Rote 07er-Nummer

Rote 07er-Nummer: Bedingungen, Kosten, Versicherung

— 01.06.2017

Wissenswertes zum 07er-Kennzeichen

Ist das rote Oldtimer-Wechselkennzeichen eine Alternative zum H-Kennzeichen? Alle Infos rund um die 07er-Zulassung.

Als vor über zwei Jahrzehnten die schadstoffabhängige Besteuerung von Kraftfahrzeugen beschlossen wurde, drohte vielen Oldtimern aufgrund massiv steigender Kosten das Aus. Rettung: 1994 wurde das rote Oldtimer-Wechselkennzeichen eingeführt, das hinter der Ortskennung immer mit den Ziffern "07" beginnt. Seitdem gilt die rote, nicht permanente Zulassung als Alternative zum H-Kennzeichen AUTO BILD KLASSIK beantwortet die häufigsten Fragen.

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Für wen ist ein 07er interessant?

Vor allem für diejenigen, die mehrere Oldtimer haben, aber immer nur einen zur Zeit fahren. Die "07" ist eine Art Wechselkennzeichen: Es dürfen nicht zwei Fahrzeuge gleichzeitig mit derselben Nummer unterwegs sein.

Ist die 07er-Nummer ein Ersatz fürs H-Kennzeichen?

Die Teilnahme an Veranstaltungen wie Oldtimerausfahrten ist erlaubt.

Nein. Mit einer H-Nummer darf man immer und überall fahren, bei "07" ist die Nutzung streng beschränkt. Es dürfen nur Oldtimertreffen, -ausfahrten und -rallyes angesteuert und bestritten werden. Außerdem erlaubt sind "Probe- und Prüfungsfahrten sowie Fahrten zum Zwecke der Reparatur und Wartung". Zum Nachweis ist ein Fahrtenbuch zu führen. Rechtsanwalt Götz Knoop warnt: "Wer zum Beispiel angibt, zum Tanken zu fahren, riskiert bereits ein Bußgeld. Das Auftanken ist mit einer Fahrt zur 'Reparatur und Wartung' nicht gedeckt. Zulässig wäre die Fahrt jedoch, wenn gleichzeitig Kühlwasser oder Ölstand überprüft werden würden." Außerhalb der Nutzung dürfen die Fahrzeuge nicht im öffentlichen Verkehrsraum abgestellt werden. Die Zulassungsbezirke können einen Nachweis über privaten Parkraum verlangen. Die Fahrt in die Umweltzonen ist dagegen frei.

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Gilt das 07er-Kennzeichen auch im Ausland?

Fahrten ins Ausland mit "07" waren bisher keine gute Idee: Manche Länder erkannten das Kennzeichen nicht an, dort war man illegal und ohne Versicherungsschutz unterwegs. In anderen Ländern war es fraglich, wie der örtliche Polizist mit einem roten deutschen Kennzeichen umging. Der konnte das Auto sogar stilllegen. Mit H-Kennzeichen gibt es keine Probleme. In Zukunft will das Bundesverkehrsministerium das zugehörige Fahrzeugscheinheft beim "07" so ändern, dass es der deutschen Zulassungsbescheinigung Teil I und damit den europäischen Regeln entspricht. Das neue Heft soll mit allen neuen Kennzeichen ausgegeben werden, auf Wunsch wird es auch für bestehende ausgestellt. Wer nicht ins Ausland fahren will, kann sein altes Heft einfach weiterbenutzen.

Was passiert, wenn ich mich nicht an die Einschränkungen halte?

Wer sich ein 07er-Kenzeichen ans Auto schraubt, darf nur eingeschränkt unterwegs sein.

Wer erwischt wird, ohne dass etwas passiert ist, muss ein Bußgeld von 10 bis 50 Euro zahlen. Doch Vorsicht! Selbst einem Ersttäter droht der Entzug des Kennzeichens, weil die missbräuchliche Nutzung dessen persönliche Eignung infrage stellt. Die Behörden könnten sogar wegen Steuerhinterziehung ermitteln. Wer nach einem Unfall nicht plausibel erklären kann, warum er mit "07" am Unfallort unterwegs war, riskiert, dass der Richter ihm eine Mitschuld anlastet - dann hat die eigene Versicherung Gelegenheit, den am Fremdfahrzeug entstandenen Schaden zurückzufordern. Schließlich besteht die Gefahr, auf Kasko-Schäden am eigenen Fahrzeug komplett sitzen zu bleiben.
Wer prüft den Zustand?
Fahrzeuge, die auf 07 laufen, sind von der HU-Pflicht befreit. Aber was passiert, wenn ich einen Unfall verursache und keinerlei Unterlagen habe, die belegen, dass ich die Technik instand gehalten habe? Rainer Christian Rudolf von der Wüstenrot & Württembergischen empfiehlt, freiwillig zu TÜV oder DEKRA, GTÜ oder KÜS zu fahren. Die Klassik-Versicherungssparte des ADAC ist da anderer Meinung: "Die HU ist immer nur eine Momentaufnahme und beschränkt sich auf eine Sicht- und Funktionsprüfung. Sie ist aber keine Garantie, dass dieser Zustand auch die nächsten zwei Jahre weiterbesteht", gibt ADAC-Klassik-Sprecher Kay- Oliver Langendorff zu bedenken.

Für welche Fahrzeuge gibt es ein 07er?

Grundsätzlich für alle Kraftfahrzeuge - Autos, Lastwagen, Traktoren, Motorräder - ab einem Alter von 30 Jahren. Bis 2006 gab es "07"-Kennzeichen auch für Youngtimer ab 20, aber 2007 wurde die Altersuntergrenze auf 30 Jahre angehoben.

Wie komme ich an ein 07er-Kennzeichen?

Per Antrag bei der Kfz-Zulassungsstelle, mit polizeilichem Führungszeugnis. Für jedes Fahrzeug wird ein Oldtimergutachten gemäß § 23 Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) benötigt. Die Zulassungsstelle gibt dann entweder ein rotes Fahrzeugscheinheft oder für jedes Gefährt einen roten Fahrzeugschein aus. Diese Unterlagen müssen bei jeder Fahrt mitgeführt werden. Es gibt Zulassungsstellen, die auf Wunsch mehrere Kennzeichen abstempeln (auch kleinere fürs Motorrad), sodass das Umstecken der Schilder entfällt. Das ist aber mit der örtlichen Zulassungsstelle zu klären, es gibt dafür keine Garantie.

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Welche praktischen Probleme können auftauchen?

Die Kfz-Briefe der eingetragenen Fahrzeuge verfallen nach sieben Jahren, da die 07er-Nummer nicht als Zulassung im eigentlichen Sinn gilt. Erst seit 2007 sind die Kriterien des Wechselkennzeichens bundesweit in den §§ 16 und 17 der Fahrzeug-Zulassungs-Verordnung (FZV) festgeschrieben. Das hält einige Länder oder sogar einzelne Zulassungsbezirke allerdings nicht davon ab, die Anforderungen nach eigenen Vorstellungen zu ergänzen. Versicherungsexperte Ljubo Jovanov von OCC berichtet von Fällen, in denen der Zulassungsbeamte regelmäßige Hauptuntersuchungen fordert. Laut Anwalt Knoop fehlt für so eine Forderung aber die rechtliche Grundlage. Sein Tipp: Schriftlich einen Antrag auf "unbefristete, auflagenfreie 07-Zulassung" stellen.

Wie viel kostet die 07-Zulassung?

Für die Kfz-Steuer wird einmal jährlich nur die am höchsten besteuerte Fahrzeugkategorie einer Sammlung berechnet (bei Pkw 191 Euro). Die Gebührenordnung lässt den Behörden überraschend viel Interpretationsspielraum. Neben den Gebühren für die Zuteilung, die in Einzelfällen schon einmal 200 Euro überstiegen haben, entstehen Kosten für Fahrzeugscheinheft beziehungsweise die Fahrzeugscheine und fürs Fahrtenbuch. Da langen manche Zulassungsstellen schamlos zu.

Infos: H-Kennzeichen und 07er-Nummer




Autor: Marc Keiterling

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