Mazda-Historie einen neuen Meilenstein dar: keine dünne Stoffkapuze wie beim Roadster oder ein Hardtop wie bei der dritten Generation, das in Form und Farbe unbedingt aussehen wollte wie das Softtop, sondern eine modische Spielerei – ein Kunststoff-Cape, das den Mazda vom puristischen Fahrgerät erhebt zu einem schicken Nadelstreifen-Coupé. Ein MX-5 mit einem Schuss Italien.

Mazda MX-5 RF (New York 2016) im Test: Sitzprobe

Mazdas erstes vollautomatisches Verdeck

Tatsächlich ist das Finnen-Top Mazdas erstes vollautomatisches Verdeck. Man drückt den Schalter in der Mittelkonsole, dann falten sich in 15 Sekunden die beiden Aluteile überm Kopf und die Acryglas-Heckscheibe unter die Finnen, die sich heben und wieder senken. Das Retractable Fastback (oder wie im Namen kurz: RF) ist geöffnet eigentlich ein Targa, nur die Scheiben muss man nachträglich öffnen. Erster Test: Was macht der Fahrtwind? Es fegt, sobald die Seitenfenster unten sind, ganz amtlich durch den neuen MX-5 RF, den Mazda als "Komfort-Roadster" bezeichnet. Komfort-Roadster, das klingt wie Waschen ohne Nassmachen, wie Verrat am Original.
Sitzprobe im Mazda MX-5 RF

RF mit 160 PS

Der Schalter zum Dachöffnen steckt in der Mittelkonsole unter den Klimareglern.

Wie viel echte DNA hat der neue Fastback? Eine Menge, denn unterm Blech steckt fast unverändert der Roadster: Der Fastback hat immer den beliebteren Zweilitermotor mit 160 PS, mindestens die "Exclusive"-Austattung und vor allem das einmalig bedrückende Gefühl, einen knatschengen Taucheranzug zu fahren. Seit Jahren verzweifeln Sportfreunde jenseits der 1,85 Meter daran, nicht ins Auto zu passen (oder quetschen sich notgedrungen hinein, und genau so lange widersteht Mazda den Rufen, den Roadster doch bitte etwas größer, etwas stärker zu machen. Nein, die jüngste Generation, intern ND genannt, würde sogar wieder kürzer und leichter. Am Grundkonzept haben Japans Gralshüter nichts verändert. Der MX-5 bleibt die echte Fahrmaschine. Mittig der Drehzahlmesser, rechts die Schaltung aus dem Handgelenk, das Gaspedal ein hellwacher Transmitter zwischen Herz und Hubraum. Der Fastback klingt leiser, 40 Kilo Extra-Dämmung in Karosserie, Teppichen und dem dreilagigen Dachhimmel machen ihn reisetauglicher als den hellhörigen Roadster. Das Temperament leidet kaum: 7,5 Sekunden bis Tempo 100 und 215 km/h Spitze sind ernsthaft sportlich.

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Das Fahrwerk ist gnädiger als beim Roadster

Mazdas Ingenieure haben an Details gefeilt. Die Lenkung arbeitet dank glatterer Servounterstützung weniger zappelig, das könnte auch dem Roadster gut stehen. Ebenso das Fahrwerk, bei dem der vordere Stabi, die hinteren Federn und die Gasdruckdämpfer etwas gnädiger arbeiten – zumindest für MX-5-Verhältnisse. Die Recaro-Sitze sind eng, das neue Dach raubt noch ein paar Millimeter Kopffreiheit mehr.
Im Test: Der Mazda MX-5

Das kostet der MX-5 RF

Die Exklusiv-Farbe Matrixgrau-Metallic kostet 750 Euro Aufpreis.

Umso überraschender, dass Mazdas Verkäufer für das Fastback 45 Prozent Kaufanteil erwarten. Überschätzen sie etwa die modische Wirkung des Capes? Der Grund für ihre Prognose liegt im bisherigen Kaufverhalten. Die rund 6000 deutschen Kunden des Softtops orderten überwiegend den stärkeren der beiden Motoren (131 und 160 PS) und zu 60 Prozent die teuerste "SportsLine". Die kostet beim neuen RF mindestens 32.090 Euro, das sind 2700 mehr als für den gleichen Roadster. Für das Sportpaket (Bilstein-Dämpfer, Domstrebe und Recaro-Sitze) kommen noch 1800 Euro dazu, das exklusive Titangrau-Metallic kostet weitere 750 Euro. Wetten, dass die Mehrzahl der Fastback-Käufer ihr Cape in dieser Farbe wollen?

Mazda MX-5 RF (2017): Fahrbericht

Joachim Staat

Joachim Staat

Fazit

Als Fastback kommt der MX-5 mit einem Schuss italienischer Mode – attraktiver als das Softtop, dabei alltagstauglicher und teurer. Trotzdem atmet der Mazda den Geist der Brüder, weil er das leichte, kurze und spartanische Auto bleibt. Und der Hingucker dieses Sommers wird.

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Roadster

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