VW Crafter (2016): Fahrbericht

VW Crafter (2016): Fahrbericht

— 15.11.2016

So fährt der neue VW Crafter

Mit dem neuen Crafter will VW in erster Linie bei Lieferdiensten und Handwerkern punkten. AUTO BILD ist den Transporter gefahren!

Diesmal ist der VW Crafter ein Eigengewächs. Anders als sein Vorgänger, der in enger Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz entwickelt und gebaut wurde, ist der neue Crafter ein eigenständiger Volkswagen. Vielseitig ist er nach wie vor: Den Crafter gibt es als Kastenwagen und mit Pritsche, in mehreren Längen und Höhen sowie front-, heck- und allradangetrieben. AUTO BILD ist den Neuzugang bei den Nutzfahrzeugen gefahren!
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Aerodynamik-Paket in Vorbereitung: Mit verkleidetem Unterboden und Flügelchen an den Radaufhängungen soll der Durst des Crafter bei 100 km/h um bis zu 0,8 Liter gesenkt werden.

Auch wenn man es dem Crafter von der Seite auf den ersten Blick kaum ansieht: Der Lastesel wurde von Grund auf umgemodelt. Die Front mit den verchromten Querlamellen erinnert an das aktuelle Markengesicht von Passat, Jetta, Caddy, Sharan oder Multivan. Dabei haben es die Designer dank einer Optimierung bis hin zu den Seitenspiegeln geschafft, ihn mit einem Cw-Wert von 0,33 besonders windschlüpfig zu machen. In der Fahrerkabine erkennt man schnell, dass viele Schalter und Knöpfe aus dem großen VW-Regal stammen. Das Lenkrad etwa hat einen großen Einstellbereich in Tiefe und Neigung und ist Pkw pur, die Klimaanlage und der große Bildschirm in der Mittelkonsole kommen einem sehr bekannt vor, ebenso der ergonomisch hoch montierte Schalthebel. Der Kunststoff ringsum macht einen robusten Eindruck und ist pflegeleicht.
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VW Crafter (2016): Vorstellung

Für einen Transporter komfortabel

Geringes Geräuschniveau in der Kabine: Hier zahlt sich der niedrige Cw-Wert akustisch aus.

Eigens für den Crafter entwickelt wurde der TDI-Motor mit zwei Litern Hubraum und dem treffenden Namen "EA 288 Nutz". Ihn gibt es in drei Leistungsstufen mit 102 PS, 140 PS sowie als Bi-Turbo mit 177 PS. Gestartet wird mit Frontantrieb, später sollen dann Heckantrieb mit Zwillingsbereifung und Allradantrieb folgen. Standard ist ein präzise arbeitendes Sechsgang-Handschaltgetriebe, aber auch eine Automatik ist im Angebot. Mit dem 140 PS-Motor ist der Dreitonner auch beladen agil und flott unterwegs bei einem offiziellen Verbrauch von 7,4 Litern auf 100 Kilometer (Kastenwagen). Real liegt der Verbrauch mit gut acht Litern nur unwesentlich höher. Der Motor selbst bleibt akustisch immer präsent, wird aber nie unangenehm laut. Die Federung ist für einen Transporter durchaus komfortabel – lediglich unbeladen poltert er bei Bodenwellen gelegentlich unwillig los.

Genug Platz: Alleine im Handschuhfach verschwinden 13 Liter. Die Ablagemöglichkeiten im Crafter sind beeindruckend.

Natürlich sitzt man im Crafter nicht wie in einem Pkw – aber es liegen Welten zwischen diesem Arbeitsplatz und dem in den Transportern früherer Tage. Es gibt reichlich rutschfeste Ablagen für Handy, Ordner, Laptop, Paketscanner, Wasserflaschen und Werkzeuge. Der üppig dimensionierte Fahrersitz ist vielfach einstellbar und auf Wunsch auch als Schwingsitz zu haben. Nur die Pedale könnten weiter auseinander liegen: Mit breiten Arbeitsschuhen verkabbelt man sich leicht zwischen Gaspedal und Bremse. Positiv dagegen: Unter der Doppelsitzbank für den Beifahrer gibt es weiteren Stauraum.

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Der Crafter ist kein einzelnes Fahrzeug, sondern eine ganze Familie. Insgesamt stehen 69 Versionen zur Auswahl.

In Sachen Elektronik und Helferlein hat VW den Crafter aufgerüstet. Neu ist zum Beispiel die elektromechanische Lenkung: leichtgängig und präzise genug, um den als Kastenwagen selbst in der kürzesten Version fast sechs Meter langen (bis 7.391 mm Länge sind möglich) und über 2,4 Meter breiten Nutzlastspezialisten gut durch zu den Alltag zu bringen. Dazu kommen Tempomat mit automatischer Distanzregelung (ACC), ein Assistent zum Rangieren mit dem Anhänger, Park- und Fernlichtassistent, Rückfahrkamera, Spurhalteassistent, elektronische Erkennung von seitlichen Hindernissen, eine Schnittstelle für das Flottenmanagement, und, und, und.

Laderaum schluckt bis zu sechs beladene Europaletten

Doch bei aller Assistenz, auch um die traditionellen Nutzfahrzeug-Qualitäten hat sich VW gekümmert: Die seitlich Schiebetür öffnet sich auf 1,3 Meter Breite – zusammen mit der Ladekantenhöhe von 570 mm gut für stressfreies Beladen. Die Hecktüren lassen sich im Winkel von 270 Grad öffnen. Je nach Version bietet der Crafter als Kastenwagen zwischen 9,9 und 18,4 Kubikmeter Platz. Das reicht je nachdem für vier bis sechs Europaletten. Maximale Ladehöhe: 2196 mm.

Für den neuen VW Crafter sind mindestens 33.677 Euro fällig – dann mit mittlerem Radstand, normalhohem Dach und 102 PS starkem Diesel samt Frontantrieb und Sechsgang-Handschaltung. Marktstart ist im März 2017. Mit dem Crafter will VW nach eigenen Angaben "die neue bestimmende Größe in dem Segment" werden. So gut und praktisch ausgestattet er ist, diesen Anspruch muss er erst noch auf dem Markt einlösen.

Autor: Jürgen Wolff

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