Motorrad BMW HP2 Megamoto

Motorradfahren: Pro und Kontra

— 15.10.2010

Freiheit oder tödlicher Wahnsinn?

Am Motorrad scheiden sich die Geister. Was für die einen der Himmel auf dem Asphalt ist, macht anderen einfach nur Angst. Pro und Kontra aus der Redaktion zum Thema Zweiradfahren.

"Erst auf zwei Rädern wird Mobilität zur Freiheit", findet AUTO BILD-Redakteur Gerald Cejka. Er bekennt sich zur Lust am Motorradfahren.

Es gab da mal diesen Schlager. Den, der über den Wolken grenzenlose Freiheit vermutete. Kommerziell ein Erfolg, ansonsten aber komplett am echten Leben vorbei – Schlager halt. Inhaber der Fahrerlaubnis Klasse A (früher 1) wissen, dass es grenzenlose Freiheit nur bei ausreichender Bodenhaftung geben kann. Und zwar auf zwei Rädern.

AUTO BILD-Redakteur Gerald Czajka.

Erst befreit vom blechernen Bürgerkäfig, lassen sich automobile Lust und Leidenschaft wirklich, weil ungefiltert, genießen. Am Gasgriff reißen heißt die Arme längen. Beim Bremsen staucht es den Fahrer hinterm Tank zusammen. Je schneller ich mich traue, desto stürmischer wird die Fahrt. Und Kurven fordern den ganzen Kerl – bis hin zur funkenschlagenden Annäherung an die Waagerechte in scharfen Kehren. Herrlich. Und so weit weg vom völlig entkoppelten "Gefahrenwerden" in jenen elektronisch überwachten Sicherheitszellen namens Auto.

Biedermänner gegen Bikefahrer

"Motorräder sind gefährlich. Und erst die Fahrer – alles Rocker und Raser." Ich höre sie schon, all die braven Biedermänner und beamteten Bedenkenträger. Dabei sind gerade sie – meist natürlich ohne Motorrad-Führerschein und auch sonst eher spaßbefreit – die größte Gefahrenquelle im Zusammenhang mit Zweirädern. Wenn sie wieder mal ein Bike übersehen (trotz Licht) oder im Stau die Tür aufreißen – aus purer Missgunst darüber, dass Motorradfahrer selbst da mehr Freiheit genießen.

"Volle Pulle überholen – bis der Arzt kommt!", klagt AUTO BILD-Redakteur Wolfgang König. Er hasst rücksichtslose Raser auf zwei Rädern.

Normalerweise ist es schön ruhig hier. Deshalb wohne ich ja auf dem Land, eine Wohltat in meinem Alter. Doch nun ist's Wochenend und Sonnenschein. Nun rotten sie sich wieder zusammen, die Ritter in ihren ledernen Wurstpellen. Die ihren A-Schein gemacht haben, um in minus 1,5 Sekunden auf 100 zu kommen, um anschließend auf ihrer Yamuki-Davidson mit 200 Sachen an meinem Haus vorbeizubrettern. Geradewegs in die Klinik. Oder in den Leichenwagen. Die Wegränder in dieser Gegend sind gespickt mit Kreuzen.

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AUTO BILD-Redakteur Wolfgang König.

Nun, an diesem Oktobersonntag, blasen sie wieder zum Halali, zum großen Saisonfinale. Immer voll, logisch, mit 15.000 Umdrehungen und 1500 Dezibel. In meinem Garten dröhnt es wie im Hockenheimer Motodrom. Jedem Auto mit angebohrtem Auspuff wird die Zulassung entzogen, aber die Handgasaffen dürfen plärren, dass einem der Schädel platzt. Und natürlich sind sie auch noch immun gegen Radarfallen. Wo kein Kfz-Kennzeichen (vorn), da keine Anzeige. Wie praktisch. Eine genüssliche Cabriofahrt in die schöne Umgebung? Vergiss es! Bikerschwärme überall. Sie kommen dir entgegen, die Knieschleifer, immer dicht an der Mittellinie, klar, mit der Vollvisierbirne auf Kollisionskurs. Sie kleben dir am Heck – nicht den Kurven, dazu langt es nicht, sehr zu ihrem Frust, aber auf den Geraden. Dann drehen sie auf und drehen durch, die Motorradbolzer. Dann wollen sie es dir zeigen, die künftigen Organspender. Dann wird überholt, bis der Arzt kommt.

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