Die zehn Cockpit-Trends von morgen

Die zehn Cockpit-Trends von morgen

Auto Salon Genf 2017: Connected Car

Zehn Cockpit-Trends von morgen

Mehr Bildschirme, Eyetracking, Connectivity: AUTO BILD zeigt zehn Trends vom Genfer Autosalon, die schon morgen ins Serien-Cockpit kommen!
Wir kennen sie als Virtual Cockpit, i-Cockpit oder Active Info Display. Doch hinter den phantasievollen Namen der Hersteller stecken eine √ľberschaubare Anzahl an Anbietern f√ľr Hard- und Software f√ľr Infotainmentsysteme an Bord. Neben Bosch ist einer der gr√∂√üten Marken in diesem Segment Harman. Produkte von Harman in Form von Displays und Speichersystemen finden wir bei BMW, Fiat, Renault und auch VW. "BMW f√ľhrt Wireless CarPlay ein!" Naja, eigentlich steckt dahinter Harman und VW k√∂nnte mit den gleichen Hardware-Komponenten mitziehen. Warum sie es nicht tun? Deals und Firmenpolitik sind  die Gr√ľnde. Doch das soll uns nicht weiter interessieren. Viel spannender ist, was BMW, VW, Fiat und Co in naher Zukunft alles im Bereich Connectivity k√∂nnen. Und dazu m√ľssen wir nicht auf irgendwelche Studien warten, sondern schauen, was Bosch und Harman auf ihren St√§nden Genf (noch bis 19. M√§rz) uns bereits heute verraten. Doch wir reden nicht √ľber drei oder f√ľnf Jahre bis Marktstart. Diese Neuerungen k√∂nnten noch in diesem Jahr bei Fiat oder BMW in Serie gehen.

Die Neuheiten vom Genfer Autosalon 2017

1) Zweitbildschirm: Analog ist out

Inhalte auf den Bildschirmen verschieben: Der neue Audi A8 wird genau das können.

Der Trend geht zum Zweitbildschirm: Nur noch wenige neue Autos haben ein voll-analoges Kombiinstrument. Neben Analog-Digital-Kombinationen gibt es immer mehr volldigitale Anzeigen direkt vor dem Lenkrad. So zum Beispiel beim Hyundai FE Fuel Cell Concept in Genf, wo das digitale Kombiinstrument fast schon eins mit dem Hauptbildschirm in der Mittelkonsole wird. 2018 k√∂nnte das bereits bei den Koreanern in Serie gehen. Der Vorteil digitaler Anzeigen: Hersteller k√∂nnen alle Modelle mit einem Displaytyp best√ľcken und die Grafiken individuell anpassen lassen. Harman zeigt das mit einem Wechsel von der Anzeige des Fiat Pacifica auf die Tachoanzeige von Maserati. Im n√§chsten Schritt werden Hauptbildschirm und digitales Kombiinstrument inhaltlich st√§rker verkn√ľpft. Per Fingerwisch k√∂nnten Men√ľs dann auf das Display hinterm Lenkrad wandern. So demonstriert Harman, wie sich Musikanzeigen oder Navigationsdaten verschieben lassen. In Serie wird das zun√§chst im neuen Audi A8 funktionieren.

2) Drittbildschirm: Auch das Klimabedienteil wird digital

Wo wir schon beim n√§chsten Audi A8 sind: Als eines der ersten Serienmodelle bekommt die Oberklasse-Limousine einen dritten Bildschirm unter dem Hauptbildschirm. Der √ľbernimmt dann unter anderem Funktionen vom Klimabedienteil. Echter "Vorsprung durch Technik" ist dieser Schritt aber nicht: Land Rover kam den Ingolst√§dtern mit dem Range Rover Velar zuvor. Das SUV setzt ebenfalls auf den Drittbildschirm, kombiniert ihn allerdings noch mit zwei analogen Drehreglern.

MWC 2017: Seat, Mercedes, Ford und BMW

3) Lenkrad-Touchscreens: Sensitive Flächen wie auf dem iPhone 7

Und noch etwas integriert der Velar recht gekonnt: Touchscreens auf den Lenkradspeichen. √úber die sensitiven Fl√§chen l√§sst sich durch die Men√ľs navigieren, ohne die H√§nde vom Lenkrad zu nehmen. Mercedes setzt diese Technik bereits in Verbindung mit weiteren Kn√∂pfen in der E-Klasse ein. S-Klasse und Co werden folgen. Beim n√§chsten Audi A8 sieht es auf den ersten Blick zwar nach einer Sammlung von Kn√∂pfen aus, tats√§chlich handelt es sich dabei aber ebenfalls um ber√ľhrungssensitive Fl√§chen. Schwer vorzustellen? Dann probieren Sie das nach M√∂glichkeit mit dem Homebutton des iPhone 7 aus, da kommt die gleiche Technik bereits zum Einsatz.

4) Ultraschallflächen: Touchscreen simuliert Tasten

Einfach nur "blind" auf dem Bildschirm mit dem Finger wischen, das war gestern. Die Touchscreens von morgen geben per Ultraschall ein haptisches Feedback. Damit lassen sich unterschiedliche Oberfl√§chen simulieren. Bosch hatte dazu bereits eine erste Studie zur Technikmesse CES 2016 gezeigt. Audi d√ľrfte mit dem A8 das erste Serienmodell mit den neuen Fl√§chen bringen.

Die Highlights der CES 2018: Cockpits von morgen

5) Demnächst mit Haptik: Gestensteuerung auf neuem Level

BMW und VW haben bereits Gestensteuerung an Bord, etwa im 5er oder im Golf 7 Facelift ‚Äď dort funktioniert das Ganze √ľber eine Kamera. Bosch zeigt, wie per Ultraschall ebenfalls Gestensteuerung Einzug erhalten kann. Ein Vorteil dabei: Man sp√ľrt den Bereich zum Agieren wie einen leichten Windzug.

6) Eyetracking: Blickverfolgung kommt 2018

Mit Eyetracking k√∂nnten sich bald viele Handgriffe erledigt haben. Ein kurzer Blick in Richtung eines Symbols auf dem Display reicht, um es zu aktivieren. Bei VW wird vermutlich 2018 die Bedienung des zuk√ľnftigen "Active Info"-Displays durch Eyetracking unterst√ľtzt. Ruft man zwei Men√ľs im Display auf, so erkennt das System, ob der Blick gezielt auf das linke oder rechte Men√ľ gerichtet wird und w√§hlt dieses sofort an. Das erspart Zwischenschritte. Bosch veranschaulicht die Blickverfolgung mit seiner Studie in Genf.

7) Voicecontrol: Ihr Auto versteht Sie bald besser

Sprachassistenten sollen zuk√ľnftig besser funktionieren. Immer noch gibt es bei den Systemen der Autohersteller Probleme mit der Verst√§ndlichkeit und der Umsetzung, wenn zum Beispiel ein Befehl nicht in einer bestimmten Reihenfolge gegeben wird. Apples "Siri", Amazons "Alexa" und Microsofts "Cortana" sind da bereits viel cleverer, weil sie mit einer Cloud verbunden sind und st√§ndig dazulernen. Daher verk√ľndete Mercedes Anfang 2017 eine Kooperation mit Google Assistance, Ford und VW wollen mit Amazons "Alexa" arbeiten. Harman zeigt in Genf, wie Microsoft Cortana Termine abstimmt und ins Navi √ľbertr√§gt. Der Sprachdienst k√∂nnte aber auch beim Bedienen von Fahrzeugfunktionen helfen. Nissan wird den Microsoft-Sprachdienst vermutlich noch Ende 2017 in ausgew√§hlten Modelle einf√ľhren. Auch BMW will Cortana ausprobieren.

8) Connectivity: Kampf zwischen Handy und Auto

Fiat könnte bald Android Auto als feste Benutzeroberfläche einsetzen.

Apps kommen mittlerweile bei vielen Herstellern √ľber Apple CarPlay und Google Android Auto vom Handy ins Fahrzeug. Auch wenn Seat es k√ľrzlich geschafft hat, eine eigene App bei CarPlay zu platzieren, lassen Apple und Google nur wenige Anwendungen im Auto zu. Konsortien wie MirrorLink (VW, Seat, PSA usw.) und SmartDeviceLink (Ford, Toyota, Mazda usw.) umgehen das Problem mit eigenen Softwarel√∂sungen, wobei sie entscheiden, welche Apps funktionieren d√ľrfen. Auf der anderen Seite gibt es Hersteller wie Volvo, BMW und Mercedes, die lieber gleich diverse Apps ins Auto bringen ‚Äď ohne, dass ein Smartphone angeschlossen werden muss. Welche L√∂sung sich durchsetzen wird, ist noch nicht abzusehen. Interessant ist der Ansatz von Fiat: In Zusammenarbeit mit Google wurde die neueste Generation von UConnect mit Android Nougat kombiniert. So l√§sst sich leichter zwischen Android Auto und dem Fiat-System wechseln. Harman zeigt, wie im n√§chsten Schritt eine komplette Benutzeroberfl√§che im Stil von Android Auto aussehen k√∂nnte.

9) KI: K√ľnstliche Intelligenz soll uns unterst√ľtzen

Die st√§ndige Verbindung mit einer Cloud l√§sst unsere Autos bald kl√ľger werden. Zusammen mit IBM will BMW an der k√ľnstlichen Intelligenz (KI) forschen. Auch General Motors arbeitet mit dem IBM-Programm "Watson". Das Ziel: Neben einer Verbesserung der Assistenssysteme soll die Personalisierung des Autofahrens zunehmen. Harman zeigt, wie Augmented Reality diverse Punkte in der Fahrzeugumgebung checkt, erkennt und dem Fahrer Empfehlungen gibt. "Es sind √ľber 30 Grad, willst Du einen Eiscaf√© bei Starbucks in der N√§he trinken?" und "Deine Medikamente sind in der n√§chsten Apotheke abholbereit, soll ich sie in die aktuelle Route einberechnen?" Das k√∂nnten k√ľnftig m√∂gliche Fragen sein, die einem das Auto stellt.

10) Benutzerkonten: Vorbild Apple ID

Die Apple-ID hat es vorgemacht, jetzt ziehen auch Autohersteller wie VW nach. Das Prinzip ist simpel: Jeder kann per Smartphone die Einstellungen von einem Benutzerkonto in verschiedene Autos bringen. Meldet sich der Fahrer mit seiner User-ID √ľber sein Handy an, √ľbernimmt das System vorkonfigurierte Einstellungen f√ľr den Homebildschirm, die Sitze, das Ambientelicht oder die Playlist. Harman hat auch dazu ein Beispiel auf dem Genfer Messestand, das unweigerlich an die VW ID erinnert.

Die zehn Cockpit-Trends von morgen

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