China-Motor mit Rekordwerten bei der Effizienz
Geely-Hybridantrieb soll nur 2,2 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen

Geely drückt den Spritverbrauch! Der chinesische Autobauer hat sein neuestes Hybridsystem vorgestellt – mit sensationellen Angaben zu Verbrauch und Effizienz des sogenannten i-HEV-Antriebs.
Bild: Geely Ltd.
- Raphael Schuderer
Mit einem Hybridsystem der neuesten Generation hat Geely einen sehr effizienten Antrieb entwickelt – der das Zeug hat, den Spritverbrauch von Autos zu drücken! Die Verbrauchswerte des sogenannten i-HEV-Antriebs auf der Nachrichtenplattform "carnewschina.com" klingen sensationell. Beim Spritsparen wird das Effizienzwunder des chinesischen Autobauers unter anderem durch KI-Technik unterstützt.
Mit der Entwicklung des neuen Motors reagiert der Konzern auf einen Trend im Heimatmarkt China: Immer mehr Hersteller setzen dort auf Hybridsysteme als günstige Alternative zum reinen Elektroauto. Hybrid-Vorreiter Toyota zeigt, dass die Rechnung aufgehen kann: Der japanische Hersteller meldete für das Jahr 2025 einen weltweiten Absatz von rund 4,4 Millionen Hybridfahrzeugen. Das entspricht etwa 42 Prozent des Konzern-Gesamtvolumens.
Verbrauch von lediglich 2,22 Litern auf 100 Kilometer
Geely erklärt, dass das i-HEV-System die Gesamtenergieeffizienz durch KI-basiertes Energiemanagement und einen speziell für Hybridfahrzeuge entwickelten Antriebsstrang deutlich verbessert. HEV (hybridelektrische Fahrzeuge mit kombiniertem Antrieb aus Verbrenner und Elektromotor) arbeiten in der Regel mit kleineren Batterien von nur etwa 1 bis 2 kWh Kapazität. Dadurch sinkt der Einsatz von teuren Rohstoffen im Vergleich zu größeren Batteriepacks in Plug-in-Hybriden oder reinen Elektroautos deutlich. Ergebnis: Die Autos werden günstiger.
So funktioniert die Technik: Hybridantriebe speichern Bremsenergie, die bei herkömmlichen Verbrennungsmotoren ansonsten wirkungslos verpuffen würde. Diese Energie wird in speziellen Fahrsituationen, etwa beim Beschleunigen, wieder bereitgestellt. Das System ist laut Hersteller auf schnelle Reaktionen im Stadtverkehr bei niedrigen Geschwindigkeiten ausgelegt und auf eine effiziente Energierückgewinnung optimiert. Geely gibt an, dass das i-HEV-System unter idealen Bedingungen einen kombinierten Kraftstoffverbrauch von sagenhaften 2,22 Litern auf 100 Kilometer erreicht habe.
Thermischer Wirkungsgrad fast auf Formel-1-Niveau
Herzstück des i-HEV von Geely ist ein Hybridmotor mit einem angegebenen thermischen Wirkungsgrad von 48,4 Prozent unter idealen Bedingungen – laut Hersteller einer der höchsten Wirkungsgrade in der Serienproduktion. Der thermische Wirkungsgrad gibt an, wie viel nutzbare Energie aus einer bestimmten Menge Kraftstoff gewonnen werden kann.
Zum Vergleich: Die Bestwerte beim thermischen Wirkungsgrad im Automobilsektor lagen bisher bei rund 41 Prozent, erzielt durch Hybridantriebe von Honda und Toyota. Ein traditioneller Verbrenner ohne Hybridtechnik kommt dagegen, je nach Konstruktionsart, auf lediglich 30 bis 38 Prozent. Mit den nun bekannt gegebenen Effizienzwerten kratzt Geely fast am Niveau der Formel 1, in der Wirkungsgrade von knapp über 50 Prozent erzielt werden – allerdings mit hohem technischem Aufwand.
Geely bestätigte, dass das i-HEV-System in allen volumenstarken Modellen zum Einsatz kommen soll. Genannt wurden die Modelle Geely Preface, Monjaro, Emgrand und Boyue. Die Einführung in China sei für 2026 geplant. Für die Modelle Preface und Monjaro hat Geely bereits Verbrauchsangaben mit dem i-HEV-Motor veröffentlicht: 3,98 l/100 km sind es bei der Mittelklasse-Limousine Preface, das großformatige SUV Monjaro soll sich mit 4,75 l/100 km begnügen.
Auf dem deutschen Markt werden die genannten Baureihen bislang noch nicht angeboten, der Hersteller plant allerdings zeitnah auch neue Modelle für Deutschland. Der Geely-Konzern wurde 1986 gegründet, baute anfangs Teile für Kühlschränke. 1992 startete die Produktion von Motorrädern, 1998 wurde das erste Auto gebaut. Inzwischen zählen zum Unternehmen Automarken wie Volvo, Polestar und Lynk & Co. Geely hält knapp 10 Prozent Anteile an der Mercedes-Benz AG.
Fazit
Geely zeigt eindrucksvoll, was man aus modernen Hybridantrieben herauskitzeln kann. Die ersten Serienmodelle werden beweisen, ob die sparsame Technik auch im Alltagseinsatz auf der Straße funktioniert. Trotzdem gilt: Ob als Alternative zum E-Auto in Gebieten mit schlechter Ladeinfrastruktur oder als Übergangstechnologie – der Verbrenner ist noch lange nicht tot.
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