Reihensechszylinder sind ein wichtiger Bestandteil der BMW-DNA. Das gilt für die Autos der Bayern, aber auch für ihre Motorräder. Die BMW-Motorrad-Baureihe mit sechs Töpfen heißt K 1600 und überzeugt neben ihrem seidigen Antritt mit luxuriöser Ausstattung. Für 2022 hat BMW Motorrad allen vier Varianten der Baureihe ein neues Gesicht zeichnen lassen und sie mit Euro 5, mehr Kraft und mehr Komfort ausgestattet.
Hinweis
BMW K1300 S in 1-a-Zustand bei eBay
Dass BMW die K 1600-Baureihe ins Modelljahr 2022 mitnimmt, ist keine Überraschung. Es bleibt bei den vier bekannten Varianten GT, GTL, B und Grand America. Das Drehmoment ist mit der Umstellung auf Euro 5 von 175 auf 180 Newtonmeter gewachsen. Die Preise der vier Modelle steigen um 950 bis 1250 Euro. Schade: Das erwartete Radarsystem der R 1250 RT hat es nicht an Bord geschafft.
BMW K 1600 Grand America
Die BMW K 1600 Grand America soll die Fernreisenden unter den BMW-Motorrad-Kunden ansprechen.

Euro 5 im leichtesten Sechszylinder im Motorradbau

Eine neue Motorsteuerung, ein zusätzlicher Kat und zwei weitere Lambdasonden hinter den beiden Katalysatoren reichten den BMW-Ingenieuren aus, um den 1649 Kubikzentimeter großen Motor über die Euro-5-Hürde zu heben. Dabei fielen fünf zusätzliche Nm Drehmoment ab. Die Leistung bleibt bei 160 PS. Sie steht jetzt allerdings schon 1000 Umdrehungen früher bei 6750 U/min zur Verfügung. Den Verbrauch gibt BMW mit 5,9 Litern an. In den Tank passen 26,5 Liter Kraftstoff. Daraus lässt sich eine Reichweite von bis zu 449 Kilometern errechnen. Aufgrund seiner schmalen 102,6 Kilo Gewicht nennt BMW den Motor den leichtesten Reihensechser im Motorradbau. Was kein Kunststück ist, denn es ist aktuell der einzige Motor dieser Art im Zweiradbau.
BMW K 1600 B
Wer auf den Boulevards gesehen werden will, sollte zur K 1600 B greifen.
Wer genau hinsieht, erkennt die vier BMW am neuen, schärfer gezeichneten Familiengesicht. Es macht neue Voll-LED-Scheinwerfer mit Schwenktechnik als Kurvenlicht möglich. Zusätzlich zur Kurvenlichtfunktion verfügen die Scheinwerfer über einen Wankausgleich beim Beschleunigen und Bremsen.

BMW K 1600 GT
Dynamiker sind laut Hersteller auf der BMW K 1600 GT bestens aufgehoben.

BMW-K-Modelle: Elektronik vom Feinsten

Das neue Motormanagement beinhaltet die Motorschleppmomentregelung MSR. Sie verringert das Bremsmoment des Motors, das beim Runterschalten auf das Hinterrad wirkt. Eine neue inertiale Messeinheit (IMU) berechnet mit Hilfe der Beschleunigungsvorgänge die Schräglage und regelt das ABS, die Traktionskontrolle und die besagte MSR passend ein. Teil des ausgeklügelten Systems ist zudem das semiaktive Fahrwerk "Dynamic Esa Next Generation", das anhand der Fahrdaten von der IMU die Vorspannung-, die Druck- und die Zugstufendämpfung automatisch einstellt. Diese Elektronik kann über die Fahrmodi weiter den persönlichen Vorlieben angepasst werden. Die Steuerung läuft über ein ebenfalls neues TFT-Farbdisplay mit HD-Auflösung. Letzteres kommt Kartennavigation und Split-Screen-Modus.
BMW K 1600 GTL
Die BMW K 1600 GTL soll mit ihrer komfortabel ausgelegten Ergonomie überzeugen.

Die BMW K 1600 GT wird ab 25.950 Euro angeboten. Für die GTL müssen 27.950 Euro angelegt werden. Die BMW K 1600 B(agger) startet bei 26.000 Euro, die K 1600 Grand America bei 29.385 Euro. Da BMW typischerweise für seine Motorräder umfangreiche Zubehöroptionen anbietet, sollte sich die 30.000-Euro-Marke bei jeder der vier Versionen problemlos knacken lassen. Die K 1600 GT versteht BMW Motorrad als die dynamische Version der Baureihe, während die GTL mit ihrer komfortabler ausgelegten Ergonomie punkten soll. Die K 1600 B ist für den stilbewussten Sechszylinder-Fahrer gedacht, die Grand America nimmt Fernreisende ins Visier.